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Das AfD-Niveaulimbo

jeden Tag lese ich Nachrichten a la „AfD-sowieso demontiert sich selbst“. Jeden Tag lese ich Nachrichten, wonach die AfD beim Niveaulimbo einen neuen Weltrekord aufgestellt hat. Preisfrage, Sherlock: Dass die AfD gerade shorted, muss natürlich jeden besseren Menschen freuen, dennoch: Warum sind die nicht längst unter ferner liefen? Warum, trotz allem „Guckt mal, wie doof ich bin!“, noch 8 %? Antworten schriftlich zu Händen der Geschäftsleitung…

Conne Island und was Rassismus nicht ist – edit

Wieder einmal pädagogisch wertvoll, der Fall. Schriebe man nur nicht selber über 25 Jahre gegen den Irrtum an, der Antirassismus mit Idyllik verwechselt. Nirgends auf dieser schadhaften Welt, in der first world nicht, und im sozialen Outback auch nicht, gibt es unbeschädigte Menschen. Einwanderer, Fremde, „die Anderen“ sind um keinen Deut schlechter und ebenso selbstverständlich um keinen Deut besser als Sie oder ich oder irgend wer.

Man ist kein Rassist oder „Kulturimperialist“, wenn man feststellt, dass auch muslimische Gesellschaften ein deutliches Gewaltproblem haben – nicht zuletzt in der Kindererziehung -, dass ihr Frauenbild häufig unterirdische Züge trägt und sie im übrigen auch einen veritablen Antisemitismus an den Tag legen können. (Für letzteres sollte ihnen eigentlich die Zuneigung der neuen Rechten sicher sein. Im übrigen rede ich über muslimische Gesellschaften, nicht über Mustafa und Ayse. Mustafa und Ayse sind allein für sich verantwortlich. Eine Eigenschaft, die sie merkwürdigerweise mit Moshe und Sarah, Michael und Sabine, Jim und Cynthia, Gerard und Yvette teilen. Und mit Tom und Tim und Marlene und Babette auch. Und wenn ich jetzt irgend eine Minderheit oder Mehrheit vergessen habe, dann ist es so…) Und man macht sich mit Schwarzers realitätslosem Wahnwitz auch nicht handgemein, wenn man sich Frauenhaß, Judenhaß, Gewalt überhaupt auch von Muslimen sehr deutlich verbittet und dagegen angeht; im Zweifelsfall auch robust, z.B. durch Hausverbote. Im menschlichen Verkehr kann es keinen moralischen Vorschuß geben. Oder sind Muslime qua Natur kleine Kinder? Hab ich was verpasst? Dass, wo Menschen sterben, sofort und ohne Ansehen der Person geholfen werden muss, bedeutet kein Freibrief, für niemanden. Wie kommt man überhaupt auf die Idee, das eine habe mit dem anderen zu tun? Das logische Tohuwabohu (ja, der Ausdruck, der meine ‘rassistische Mikrogewalt’ „belegt“, ist jetzt Vorsatz!) rund um solche Fragen ödet mich an seit eh. Antirassismus ist etwas anderes als Trischta. Der neopietistische Selbstzerknirschungsdiskurs ist politisch unfruchtbar und unbrauchbar.

Conne Island hat alles richtig gemacht.

Die Häme, die es pawlowsch von der „Jungen Freiheit“ (oder wie der Dreck sich schreibt) gibt, muss Island nicht irritieren. Dass Menschen innerlich verwahrlost, innerlich verludert sind, erkennt man in der Regel unter anderem daran, dass sie das Beklagenswerte hämisch genießend begrüßen. Inzwischen erfahren  wir, dass die AfD – die Niedertrachtskala ist ja nach unten offen – eine Propagandaaktion vorbereitet für den Fall, dass es einen großen Terrorakt in Deutschland geben wird. München – der Täter war bekanntlich AfD-Sympathisant – ging ja leider schief. Und NSU und Oktoberfestattentat sind irgendwie offenbar auch nicht gemeint. Soll ich jetzt – die infamen Anwürfe gegen Claudia Roth spiegelnd – der AfD sexuelle Perversion vorwerfen, weil sie ganz offenbar genau so lüstern, genau so geil auf das erste ‚richtige‘ islamistische Attentat in Deutschland wartet wie der Teufel auf die Jungfrauenseele?

 

edit: Auf Fratzenbuch hat es hier eine kurze Debatte gegeben; daraus mein Beitrag:

ich hoffe, dass die Linke/Progressiven jetzt endlich mal nachdenken. Meine Güte! Diese Menschen kommen zT aus totalitären Systemen zu uns! Oder aus Gesellschaften, wo Kleriker den Schulunterricht und weiteres bestimmen. Was erwartet man denn? Dass sie problemlos in den Adorno-Foucault-Wittgenstein-Kant geprägten europäischen Diskurs einsteigen? Blödsinn! Nur sagen muss man es, festhalten muss man es. Ruhig, sachlich, unaufgeregt.

Verstehen? Wen? Warum?

„Ich muss gar nichts verstehen!“ (Kurt Tucholsky)

 

Wenn wir „verstehen“, mit viel Dilthey im Gepäck, als spezifisch geisteswissenschaftlichen Beitrag, neben dem naturwissenschaftlichen „erklären“, zu einem vernünftigen Verhältnis zu Selbst und Welt…nun ja…’verstehen‘, wenn wir „verstehen“ als „begreifen“ auffassen, so muss ich immer verstehen. Dann muss ich Adolf Hitler verstehen, Anne Frank, Eichmann und die Geschwister Scholl und alles und jeden dazwischen.

Nun, das ist eine Binse. Nur: So ist es ja meistens nicht gemeint, wenn davon gefaselt wird, man müsse die AfD-Wähler ‚verstehen‘. Das Fatale am AfD-Diskurs ist sozusagen, dass er überhaupt statt findet (Sie lesen übrigens gerade einen Beitrag zu diesem Diskurs). Genauer: Wie er stattfindet. Es sei „verständlich“, dass „die Bürger Angst“ hätten. Man müsse „die Ängste der Bürger aufnehmen“. Nun haben diese angeblichen „Ängste der Bürger“ (ich bin übrigens auch Bürger, falls das jemand interessiert, ich zahle sogar Steuern, wie jeder, und nicht zu knapp; im Zweifelsfall deutlich mehr als jene AfD-Bürger, die kurz vor der Privatinsolvenz standen und die ich jetzt mit durchfüttern darf) einen bedauerlichen  Fehler: Sie lügen, sobald sie sich als ‚berechtigte Ängste‘ legitimieren wollen.

Mein Lieblingshoax ist der mit dem Streichelzoo: Flüchtlinge sollen Ziegen aus dem Streichelzoo (für unsere Kinder ist er da!) geklaut, geschlachtet und gebraten haben. Natürlich kein Wort wahr!

Jetzt gibt es folgendes Problem: Im Gegensatz zu objektiv und trivial falschen postmodernen Texttheorien gibt es kein subjektloses Sprechen. Irgendwer wird die Äußerung „X“ schon in die Welt gesetzt haben. Alle naiven Zweit- und Drittverwerter und facebook-Teiler seien hiermit als finale Trottel halbwegs entschuldigt…der erste, der wahrheitswidrig behauptet hat, ‚die Flüchtlinge‘ hätten Ziegen aus dem Streichelzoo geschlachtet, hat eiskalt gelogen.

Warum?

Hannah Arendt nannte das Phänomen „Wahrlügen“: Per Lüge wird eine neue Wirklichkeit, eine Scheinwirklichkeit etabliert, die dann Eigendynamik gewinnt und gleichsam wahrgelogen werden muss. (Modellfall: Die Juden! Die Juden sind bekanntlich Betrüger! Gibt es keine jüdischen Betrüger jenseits normall null – und natürlich gibt es sie nicht! – , so müssen sie erfunden werden!) Entscheidend dabei ist die fatale Tendenz, mit Tatsachen so umzugehen, als seien sie bloße Meinungen/Perspektiven. Der AfD-Wähler ist halt der Meinung, die Flüchtlinge würden die Ziegen schlachten, und wo kämen wir denn da hin, wenn es keine Meinungsfreiheit mehr für ihn und seine Lüge gäbe? Dass der Lügner, sobald er zutreffend als Lügner kenntlich gemacht wurde, sich als Märtyrer der Meinungsfreiheit gerieren darf, das markiert die Perversion unseres Zeitalters. Vor einigen (hundert?) Jahren gab es noch Autoritäten, die gleichsam per ordre de mufti verkündeten, was gefälligst wahr zu  sein habe. Dagegen ging und geht die Aufklärung mit vollem Recht an. Inzwischen ist die Kritik an Autoritäten fast, zT nicht mehr nur fast schon gegenaufklärerisch. (Auf nichts anderes läuft, wenn ich das Buch richtig verstanden habe, Bettina Stangneths „Böses Denken“ hinaus) Unter dem erlauchten Deckmantel des Selberdenkens das Böse gutheißen…das ist furchtbar. Die Pegida-Blödels schwenken die Stauffenberg-Fahne. Vor kurzem kam die AfD mit Sophie Scholl! Und sie meinen es so. Das ist das Schlimme daran!

Sehr willkommen sind Damen aus Rumänien und Ungarn

Geil. In jeder Hinsicht…

Copy-paste-Service für Argumente auf AfD-Niveau

Wollte ich seit einiger Zeit schon einrichten – Den copy-Paste-Service für Wutbürger! Jetzt nimmts mir Kathrin Weßling von den Lippen.

 

Ich darf vielleicht ergänzen:

 

HEY AUFWACHEN LEUTE! WIR WERDEN VERARSCHT!!!!!! ABER SOWAS VON!!!!

 

Meine Tante arbeitt bei Rewe. die sagtdie kommen immeran und klaun und sagen zahlt alles mutti merkel – EY AUFWACHEN BLÖDES DEUTSCHES FOLK!1!!!!11

 

DIE KRIEGN ALLE SMARTPHONES GESCHENKT!!!

 

EY GEHTS NOCH???????

 

Teddybärenwerfer, Bahnhofsklatscher und Gutmenschen (passt zu allen Gelegenheiten!)

 

 

Meine 20 Cent zum Rassismus

Man muss sich über die offenkundige Dummheit rassistischer Haltungen lustig machen ‘dürfen’ (welch Wort, in diesem Zusammenhang!), natürlich ohne zu vergessen, dass Rassismus nicht lustig ist, sondern im Zweifelsfall eben tödlich.

Ich finde übrigens beide Haltungen verlogen: Sowohl die Haltung a la „Du darfst das N-Wort nicht sagen, nicht einmal in einer sprachhistorischen Analyse“ als auch die, die „wieder Neger (oder noch schlimmer) sagt, weil das die PC-Spießer, hähähä, so ärgert – so frei bin ich“. Das erstere ist ignorant – wer über Rassismus arbeitet, muss Rassismus darstellen ‚dürfen‘, wie sonst soll das gehen? Das zweite ist mies und versifft: Das also ist Deine Menschenfreiheit? Darin erschöpft sie sich? „Wieder Neger/Nigger sagen dürfen“? Toll! Wir sind begeistert! Das ist zweifelsohne Kern und Zentrum der Menschenfreiheit! Endlich sind wir im Bilde: Menschenfreiheit, Humanität, Freude? Endlich wieder „Neger“/“Nigger“ sagen und schreiben!

Du Arschloch! (Wird man ja wohl noch mal sagen dürfen…gez. Dr. rer nat Frauke Petry*)

 

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  • Frau Dr. rer nat Petry ist privatinsolvent, wird also durch mich, Dunja Hayali und vermutlich auch durch die meisten ihrer Wählerinnen und Wähler mit durchgefüttert. Das gilt auch für Herrn Poggenburg, AfD Sachsen-Anhalt, den ich, Dunja Hayali und seine, sorry, doofen Wählerinnen und Wähler jetzt auch mit durchfüttern dürfen. Das Schlimme an der AfD ist nicht einmal ihr verlogenes Wesen, sondern das Offenkundige daran.

Insolvenzrecht

Beatrix von Storch ist am 27. Mai 1971 in Lübeck geboren. Sie ist mit Sven von Storch verheiratet und lebt seit 1998 in Berlin.
Nach ihrer Kindheit und Jugend in Schleswig-Holstein hat sie eine Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Vereins- und Westbank in Hamburg abgeschlossen. Anschließend hat sie das Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg und Lausanne (CH) und ihr Referendariat am Brandenburgischen Oberlandesgericht absolviert.
Seit 2001 ist Beatrix von Storch Rechtsanwältin mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Insolvenzrecht.

Passt doch wie Arsch auf Friedrich, nicht wahr, Frau privatinsolvente Frauke Petry?

Und bevor es hier Missverständnisse gibt: Nicht ihre Privatinsolvenz ist Petry vorzuwerfen – das kann jeder, jedem passieren -, sondern die unerträgliche Verlogenheit, die darin besteht, öffentliche Gelder (zu Recht!) als Privatinsolvente in Anspruch zu nehmen* und zugleich zu hetzen gegen andere, die öffentliche Gelder ebenfalls zu Recht in Anspruch nehmen.

Kam mir so in den Sinn. Wir haben nämlich gerade einen Steuerbescheid bekommen und haben letzte Woche überwiesen. Mit anderen Worten: Ich finanziere Frauke Petrys Jeanne D’Arc-Getue ein bißchen mit… Und das darf mich dann doch ankotzen, oder?

Bin, was die AfD betrifft, derzeit sowieso fassungslos. Mein alter Freund Boris Preckwitz ist bei denen in Berlin im Vorstand und lallt national bewusste Gedichte ab. Das habe ich – selbstverschuldet? – bisher nicht mit bekommen. Ich will jetzt wirklich nicht Klaus-Mann-gegen-Gottfried-Benn-1933 spielen, soweit sind wir zum Glück noch lange nicht, und außerdem bin ich ’ne olle Hete. Aber Boris, Mensch, Boris! Welcher Teufel reitet Dich!

 

  • Privatinsolvenz bedeutet immer, öffentliche Gelder in Anspruch zu nehmen. Ist ja auch okay! Aber dann bitte Klappe halten über andere, die ebenfalls öffentliche Gelder in Anspruch nehmen!

 

Die Politik des Augenblinzelns

Kluger, guter Aufsatz von Lenz Jacobsen mit vielen Fakten. Und doch begreift Jacobsen das Wesen rechtsradikaler Bewegungen im Zeitalter der Postmoderne nicht wirklich.

Man darf heute nicht mehr verkünden, es habe den Judenmord nicht gegeben. Was man darf: In scheinkritischer Distanz einem Holocaust-Leugner bedeuten, er müsse seinen Aufsatz methodisch überarbeiten (anstatt ihm zu verstehen zu geben, er könne sich seinen Lügendreck sonstwohin stecken…), wie es die JF tat. Man darf nicht mehr erklären, der „Neger“ sei kulturlos und dumm. Man muss über die angeblich naturbedingte höhere Geburtenrate von Schwarzafrikanern schwadronieren. Nein, die Juden beherrschen nicht mehr die Finanzwelt. Aber „kritisch“ (dass ich nicht lache) über die Rolle Baron Rothschilds zB und seinen Einfluß im 19. Jahrhundert diskutieren, das wird man ja wohl noch dürfen. Oder ist etwa die Meinungsfreiheit abgeschafft? Und und und…

Kurzum: Man muss mit den Augen blinzeln.

Frauke Petrys schmieriges Triumphgrinsen weiß selbstverständlich sehr genau, wo es andockt. Es kommuniziert mit den offen rechtsradikalen Teilen der Partei; es besagt: „Kinners, wir verstehen Euch, wir könnens nur nicht so direkt sagen!“ Wäre die AfD das, was sie zu sein vorgibt: Zwar konservativ, kniebundledrig, trachtenjankrig, aber doch eindeutig humanistisch-demokratisch…die Type Höcke hätte nach der ersten Entgleisung aus der Partei fliegen müssen. Er flog aber nicht, denn seine Entgleisung war natürlich gar keine. Höckes „Entgleisungen“ und Petrys Signale, dies gefalle ihr nicht so wirklich, aber Ausschluß sei auch keine Lösung, ergeben erst gemeinsam eine Botschaft: „Wir meinen irgendwie auch ‚Heil Hitler‘, dürfens aber nicht so laut sagen!“

Jörg Haider war Meister solcher Botschaften, Meister des Blinzelns. Nee, Nazi war er nich, nie nich niemals. Aber ne orrntliche Arbeitsmarktpolitik hat Adofn betriebn, und das wird man ja nochma sachn dürfn. Alle haben ihn verstanden, alle.

Ich darf das Folgende eigentlich gar nicht sagen, weil als Strategiepapier für die AfD missbrauchbar; allerdings befürchte ich, dass die das inzwischen leider selbst gerafft haben. Bis heute haben sich alle Parteien rechts der CDU in Deutschland selbst zerlegt – zT wegen persönlicher Eitelkeiten (man google PRO / Schill), überwiegend aber, weil der rechtsradikale Menschenhaß bis dato nicht an sich halten konnte, man musste dann irgendwann unter sich lassen, es ging nicht anders. Jetzt aber sehe ich, dass selbst ein Lutz Bachmann Kreide gefressen hat.

Wir wollen nicht übertreiben. Frauke Petry wird nicht die nächste Bundeskanzlerin sein. Aber eine etablierte Rechts-Partei würde die Agenda wesentlich mitbestimmen. Wohin die Reise dann ginge, kann man (ja, ich verlinke rechte Seiten, ich bin nämlich dafür, dass man sich aus erster Hand informiert!) hier nachlesen. Zitat:

Und es ist doch besser, für eine tausendjährige Zukunft des eigenen Landes zu kämpfen, anstatt wie die Altparteien dieses Land möglichst binnen der nächsten Jahrzehnte von der Landkarte fegen zu wollen und in einem Brüsseler Moloch aufzulösen.

Die tausendjährige Zukunft Deutschlands. Deutlicher kann man es wirklich nicht sagen. Hat sich das „Ostvolk“ offenbar doch nicht als das „stärkere“ erwiesen, wie?

Übrigens, aus besagtem Link:

Auch der jüngste JUSO-Beschluss, Fäkal-Vergleiche mit Deutschland zukünftig zu erlauben, wäre hier zu nennen gewesen.

Was? Das war und ist bis jetzt nicht erlaubt? Aber ich nenne das Land, welches zwischen 1933 und 1945 Millionen und Abermillionen Menschen ermorden ließ durch seine begeisterten deutschen Nazi-Bürger, doch seit eh Doofland, Blödland, Scheißland und empfehle, auf seine sog. Flagge zu kacken. Das ist strafbar? Ich scheiße in der Tat auf schwarz-rot-blöd, auf schwarz-rot-kackegelb, auf schwarz-rot-zahngold, denn Patriotismus und Nationalismus waren, sind und bleiben die Religion für arme Schweine und Komplettirre. Was nun?

AfD

Die AfD ist nicht schwer zu verstehen: Sie bedient den kleinbürgerlichen Mief – „werden wir demnächst zwangsverpflichtet, Flüchtlinge aufzunehmen?“ – mit jener Direktheit, für die die Union, zumindest die CDU, meistens noch einen letzten Rest an Schamgrenzen vorhielt. Wenn die Partei sich nicht selber zerlegt wie damals Schill, werden wir sie nicht mehr los.

Denn die Wahlerfolge der AfD bilden einfach nur ab, wie es um die Bevölkerung bestellt ist. Nicht ihr Erfolg überrascht mich, sondern ihr jahrzehntelanges Fehlen im Parteienspektrum, denn das Publikum für dieses in jeder Hinsicht widerwärtige Konglomerat absurdester Vorurteile gab es immer. Ja, müssen bekämpft werden. Tu ich auch, Indianerehrenwort. Und würde ich sogar noch etwas überzeugter tun, wenn man mir ein tragfähiges Rezept an die Hand gäbe dafür, dem innerlich verwahrlosten Kleinbürgertum einmal überzeugend und mit Chancen auf Gehör darzulegen, dass es nicht ihre Interessen sind, die verhandelt werden, wenn zB über die „faulen Griechen“ schwadroniert wird. Es gibt eine ganze Menge Leute, die in den letzten 7 Jahren an der Weltwirtschaftskrise sehr gut verdient haben – jene Griechen, die sich inzwischen nicht einmal mehr eine medizinische Grundversorgung leisten können, gehören ganz gewiss nicht dazu. Aber das erkläre mal einem AfD-Wähler…keine Chance, keine.