Conne Island und was Rassismus nicht ist – edit

Wieder einmal pädagogisch wertvoll, der Fall. Schriebe man nur nicht selber über 25 Jahre gegen den Irrtum an, der Antirassismus mit Idyllik verwechselt. Nirgends auf dieser schadhaften Welt, in der first world nicht, und im sozialen Outback auch nicht, gibt es unbeschädigte Menschen. Einwanderer, Fremde, „die Anderen“ sind um keinen Deut schlechter und ebenso selbstverständlich um keinen Deut besser als Sie oder ich oder irgend wer.

Man ist kein Rassist oder „Kulturimperialist“, wenn man feststellt, dass auch muslimische Gesellschaften ein deutliches Gewaltproblem haben – nicht zuletzt in der Kindererziehung -, dass ihr Frauenbild häufig unterirdische Züge trägt und sie im übrigen auch einen veritablen Antisemitismus an den Tag legen können. (Für letzteres sollte ihnen eigentlich die Zuneigung der neuen Rechten sicher sein. Im übrigen rede ich über muslimische Gesellschaften, nicht über Mustafa und Ayse. Mustafa und Ayse sind allein für sich verantwortlich. Eine Eigenschaft, die sie merkwürdigerweise mit Moshe und Sarah, Michael und Sabine, Jim und Cynthia, Gerard und Yvette teilen. Und mit Tom und Tim und Marlene und Babette auch. Und wenn ich jetzt irgend eine Minderheit oder Mehrheit vergessen habe, dann ist es so…) Und man macht sich mit Schwarzers realitätslosem Wahnwitz auch nicht handgemein, wenn man sich Frauenhaß, Judenhaß, Gewalt überhaupt auch von Muslimen sehr deutlich verbittet und dagegen angeht; im Zweifelsfall auch robust, z.B. durch Hausverbote. Im menschlichen Verkehr kann es keinen moralischen Vorschuß geben. Oder sind Muslime qua Natur kleine Kinder? Hab ich was verpasst? Dass, wo Menschen sterben, sofort und ohne Ansehen der Person geholfen werden muss, bedeutet kein Freibrief, für niemanden. Wie kommt man überhaupt auf die Idee, das eine habe mit dem anderen zu tun? Das logische Tohuwabohu (ja, der Ausdruck, der meine ‘rassistische Mikrogewalt’ „belegt“, ist jetzt Vorsatz!) rund um solche Fragen ödet mich an seit eh. Antirassismus ist etwas anderes als Trischta. Der neopietistische Selbstzerknirschungsdiskurs ist politisch unfruchtbar und unbrauchbar.

Conne Island hat alles richtig gemacht.

Die Häme, die es pawlowsch von der „Jungen Freiheit“ (oder wie der Dreck sich schreibt) gibt, muss Island nicht irritieren. Dass Menschen innerlich verwahrlost, innerlich verludert sind, erkennt man in der Regel unter anderem daran, dass sie das Beklagenswerte hämisch genießend begrüßen. Inzwischen erfahren  wir, dass die AfD – die Niedertrachtskala ist ja nach unten offen – eine Propagandaaktion vorbereitet für den Fall, dass es einen großen Terrorakt in Deutschland geben wird. München – der Täter war bekanntlich AfD-Sympathisant – ging ja leider schief. Und NSU und Oktoberfestattentat sind irgendwie offenbar auch nicht gemeint. Soll ich jetzt – die infamen Anwürfe gegen Claudia Roth spiegelnd – der AfD sexuelle Perversion vorwerfen, weil sie ganz offenbar genau so lüstern, genau so geil auf das erste ‚richtige‘ islamistische Attentat in Deutschland wartet wie der Teufel auf die Jungfrauenseele?

 

edit: Auf Fratzenbuch hat es hier eine kurze Debatte gegeben; daraus mein Beitrag:

ich hoffe, dass die Linke/Progressiven jetzt endlich mal nachdenken. Meine Güte! Diese Menschen kommen zT aus totalitären Systemen zu uns! Oder aus Gesellschaften, wo Kleriker den Schulunterricht und weiteres bestimmen. Was erwartet man denn? Dass sie problemlos in den Adorno-Foucault-Wittgenstein-Kant geprägten europäischen Diskurs einsteigen? Blödsinn! Nur sagen muss man es, festhalten muss man es. Ruhig, sachlich, unaufgeregt.

Peggy, Böhnhardt und Behörden

Ich bin immer noch völlig fassungslos über die neueste Wende, die der Fall genommen hat. Dabei kommt sie nicht einmal überraschend. Seit Tino Brandt (sozusagen mehrfacher Mitarbeiter des Monats beim Thüringer Inlandsgeheimdienst) rechtskräftig wegen sexueller Gewalt gegen Kinder (fälschlich immer sexueller Kindesmissbrauch genannt – was wäre dann ein adäquater sexueller Gebrauch von Kindern), ferner wegen Förderung der Prostitution verurteilt wurde, waren diese Bezüge aktenkundig. Es gibt übrigens noch einen zweiten Mordfall, 1993, Jena; auch dort gab es unklare Bezüge zum NSU-Umfeld. Und seit langem weiß man, dass auf den NSU-Rechnern Kinderpornos gefunden wurden. Die Stand jetzt (11:20 Uhr) neuesten Entwicklungen hier. Dürfte in wenigen Stunden nicht mehr aktuell sein.

Natürlich tun sich nunmehr Abgründe auf. Die Protektion, die der NSU genossen hat, genossen haben muss (denn anders ist das alles nicht mehr rational zu erklären) könnte hier seinen Grund haben: Es ist pure Spekulation…aber ist es ausgeschlossen, dass ein oder mehrere Behördenmitarbeiter auch auf dieser Ebene Kontakte zum NSU-Umfeld, Brandt und ggfls Konsorten, unterhielten? Wie plausibel ist es, dass der Thüringer Inlandsgeheimdienst über Brandts abweichendes Sexualverhalten nicht informiert war? War er, waren einige seiner Beamten ggfls zu gut und zu persönlich informiert? Man muss diese Frage zulassen – es würde vieles erklären. Allerdings muss vor logischen Kurzschlüssen gewarnt werden: Es sind Fragen! Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Ich glaube nicht an den einen tiefen Staat – denn dann wäre der gesamte NSU-Komplex unterm Paletot gehalten worden.

Beim Wiederlesen Hannah Arendts:

Hannah Arendt an Karl und Gertrud Jaspers, Chicago, 24. November 1963

Lieber Verehrtester, liebe Gute –

Ich schreibe noch ganz unter dem Entsetzen über die Ermordung Kennedys. Seit Tagen sitzt man am Radio und hört Nachrichten, die nicht nur furchtbar, sondern und vor allem auch ganz undurchsichtig sind. Die zweite Ermordung des Verdächtigen! – bei dem man ja gar nicht umhin konnte, Verdacht zu schöpfen, daß er einfach auf gut Glück oder, schlimmer, nicht auf gut Glück festgenommen war – durch diesen Unterweltcharakter, von dem man eben durchs Radio gibt – wie nebenbei -, daß er mit der Polizei in Dallas gut bekannt war (auf bestem Fuße stand?), hat alles noch viel schlimmer gemacht.
(…)
Mary MacCarthy flog gerade nach New York zurück, weil sie noch versuchen will, dort einen Ausschuß unparteiischer Menschen zu gründen, die auf einer wirklichen Investigation der Tatbestände bestehen. Texas hat bereits gemeldet, daß für sie der Fall nunmehr erledigt sei; und das, ohne daß irgendwelche wirklich schlagenden Schuldbeweise ja an die Öffentlichkeit gekommen sind…(…)
Die Texas-Geschichte selbst mit dem doppelten Mord  und den offenbaren Versuchen, die Öffentlichkeit nicht zu informieren , klingt wie ein Vorkommnis aus einem Polizeistaat.

Oktoberfestnachlese

Wenn auf der Theresienwiese in den Zelten die Lichter ausgehen, geht es in den Rotlicht-Läden der Stadt erst richtig los, 17 Tage lang. Und nicht nur hier, in Caesars World, nach Betreiberangaben Münchens größtem Laufhaus. Normalerweise arbeiten 800 bis 1000 Prostituierte in den 193 legalen Bordellen, zu jeder Tag- und Nachtzeit. Zum Oktoberfest sind es laut Polizei etwa doppelt so viele. Diese Steigerung schafft in München sonst nur die Baumaschinenfachmesse Bauma.

Karohemd und Samenstau, ich studier Maschinenbau!

Prust…

 

Heute vor 75 Jahren

Heute vor 75 Jahren ermordeten Deutsche in Babi Jar 33.000 Juden. Die Täter waren die Einsatzgruppe C (Otto Rasch) sowie Teile der 6. Armee (von Reichenau).

Verstehen? Wen? Warum?

„Ich muss gar nichts verstehen!“ (Kurt Tucholsky)

 

Wenn wir „verstehen“, mit viel Dilthey im Gepäck, als spezifisch geisteswissenschaftlichen Beitrag, neben dem naturwissenschaftlichen „erklären“, zu einem vernünftigen Verhältnis zu Selbst und Welt…nun ja…’verstehen‘, wenn wir „verstehen“ als „begreifen“ auffassen, so muss ich immer verstehen. Dann muss ich Adolf Hitler verstehen, Anne Frank, Eichmann und die Geschwister Scholl und alles und jeden dazwischen.

Nun, das ist eine Binse. Nur: So ist es ja meistens nicht gemeint, wenn davon gefaselt wird, man müsse die AfD-Wähler ‚verstehen‘. Das Fatale am AfD-Diskurs ist sozusagen, dass er überhaupt statt findet (Sie lesen übrigens gerade einen Beitrag zu diesem Diskurs). Genauer: Wie er stattfindet. Es sei „verständlich“, dass „die Bürger Angst“ hätten. Man müsse „die Ängste der Bürger aufnehmen“. Nun haben diese angeblichen „Ängste der Bürger“ (ich bin übrigens auch Bürger, falls das jemand interessiert, ich zahle sogar Steuern, wie jeder, und nicht zu knapp; im Zweifelsfall deutlich mehr als jene AfD-Bürger, die kurz vor der Privatinsolvenz standen und die ich jetzt mit durchfüttern darf) einen bedauerlichen  Fehler: Sie lügen, sobald sie sich als ‚berechtigte Ängste‘ legitimieren wollen.

Mein Lieblingshoax ist der mit dem Streichelzoo: Flüchtlinge sollen Ziegen aus dem Streichelzoo (für unsere Kinder ist er da!) geklaut, geschlachtet und gebraten haben. Natürlich kein Wort wahr!

Jetzt gibt es folgendes Problem: Im Gegensatz zu objektiv und trivial falschen postmodernen Texttheorien gibt es kein subjektloses Sprechen. Irgendwer wird die Äußerung „X“ schon in die Welt gesetzt haben. Alle naiven Zweit- und Drittverwerter und facebook-Teiler seien hiermit als finale Trottel halbwegs entschuldigt…der erste, der wahrheitswidrig behauptet hat, ‚die Flüchtlinge‘ hätten Ziegen aus dem Streichelzoo geschlachtet, hat eiskalt gelogen.

Warum?

Hannah Arendt nannte das Phänomen „Wahrlügen“: Per Lüge wird eine neue Wirklichkeit, eine Scheinwirklichkeit etabliert, die dann Eigendynamik gewinnt und gleichsam wahrgelogen werden muss. (Modellfall: Die Juden! Die Juden sind bekanntlich Betrüger! Gibt es keine jüdischen Betrüger jenseits normall null – und natürlich gibt es sie nicht! – , so müssen sie erfunden werden!) Entscheidend dabei ist die fatale Tendenz, mit Tatsachen so umzugehen, als seien sie bloße Meinungen/Perspektiven. Der AfD-Wähler ist halt der Meinung, die Flüchtlinge würden die Ziegen schlachten, und wo kämen wir denn da hin, wenn es keine Meinungsfreiheit mehr für ihn und seine Lüge gäbe? Dass der Lügner, sobald er zutreffend als Lügner kenntlich gemacht wurde, sich als Märtyrer der Meinungsfreiheit gerieren darf, das markiert die Perversion unseres Zeitalters. Vor einigen (hundert?) Jahren gab es noch Autoritäten, die gleichsam per ordre de mufti verkündeten, was gefälligst wahr zu  sein habe. Dagegen ging und geht die Aufklärung mit vollem Recht an. Inzwischen ist die Kritik an Autoritäten fast, zT nicht mehr nur fast schon gegenaufklärerisch. (Auf nichts anderes läuft, wenn ich das Buch richtig verstanden habe, Bettina Stangneths „Böses Denken“ hinaus) Unter dem erlauchten Deckmantel des Selberdenkens das Böse gutheißen…das ist furchtbar. Die Pegida-Blödels schwenken die Stauffenberg-Fahne. Vor kurzem kam die AfD mit Sophie Scholl! Und sie meinen es so. Das ist das Schlimme daran!

Kant aus Angst?

Vielleicht bin ich Kantianer aus Angst – weil ich, gottweißwoher, ein bisschen Bescheid weiß um die Abgründe des Menschengeschlechts, und mir einen Rahmen wünsche. Kant aus Angst – das wäre natürlich (zu so viel Kant-Exegese langt es sogar bei mir) ein schlechter Kantianismus. Aber besser ein schlechter als gar keiner.

Alle Geschichtstheorien, alle Gesellschaftstheorien leiden daran, dass sie in etwas über etwas aussagen wollen – dass ein selbst vergesellschafteter Mensch etwas über die Gesellschaft überhaupt, ein selbst geschichtlich gewachsener und geschichtlich relativer Mensch etwas über die Geschichte überhaupt aussagen will. Kurz: Man sitzt gefangen  im System S1 und will zu objektiven Erkenntnissen über S1 gelangen. Das kann natürlich nicht gutgehen. Hier scheitern Links- wie Rechtshegelianismus, also Marx und Luhmann zugleich.

Und wieder (k)ein Sexmob

Heute sind die Urteile wg. Norderstedt gefallen. Für den 14jährigen (sic!), der bekanntlich in U-Haft saß (doppel-sic!) Freispruch, der 34jährige wurde wegen sexueller Nötigung zu Bewährung verurteilt. Zu all den wilden Stories über angebliche Übergriffe in öffentlichen Bädern siehe auch hier.

Zur Wahl

Nur kurz zur Wahl, deren Ergebnis nun wirklich niemanden überraschen kann: Es stimmt ja gar nicht, dass Angela Merkel im letzten Jahr „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ hat singen lassen. In Wahrheit wurden die Asylgesetze im Verlauf des letzten Jahres verschärft. Es stimmt erst recht nicht, dass die Flüchtlinge des letzten Jahres irgend etwas mit den Terroranschlägen (also Amokläufen) der letzten Zeit zu tun haben – so gut wie alle Täter und Tatverdächtigen wurden in Europa geboren und waren im (Klein)Kriminellenmillieu unterwegs (was zum IS allerdings passt).

Aber das Narrativ von der Flüchtlingsfreundin und Terrorzuarbeiterin Angela ist in der Welt und wird sich von dort nicht mehr vertreiben lassen. Insofern hat der schmierige Herr Holm (der ganz genau weiß, was er liefern muss, um solche billigen Wahlerfolge einzufahren) sogar recht: Eigentlich war es das für Merkel. Mal sehen.

Vernunft und Weltbezug

Gibt es irgend einen gemeinsamen Nenner, der die Fälle Köln, Gina-Lisa und Anna Rockel-Loenhoff (dank an die Schrottpresse; kannte ich gar nicht, den Fall) verbindet? Gibt es: Es ist die Realitätsverweigerung. Nach dem, was ich gelernt habe, ist es Pflicht derer, die urteilen (Urteil im philosophischen Sinn, als Urteilsakt verstanden – ist aber natürlich auf den juristischen Sinn übertragbar), die Umstände möglichst umfassend und möglichst vorurteilsfrei zu erfassen. Was einem das reden so erschwert sind die Narrative, Metaphern, Topoi, die eine einfache Geschichte überlagern können und an die die Projektionen so gerne andocken. Grob geschätzt 90 % der Energie, die man in Diskurse steckt, gehen für solchen überflüssigen Kram drauf.

Um es an einem, wie burks immer so gerne sagt, „pädagogisch wertvollen Beispiel“ ab zu machen: Gab es im Rahmen der sog. „Wiedergutmachung“ der Verbrechen Deutschlands in Einzelfällen auch Betrugsversuche? Richtige, statistisch zu erwartende und absolut bedeutungslose Antwort (bedeutungslos über den Einzelfall hinaus): Ja, gab es. Who cares! Stichwort Werner Nachmann. Der Fall Nachmann sagt nur über sich selber etwas aus – er bedeutet nichts. Dass die Judenhasser diesen Fall klammoffen jubelnd begrüßt haben ist schon klar – für Menschen, die einen möglichst vorurteilsfreien Blick auf die Welt anstreben, besagt der Fall gar nichts und darf es auch nicht.

Hat irgend jemand eine interessante Theorie, einen interessanten Ansatz, warum dieser Gedanke, den zu verstehen kein Albert Einsteinscher Intelligenzquotient vonnöten ist, sich so schwer durchsetzen kann? Woher die Macht der Narrative, der „Klischees“ (Arendt)?

 

„Der Horror von Köln“ – Walter van Rossum

Natürlich unterstütze ich dieses Interview, im allerherrlichsten Juristendeutsch, „vollinhaltlich“. Soviel verletzte Eitelkeit aber möchte sein (dass ich sie ehrlich zugebe, mag sie mildern oder verstärken, je nach Geschmack): Alles, was van Rossum – völlig zutreffend! -. sagt, konnte man hier im Blog auch schon lesen, nur eben schon vor 6 Monaten.

„Köln“ ist längst zum Narrativ, fast Topos geworden (wirklich fast?). Sylvester Köln bedeutete den swing-by pro AFD. Historiker werden noch in 100 Jahren – wenn  es dort noch eine Menschheit gibt, und wenn diese Menschheit noch historischen Sinn hat – darüber reden, was in Köln eigentlich passiert ist. Halten wir jetzt schon fest: Es sind, Standard 2016, alle kriminalistischen  Register gezogen worden, die verfügbar waren, alle. Eine SoKo mit ca 100 Ermittlern. Ergebnis: Quasi null.

Aufgrund dieser Anzeigen sind von einer zeitweilig über hundertköpfigen Sonderkommission mit hervorragenden technischen Mitteln in aufwendigster Kleinarbeit bislang 175 Beschuldigte ermittelt worden, davon geht es bei 37 Beschuldigten um Sexualdelikte

(…)

Wenn man die Ereignisse rückblickend halbwegs nüchtern analysiert, dann haben wir eine riesige Zahl an Anzeigen, von denen der überwältigende Anteil – rein strafrechtlich gesehen – Bagatelldelikte zum Inhalt hat. Bis auf die 21 Fälle von versuchter Vergewaltigung im oben beschriebenen Sinne. Ich vermute mal, das entspricht in etwa dem Pensum eines ganz normalen Karnevaltages und vermutlich ist an Karneval die Dunkelziffer – also die Zahl der nicht angezeigten Fälle – noch weit höher. Ansonsten muss man einfach feststellen: Anzeigen sind noch keine erwiesenen Straftaten. Und bis heute weiß niemand auch nur annähernd, wie viele Täter es überhaupt gegeben hat und wie viele sich an den schweren Sexualdelikten beteiligt haben.

Das Narratativ „Köln“ besagt – alles Ableugnen ist zwecklos, screenshots are taken – : In Köln sei eine vertierte, affenartig grunzende, männliche Muselsexmobmenge stundenlang und nicht zu stoppen über „unsere“ (aha!) blonden Frauen hergefallen. Und genau dieses Narrativ war seit spätestens Ende Januar widerlegbar.

War noch was? Ach ja. Wir sind in Deutschland. Da muss man den Disclaimer immer brav mit dazu packen. Da will ich mal ganz artig sein:

Ich bestreite mit keinem Wort und habe es auch nie, dass es in Köln Sylvester 15/16 Straftaten gegeben hat, sicherlich auch schwere, sicherlich auch über Normal Null. Was ich mit rationalen und bis heute nirgends widerlegten Argumenten bestritten hab und weiterhin bestreite ist dies: Dass Sylvester 15/16 in Köln über Stunden hinweg ein  von der Polizei (sie war massiv präsent) nicht kontrollierbarer Mob über Domplatte/Bahnhofsvorfeld gerast ist…ein Mob von vertierten (die völlig durchgeknallte Steuerhinterzieherin und multiple Prozessverliererin Schwarzer glaubt sogar: IS-gesteuerten), männlichen Muslimen.

Bis zum Beweis des Gegenteils (mir wurde bisher keiner angeboten, der den anerkannten Standards der Rationalität genügt) werde ich weiterhin behaupten: In Köln hat 15/16 in Wahrheit gar nichts statt gefunden, was den normalen Großstadt-Party-Wahnsinn wesentlich übersteigt.