Category Archives: Kriminalität

Merkwürdigkeiten

Gute Zusammenfassung durch die AZ

Deprimierend.

Der Mann – wenn er denn der Täter ist – soll einen V-Mann nach einer Waffe gefragt haben! Da muss man sich wirklich erst einmal einen Grappa einschenken. Wenn wir schon die allseits bekannten Einschränkungen unserer Freiheit hinnehmen ‚müssen‘ (müssen wir nicht m.E., ist jetzt aber anderes Thema), dann will ich gleichsam wenigstens was sehen fürs Geld! Und ich seh nix! Wir haben ne NSA-analoge Totalüberwachung, aber Leute wir Herr Amri dürfen einfach so durch die Gegend stiefeln und gehen verloren. Hauptsache, der Staatsschutz schmuggelt in die Hamburger rote Flora ein paar Romeos ein. Die rote Flora fährt ja bekanntlich auch jeden Samstag mitm Laster übern Weihnachtsmarkt.

Übrigens soll es auch eine Körperverletzung gegeben haben (Auseinandersetzung im Drogenmillieu). Mach ich als Terrorschläfer auch immer so: Schön ne Kaschemmenschlägerei in Gang setzen, weil die so unauffällig ist.

 

PS: Fefes Terrorbingo

Silvesterübergriffe – kleine Frage

Kleine Frage am Rande: Die Statistik zeigt eindeutig und undiskutierbar, dass es zu Silvester in Köln keine Massenvergewaltigungen gegeben hat. Es hat überwiegend die Antatschereien, Kussversuche, Busengegrabsche übergriffige Anbaggereien u.ä. gegeben, die es auf Massenpartys leider immer gibt, insbesondere, wenn Alkohol im Spiel ist.

Hat jemand eine Idee, warum diese g u t e Nachricht -. keine massenhaft vergewaltigten Frauen in Köln – bei den besorgten Bürgern soviel Aggressionen freisetzt?

„Sylvesterübergriffe“

So langsam lüftet sich einiges:

In der Urteilsbegründung ging die Vorsitzende Richterin mit den Ermittlern hart ins Gericht: „Die Polizei wollte durch den öffentlichen Druck und auch den der Medien und der Politik unbedingt Ermittlungserfolge sehen.“ Und: „Die Polizeibeamten haben der Zeugin Fotos gezeigt, bevor sie eine Täterbeschreibung abgegeben hat. Das halte ich nicht nur für unprofessionell sondern dramatisch.“

Eine Polizistin habe dem Angeklagten Alireza N. in der Vernehmung „an den Kopf geworfen“, dass sie wüsste, was er getan habe. Richterin Meier-Göring: „Ich möchte mich ausdrücklich für diesen Teil der Befragung entschuldigen.“

Der Polizei, so die Vorsitzende, sei keine Überführung gelungen: „Sondern sie hat schlicht und ergreifend geraten.“ Das Opfer, das sich erst Tage später nach Medienberichten bei der Polizei gemeldet habe, sei nicht traumatisiert, sondern habe nach den Übergriffen noch bis halb fünf weitergefeiert. (meine Hervorhebung)

– Quelle: http://www.mopo.de/25013026 ©2016

Für die meisten Kölner „Übergriffe“ dürfte ähnliches gelten. Insbesondere für jene „Übergriffe“, an die man sich Tage später, nach der Medienhysterie, erinnerte.

 

Respekt, Anerkennung an die Vorsitzende für diese klaren Worte! Dazu gehört angesichts der Hysterie (siehe jetzt die üble Hetzkampagne gegen Maas) einiges. (Man muss Maas nicht kritiklos lieben, aber was da derzeit – übrigens nicht nur per Pegida und AfD, auch per BILD – abgeht, sprengt jeden Rahmen. Und ja, das ist bereits andeutungsweise Weimar, da leg ich mich mal fest…)

 

Kölle

Da ist jemand aber enttäuscht! In der Tat: Die weitaus meisten Taten in der Sylvesternacht waren, sofern real, Bagatelldelikte. „Gib Kuß, Puppe!“, Antatschereien, Klaps aufn Po – alles nicht schön, gar keine Frage, alles primitiv, aber eben Dinge, die an jedem Wochenende in jeder Disco, in jedem Club ständig vorkommen. Hier wurde ja so getan, als ob über Stunden hinweg ein durchorganisierter Mob ein Haberfeldtreiben eröffnet hätte. Gegen „unsere“ Frauen (also: mir gehörn se nich, wem gehörn se denn dann? Frau Petry? Herrn Meuthen?)

Übrigens: Die erste Falschbeschuldigung wg angeblicher Vergewaltigung ist aufgedeckt: Ein offenbar psychisch labiles Mädchen (dem ich selbstverständlich keine großen Vorwürfe mache, sondern eher alles Gute für ihre Zukunft wünsche) hatte die ohnedies unglaubwürdige Behauptung erfunden, sie sei auf der Domplatte vergewaltigt worden und danach schwanger gewesen. (War im Arriba-Bad genauso: Die massiven, inzwischen widerlegten Vorwürfe stammten von zwei wohl ebenfalls psychisch instabilen Mädchen. Auch ihnen wünsche ich Stabilität und Ruhe.)

Das Ganze ist nur noch verrückt. Ich gehe davon aus, dass diversen Redaktionen das offenkundige Missverhältnis zwischen dem Kölner Narrativ und der Kölner Realität längst klar ist, sich aber niemand rantraut. Dafür war die Hysterie – inklusive front page story in der New York Times – zu massiv.

Anbei: was wäre eigentlich…

wenn der „Reichsbürger“ heute in Bayern Mehmet geheißen hätte?  Wie lange hätte Frau Petrys Twitteraccount geschwiegen? 1 Minute, 2 Minuten? Wer bietet mehr?

Ist mir schlecht…

Und hätte es einen Brennpunkt gegeben?

Peggy, Böhnhardt und Behörden

Ich bin immer noch völlig fassungslos über die neueste Wende, die der Fall genommen hat. Dabei kommt sie nicht einmal überraschend. Seit Tino Brandt (sozusagen mehrfacher Mitarbeiter des Monats beim Thüringer Inlandsgeheimdienst) rechtskräftig wegen sexueller Gewalt gegen Kinder (fälschlich immer sexueller Kindesmissbrauch genannt – was wäre dann ein adäquater sexueller Gebrauch von Kindern), ferner wegen Förderung der Prostitution verurteilt wurde, waren diese Bezüge aktenkundig. Es gibt übrigens noch einen zweiten Mordfall, 1993, Jena; auch dort gab es unklare Bezüge zum NSU-Umfeld. Und seit langem weiß man, dass auf den NSU-Rechnern Kinderpornos gefunden wurden. Die Stand jetzt (11:20 Uhr) neuesten Entwicklungen hier. Dürfte in wenigen Stunden nicht mehr aktuell sein.

Natürlich tun sich nunmehr Abgründe auf. Die Protektion, die der NSU genossen hat, genossen haben muss (denn anders ist das alles nicht mehr rational zu erklären) könnte hier seinen Grund haben: Es ist pure Spekulation…aber ist es ausgeschlossen, dass ein oder mehrere Behördenmitarbeiter auch auf dieser Ebene Kontakte zum NSU-Umfeld, Brandt und ggfls Konsorten, unterhielten? Wie plausibel ist es, dass der Thüringer Inlandsgeheimdienst über Brandts abweichendes Sexualverhalten nicht informiert war? War er, waren einige seiner Beamten ggfls zu gut und zu persönlich informiert? Man muss diese Frage zulassen – es würde vieles erklären. Allerdings muss vor logischen Kurzschlüssen gewarnt werden: Es sind Fragen! Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Ich glaube nicht an den einen tiefen Staat – denn dann wäre der gesamte NSU-Komplex unterm Paletot gehalten worden.

Beim Wiederlesen Hannah Arendts:

Hannah Arendt an Karl und Gertrud Jaspers, Chicago, 24. November 1963

Lieber Verehrtester, liebe Gute –

Ich schreibe noch ganz unter dem Entsetzen über die Ermordung Kennedys. Seit Tagen sitzt man am Radio und hört Nachrichten, die nicht nur furchtbar, sondern und vor allem auch ganz undurchsichtig sind. Die zweite Ermordung des Verdächtigen! – bei dem man ja gar nicht umhin konnte, Verdacht zu schöpfen, daß er einfach auf gut Glück oder, schlimmer, nicht auf gut Glück festgenommen war – durch diesen Unterweltcharakter, von dem man eben durchs Radio gibt – wie nebenbei -, daß er mit der Polizei in Dallas gut bekannt war (auf bestem Fuße stand?), hat alles noch viel schlimmer gemacht.
(…)
Mary MacCarthy flog gerade nach New York zurück, weil sie noch versuchen will, dort einen Ausschuß unparteiischer Menschen zu gründen, die auf einer wirklichen Investigation der Tatbestände bestehen. Texas hat bereits gemeldet, daß für sie der Fall nunmehr erledigt sei; und das, ohne daß irgendwelche wirklich schlagenden Schuldbeweise ja an die Öffentlichkeit gekommen sind…(…)
Die Texas-Geschichte selbst mit dem doppelten Mord  und den offenbaren Versuchen, die Öffentlichkeit nicht zu informieren , klingt wie ein Vorkommnis aus einem Polizeistaat.

Deutschland im Würgegriff des IS-Terrors

Hie und da bin ich etwas schwer von kapé. Deswegen nochmal, zum Mitschreiben: Das habe ich jetzt richtig verstanden!

In Würzburg und Ansbach gab es Verletzte nach 2 Terror-Anschlägen, die der IS für sich reklamierte.

In München gab es 9 Tote nach einem Terror-Anschlag Amoklauf, den ein iranisch-deutscher Edelarier, hier geboren, sich auf Breivik berufend, beging. Opfer waren „Musels“ („Türken“)/Einwanderer. (Der IS wurde auch hier von „Terror-Experten“ sofort ins Spiel gebracht…ganz abgesehen davon, dass seine Twitter-Sympies sich selber ins Spielbrachten; siehe Link weiter unten.)

Deutschland diskutiert ab sofort allein über IS-Terror. Denn das ist ja unser einziges Problem. Der Terror-Musel!

Das habe ich richtig verstanden?

 

Terror als Mitmach-Event

Sehr kluge Bemerkungen von Florian Flade, der es ganz ähnlich sieht wie dieser Blog auch.

Ob die Attentäter letztendlich Überzeugungstäter sind, ob sie sich tatsächlich für die Weltherrschaftsansprüche der Dschihadisten interessieren, ja sogar, ob sie überhaupt gläubige Muslime sind – all das spielt für die IS-Führung längst keine Rolle mehr.

Der Hass wird einfach in die Welt geblasen. Er wird schon bereitwillige Hirne bestäuben. Und er tut es, immer wieder.

Über einige Attentäter der Pariser Anschläge vom November gibt es Erkenntnisse, denen zufolge sie weniger gottesfürchtige Fundamentalisten waren als vielmehr ein Leben zwischen Drogen, Straßenkriminalität und Alkohol führten, bevor sie zu Mördern wurden.

Der Terrorhelfer Saleh Abdeslam etwa galt im Brüsseler Stadtteil Molenbeek als notorischer Kiffer. Gemeinsam mit seinem Bruder soll er eine Kneipe betrieben haben, die als Drogenumschlagplatz bekannt war. Seinem Anwalt sagte Abdeslam, er habe den Koran nie komplett gelesen. Nur eine Zusammenfassung im Internet.

So ist es (siehe etwa meine Bemerkungen hier – Zitat: Die westeuropäischen Franchise-Nehmer des IS sind bis jetzt ausnahmslos vorher als gewöhnliche Gewaltkriminelle in Erscheinung getreten).

Mach mit, machs nach, machs besser – Terror als Mitmach-Event!

„Allah Uakba“ und „IS“ kann jeder rufen.

Nizza – updates

Stand jetzt, 07:28 Uhr, hat sich der IS noch nicht zum Anschlag bekannt. Das ist ungewöhnlich (wird wohl noch kommen – sofern der IS als Orga noch handlungsfähig ist). Derzeit geht man von einem Einzeltäter aus (N24 spricht von Selbstradikalisierung…aber das dürfte ja immer der Fall sein).

update: Ein Kleinkrimineller, natürlich. Irre, was für Verrückte durch die Gegend laufen.

(SpON: „Der Fahrer des Lastwagens, der in Nizza in eine feiernde Menschenmenge gerast ist, soll nach ersten Erkenntnissen der französischen Polizei nicht politisch radikalisiert gewesen sein“)

Richard Gutjahr (ARD) mit einem hochinteressanten Interview:

SPIEGEL ONLINE: Herr Gutjahr, Sie sind in Nizza, der Anschlag hat sich direkt vor Ihrem Hotel ereignet. Was haben Sie gesehen?

Gutjahr: Ich stand auf dem Balkon meines Hotelzimmers. Das Feuerwerk zum Nationalfeiertag war gerade vorüber. Plötzlich rollte ein weißer Lkw vorbei. Das passte nicht ins Bild, denn die Straßen waren für alle Fahrzeuge gesperrt. Der Lastwagen fuhr sehr langsam, einige Leute haben gebrüllt. Es wirkte eigenartig, deshalb habe ich angefangen, mit meinem Handy zu filmen.

SPIEGEL ONLINE: Was ist dann passiert?

Gutjahr: Ein Motorradfahrer fuhr an den Lkw heran und versuchte vergeblich, während der Fahrt die Fahrertür zu öffnen. Das war wie in einem Kinofilm. An der Kreuzung haben Polizisten das Feuer eröffnet, dann hat der Fahrer Gas gegeben und die ersten Menschen überfahren. Ob wegen der Schüsse oder ob er es genauso geplant hat, kann ich nicht beurteilen. Das wäre Spekulation.

update 09:34 BILD berichtet immerhin:

ISIS-Unterstützer feiern den Anschlag von Nizza auf sozialen Medien: „Die Zahl der getöteten, französischen Kreuzritter und sündigen Ungläubigen hat 62 erreicht. Gott ist groß, Gott ist groß“, twitterte einer.

wie nicht anders zu erwarten.

 

 

„Islamistischer Terroranschlag“

Wenn die bis jetzt vorhandenen, sich stabilisierenden Informationen stimmen, dann war Herr Mateen ein in den USA geborener und sozialisierter Psychopath, häufig gewalttätig, und ist 150 Kilometer gefahren, um Schwule zu töten. Kriminologisch handelt es sich also um einen Amoklauf eines psychisch schwer gestörten Mannes. Dass Herr Mateen kurz vorher 911 angerufen hat und das Stichwort „IS“ fallen ließ und der IS hinterher natürlich auf den fahrenden Zug aufsprang, hat mit den relevanten Tatsachen nichts zu tun. (Vor einigen Wochen hatten wir hier einen ganz ähnlichen Vorfall, als sich ein psychisch Kranker mit dem Ruf „Allah Uakbar“ und einem Messer auf Passanten stürzte.)

Beim IS reden wir über eine von ehemaligen Mitgliedern der säkularen irakischen Baath-Partei, insbesondere ehemaligen Geheimdienstlern gegründete warlord-Orga. Es handelt sich dabei einfach um eine seit dem 30jährigen Krieg, den Konquistadoren, den Raubrittern bekannte Art, sich seinen Lebensunterhalt zu sichern, wenn staatliche bzw andere Rechtsstrukturen nicht mehr funktionieren (failed state) bzw nicht vorhanden sind. Dass der IS aus dem Koran zitiert, gehört zum Geschäftsmodell, mehr nicht.

Aber das will man nicht hören. „Islamistischer Terroranschlag“ schmeckt einfach zu gut. Man will immer mehr davon haben. Trump ist sofort auf den Zug aufgesprungen, obwohl seine Klientel mit Schwulen ansonsten ja eher wenig zu tun haben wollen.

 

Übrigens: Breivik beruft sich in seinem kruden Manifest u.a. auf Broder und behauptet die Existenz einer Orga, der neuen Tempelritter, in deren Auftrag er agiert habe. Ich als Laie würde der Analyse diverser forensischer Psychiater beipflichten, wonach Breivik einfach psychisch schwer gestört ist. Das dürfte wohl auch auf Mateen zutreffen.