Category Archives: Hausmitteilung

Linux-Freaks to the front

Was macht man, wenn man verzweifelt Mint 17.3 (32 und 64 bit), dann Mint 17, dann das neueste Ubuntu installiert und ständig Grafik-Probleme hat? Es krisselt bis zum Absturz… Videos werden abgespielt oder auch nicht. Kein Monitorproblem (mehrere ausprobiert), es hängt offenbar an der Grafikkarte. Da ich bekennender DAU bin, bitte ich darum, im Laienmodus hilfreich an die Hand genommen zu werden. Im Erfolgsfall droht die Zusendung eines Ostseerippers gratis; dies soll die Linuxfreaks aber nicht davon abhalten, zu helfen. Danke.

Heinrich Mann

„Schurken wissen nichts“ (Heinrich Mann, Henri Quatre)

Auch schön.

Freifunk, Hufnerstrasse

Als ich, vor Weihnachten, eine Email bekam (offenbar anonym, jedenfalls wohnt eine St***Kr*** ausweislich der Klingelschilder nicht im angegebenen Haus), in der mir von „Freifunk“ berichtet wurde, war ich zunächst ratlos. Von der Initiative Freifunk hatte ich bis dahin nichts gehört (Schande über mich!). Dank Freifunk würden, so berichtete St***Kr***72@gmx.de mir, ständig junge Männer  vor ihrer Tür stehen und sie belästigen. Einmal hätte sie die Polizei rufen müssen. Ob ich Freifunk nicht wenigstens des Nachts abschalten könne. Da ich beim besten Willen nicht wusste, worauf sie hinaus wollte, antwortete ich:

???

Nö, bin ich natürlich nicht… Ich verstehe auch das Problem nicht. Wo
stehen die? Wann stehen die? Wer steht da?

Gruß

St***Kr***72@gmx.de antwortete nicht mehr. Soviel zu St***Kr***s Bedürfnis nach ehrlicher Kommunikation. Mail vom 16.12., meine Antwort war am 17.12. Ich habe die nächsten Tage – es war nicht kalt! – damals ca gegen 00:00 Uhr immer wieder rüber geschaut: Nichts, niemand!

Nunmehr erfahre ich, Dank dieses anonymen Blogs, folgendes:

Da einer der Freifunker seinen Standort in der Hufnerstraße 42 hat, bat sie auch den dort sitzenden Blogger Hartmut Finkeldey um Hilfe. Finkeldey, sonst sprachlich traumtänzelnd mit Worten wie “außerästhetisch” unterwegs, fragte nur stumpf zurück:

??? Welche Leute vor der Tür?

Real existierende Probleme von Nachbarinnen passen eben nicht das Weltbild eines Pseudointellektuellen

Zur Klarstellung (von „Hufnerstrasse 51″s Falschzitat abgesehen): ich habe keinen Freifunk-Stützpunkt, allein schon deswegen nicht, weil ich erst jetzt erfahren habe, dass es sowas gibt. Wie hier im Blog schon mehrfach belegt: ich bin vielleicht ganz gut, wenn es um Kant, Schiller, Marx, Brecht, Schopenhauer, Benn, Nietzsche geht…aber mit Sicherheit entsetzlich schlecht, wenn es um postindustrielle Informations-Technologie zu tun ist. Na, da muss ich mich ja wohl mal zu Freifunk aufmachen. Natürlich werde ich, sofern und solange finanziell für mich darstellbar, direkt im sog. „Heim“ für einen Freifunk-Stützpunkt sorgen. Denn ich bin für Freifunk! In jeder Hinsicht!

@Freifunk (Freifunk tritt übrigens mit ladefähiger Adresse im Impresssum auf!): Wir hören uns!

@St***Kr***72@gmx.de und @https://hufnerstrasse.wordpress.com/ (hier fehlt ein Impressum!): Ich wüsste gerne, mit wem ich es zu tun habe. Eure multiple Feigheit kotzt mich an.

 

Übel, das alles…

26.06.2015, 21 Uhr, Art Store St. Pauli

Am 26.06.lese ich um 21 Uhr im Art Store St. Pauli Passagen aus „Fluchtanlässe“.

Der Art Store hat mich dazu kurz interviewt. Da Karl Hilse, wie wir alle, wenig Zeit hat, habe ich mir das Interview schamlos selber geschrieben und es nachträglich vom Interviewenden authorisieren lassen. Burks ist ja gegen das Authorisieren von Interviews durch die Interviewten – ich hoffe aber, so herum ists in Ordnung…

Art Store : In Deinem Roman geht es unter anderem ja um die deutsch-deutsche Geschichte 1988-89. Um Fluchthilfe, um eine deutsch-deutsche Liebesgeschichte. Ist es indiskret, wenn ich frage: Inwieweit ist die Geschichte autobiografisch?

Finkeldey: Es ist indiskret, aber legitim. Übrigens auch juristisch wichtig, weil es um die Legitimität realistischer Schreibverfahren geht – Stichwort: Mephisto-Urteil, Esra-Urteil, Tina Uebel. Wenn man die Realität literarisch gefiltert nicht mehr ausdrücken darf, dann gute Nacht. Aber ich will nicht abwiegeln: Der äußere Handlungsablauf stimmt. Der innere nicht. Mein Held, vermutlich ein Anti-Held, ist intellektuell um einiges reifer, als ich damals war, menschlich sehr viel reifer, als ich damals war – trotz all seiner Verwerfungen. Vermutlich ist er aber auch um einiges verzweifelter und radikaler. Von allen anderen damals real Beteiligten gilt: Ihr könnt Euch beruhigt zurücklehnen. Ihr seid nicht gemeint.

Art Store: Speziell die betreffende Frau hätte ja auch gar keinen Grund zur Klage, weil sie zumindest bei mir verdammt sympathisch rüber kommt…

Finkeldey: So ist es. Aber sie ist es ja gar nicht. Vielleicht verklagt sie mich ja, weil sie nicht gemeint ist, wär doch mal was Neues (kichert) – im Ernst: Die Debatte ist öde. Wer sich da alles immer „gemeint“ fühlt. Wenn, bei realistischem Schreibverfahren, überhaupt irgend jemand „gemeint“ ist. Realistische Schreibverfahren spiegeln und brechen die Realität, die es als „die“ Realität sowieso nicht gibt, symbolisch. In Thomas Manns Worten: „Dummköpfe! Ich meine immer nur mich selber.“

Art Store: Es ist ja eine Art Werther – Du selber stellst diesen Bezug in Deiner Einleitung her. Einen Werther aber, verzeih bitte, schreibt man in seinen 20ern, nicht als Mann Mitte-Ende 40.

Finkeldey: Danke, sehr obligiert. (lacht) Ist schon klar. Ein literarisch restlos unbrauchbarer Textkorpus existierte 1993/94. Den bot ich einem großen Verlag an, und die wollten den allen Ernstes sehen. (lacht wiederum) Hab ich natürlich nie abgeschickt – die Finalblamage hab ich mir immerhin erspart. Mein jetziges Interesse an der Sache hat auch etwas mit Distanzierung zu tun. Ich, als Hartmut Finkeldey, bin in dieser Sache allein der mittelalte Herausgeber, der die Geschichte mit der kritischen Distanz darstellt, die einem ein reichliches viertel Jahrhundert erlaubt.

Art Store: Wie Du selber im „Vorwort des Herausgebers“ schreibst, bezieht der Roman seine vordergründige Attraktivität ja nun mal daher, dass es sich um eine deutsch-deutsche Liebesgeschichte zur Wendezeit handelt, genauer 1988-91. Wie hast Du damals die Einheit erlebt?

Finkeldey: Als irre Zeit, sehr schnell, sehr beschleunigt, auch sehr skurril. Ich war Pfingsten 89 in Ost-Berlin und habe das, wie wir jetzt wissen, letzte FDJ-Pfingstreffen mit erlebt. Dass sich die Blauhemden da schon nicht mehr wohl fühlten in ihrer Synthetikhaut, war physisch spürbar. Alles lief mit sooo einer Flappe durch die Gegend – die hatten null Bock mehr auf die DDR. Uns war klar: Irgendwo ein kleiner Dammbruch, und das wars dann. Ich gab der DDR noch 6 Monate und hatte es per random damit ganz gut getroffen.

Art Store: Respekt, Respekt…

Finkeldey: Nein, gar nicht! Wie gesagt: Sooo ne Flappe! Die hatten sowas von null Bock auf weitere Jahre Aktuelle Kamera, Stasi und Kaderakten.

Art Store: Sind die im Anhang abgedruckten Stasi-Akten denn authentisch?

Finkeldey: Nein. Ich kenne meine Stasi-Akten, die es irgendwie geben muss, noch gar nicht. Ich habe die schamlos erfunden – stilistisch habe ich mich dabei bei Kunzes „Deckname Lyrik“ bedient.

Art Store: Es ist ja auch ein Buch über Desillusionierung. Hast Du selber das damals auch so erlebt?

Finkeldey: Schon im „Ostseeripper“ lasse ich Merrit sagen: „Ach, du, mein lieber Polizist: Du hast ja keine Ahnung, wie es war, 1990 jung zu sein, schlechte Gedichte zu schreiben und in einem rostigen Käfer ständig zwischen Hamburg und Berlin zu pendeln…Ein gelogener Sommer. Ein glücklicher Sommer“. „Fluchtanlässe“ ist einfach der Roman zur Passage…das Glück als retardierendes Moment. Ja, ich war fassungslos, als im Herbst 90 die Armeen in den Golf geflogen wurden. Und im Radio plärrten Midnight Oils Forgotten Years. Am 16. Januar zog ich gerade um und renovierte die neue Wohnung, das Radio lief. 10 Uhr morgens die Meldung: B 52 Bomber in Diego Garcia aufgestiegen. Sie machen es, sie machen es wirklich…

Art Store: Was dürfen wir am 26.06. 21 Uhr im Art Store erwarten?

Finkeldey: Einen geilen Roman. (lacht) Im Ernst: Ne schöne Party. Ne Lesung von einer guten halben Stunde. Und alles andere entscheidet, so mächtig und ungerecht wie immer, das Publikum.

Sämtliche von Hartmut Finkeldey an diesem Abend individuell „auf Hut“ erzielten Einnahmen gehen an das Projekt „Lampedusa in Hamburg“ http://www.lampedusa-in-hamburg.org/ .

Made my day (1)

Helene Fischer

Doch keine Tränen beim Konzert

Man könnte es gut verstehen, wenn Helene Fischer bei all dem beruflichen Stress auch mal die Fassung verlieren

(…)

Es sah für viele so aus, als hätte sie sogar Tränen in den Augen. Auch wir berichteten darüber in DAS NEUE BLATT vom 11. März 2015 („Sie weint so viel“). Nun erfahren wir, dass das ein falscher Eindruck war. Geweint hat sie nicht. Wieder einmal ließ sie sich also nicht unterkriegen.

Made my day!

Das Sabine Metzger Sextett

spielt heute in Rindchens Weinkontor, und am 21.5. auf der Hedi. Da muss ich ja echt bescheuert sein, wenn ich da nicht hingehe… „Musikalische Dynamitfischerei im Hauptstrom“ wird versprochen und geboten. Ich weiß es, ich bin Groupie.

Genie, jung, männlich

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Genie, jung, männlich, bei der Arbeit, Herbst 1990

Alter Sack

Meine Tochter schreibt morgen Abitur. Und ich hör mir alte Rockpalast-Mitschnitte auf der Tube an. Bin ich ein alter Sack…

Niendorfer Impressionen (Lob des Trivialen)

Am Montag war ich in Timmendorfer Strand/Niendorf.

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Die Aalbek. Literaturhistorisch relevant. (In der Nähe der Aalbek-Niederung wird bekanntlich im Kriminalroman „Ostseeripper“ die erste Leiche aufgefunden.)

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Niendorfer Vogelpark, ein Kasuar.

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weitere Impressionen aus dem Niendorfer Vogelpark.

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Niendorfer Hafen.

Hübsch, nicht wahr? Will ich auch gar nicht bestreiten. Wie Blumen. Die sind auch hübsch. Und ich brauch die. Das einzig Dumme daran: Ich weiß, dass „hübsch“ nicht „schön“ ist. Wenn Schönheit Freiheit in der Erscheinung (oder zumindest Ausdruck von Freiheit in der Erscheinung) ist – und eine bessere Definition haben wir nicht -, dann kann es derzeit wohl keine schönen Dinge geben. Das ist eine ziemlich politische Überlegung für einen Ästheten.

Verkaufsanzeige

Ich verweise auf meinen Kommentar bei Aisthesis. Das mag man zutreffend als Verkaufsanzeige missverstehen, denn genau so ist es gemeint. Vorbestellungen werden entgegen genommen. Und sie (nicht wahr, J und T und A und R und E?) ist immer noch nicht sie. „Dummköpfe! Ich meine immer nur mich selbst!“ Lektüreempfehlung: Thomas Mann, Bilse und ich. (nebenbei: Erwähnen sollte man schon, dass Bilse zwar zweifellos einen Schlüsselroman schrieb, der aber im wilhelminischen Deutschland einiges an Berechtigung hatte. Allerdings scheint Bilse aus seiner berechtigten Kritik am Militärwesen im wilhelminischen Deutschland nichts gelernt zu haben.)