„Sylvesterübergriffe“

So langsam lüftet sich einiges:

In der Urteilsbegründung ging die Vorsitzende Richterin mit den Ermittlern hart ins Gericht: „Die Polizei wollte durch den öffentlichen Druck und auch den der Medien und der Politik unbedingt Ermittlungserfolge sehen.“ Und: „Die Polizeibeamten haben der Zeugin Fotos gezeigt, bevor sie eine Täterbeschreibung abgegeben hat. Das halte ich nicht nur für unprofessionell sondern dramatisch.“

Eine Polizistin habe dem Angeklagten Alireza N. in der Vernehmung „an den Kopf geworfen“, dass sie wüsste, was er getan habe. Richterin Meier-Göring: „Ich möchte mich ausdrücklich für diesen Teil der Befragung entschuldigen.“

Der Polizei, so die Vorsitzende, sei keine Überführung gelungen: „Sondern sie hat schlicht und ergreifend geraten.“ Das Opfer, das sich erst Tage später nach Medienberichten bei der Polizei gemeldet habe, sei nicht traumatisiert, sondern habe nach den Übergriffen noch bis halb fünf weitergefeiert. (meine Hervorhebung)

– Quelle: http://www.mopo.de/25013026 ©2016

Für die meisten Kölner „Übergriffe“ dürfte ähnliches gelten. Insbesondere für jene „Übergriffe“, an die man sich Tage später, nach der Medienhysterie, erinnerte.

 

Respekt, Anerkennung an die Vorsitzende für diese klaren Worte! Dazu gehört angesichts der Hysterie (siehe jetzt die üble Hetzkampagne gegen Maas) einiges. (Man muss Maas nicht kritiklos lieben, aber was da derzeit – übrigens nicht nur per Pegida und AfD, auch per BILD – abgeht, sprengt jeden Rahmen. Und ja, das ist bereits andeutungsweise Weimar, da leg ich mich mal fest…)

 

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Kommentare

  • Facepalm  On November 7, 2016 at 18:13

    Dein großartiger „Gegenbeweis“ ist EIN Artikel?… Der übrigens nur aufzeigt, dass die Polizei in einem „Einzelfall“ (Beliebtes Wort bei den Linken zurzeit) Mist gebaut hat, nichts anderes…Das ist kein Gegenbeweis. Achja, natürlich war das automatisch bei allen Fällen so. Öh…

    • hf99  On November 8, 2016 at 14:03

      Es gibt einen deutlichen, von mir im Posting vorab ebenfalls erwähnten Beleg: dass nämlich „Köln“ statistisch keinen Ausschlag gezeigt hat – was bedeutet: Die weitaus meisten angezeigten Delikte sind eben Bagatelldelikte – Beleidigung meistens.

    • hf99  On November 8, 2016 at 14:08

      siehe auch hier (brachte ich ebenfalls schon): http://www.handelsblatt.com/downloads/12827000/1/polizeibericht-koeln.pdf

      Wie man sieht überwiegend Antatschereien – natürlich inakzeptabel, aber eben kein rasender „Sexmob“, der ein Haberfeldtreiben auf blonde Frauen eröffnet hat.

  • Bersarin  On November 8, 2016 at 22:58

    Rund 496 Anzeigen zu Sexualdelikten sind nicht wenig, selbst wenn ich die Hälfe davon einfach mal abziehe. Die Sicht des Gutachters Egg im Untersuchungsausschuß legt nahe, daß Frau Kraft besser ihren Damenhut nimmt, sofern es zutrifft, daß Telephonprotokolle zurückgehalten werden. Die Sache nimmt langsam auch ermittlungstechnisch eine unheilvolle Dimension an, und es legt dieser Bericht von Egg Exzesse nahe, die es so und in dieser Art auf einem öffentlichen Platz in der BRD nicht gab.

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article159043360/Ich-kann-euch-nicht-helfen-sagte-der-Polizist.html

    Zum Glück sah es laut Polizeibericht beim diesjährigen Oktoberfest etwas besser aus als in Köln.

    „Sexualdelikte wurden insgesamt 31 (21) Mal zur Anzeige gebracht. (…)
    18 (9) Tatverdächte wurden festgenommen. (…) Bei den festgenommenen Beschuldigten handelt es sich um 2 deutsche Staatsangehörige und 16 ausländische Staatsbürger (darunter 6 Asylbewerber).“

  • kalo  On November 11, 2016 at 22:25

    Der immer wieder gute Johann Schwenn: http://www.zeit.de/2016/47/sexuelle-uebergriffe-silvester-richterin-urteil-kritik

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