„Der Horror von Köln“ – Walter van Rossum

Natürlich unterstütze ich dieses Interview, im allerherrlichsten Juristendeutsch, „vollinhaltlich“. Soviel verletzte Eitelkeit aber möchte sein (dass ich sie ehrlich zugebe, mag sie mildern oder verstärken, je nach Geschmack): Alles, was van Rossum – völlig zutreffend! -. sagt, konnte man hier im Blog auch schon lesen, nur eben schon vor 6 Monaten.

„Köln“ ist längst zum Narrativ, fast Topos geworden (wirklich fast?). Sylvester Köln bedeutete den swing-by pro AFD. Historiker werden noch in 100 Jahren – wenn  es dort noch eine Menschheit gibt, und wenn diese Menschheit noch historischen Sinn hat – darüber reden, was in Köln eigentlich passiert ist. Halten wir jetzt schon fest: Es sind, Standard 2016, alle kriminalistischen  Register gezogen worden, die verfügbar waren, alle. Eine SoKo mit ca 100 Ermittlern. Ergebnis: Quasi null.

Aufgrund dieser Anzeigen sind von einer zeitweilig über hundertköpfigen Sonderkommission mit hervorragenden technischen Mitteln in aufwendigster Kleinarbeit bislang 175 Beschuldigte ermittelt worden, davon geht es bei 37 Beschuldigten um Sexualdelikte

(…)

Wenn man die Ereignisse rückblickend halbwegs nüchtern analysiert, dann haben wir eine riesige Zahl an Anzeigen, von denen der überwältigende Anteil – rein strafrechtlich gesehen – Bagatelldelikte zum Inhalt hat. Bis auf die 21 Fälle von versuchter Vergewaltigung im oben beschriebenen Sinne. Ich vermute mal, das entspricht in etwa dem Pensum eines ganz normalen Karnevaltages und vermutlich ist an Karneval die Dunkelziffer – also die Zahl der nicht angezeigten Fälle – noch weit höher. Ansonsten muss man einfach feststellen: Anzeigen sind noch keine erwiesenen Straftaten. Und bis heute weiß niemand auch nur annähernd, wie viele Täter es überhaupt gegeben hat und wie viele sich an den schweren Sexualdelikten beteiligt haben.

Das Narratativ „Köln“ besagt – alles Ableugnen ist zwecklos, screenshots are taken – : In Köln sei eine vertierte, affenartig grunzende, männliche Muselsexmobmenge stundenlang und nicht zu stoppen über „unsere“ (aha!) blonden Frauen hergefallen. Und genau dieses Narrativ war seit spätestens Ende Januar widerlegbar.

War noch was? Ach ja. Wir sind in Deutschland. Da muss man den Disclaimer immer brav mit dazu packen. Da will ich mal ganz artig sein:

Ich bestreite mit keinem Wort und habe es auch nie, dass es in Köln Sylvester 15/16 Straftaten gegeben hat, sicherlich auch schwere, sicherlich auch über Normal Null. Was ich mit rationalen und bis heute nirgends widerlegten Argumenten bestritten hab und weiterhin bestreite ist dies: Dass Sylvester 15/16 in Köln über Stunden hinweg ein  von der Polizei (sie war massiv präsent) nicht kontrollierbarer Mob über Domplatte/Bahnhofsvorfeld gerast ist…ein Mob von vertierten (die völlig durchgeknallte Steuerhinterzieherin und multiple Prozessverliererin Schwarzer glaubt sogar: IS-gesteuerten), männlichen Muslimen.

Bis zum Beweis des Gegenteils (mir wurde bisher keiner angeboten, der den anerkannten Standards der Rationalität genügt) werde ich weiterhin behaupten: In Köln hat 15/16 in Wahrheit gar nichts statt gefunden, was den normalen Großstadt-Party-Wahnsinn wesentlich übersteigt.

 

 

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Kommentare

  • derda  On August 31, 2016 at 08:46

    Nun ja, Köln gilt als Synonym für Polizeiversagen. Ich geh ja mit daß die Vorkommnisse nicht extraordinär waren, nur daß sich die Polizei nach Anweisung verpisst war ein grober Fehler.
    Das hat die Afd gepusht.

  • Herwig Finkeldey  On August 31, 2016 at 12:16

    Das Mem des Grusel-Musels aus Köln und anderswo verbindet sich ja noch mit dem Mem des teddybärverteilenden Gutmenschen, dessen naiv-gefährliche Weltsicht durch solche an die „Wurzel greifende Denkerinnen“ wie zum Beispiel Alice Schwarzer ins Wanken gerät

  • ziggev  On September 2, 2016 at 19:20

    Warnung: ausgerechnet im Disclaimer wird die Anzahl der Straftaten auf unter 20 heruntergespielt: „dass es in Köln Sylvester 15/16 Straftaten gegeben hat“. Und das alles zur Jahreswende 2015/16, stelle ich bestürzt fest.

  • neumondschein  On September 3, 2016 at 19:54

    Autor normalerweise zweifelhaft. Muss man aber mal ueberprüfen:

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