„Der Islam“

Das ganze Gerede, das „den“ Islam als monolithischen Block sieht, der „uns“ bedroht, ist auf nachgerade peinliche Art und Weise kenntnisbefreit, wenn wir nur an die beiden größten Konfessionen (Sunniten und Schiiten) denken. (Denen eine Einheit zu unterstellen ist in etwa so realitätsnah, als wenn man von „dem“ Christentum spräche und glaubte, der Papst hätte ein Bild von Martin Luther auf seinem Schreibtisch stehen. Sind ja beides Christen!)

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Kommentare

  • Die Katze aus dem Sack  On Juni 25, 2016 at 15:51

    Manche monolithische Blöcke existieren allein schon deswegen, weil man sie durchs Zusammenschreiben erzeugt hatte. Man glaubt eben daran, ohne nun unbedingt einer Konfession anzugehören.

  • ziggev  On Juni 25, 2016 at 17:11

    ist ja auch klar: immerhin handelt es sich bei „Schiiten und Sunniten“ schon um zwei. Eine Einheit bilden sie erst unter einem Begriff des Islams, unter den eben (alle) unterschiedlichen Islambegriffe gefasst werden können müssen, und dem deshalb genau die Zahl 1 zukommt. Sich nun von einem solchen Abstraktum bedroht zu fühlen, ist aber einfach nur dumm. Je nach dem, wie man dann jetzt das Wort „der“ in „der Islam“ verkehrt auffasst, wird entweder ein abstraktes Konzept zu etwas Konkretem – das brächte die eben angesprochene Dummheit zustande – oder etwas konkretes würde zu etwas Ungreifbaren, abstrakten. Was einen daran ängstigen würde, wäre nichts anderes als die eigene Dummheit. – Ein sehr konkretes und greifbares Ding !

  • wolfgang  On Juni 26, 2016 at 10:27

    Die Hauptsache dabei ist doch, dass es offensichtlich funktioniert, immer funktioniert hat und es mit unserer „Dummheit“ auch weiter funktionieren wird. „Fortschritt“ hin und fort zum Trotze. Da könnte das sogenannte Bildungsniveau noch so gesteigert werden (alle studieren)..

  • ziggev  On Juni 27, 2016 at 10:58

    wie ihr sicherlich bemerkt habt, habe ich einen anderen Gebrauch von „Einheit“ eingesetzt als Hartmut (wobei ich mich von G. Frege, Die Grundlagen der Arithmetik, 1884, habe inspirieren lassen). Dies hat den Vorteil, dass wir nicht mehr „realistisch“ eine Mehrzahl unterschiedlicher Ausprägungen einer Religion anführen müssen, um die Rede von „dem“ (vermeintlich bedrohlichen) Islam zu kritisieren. Denn damit unterschiedliche Vertreter einer solchen Ausprägung jeweils in der Lage wären, Hartmuts Argumentation zu folgen, müssten sie im Vorweg einen solchen Pluralismus akzeptieren. Dies läuft aber dem Monismus ihres Monotheismus zuwider (bzw. dem der unterschiedlichen Ausprägungen innerhalb ihrer Religion). Jeder würde alle anderen Kulte als eben leere Kulte denunzieren und den eigenen als den einzig „wahren“ (attributiver Wahrheitsbegriff … ob ein solcher übrigens bei der Entstehung des Monotheismus bereits wirkte, bleibt m.E. noch zu untersuchen, siehe „Mosaische Unterscheidung„). Meine Absicht ist es gewesen, eine Argumentation plausibel zu machen, bei der es unmissverständlich klar ist, dass es bei der Rede von „dem“ Islam, „dem“ Katholizismus, „dem“ Protestantismus sich nicht notwendigerweise primär um einen Kult handelt, sondern um ein geistiges Konzept. Mache ich aber die bloße Existenz einer Pluralität von Kulten (innerhalb „des“ Monotheismus) zur Voraussetzung für meine Argumentation, habe ich bereits genau das Feld freigegeben, auf dem sich der IS und jene bewussten Angstmacher vor „dem“ Islam sich treffen.

  • ziggev  On Juni 28, 2016 at 08:00

    wie ihr sicherlich bemerkt habt, habe ich einen anderen Gebrauch von „Einheit“ eingesetzt als Hartmut (wobei ich mich von G. Frege, Die Grundlagen der Arithmetik, 1884, habe inspirieren lassen). Dies hat den Vorteil, dass wir nicht mehr „realistisch“ eine Mehrzahl unterschiedlicher Ausprägungen einer Religion anführen müssen, um die Rede von „dem“ (vermeintlich bedrohlichen) Islam zu kritisieren. Denn damit unterschiedliche Vertreter einer solchen Ausprägung jeweils in der Lage wären, Hartmuts Argumentation zu folgen, müssten sie im Vorweg einen solchen Pluralismus akzeptieren. Dies läuft aber dem Monismus ihres Monotheismus zuwider (bzw. dem der unterschiedlichen Ausprägungen innerhalb ihrer Religion). Jeder würde alle anderen Kulte als eben leere Kulte denunzieren und den eigenen als den einzig „wahren“ (attributiver Wahrheitsbegriff *) in Stellung bringen.

    Meine Absicht ist es gewesen, eine Argumentation plausibel zu machen, bei der unmissverständlich klar ist, dass es bei der Rede von „dem“ Islam, „dem“ Katholizismus, „dem“ Protestantismus sich nicht notwendigerweise primär um einen Kult handelt, sondern vielmehr um ein geistiges Konzept. Mache ich aber die bloße Existenz einer Pluralität von Kulten (innerhalb des Monotheismus – hier sehe ich weniger Gründe für die Anführungszeichen) zur Voraussetzung für meine Argumentation, habe ich bereits genau das Feld freigegeben, auf dem der IS und jene bewussten Angstmacher vor „dem“ Islam sich treffen.

    * Ob ein solcher übrigens bei der Entstehung des Monotheismus bereits wirkte, bleibt m.E. noch zu untersuchen, siehe die Monotheismus-Debatte im Perlentaucher, Stichwort Jan Assmanns „Mosaische Unterscheidung“.

    (diesmal wg. Spamordner ohne Link- auch die Syntax vervollständigt u. 1 paar Redundanzen eliminiert.)

  • neumondschein  On Juni 28, 2016 at 17:04

    Die glauben doch alles, was in diesem dummen Buch steht. Da ist es doch eigentlich egal, ob Sufi, Sunnit oder Shiit. Die sind alle gleich drauf. Deshalb verstecken die Mädels sich unter Kopftüchern, damit sie so hässlich werden, dass sie nicht im voruebergehen von vor lauter Enthaltsamkeit Vernotgeilten vergewaltigt werden, die es doch sonst selbst mit Ziegen treiben wuerden.

    …falls die Luegenpresse uns die Wahrheit erzählt.

  • ziggev  On Juni 28, 2016 at 20:03

    hf, schau doch bitte mal, ob da nicht noch was vom zigg im Spam-Ordner hängengeblieben ist … gar kein soo langer Kommeantar !

  • neumondschein  On Juni 30, 2016 at 17:14

    Da schaut mal, was die internationale Luegenpresse aus zum Nachdenken prinzipiell ungeegneten Holzkoepfen macht:

  • ziggev  On Juni 30, 2016 at 21:45

    naja, wenn nichteinmal zw. Moslems und denjenigen Islamisten, vor denen sie hierher flüchten, unterschieden werden kann, dann stimme ich natürlich Hartmut zu: „den“ Islam gibt es nicht.- und: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen: Dummheit schützt vor Strafe nicht.

    „Lügenpresse“ übrigens ubiquitär zu gebrauchen und in böhmermannscher Anitiwitzmanier genau so zu reden, wie die, die dieses Wort am liebsten im Munde führen, was natürlich nicht ohne Wiederholung einschlägiger Vorurteile nicht auskommt, verliert jeden Witz und ist eben genau diese Rede.

  • ziggev  On Juni 30, 2016 at 21:46

    Korrektur: im letzten Satz ein „nicht“ zuviel.

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