Gaddis

Das Interview ist unglaubliche 20 Jahre alt:

SPIEGEL: Sie haben früher im Bereich Public Relations gearbeitet. War das Broterwerb oder Recherche?
Gaddis: Reiner Broterwerb. Als 1955 mein erster Roman „The Recognitions“ erschien, hoffte ich auf Erfolg. Ich war jung damals. Doch das Buch verschwand schnell vom Markt. Ich hatte gerade geheiratet, dann kamen zwei Kinder. Also mußte ich einen Job annehmen. Der sollte mit dem Literaturbetrieb nichts zu tun haben. In einem pharmazeutischen Betrieb habe ich fünf Jahre Reden und dergleichen geschrieben – und gelitten.
SPIEGEL: Aber einige Einsichten für Ihren im Wirtschaftsleben spielenden Roman „J R“ haben Sie doch immerhin gewonnen?
Gaddis: Einige schon. Vor allem über die Gefühle, die viele Männer haben, die ihre Familie ernähren müssen und einer Arbeit nachgehen, die sie hassen. Darauf beruht unser System: auf Männern, die ihren Job hassen.
Gaddis habe ich – man kann ja nicht alles wissen – bisher verpasst. Da muss ich etwas nachholen.
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Kommentare

  • Paul  On Mai 29, 2016 at 12:28

    Ich wünsche viel Vergnügen. Für mich der beste und interessanteste amerikanische Schriftsteller seiner Zeit, um Längen. .. ach, hätte ich doch Zeit, dann würde ich mir diesen Sommer Recognitions auch noch einmal vornehmen. Seine späteren Bücher wie JR, die fast ausschließlich aus oft wild durcheinander laufenden Dialogen bestehen, sind aber auch super, vor allem formal 100% ausgereift. Recognitions hat dafür einen ganz besonderen Charme, wie das vielleicht nur Erstlinge schaffen, und gleichzeitig diesen tollen 50er-Jahre, US-High-Modernism-Flair… Ist glaube ich auch vor kurzem auf Deutsch erschienen.

  • Publicviewer  On Mai 29, 2016 at 12:33

    Aber nicht die, die an den Schaltstellen sitzen, die glauben nämlch was sie das sagen, sonst könnten sie den Job nicht machen.

  • ziggev  On Mai 30, 2016 at 20:31

    Gaddis war allerdings i.d. frühen/mitte 90ern im dlf mehrfach Thema (JR).

  • glumm  On Juni 13, 2016 at 15:07

    „Ich möchte eigentlich nichts anderes, als von der Welt in Ruhe gelassen zu werden. Alles andere ist mir erschreckend egal.“ (Die Gräfin)

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