Behemoth – unsystematische Reflexionen

Vermutlich voll akzpetiert wird die sozialimperialistische Ideologie (also die Ideologie von unterschiedlichen Rassen und ihrer unterschiedlichen Wertigkeit, die Ideologie vom „Herrenvolk“, das den Auftrag habe, zu herrschen, hf) jedoch von den entwurzelten Mittelschichten, soweit die in der NSDAP organisiert sind. Denn dieser Teil der Mittelschicht ist sehr antikapitalistisch eingestellt. Für ihn ist die neue Theorie tatsächlich Ausdruck eines psychologischen Bedürfnisses nach größerer Würde. (…) Der Sozialimperialismus ist die gefährlichste Formel der nationalsozialistischen Ideologie. Er spricht all jene Gruppen in der ganzen Welt an, die von der Proletarisierung bedroht sind: Bauern, Einzelhändler, Handwerker, Lehrer und andere Intellektuelle, er spricht die Arbeitslosen an, alle, die im Monopolisierungsprozeß ihre Sicherheit verloren haben, aber keine Proletarier sein wollen. (Neumann, Franz, Behemoth, Struktur und Praxis des Nationalsozialismus 1933 – 1944, Frankfurt/Main (Fischer TB) 1998, p. 267)

Franz Neumanns mitten im Krieg (deswegen, kein Tipfehler, 1933-1944!), zuerst 1942, dann mit Ergänzungen 1944 im Exil geschriebene und publizierte Strukturbeschreibung des NS war und ist bis heute profund und lesenswert. Allerdings denke ich, dass er in einigen Punkten fehl geht. Zunächst einmal – es kommt schon im Titel zum Ausdruck – zur These vom „Unstaat“. „Behemoth oder das lange Parlament“ war die weniger bekannte Ergänzungsschrift Hobbes zu seinem „Leviathan“. „Behemoth“ ist bei Hobbes die Metapher für Chaos, für den nunmehr wirklich stattfindenden Kampf aller gegen alle. Neumann erläutert:

Sein (Hobbes, hf) Leviathan ist die Analyse eines Staates, das heißt eines politischen Zwangssystems, in dem Reste der Herrschaft des Gesetzes und von individuellen Rechten noch gewahrt sind. Sein Behemoth (…) schildert dagegen einen Unstaat, ein Chaos, einen Zustand der Gesetzlosigkeit, des Aufruhrs und der Anarchie.“ (aao, p. 16)

Aber trifft das auf den NS wirklich zu? Chaotisch war der NS ja nun gerade nicht. In Auschwitz, perverser geht nicht, gab es ein Standesamt, welches ganz „ordentlich“ Sterbeurkunden ausstellte. Der Judenmord war auch ein Verwaltungsakt, das war es doch gerade. Dass Terror und Willkür Herrschaftsinstrumente des NS waren, stimmt natürlich, betraf aber nur – ein bewusstes „nur! – die Gegner (bzw zu „Gegnern“ erklärten). Völkische Ideologien behandeln ihre sogenannten ‚eigenen Leute‘ eigentlich immer sehr gut, solang die mitspielen. (Völkisches Denken ist neben dem fatal falschen Eigentumsbegriff eine der Grundirrtümer der Menschheit – die Differenz ‚eigene Leute’/ Fremde preisgeben wäre eine der großen Zivilisationsfortschritte der Menschheit. Deswegen verachte ich das Gerede vom „positivem Patriotismus“ so sehr. Es gibt keinen „positiven Patriotismus“. Dies anbei.) ‚Arische‘ Deutsche, also Volksgenossen, haben im NS ein gutes, von diversen NS-Organisationen effektiv durchorganisiertes Leben geführt, Urlaub inklusive – gut jedenfalls so lange, bis die Wellingtons, Stirlings, Halifaxs, Lancasters und B-17s die Volksgenossen und Volksgenossinnen darüber zu belehren hatten, dass man deutsches Liedgut („Bomben auf Engelland“) auch übersetzen kann.

Franz Neumann selber zeigt ja auf – angesichts seiner schmalen Quellenbasis muss man seine Arbeit bewundern! -, wie exakt der NS die Gesellschaft durchorganisiert hat. Kein Unstaat, eher ein Einheitsstaat (siehe etwa aaO, p. 464). Wen die Preisgabe von Pluralität und Spontaneität (also von Freiheit in Arendts Verständnis) nicht störte, der war als ‚Arier‘ in Nazi-Deutschland sozusagen gut aufgehoben.

Zum zweiten greift seine Analyse derjenigen, die den NS unterstützten (s.o. erstes Zitat) zu kurz. Keine Frage: Der NS hatte im sog. Stehkragenproletarier mit seinen Abstiegsängsten und seinem Abgrenzungsbedürfnis treue und verlässliche Unterstützung gefunden. Aber wie Falters klassische Analyse der Wählerschichten der NSDAP zeigt, war dies nicht die einzige Klientel, die er ansprach (Falter, Jürgen, Hitlers Wähler, 1991). Gehobenes Bürgertum, Professoren, Richter, leitenden Ingenieure, ‚Manager‘, kurz die Funktionselite war nicht weniger begeistert dabei. Und eben diese Funktionselite hat ja informellen Einfluß über ihre bloße Stimmenzahl bei Wahlen hinaus („Mein Chef, der Herr Dipl-Ing Dr. Müller-Meier-Schulze, ist auch für Hitler“ vergl. Walter Kempowski: Amtsgerichtsrat Warkentin!).

Vor kurzem noch mussten wir uns von Heinz Bude eine ganz ähnliche Analyse anhören: Die „Verbitterten“, zu denen der verbeamtete Bude natürlich im Leben nicht gehört, sind also die, die sich keinen diving-adventure-Urlaub auf den Malediven leisten können, weil sie in die Zukunft ihrer Kinder investieren…

Habe ich mich verhört, wenn ich hier den arrivierten Großbürger bei vehementer Abwehr beobachte? „Die Aldi-Kassiererin und der Dreher, die wählen AfD in ihrer Abstiegsangst, und der verbitterte Vorstadintellektuelle, der sich zu kurz gekommen fühlt, kommt ihnen zur Hilfe“ – keine Zweifel: Unter den Afd-Wählern wird es Aldi-Kassiererinnen und Dreher mit Abstiegsängsten und auch verbitterte Vorstadintellektuelle geben. Gewählt und vor allem politisch vertreten wird sie aber auch von verbeamteten Universitätsprofessoren, Budes Professoren-Kollege Meuthen etwa, und Adeligen, die finanziell ausgesorgt haben. Neumanns Analyse war 1944 nicht besser zu haben. Dass Bude – ein pro-Agenda-Mann – es heute aber immer noch nicht besser weiß oder wissen will, ist schon verstörend. Ich habe seine Analyse, die die Standards, die Falter mit seiner Untersuchung gesetzt hat, nicht zur Kenntnis nimmt, als übergriffig und herrenmenschig empfunden. Das steht ihm so einfach nicht zu. Es stimmt schlicht nicht, und zwar auf der Ebene der schieren Fakten nicht, dass rechtes, völkisches Denken lediglich ein Phänomen prekär beschäftigter einfacher Dienstleister oder sich abgehängt oder verkannt fühlender Akademiker ist. Hitler wurde nicht nur von den Versagern oder „Versagern“ gewählt. Die billige 50er-Jahre-These vom „NS als Revolution des Pöbels“, in der sich das deutsche Bildungsbürgertum, schuldbewusst, gefiel („ich nicht, ich nicht“), sollte doch wirklich der Vergangenheit angehören.

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Kommentare

  • summacumlaudeblog  On April 23, 2016 at 23:22

    Die erste Volkspartei der deutschen Geschichte war die NSDAP. Und auf dem Weg zur Volkspartei ist die AfD auch.
    Es ist aber wichtig zu ergänzen, dass auch Akademiker Abstiegsängste haben können.

    • hf99  On April 23, 2016 at 23:32

      Nicht Akademiker überhaupt. D a s sage(t)en ja auch Neumann und Bude. Sondern: auch arrivierte, siegesgewohnte Akademiker (oder meinethalben erfolgreiche Rennfahrer wie Bernd Rosemeyer oä) sind NS-anfällig. Völkisch anfällig zu sein ist nichts, was sich sozial sonderlich festmachen ließe…

  • Dirk  On April 23, 2016 at 23:50

    Man kann von Budes empiriefreiem kultursoziologischem Geschwafel halten was man will, die AFD hatte jedoch tatsächlich unter Arbeitern und Arbeitslosen die höchsten Stimmenanteile.

    • hf99  On April 24, 2016 at 00:17

      Hallo:
      https://correctiv.org/blog/2016/03/18/die-soziale-basis-der-afd/
      daraus:
      „Nicht nur Menschen mit niedriger, sondern auch mit hoher Bildung haben die AfD gewählt. In Rheinland-Pfalz sind die Anteile beider Gruppen nahezu gleich groß. Die AfD ist nicht nur eine Partei für Abgehängte und Verlierer. „Gebildete AfD-Wähler haben Angst vor dem Abstieg. Sie sind in der Gesellschaft nicht ganz unten, fürchten aber, nach unten abzurutschen“, erklärt Pausch.“

      Das erste ist eine Tatsache. Akademiker wählen die AfD also prozentual auch so häufig.

      Das zweite ist eine Interpretation: ich wüßte gerne, woher Pausch das weiß. Wie wäre es (ich mache sie mir nicht zueigen, ich schlage bloß vor!) mit folgender Interpretation: Erfolgreiche Akademiker sind gerade dann und deswegen erfolgreich, weil sie andere-platt-machen verinnerlicht haben. Dies finden sie in der Afd gespiegelt… Sie wählen in der AfD ihr eigenes Leben. nur mal als Vorschlag…

      Interessant ist das eindeutige Geschlechterverhältnis. Überraschend ist es allerdings eher weniger.

      • Dirk  On April 24, 2016 at 00:37

        „Das erste ist eine Tatsache. Akademiker wählen die AfD also prozentual auch so häufig.“

        Das steht in dem von Dir zitierten Text so nicht drin. Das es Akademiker gibt die die AFD wählen bestreitet niemand. Am Anfang des von Dir zitierten Textes steht jedoch, dass ca. 30 % der Arbeitslosen oder Arbeiter AFD gewählt haben. Dass die Zahl der AFD-Wähler mit hoher Bildung und niedriger Bildung gleich groß ist, heißt nicht, dass die AFD bei Wählern mit höheren Bildungsabschlüssen auf ähnlich hohe Stimmenanteile kommt.

        • hf99  On April 24, 2016 at 08:41

          Hallo Dirk, wir bräuchten die Studie selber. ich habe „Anteile gleich groß“ relational verstanden. Es entspräche auch Falters klassischer Studie über das Wahlverhalten in der Weimarer R.. Sicher, das ist ca 85 Jahre her, natürlich hat sich viel geändert. (Ein Facharbeirter ist soziologisch heute unterer Mittelstand, nicht „Proletariat“)

        • hf99  On April 24, 2016 at 09:11

          Hier noch einmal Pausch. http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-03/afd-analyse-erfolg-landtagswahlen-partei-waehler
          Ich finde das etwas unklar. Was heißt „vor allem mit mittlerer Bildung“?

          Hier eine (ältere) Studie von u.a. Pausch: https://www.otto-brenner-shop.de/uploads/tx_mplightshop/AP20_AFD.pdf
          eher gefühlte Modernisierungsverlierer als wirkliche? Interessant, dass sie die protestantisch-katholisch-Dichotomie (bereits von Falter für 1932 beobachtet) immer noch zeigt! Interessant auch der Vergleich der drei Spitzenkandidaten in der Pausch-Studie p. 46 – verschiedene Adressierungen durch unterschiedliche Politik-Stile – Bildungsbürger Meuthen versus Diskursrummelboxer Pogenburg. Beide sprechen unterschiedliche Millieus an. Müssen das auch, denn BW unterscheidet sich nun mal von S.-A.

          Vieles scheint mir dafür zu sprechen, dass die Falterthese über die Wähler 1930/32 auch heute auf die AfD-Wähler zutrifft: „…der Unter schied zwischen den sozialen Schichten (ist) sehr viel kleiner, als man auf Grund der Mittelschichthypothese erwarten sollte“. (Falter) Mithin: Ja, es gibt eine Ausbuchtung pro „Abstiegsbedrohungsmittelstand“, aber sie ist nicht so eklatant, wie man das meinen möchte. Übrigens weiß der Diplomvolkswirt Dr. Müller sehr genau, welche Antworten bei Telefonumfragen/Nachwahlumfragen – wenn er denn teilnimmt – sozial erwünscht sind.

          Die AfD ist eben für alle da, für den Kleinbürger Motzki ebenso wie für den distinguierten Wagner-Verehrer. Und ich bleibe dann bei meiner These, dass Budes Bemerkungen über den unteren Mittelstand dieselbe Funktion haben wie die 50er-jahre Thesen über den NS als Revolte des Pöbels: Abgrenzung, Distinktionsgewinne. Die, nicht wir. Wer hat noch mal die AfD gegründet? War das ein sächsischer Kioskbesitzer, war das Pöbelmotzki? oder etwa doch ein hamburger VWL-Prof?

        • hf99  On April 24, 2016 at 09:22

          Und hier, interessant!
          http://www.zeit.de/2016/12/alternative-fuer-deutschland-waehler-profil-afd-uwe-junge/komplettansicht
          (Natürlich ist Rödel n i c h t gekündigt worden, wäre auch eine Schweinerei gewesen, wenn…)

          Zitat:

          „Die ihm geschrieben haben, sind: Ärzte, Richter, Unternehmer, Wissenschaftler, darunter deutsche Professoren in Berkeley, Kolumbien und Österreich, ein bedeutender Evolutionsbiologe sowie Dekane geisteswissenschaftlicher Fakultäten. Dutzende Rechtsanwälte bieten kostenlose Hilfe an, sie glauben offenbar, Rödel stehe vor dem Kampf um seine Existenz.

          Man kann davon ausgehen, dass die meisten dieser Menschen intelligente Bürger sind, so wie Rödel selbst; die Karrieren gesichert, die Kinder gesund.“

          Bei der behauptung, das AfD-Klientel bestehe im wesentlichen nur aus Pöbelmotzkis, handelt es sich offenbar um eine Zwecklüge.

          • Dirk  On April 24, 2016 at 11:42

            Vielen Dank für die Studie der Otto-Brenner-Stiftung. Das muss ich mir nochmal durchlesen. Dass im AFD-Vorstand Akademiker sitzen ist klar, deren Erfolgsrezept, liegt eben auch darin, dass man an der Spitze halbwegs respektables Personal hat. Darin unterscheidet sich die AFD auch von anderen rechten Parteien.

            Um es vorneweg zusagen, ich halte von einer Soziologie wie sie Bude betreibt überhaupt nichts. Das fängt schon damit an, dass der gute Mann grundlegende Standarts wissenschaftlichen Arbeitens missachtet. Dann braucht man sich auch nicht über solch einen Quatsch zu wundern: http://www.fr-online.de/kultur/gesellschaft–eine-trotzreaktion-auf-die-politik-,1472786,33934824.html

            Trozdem halte ich die Aussage, dass sich die AFD-Wählerschaft vorwiegend aus dem unteren Mittelstand rekrutiert, für richtig. Dafür spricht die Tatsache, dass die AFD in Sachsen-Anhalt, bei Wählern mit hohen Bildungsabschlüssen erheblich schlechter abschnitt, als bei Wählern mit mittleren und niedrigen Bildungsabschlüssen. Siehe hier: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/wahl-in-sachsen-anhalt-2016-wie-die-afd-punktete-a-1081497.html

            Wahrscheinlich wolltest Du darauf hinaus, dass Rassismus nicht nur ein Unterschichtsproblem ist, sondern in allen Schichten verbreitet ist. Da hast Du auch recht. Nur vermute ich, dass der verbeamtete Akademiker, Kretschmann und Palmer wählt und nicht Petry. Hier geht es nicht mal um inhaltliche Differenzen, sondern darum sich vom unteren Mittelstand abzugrenzen.

            • hf99  On April 24, 2016 at 22:38

              Hallo, danke für die zahlen. Sie zeigen: es existiert zweifellos eine statistisch auch signifikante Abweichung, die aber keineswegs den Schluß „nur die…“ erlaubt. Die Variablen sind natürlich zu grob. Beamte? Also alle Beamte, vom Polizeibeamten bis zum Studiendirektor und Uniprof. Selbständige? Also der de facto prekär arbeitende Kioskbesitzer und der Agenturbesitzer. Gleichviel: Die Abweichungen sind da, de facto staubt die AfD aber überall ab, eben nicht nur bei den Prekären plus unterer Mittelstand mit Abstiegsängsten, und wenn meine soziologische Erklärung des Phänomens bloß diesen Aspekt ins Spiel bringt, so ist sie eben falsch.

              Was den Rassismus der Oberschicht betrifft, so hatten wir in Hamburg-Blankenese ja allerbesten Anschauungsunterricht. Es ging um Umweltschutz…selten so gelacht. Man muss dazu sagen, dass ganz Hamburg über das Blankeneser Gesocks und ihre Naturschutzbedürfnisse gelacht hat und ihnen, die bis jetzt 0 (in Worten: null) Flüchtlinge haben aufnehmen dürfen, ihre wohlverdiente juristische Niederlage von Herzen gönnt.

            • Dirk  On April 25, 2016 at 11:39

              „Die Abweichungen sind da, de facto staubt die AfD aber überall ab, eben nicht nur bei den Prekären plus unterer Mittelstand mit Abstiegsängsten, und wenn meine soziologische Erklärung des Phänomens bloß diesen Aspekt ins Spiel bringt, so ist sie eben falsch.“

              Du hast natürlich recht. Fairerweise sollte man aber sagen, dass Bude das so auch nicht sagt. Trotzdem bleibt Bude hier unklar und kann nicht erklären warum nur bestimmte Sozialmillieus dazu neigen Parteien wie die AFD zu wählen. Umfragen wie ALLBUS kommen zu dem Schluss, dass Parteien wie die AFD von Leuten aus konservativen Millieus gewählt werden die einen sozialen Abstieg befürchten oder selber sozial abgestiegen sind. Wenn man Bourdieu glauben will, hat man es hier mit Millieus zu tun, die ihren Status ererbten Kapital zu verdanken haben und eher auf aristokratische Reproduktinsstrategien setzen. In den neuen Ländern sind das vor allem Facharbeiter aus ländlichen Regionen, die seit der Wende über Generationen hinweg einen sozialen Abstieg erlebten. Das würde den hohen Stimmenanteil unter Arbeitslosen und Arbeitern erklären.

              Im Gegenzug werden Linke Protestbewegungen eher von Leuten unterstützt die ihren Status dem Bildungssystem zu verdanken haben und die erworbenen Abschlüsse nicht angemessen verwerten können.

              • hf99  On April 25, 2016 at 13:31

                nicht wg recht behalten: doch, das sagt er so. Er wirft genau diesen gruppen vor, dass sie mzu einer Koalition der Angst führen können.

                ein längeres Zitat:

                „Die erregen sich über die Gentrifizierung der inneren Stadtbezirke, die zur Vertreibung der angestammten Bevölkerung aus der nivellierten Mittelklasse führt. Sie geraten in Rage über die Einkommen unverantwortlicher Banker, windiger Unternehmensberater und in die Wirtschaft wechselnder Politiker. Sie halten sich selbst für leistungsfähig, kompetenzstark und gut informiert, führen allerdings Beschwerde über eine respektlose Personalpolitik in den Unternehmen und zeigen sich empört über den deregulierten Pumpkapitalismus.

                Wir haben es mit einer Gruppe zu tun, die es erlebt hat, wie man trotz guter Bildungsvoraussetzungen und hoher Leistungsbereitschaft die Position vergleichbarer anderer nicht erreicht. Vielleicht weil sie nicht über die alerte Ironie in der Selbstdarstellung verfügen oder weil sie auf den Winner-take-all-Märkten von Sportmedizinern, Webdesignern oder Gartenarchitekten auf der Strecke geblieben sind.

                Bei Befragungen bilden diese Verbitterten aus der deutschen Mittelklasse eine Gruppe von gut 10 Prozent. Sie geben auf Nachfrage oftmals eine Situation „prekären Wohlstands“ an, wo aufgrund erheblicher Bildungsinvestitionen für die Kinder spürbare Abstriche bei den Mitteln für die eigene Lebensführung zu machen sind. Der BMW, der Eames Lounge Chair und die Fotosafari nach Namibia, die vergleichbare andere sich leisten können, sind bei ihnen einfach nicht drin.“

                Die sollen also gemeinsam mit den prekär Beschäftigten Koalitionen der Angst bilden können und würden im Zweifelsfall auf einen neuen Führer hereinfallen. Und nur sie tun das. Die Fotosafarileute tun das nicht. Die interessieren sich offenbar bloß für Umweltschutz, wie in Blankenese… ich find das schon ziemlich unverschämt und übergriffig. Und auf der Faktenebene schlicht falsch.

                • Dirk  On April 25, 2016 at 14:36

                  Da hatte ich den Text wirklich nicht mehr richtig im Kopf und hatte Dich falsch verstanden. Nach Budes Logik, müssten dann ja sämtliche wissenschaftlichen Mitarbeiter und die Absolventen geisteswissenschaftlicher Studiengänge AFD-Wähler sein.

                  Meines Erachtens nach rekrutieren Parteien wie die AFD Wähler aus Gruppen die einen sozialen Abstieg befürchten oder das Gefühl haben sozial abgestiegen zu sein. Dass kann dann auch durchaus der Beamte mit Eigenheim sein, der Angst hat, dass der Staat das Studium der Kinder nicht mehr bezahlt oder der befürchtet, dass sein Eigenheim durch ein Flüchtlingsheim in der Nähe an Wert verliert.

                  • hf99  On April 25, 2016 at 19:30

                    hallo Dirk, ich bestreite nicht die statistische Ausbuchtung (jetzt bei den österreichischen Wahlen war sie noch extremer), ich besteite auch nicht Verlustängste als wesentlioches „Mit“motiv – ich bestreite eben nur die Story, die Bude uns allen Ernstes erzählen will: keine Partei wird aus monokausalen Gründen gewählt. Selbst bei den Alleretabliertesten, die sich weder um sich noch um die Zukunft ihrer Kinder Sorgen machen müssen, hat der Ösi-Fritze da soeben 10 %, zT mehr, abgeholt. Jeder Zehnte! Das sind Leutz, deren Kinder fahren im Zweifelsfall mit ihrer eigenen 18te-Geburtstags-Karre ins Studium auf der Exzellenzen-Uni… Wer immer sich Sorgen machen muss – die nicht! Das ist schon auch aktiver Rassismus. Und diese Leute haben ja auch informellen Einfluß.

                    herzliche Grüße

  • summacumlaudeblog  On April 24, 2016 at 07:15

    Zu den Akademikern: Der Nationalsozialismus war auch eine riesige Karrieremaschine. Viele erfolgreiche Unterstützer waren ja deswegen erfolgreich, weil die Nazis für das Verschwinden unliebsamer Konkurrenz gesorgt hatten. In der Literatur extrem, aber beispielsweise auch in der Medizin und in der Physik.
    Diese Karrierechancen eröffnet die AfD auch: Man braucht z.B. in Magdeburg Mitarbeiter. Da sichern einige durchaus ihre Pfründe ab.
    Dennoch: Entscheidend bleibt der völkische Überbau. An den docken viele an, Erfolgreiche, Abgehängte, Abenteurer.
    Die Geschlechterpraevalenz hingegen korrespondiert nicht mit dem Natiuonalsozialismus, der für viele Frauen sehr attraktiv war.

    • hf99  On April 24, 2016 at 09:11

      Die Frauenthese ist inzwischen aber widerlegt m.W.s

      • summacumlaudeblog  On April 24, 2016 at 19:11

        Es gab den Starkult um Hitler (zuvor um Bismarck und Wilh. 2). Hitler erhielt von Frauen Briefe, wie sie heute Popstars erhalten („Führer ich will ein Kind von Dir.“). Einen solchen „Frauenfänger“ sehe ich in der AfD noch nicht. Da irtritiert ja eher der Frontfrauenfeminismus.

  • ziggev  On April 24, 2016 at 14:37

    die Annahme, dass es sich bei afd-Wählern um Deklassierte bzw. von Deklassierungsängsten geplagte handelt, scheint in der Tat, soweit ich sehen kann, fast durchgängig geteilt zu werden, was allein schon deswegen misstrauisch stimmen müsste.

    Und so stellt sich m.E. eben auch die Frage, ob auf dieser zweifelhaften Annahme die Darstellung Merkels als Gutmensch-Deutsche beruht, die angeblich alle Syrier und überhaupt alle Flüchtlinge nach Deutschland eingeladen habe. Diese Darstellung ist durchgängig propagiert worden, auf allen Kanälen, einschließlich der öffentlich-rechtlichen. Entweder Merkelsches Gutmenschentum oder afd, es ist genau dies und nichts anderes kommuniizert worden, bis zu den Wahlen, bei denen die afd absahnte. „Gutmenschenscheiß“ auf der einen Seite, auf der anderen die deshalb tendenziell begründeten Ängste von Deklassierten oder zumindest nachvollziehbare Trotzreaktionen.

    Es kann eingeräumt werden, wie ich es sehe, dass Merkel schon des öfteren für „einsame Entscheidungen“ gut gewesen ist. Doch dann ging, wenn ich mich recht erinnere, die große Merkelversteherei los in den Talk-Shows und Diskussionsrunden. Beispiel der Politiker-Verstherei, in diesem Fall von De Maisère und von der Leyen: die beiden standen völlig übernächtigt käsebleich und öffenswichtlich überfordert vor den Mikrophonen und gaben die militärischen Frankreichhilfen kund. Zu erklären, warum so gehandelt worden ist, war dann Sache der Medien, Diskussionsrunden etc.

    Solche „Versteherei“ oder Interpretation der Politik Merkels blieb aber in Sachen „Flüchtlingskrise“ aus. Kein Wort, kein Laut, nix. Erst als die Lage sich zu entspannen schien, kam die Meldung, dass Merkel ihnre „Einladung“ ziemlich Zeitnah relativiert hatte. Als Merkel zu den Eu-Verhandlungen fuhr, war immer die Frage, wie sich die „isolierte“ Merkel halten würde. Dass sie isoliert sei, war bereits vorher ausgemacht. Selbst als die Kanzlerin bei Anne Will stundenlang ihre Politik erklärte, wurde nirgens, in keinem öffentlich-rechtlichen Medium, Tagesschau, heute, dlf, Phönix auf Merkels Erklärung bezuggenommen. Nicht einmal „Der Tag“ auf Phönix, immer von 23.00-0.00 h, schaffte es, in einer (!) Stunde irgendetwas zu dem Interview zu bringen.

    Das Treffen der Balkan-Routen, der sog. Visegrad-Länder, und die Lippenbekenntnisse – die, wie ich mich erinnere, von allen kamen, zur „europäischen Zusammenarbeit“ – hätten sich doch wunderbar zur Kommentierung Merkelscher Politik geeignet. Aber nichts. Klein ziggev als einziger Merkelversterher auf weiter Flur, hätte ich mir auch nicht träumen lassen, – und frage mich, ob man zynisch ist, wenn man einen gewissen „realpolitischen“ Zynismus einkalkuliert. Niemand erkannte Merkels Zynismus, als sie bei Will sagte, irgendwer müsse glaubwürdig bleiben. Denn wer hat, mal ehrlich, nicht damit gerechnet, dass die Balkanroute früher oder später dichtgemacht werden würde? Das war vorauszusehen. Ich habe mich jedenfalls keine Sekunde über diese Entwicklung gewundert. Erst als es soweit war, ist davon geredet worden, dass die anderen „die Drecksarbeit“ gemacht hätten. Ob er diesen Umstand begrüße, wenn die Balkanländer die Grenzen schließen würden, wurde bis zur relativen Entspannung der Lage wurde lediglich einmal ausgerechnet ein Merkel-Kritiker (CSU) gefragt. Der merkelsche Gutmenschen-Dämon wurde erst beiseite gelegt, als die afd bereits in den Parlamenten saß. Hätte jedoch umgekehrt Merkel sich selbst als Mutter Theresa Europas stilisiert, wäre sie unglaubwürdig geworden.

    Vielleicht ist es einfach zu gefährlich, „realpolitichen“ Zynismus der Kanzlerin öffentlich zu diskutieren. Es ist aber m.E. eine Tatsache, dass die ganze Diskussion, inwiefern die angeblichen Sorgen der Deklassierten und der Zulauf zur afd zumindest nachvollziehbar sei, in Sachen „Flüchtligskrise“ auf selektiver Wahrnehmung beruht oder zumindest teilweise Folge derselben ist. Die afd wurde durchgängig auf allen Kanälen hochgeschrieben, oder, jedenfalls in den öffentlich-rechtlichen, „hochgeschwiegen“, indem die Merkelsche Politik als „Gutmenschenscheiß“ gelabelt wurde.

  • Siewurdengelesen  On April 24, 2016 at 15:23

    Sehr gut und prägnant erfaßt!

  • Paul  On April 25, 2016 at 12:54

    Man muss auch unterscheiden zwischen Wählern und den tatsächlichen Trägern und Aktivisten der Partei. Und da hat die AfD, auch wenn sie nicht mehr rein die neoliberale Professorenpartei ist, eindeutig ihre Wurzeln im sozialchauvinistischem Bürgertum. Selbst der „völkische Flügel“ der AfD bezieht sich mit der Neuen Rechten auf ein ideologisches Lager, das klar elitär und z.B. sozialstaatsfeindlich ist. (Oder, um ein anderes Beispiel zu nehmen:Thilo Sarrazin argumentiert zwar auch gegen die Überfremdung, aber „Deutschland schafft sich ab“ beschäftigt sich ebenso mit der deutschen Unterschicht. Sein Rassismus hat etwas sozialdarwinistisches.)

    Ich vermute, dass die AfD jetzt die Wirtschafts- und Sozialpolitik eher ausblenden, und vielleicht in der Richtung eher Populismus betreiben wird, um ihre Wählerbasis zu erweitern. Sie wählen ihre Themen sehr geschickt und bewusst, jetzt z.B. die „Islamkritik“. Aber der Sozialchauvinismus und der rechte Wirtschaftsliberalismus liegen in der DNA dieser Partei.

    Ich denke auch, dass die Wähler der AfD in Sachsen-Anhalt nicht für den Rest des Landes repräsentativ sein können. Ostdeutschland ist allgemein ein Spezialfall und gerade bei dieser Wahl stand ein Thema und ein Thema allein im Mittelpunkt: Ausländer raus! Die AfD (ebenso wie natürlich der Nationalsozialismus) ist aber mehr als das.

    Vielleicht könnte man sogar sagen, dass auch der damalige Faschismus in Deutschland, also die Feinde der Republik, eigentlich elitär waren und sich bewusst des rassistischen Nationalismus bedienten, um so etwas wie eine soziale Basis zu entwickeln? Die NSDAP mag die erste Volkspartei gewesen sein, aber zerstört wurde die Republik nicht primär vom Volk, sondern von den Eliten.

  • Wolfgang  On April 25, 2016 at 14:56

    Der „Anfang“ zu alldem liegt bei 1945. Wenn mann so will.

  • Peinhart  On April 26, 2016 at 09:44

    Zwischen- oder Nebenfrage – hast du irgendwo mal näher ausgeführt, was genau für dich das ‚fatal falsche‘ am herrschenden Eigentumsbegriff ist, und wie evt ein ‚besserer‘ aussehen könnte?

    • hf99  On April 26, 2016 at 18:05

      Hier mal einige Irrtümer des Eigentumsbegriffs:

      Eigentum sollte zeitlich/lebenszeitlich begrenzt sein – von dem persönlichen Karm abgesehen. Es ist ein Unding, dass adeliges Eigentum eins zu eins in die bürgerliche Gesellschaft transformioert worden ist – ich wäre für eine Bodenreform. Geistiges Eigentum: Das Patent für die neue Umwälzpumpe, der neue Roman sind von allen mitbezahlt worden (staatlich finanzierte Unis!!!)

      Wir müssen ganz grundsätzlich über „Das ist MEINS“ nachdenken

      • Peinhart  On April 27, 2016 at 07:40

        Keine Frage. Ich dachte nur, da wäre evt schon was in der Pipeline. Ich würde übrigens dafür plädieren, das was wir gegenwärtig ‚Eigentum‘ nennen, als allererstes immer nur noch als ‚Leihgabe‘ zu betrachten. Das impliziert automatisch schon mal einiges an Beschränkungen und Begrenzungen, auch zeitlichen.

        • hf99  On April 27, 2016 at 09:22

          Hallo

          zunächst einmal geht es m.E. darum, dass es im Kopf klickt: Derzeit haben allzu viele die Haltung des „MEINS“ verinnerlicht, und nicht nur beim Ring am Finger, der gehört wirklich mir, nicht nur bei meinen Büchern, sondern eben auch bei Dingen, die ihrer Natur nach nicht „mir“ gehören können.

          • Peinhart  On April 27, 2016 at 12:51

            Wie zB eben Boden, nehme ich mal an. Nun verweisen aber selbst Ringe und Bücher direkt und indirekt auf Boden als Quelle der Rohstoffe wie auch als ‚Produktionsstandort‘. Daher meine ich, dass mit den Früchten des Bodens nicht anders verfahren werden sollte und könnte als auch mit dem Boden selbst. Als zeitweilige und natürlich auch in der Menge sinnvoll begrenzte ‚Leihgabe von Mutter Erde‘ betrachtet. Und nicht nur die Begrenzung wäre da mitzudenken, sondern auch ihre möglichst ‚unversehrte‘ Rückgabe… Das schiene mir ein durchaus tragfähiger ‚Klick‘.

  • ziggev  On April 26, 2016 at 22:43

    denke ich an Obamas Äußerungen von Gestern, so muss ich wohl konstatieren, dass klein ziggev und Obama die einzigen sind, die Merkels Politik zu würdigen wissen. Könnten wir ja mal tun, sie zumindest zu diskutieren: dies zu unterlassen, ist brandgefährlich ! Eingedenk der hier vorgetragenen Analysen ist ein zukünftiges Wahlergebnis von ü. 30% D-weit dann keine Überraschung mehr. Ich habe es euch gesagt !

    Handelt es sich in der großen Mehrheit um Zukurzgekommene oder solche, die entsprechendes befürchten, so sind die kommunizierten Reaktionen entweder Horror-Kolportagen aus dem Osten, linke Armeleute-Versteherei, Lächerlichmachung oder Populismus-Konkurrenz á la Seehofer. Sind mehr oder weniger gesicherte bürgerliche Schichten mitbeteilgt, so muss angenommen werden, dass die übergroße Mehrheit die AFD , noch passiv, noch unausgesprochen, tolerieren. Das einzige Rezept gegen die AFD ist durchgängig selber populistischer Natur.

    Die öffentlich Kommunikation, auch und gerade auch die „rechtliche“, scheint weit und breit zur „Alternative für Deutschland“ keine Alternative zu sehen. Kein Wunder, dass die Rede von der „Lügenpresse“ abebbt.

    Sonst wurde Merkels Vorgehen immer interpretiert, nach allen Richtungen ausgeleuchtet. Jetzt hat man sich auf die Kanzlerin im Alleingang festgelegt. Ihre – zugegebenermaßen nachträglichen – „Rechtfertigungen“ – und im Einzelnen sehr guten Argumente – sind schlicht nicht zur Kenntnis genommen worden.

    Eine einzige Unterwefungsgeste auf allen Kanälen, Schicksal Merkel, Merkel, die Schicksals-Kanzlerin. Folglich bleibt als einziges Thema: inwiefern die Reaktionen von AFD-Wählern wenn nicht „verständlich“, so doch gerechtfertigt seien. Es hat übrigens auch schon weniger monokausale Erklärungen für deren Erfolg gegeben, als Ängste und oder vor Benachteiligung.

    Und so ist für Anschläge auf Flüchtligsunterkünfte das Merkel-Schicksal, das Fatum des Zustroms von Asylsuchenden verantwortlich. Eben: selber schuld !

    Sehen wir uns das vorläufige Ergebnis eiskalt, meinetwegen zynisch, konsequentialistisch an, dann hat sie einigermaßen Erfolg gehabt – also „gute“ Politik gemacht. Aber nicht einmal diese Kausalität wird diskutiert ! Geschweige inwiefern dieser „Erfolg“ nachträglich ihrer Argumentation recht gibt.

    Aber das traut sich inzwischen keiner mehr. Wir haben aber eine demokratisch gewählte Kanzlerin. Deren Politik aber nicht einmal mehr zu diskutieren, gibt der AFD recht !! Die Zeit, sich auf ein Muttie-Merkel-wirds- schon-Richten zu verlassen, ist vorbei ! Nicht einmal von intelligenten, bürgerlich-gesicherten Diskutrsteilnehmern, die sich anders als durch ein Geschrei eines Mobs Gehör verschaffen können, mehr wenigstens ein Appell an die hier diskutierten AFD-Unterstützer derselben Schicht. Indem in dem Sinne, dass es in einer Demokratie immerhin eine gewählte Partei bzw. Kanzlerin ist, die lenken, an eine gewisse „Staatsräson“ erinnert wird.

    Niemand will sich vorstellen, was ist, wenn die AFD über 30% (oder mehr, siehe NSDAP) kommt. Sehen wir uns aber die Berichterstattung insbesondere auch der öffentlich-rechtlichen an, ist es eine Illusion, dass diese Potenzial nicht existierte. Gerade dadurch, dass merkelsche Argumentation und Politik nicht einmal thematisiert wird, gewinnt die Pegina-AFD-Parole von der „Lügenpresse“ an Plausibilität. Es wird so getan, als wäre man gegen diese Leute, in Wahrheit wird die AFD hochgeschrieben bzw. „hochgeschwiegen“.

    Ist die AFD eine Trotz-Partei, dann wird sie dieses Land ernsthaft in Gefahr bringen, kann man mit der reden, dann fehlt ihr einfach ein Counterpart für die Gegenrede.

    Ich empfehle einen eiskalt-konsequntialistischen Blick auf die Entwicklung: es gibt eine demokratische Alternative.

  • Wolfgang  On April 27, 2016 at 11:02

    Ach ja, das Eigentum. Das war ja eben der Versuch nach 1945. Und, was ist draus geworden? AFD, PEGIDA, LEGIDA. Bodenreform, dass ich nicht lache , hatten wir doch schon Hartmut.

  • Dirk  On Mai 1, 2016 at 14:12

    @Hartmut zum Tag der Arbeit noch mal eine Studie des IW zur Wählerschaft der AFD. Die Studien nutzt Daten des SOEP und kommt zu dem Schluss, dass die AFD eine Partei der Besserverdiener ist. Die Daten kommen aus dem Jahr 2014, also dem Zeitpunkt zu dem die AFD noch eher eine Antieuropartei war. Leider habe ich die Originalversion nicht gefunden, von daher der Zeitungsausschnitt: http://m.welt.de/politik/deutschland/article154899202/Die-AfD-ist-eine-Partei-der-Besserverdiener-und-Gebildeten.html

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