Saul Ascher über Deutschland

Was beabsichtigen endlich diese Fanatiker in dem Eifer ihrer Germanomanie? Wozu die Anregung zu einem Kreuzzuge gegen alles Undeutsche oder Ausländische? Soll Deutschland das Beispiel zur Zwietracht und zum Nationalhaß aufstellen? Gibt es denn für Deutschland kein anderes Mittel, seine Selbständigkeit und Eigenheit zu erhalten? Hat es nicht einen Fonds von Kräften, diese Lage zu erschwingen, in der Geradheit, Betriebsamkeit und der Kraft seiner Nation?

Glücklich ist Deutschland, daß seine Regierungen sich nicht von dem Miasma der Germanomanie berauschen ließen. Deutschland ist frei, ist wiederhergestellt wie vormals, und bloß durch die Kräfte, die seine Regierungsoberhäupter in der treuen Anhänglichkeit der Völker an ihre Person, in ihrer Bravour und Beharrlichkeit fanden. Ehren wird es Deutschlands Völker für immer, bloß solche Hebel zur Rettung ihrer Selbständigkeit angewendet zu haben, die dem Zeitalter, wo echte Aufklärung und Menschenliebe so trefflich zu keimen begonnen, entsprachen.

So Saul Ascher in seiner Germanomanie, 1817 auf dem Wartburgfest unter wüsten antisemitischen Reden verbrannt.

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