Menschenrechte (aus meiner Korrespondenz)

zu Leitkultur (furchtbarer Begriff): Nun, es gibt natürlich eine
Leit“kultur“, nur ist es gar keine Kultur, schon gar nicht ‚unsere‘, was
immer das dann heiße, sondern eine Regel – nämlich, aber da werden wir uns
einig sein (ich trage mal Eulen nach Athen) die minima moralia, die eben
für alle gilt, alle verpflichtet, allen Menschen qua Mensch-Sein
grundlegende Rechte zuspricht. Die These, die arabische Welt (die es als
„die“ arabische Welt ja ohnedies nicht gibt) habe häufig nur sehr unvollkommen
Begriffe wie Menschenrechte etc entwickelt, stimmt sogar – aber wie
vollkommen ist der Begriff denn bei ‚uns‘ vorhanden, verinnerlicht,
gelebt? Ich meine jenseits der Schönwetterdemokratie… Wir tollen Westler
als dernier crie der Humanität, dass ich nicht lache.

Ich war immer gegen Muslim-Idyllik. Man muss das schon alles
thematisieren – Schwule, Juden, Frauen…Ich habe keine Probleme damit,
die erheblichen Defizite muslimischer Gesellschaften zu benennen. Aber
ausgemacht uns dann als Modell anpreisen, das ist absurd. Ganz abgesehen
davon, dass die korrekte Beschreibung muslimischer Gesellschaften
kategorial nichts mit der Frage zu tun hat, ob man Menschen in Not
helfen sollte oder nicht.

Ich verstehe nicht, was die immer mit Integration meinen? Dirndl und
Lederhosen tragen? HSV-Fan werden? Goethe oder Jerry Cotton lesen? Die
Menschen, die hierher kommen, müssen anständig behandelt werden und
ihrerseits alle Anderen anständig behandeln – also ein gegenseitiges
sich zueinander verhalten auf Augenhöhe -, mehr brauchts nicht. Where is
the problem? Ich sehe es einfach nicht. „Integration“, barsch eingefordert,
ist nur ein anderes Wort für Unterwerfung.

Post a comment or leave a trackback: Trackback URL.

Kommentare

  • summacumlaudeblog  On März 8, 2016 at 12:41

    Man muß alles auch beim Islam thematisieren, und da gibt es auch sehr viel – aber man muß eben auch bei den Fakten bleiben.
    Wenn z.B. in Köln etliche, sehr wohl in der Stadt lebende, muslimische Gruppen NICHT in der Silvesternacht „dabei“ waren, dann kann man nicht das Frauenbild des bösen Muselmanns an sich für die kriminellen Handlungen verantwortlich machen. Denn die kaum beteiligten Syrer sind ja auch Moslems. Das ist schlicht unwissenschaftlich. Es ist überdies ein Paradebeispiel für das so beliebte Verwirbeln von Inzidenz, Korrelation und Kausalität.

    Dazu ein überspitzt dargestelltes Beispiel aus der Medizingeschichte: Cholera in Hamburg Ende des 19.Jhd.. Nach oben skiziertem Denkfehler liegt die Choleraepidemie daran, dass die Betroffenen Deutsche sind, denn – so die Falschbegründung – die Erkrankten sind ja fast ausnahmslos Deutsche. Genauer kann man sogar sagen: Hamburger. Also macht das Hamburger Dasein Cholera. Klar!
    Aber halt: Die Betroffenen bildeten ja eine Untergruppe. Sie waren Hamburger, wohnten aber zusätzlich in einer bestimmten Gegend. Und schon werden die Verhältnisse klarer: Nur wer da wohnt, kriegt Cholera. Und was einte alle dort Wohnenden?
    Es war die Abwasserversorgung! Und die Trinkwasserzufuhr! Aha!!! Und schon wird der zuvor „statistisch“ so plausibel wirkende Zusammenhang absurd. Nicht das Hamburger Dasein an sich machte krank, sondern das Trinken verschmutzten Wassers. Würde man andere Kohorten zu dieser Trinkquelle geschleppt haben, so wären sie ebenfalls krank geworden. Ob aus Hamburg oder Puerto Rico kommend.

    Das gesamte, öffentliche Reden und Argumentieren ist voll von solchen Denkfehlern, die ihre Ursache in dem Verwirbeln der oben genannten Begriffe haben.

    • hf99  On März 8, 2016 at 13:20

      gegen den cum hoc ergo propter hoc Fehlschluß redet man nach meiner Erfahrung völlig vergeblich an.

      • summacumlaudeblog  On März 8, 2016 at 14:16

        Korrelation bedeutet nicht Kausalität heißt es schliffiggriffig in der Medizin. Die Amerikaner sagen: Correlation does not imply causation! Sogar Pharmafirmen versuchen es immer wieder, mit diesem Kunstgriff Zusammenhänge herzustellen, die realiter gar nicht da sind.
        Daneben noch ein beliebter Trick: Die Testkohorte für ein Medikament ist nicht represäntativ. Die Testkohorte wird eng gesiebt, nur die Allergesündesten schlucken die Pille (einmal nach einer Vorauswahl mit sage und schreibe 150 Laborwerten!!!), und dann kriegens hinterher aber alle. Denn Tests haben „bewiesen“, dass keine Nebenwirkungen auftreten. Ja klar: bei den Allergesündesten nicht!
        Das lässt sich auch umgekehrt denken: Ich gucke mir „Ausländer“ an, aber nur die, die im Ghetto leben! Siehste, so viel Kriminalität!

  • hANNES wURST  On März 8, 2016 at 13:40

    Der Begriff „Integration“ nervt mich auch schon lange, für mich steckt dahinter „Assimilation“, von wegen der fleißige Syrer legt das Gebetsbuch weg und wird deutscher Krankenhausmanager in Lederhosen. Das hat für mich nichts mit Asyl zu tun, von Asylanten sollte nur erwartet werden, dass sie sich an Gesetze halten, aber grundsätzlich wird Asyl bedingungslos gewährt. Integration ist optional und speziell, z.B. kann auch eine Integration in die Arbeitswelt erfolgen ohne dass eine kulturelle Anpassung erfolgen muss.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: