Kölner Fragenkatalog – update

Mit dieser Liste offener Fragen beende ich meine Auseinandersetzung mit dem Thema erst einmal.

Zur Klarstellung: Es geht nicht um die Frage, ob es auf der Kölner Domplatte Straftaten gegeben hat. Hat es, ich will es verraten. Es geht auch nicht um die Frage, ob es Straftaten sozusagen „über normal null“ gegeben hat. Hat es, mit ziemlicher Sicherheit.

Es geht um die Fage, ob auf der Kölner Domplatte ein affenartig grunzender, vertierter Muselsexmob ein stundenlanges Haberfeldtreiben gegen unsere (sic!) blonden deutschen Edel-Frauen eröffnet hat. Es geht um die Frage, ob es dort 1.000 Straftaten durch die bösen Musels gegeben hat, überhaupt geben konnte.

Die Fakten:

Auf der Kölner Domplatte – youtube-Videos belegen es – hat es eine ziemlich wilde, nunja, Silvester“party“ gegeben. Mit Böllern, die zT in die Menge geschossen wurden (aus Versehen? Absichtlich? Wer weiß das…auch mir ist Silvester versehentlich schon mal die Startrampe, also die leere Sektflasche, umgekippt – ist nichts passiert, zum Glück). Anwesend waren jeweils so ca 400, 500 Personen, maximal, wie die Videos belegen, also keine 1.000.

Auf der Kölner Domplatte und im Hauptbahnhof waren ca 200 Polizisten im Einsatz.

Die Polizei hat Domplatte/Hbf-Vorfeld einmal sogar geräumt -nicht wg Sexmob, den man in der Nacht nicht wahrgenommen hat, sondern wg Böller und Aggro. Mit anderen Worten: Die Polizei hat ihre Aufgaben wahrgenommen und hat agiert, als zu agieren war, sie war dazu auch in der Lage, sie hatte die Situation im Griff.

Am Morgen des 1.1. verkündete die Polizei, es sei eine friedliche Silvesternacht gewesen (gemeint war: gemessen an den Standards einer Großstadt – dass es auch in einer friedlichen Silvesternacht Straftaten gibt, ist jederzeit mit eingepreist und eingebucht, das soll hier auch nicht verharmlost werden!).

Ab dem 3.1. tauchten immer deutlichere Medien-Berichte auf über angebliche unglaubliche Angriffe auf Frauen auf der Kölner Domplatte.

Danach – nach den ersten Medienberichten – nahm die Zahl der Strafanzeigen richtig Fahrt auf. Derr Hamburger Polizeipräsident – neben Köln soll es in Hamburg am Schlimmsten gewesen sein – verkündete öffentlich, ein solch ungewöhnliches Anzeigeverhalten habe er noch nicht erlebt.

Seit dem Somer 2015 erleben wir ein ungewöhnliches Phänomen: Wieder und wieder und wieder werden Hoax-Meldungen lanciert, wonach „Flüchtlinge“ Straftaten verübt haben sollen – Beispiele, die für viele Vorgänge stehen: 5 Flüchtlinge sollen ein 16jähriges Mädchen angegriffen/sexuell belästigt haben (falsch), so sähe eine von „Flüchtlingen“ angegriffene deutsche Frau aus (falsch – es war das Foto eines Verbrechensopfers aus Südafrika), „Flüchtlinge“ hätten den Rewe/Lidl/wasweißich-Markt besucht, Waren entnommen und seien an der Kasse vorbeimarschiert mit der Bemerkung, Mutti Merkel zahle alles (falsch natürlich) undundund. Verfolgt man die ursprünge solcher Meldungen, stößt man eigentlich immer auf Pegida-nahe Kreise.

Im Smartphone-Zeitalter gibt es eigentlich von jedem Ereignis irgendein youtube-Video, wenn es nicht gerade einsam in Nordfinnland passierte. Flugzeugunglück, Autobahncrash..immer sitzt, mit Hannah Arendt zu sprechen, jemand unterm Baum und berichtet. Von dem angeblich stundenlang agierenden, tausend Straftaten begehenden Muselsexmob von Köln gibt es bis heute kein youtube-Video, und vor allem auch kein geleaktes Polizei-Video, nichts. Im Gegenteil: Tagelang wurde ein – reales! – youtube-Video vom Tahrir-Platz als Video von der Kölner Domplatte gefaked (soviel also dazu, dass man Sexübergriffe nicht filmen kann…natürlich kann man, wenn sie denn vorliegen!). Aber Videos vom Kölner Sexmob findet man bis heute nicht auf youtube! Nicht eines! Bei angeblich 1.000 Taten! (update: wir haben übrigens bis heute auch keine öffentliche Aussage des Inhalts, man habe den brutalen, rasenden Sexmob filmen wollen, sei daran aber gehindert worden.)

Regina Schleheck war Silvester am Kölner Hauptbahnhof. Ihrem Bericht nach ist ihr dort nichts passiert. Im Gegenteil: Als es dort zu beengten Verhältnissen kam, hätten „die Ausländer“ (wer immer das war) sich sehr kooperativ und menschlich gezeigt etc. Ergebnis: Regina Schleheck wurde daraufhin auf unglaubliche Art und Weise angepöbelt – ganz offenkundig widersprach ihre Schilderung einem elementaren Bedürfnis. Bis hin zu übel sexistischen Äußerungen, ihre Ü50-Brüste hingen ja sowieso schlaff, für die interessiere sich ja kein Musel mehr etcetc. Auf Schlehecks Facebook-Posting gab es übrigens Reaktionen anderer, des Inhalts: Auch sie seien am Hbf gewesen und auch sie könnten das Wirken eines Sexmobs so nicht bestätigen… Regina Schleheck bestreitet nicht, dass es Strataten gab – sie bestreitet das angebliche Ausmaß!

Am 4.1. gab es einen ach so authentischen Bericht eines angeblichen, vielleicht wirklichen Polizisten. Es seien unglaubliche Dinge dort passiert in Köln. Dieser ach so authentische Bericht hatte, wie die Süddeutsche vor kurzem noch zu Recht dartat, eine unglaubliche Wirkung: Erst mit diesem Bericht, inklusive Rechtschreibfehler, glaubte ganz Deutschland, in Köln seit wirklich ein grausamer Muselsexmob über die Domplatte gerast. Bei diesem Bericht gibts nun aber dummerweise so einige Probleme: Wie kritische Journalisten schon frühzeitig festgestellt haben, schildert der „authentische“ Bericht z.B. den Umgang mit den „Aufenthaltstiteln“ falsch. Die kann man nicht „zerreissen“, weil es sich nicht um Papier, sondern um Scheckkkartenformate handelt. Auch ein „Registrierungsbeleg“ ist so nicht bekannt. Zugleich behauptet dieser „authentische“ Bericht, die sog. Flüchtlinge hätten sich auf Merkel berufen – wiederholt also den Dauerhoax, „die Flüchtlinge“ würden sich alles heraus nehmen und sich auf Merkel berufen („Mutti Merkel zahlt“ – eine beliebte Behauptung auf rechten Hoax-Seiten, s.o.).

Wir haben derzeit über 1.000 Anzeigen betreffs Köln. Würden diese 1.000 (in Worten: eintausend!) Anzeigen alle stimmen – in ca 5 Stunden eine Straftat alle 20 Sekunden! – , wäre in der Tat ein bis dato kaum glaublicher Sexmob über die Kölner Domplatte gerast. Und diesen Sexmob hat eine belegbar handlungsfähige Polizei stundenlang nicht wahrgenommen? 200 Polizistinnen und Polizisten sind so strunzdumm, alle miteinander, sind alle so kotzekotzedumm, dass sie 5 Stunden lang nicht einmal 2 und 2 zusammen rechnen können? Nachträgliche Polizeiberichte beeindrucken mich dabei wenig. Ich möchte wissen: Wie realistisch ist es, dass 200 Polizisten über 5 Stunden hinweg eine Meute, die alle 20 Sekunden eine Straftat begangen haben muss, in ihrem Ausmaß nicht erkannt haben? Es geht mir um das Ausmaß. Dass es Fälle von sexueller Gewalt gegeben hat, bestreitet kein Mensch. (update: Die Truppe vor dem Hauptbahnhof hat bekanntlich sogar Verstärkung abgelehnt, weil nicht nötig! M.a.W., denn genau das bedeutet es: Da war nichts, jedenfalls hat die Polizei nichts wahrgenommen, was Verstärkung erfordern würde – und alle 20 Sekunden eine Straftat würde Verstärkung erfordern. Das heißt verdolmetscht: Entweder gab es gar keinen Sexmob, oder unsere Polizei besteht zu 100 % aus Vollidioten, die, mit 200 Leuten anwesend, über Stunden hinweg nicht einmal in der Lage sind, einen rasenden Sexmob wenige hundert Meter entfernt wahrzunehmen.)

Inzwischen gibt es erste Verfahren. In ihnen geht es nicht um einen vertierten Muselsexmob, sondern um Mitglieder sog. Antänzerbanden, die seit Jahren mit erheblicher Energie kriminell tätig sind. (Mir tun diese Menschen in ihrer Perspektivlosigkeit und mit ihrem total verpfuschten Leben übrigens eher leid, als dass ich ihnen mit Haß begegne – was die Sache für die Opfer solcher Banden natürlich nicht schöner macht.)

Inzwischen gibt es erste Berichte über Fake-Anzeigen in Köln. Wollte sich da jemand bloß wichtig haben, sein verlorenes Smartphone versicherungskompatibel melden, oder liegen politische Gründe vor? Wird das weiter verfolgt? Eine gewisse Quote von Fakeanzeigen ist normal bei öffentlich massiv wahrgenommenen Verbrechen.

Ich weiß nicht, was in der Silvesternacht in Köln passiert ist, denn ich war nicht da. Ich möchte es aber wissen. Den obigen Text verstehe man als Fragekatalog, der sich aus den Fakten zwanglos ergibt. Wer mir mit „Köln“ kommt, mit Verdächtigungen gegen „den Musel“, der möge mir bitte erst einmal obigen Fragekatalog beantworten.

Ich habe so eine kleine Recherchefaustregel: ich schließe erst einmal gar nichts aus, natürlich auch nicht den Sexmob. Dann wünsche ich da aber Belege. Was derzeit vorliegt, sind keine Belege, sondern Fragen und Widersprüche, die einen schon bedenklich stimmen.

Post a comment or leave a trackback: Trackback URL.

Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: