Zum Tod der kleinen Rana

Ich habe hier, als alles hyperventilierte, für sachliche Aufklärung der Kölner Vorkomnisse geworben und musste mir anhören, ich würde derailen, würde Victim-Blaming betreiben. Inzwischen dürfte sich herumgesprochen haben, dass meine Skepsis berechtigt war: Es gab eine Häufung von Straftaten durch kriminelle Banden, die übrigens im Prinzip seit Jahren polizeibekannt sind (lassen wir mal dahingestellt, was das zu bedeuten hat), und dieses aggressive und widerliche Antanzen wurde und wird von Frauen auch völlig zu Recht als Sexualstraftat wahrgenommen. Einen vertierten Muselsexmob, der „Frauenkörper als Ziel des Klassenkampfes“ ansieht, gab und gibt es jedoch nicht. Diese übersteigerten Thesen finden in der Realität keine Entsprechung; es handelt sich um bloße Projektionen von Intellektuellen, die ihr eigenes kulturwissenschaftliches Süppchen kochen. Das ganze kulminierte dann in der verschwiemelten Suggestion des schmierigen Boris Palmer, der sich nicht entblödete, von „blonden Töchtern grüner Professoren“ zu lallen. Es demaskiert sich halt ein jeder so gut er kann. Gespenstisch! (Der „Professor“ hat dem ganzen dann die Krone aufgesetzt; darunter macht es der verbeamtete grüne Besserbürger halt nicht. Was für ein ekelhaftes Pack!)

Jetzt ist also die kleine Rana gestorben.

Und so, wie ich in Köln für kühle Analyse plädierte, möchte ich auch hier genau wissen, was war, bevor die Empörung wieder 1000mal geliked wird. Ich bin kein Mediziner und werde den Teufel tun, hier jetzt etwa wiki-gestählte Ferndiagnosen abzugeben. Man muss aber kein Mediziner sein, um zu wissen: Ein solcher für die Eltern zweifellos furchtbarer Tod eines Kleinkindes kommt immer mal wieder vor; Rana hätte auch Simone heißen können. Ob es Fehldiagnosen gab, Kunstfehler, oder ob die behandelnden Ärzte hier chancenlos waren und der Tod leider unvermeidlich, muss das Obduktionsergebnis zeigen. Dass die Eltern schwere Vorwürfe erheben, ist okay; würde ich auch machen, an ihrer Stelle. Aber natürlich müssen wir abwarten, wie es zu diesem Todesfall gekommen ist. Statistisch – auch dazu muss man kein Mediziner sein – ist bei einer Million Menschen der Tod eines kleinen Kindes eben leider alles andere als auffällig. Und selbst ein ärztlicher Kunstfehler muss ja mitnichten auf Rassismus verweisen; Ärzte sind Menschen, sie machen Fehler. Es sei auch an den „Fall Sebnitz“ erinnert. Deswegen bleibe ich meiner bösen, bösen Derailingstrategie treu und sage: Calm down, Analyse abwarten.

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Kommentare

  • Wolfgang  On Februar 16, 2016 at 12:36

    Stimmungsmache, Provilierungssucht und „Mann beist Hund“ Masche. Ja. es ist schlimm und wird schlimmer. Wo sind wir gelandet?

  • che2001  On Februar 18, 2016 at 00:18

    Im Simulacrum neuer Ordnung, um mit Baudrillard zu sprechen. Nichts ist wie es scheint, Politik/Realität wird als Spektakel inszeniert. Die „new world order“ wurde von bestellten und gut bezahlten Think-Tank-Ideologen wie Huntington designt, um jede Möglichkeit einer Perspektive auf Befreiung im Ansatz zu unterbinden. Damit wurde die Büchse der Pandora geöffnet. Den Erschaffern dieser Realitätsverzerrung entgleitet jede Möglichkeit der Kontrolle über ihre „Frankensteins“.

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