Kölner Bilanz

Polizeidirektor Michael Temme berichtete weiter, dass die Zahl der gemeldeten sexuellen Übergriffe in Köln zu Beginn des Straßenkarnevals deutlich gestiegen sei. Es seien 22 Sexualdelikte an Weiberfastnacht angezeigt worden. Im vergangenen Jahr waren es neun und davor zehn. Neben der Attacke auf die 27-Jährige wurde eine belgische Fernsehreporterin Opfer, die bei einer Live-Übertragung begrapscht wurde. Weiter überfiel an der Alteburger Straße in der Südstadt ein Mann eine Frau und vergewaltigte sie – der Angreifer konnte flüchten. „Wir führen die gestiegene Zahl darauf zurück, dass sich das Anzeigeverhalten der Opfer deutlich verändert hat.“ Vermutlich sei die Bereitschaft, solche Vorfälle auch tatsächlich anzuzeigen, seit den Vorfällen der Kölner Silvesternacht gestiegen.

Nein, niemand muss mich jetzt loben. Wie gesagt: Kriminologie, 1. Semester, Hellfeld, Dunkelfeld (doppeltes Dunkelfeld), Anzeigeverhalten. Schade, dass Temme nicht die Traute hat, zuzugeben – wissen wird er es ja wohl -, dass das von ihm zutreffend geschilderte veränderte Anzeigeverhalten bereits für die Silvesteranzeigen selber offenkundig einschlägig war. Allein der zeitliche Verlauf der Anzeigeneingänge belegt es. In Köln gab es Straftaten, vermutlich überwiegend durch Antänzerbanden, aber eben keinen Muselsexmob. (Wenn auf dem Oktoberfest alle Szenen solcher Qualität ebenfalls angezeigt würden, hätten wir in München jedes Jahr abertausende von Anzeigen, im deutlich 5stelligen Bereich; allein jede Kellnerin, jede, müsste Tag für Tag Dutzende davon schreiben…deswegen sind die Vergleiche, auf dem ganzen Oktoberfest gäbe es, hähähä, ja nur 28 Anzeigen, so aberwitzig. Die berühmten 28 Anzeigen beziehen sich ‚lediglich‘ auf allerschwerste Sexualstraftaten – versuchte/vollendete Vergewaltigung -, und sie beschränken sich auf die Anzeigen, die bei der Wiesenwache eingegangen sind.) Ich schließe inzwischen nichts mehr aus, auch nicht, dass die allererste Polizeimeldung aus Köln – Köln ist immerhin eine Großstadt, und es war immerhin Silvester – sogar halbwegs zutraf. Ich glaube zwar nicht, dass deutsche Polizistinnen und Polizisten durchgängig einen Emmy-Nötherschen oder Albert-Einsteinschen Intelligenzquotienten aufweisen…aber für so saudumm, dass 200 anwesende Polizisten es alle miteinander stundenlang nicht merken, wie ein Sexmob über die Kölner Domplatte rast…für so saudumm halte ich nicht einmal unsere Polizei.

Inzwischen liegen erste Belege über Fake-Anzeigen aus der Silvesternacht vor. Auch das war zu erwarten. Zunächst einmal sowieso und überhaupt – jeder öffentlich verhandelte Kriminalfall lockt die Spinner, Trittbrettfahrer und Wünschelrutengänger an, das muss man einfach sportlich sehen, das ist einfach so, das meine ich null böse und hat mit Derailing nichts zu tun. Dann aber auch, weil wir seit Monaten, schon vor Silvester, beobachten konnten, wie Pegida-nahe Kreise falsche Berichte über Sexualstraftaten durch „Flüchtlinge“ lancieren; zT mit gefälschten bzw falsch zugeordneten Bildern. Belege brachte ich. Bekanntlich betraf das ja auch die Kölner Silvesternacht selber: Da man reale Videos über den Kölner Muselsexmob nicht präsentieren konnte (Videos, die es in der Tat hätte geben müssen, sollte dieser Sexmob realitär agiert haben), log man einfach ein Video vom Tahrir-Platz zur Kölner Silvesternacht um. Wider besseres Wissen übrigens. Göttlich war der sich selbst entlarvende Kommentar eines Pegidafritzen: Er empfände dieses Video nicht als Fake, denn „die“ würden das ja auch in Deutschland tun. Es wäre ein Wunder, wenn Pegida-Kreise ausgemacht auf den Kölner Silvesterzug nicht aufgesprungen wären…nachdem sie schon monatelang nachweisbar massiv Straftaten, am liebsten Sexualstraftaten „durch Flüchtlinge“ herbeigefaked und herbeigefälscht haben.

In Köln hat es Straftaten gegeben, sicherlich auch schwere. Höchstwahrscheinlich durch kriminelle Gruppen/Banden, die übrigens, seltsam genug, seit Jahren polizeibekannt sind.

Einen affenartig grunzenden, 1.000köpfigen Muselsexmob, der stundenlang ein Haberfeldtreiben gegen blonde deutsche Frauen durchexekutiert hat, hat es nicht gegeben.

Genau dieses Mem aber ist in der Welt und wird dort bleiben. Die AfD feiert einen ab – von Alice Schwarzer aufs Absurdeste unterstützt -, und die Humanität muss sich wieder einmal ausweisen, wird als Volltrottel vorgeführt, ist in der Defensive, muss stottern, stammeln, erklären. Das ist die wahre Kölner Bilanz, und ich werde das Gefühl nicht los, dass einige das auch ganz genau wissen und so sogar gewollt haben.

 

PS: Christine Kronenberg sagte: „Wegen der Ereignisse in der Silvesternacht sind mehr Frauen bereit, ihr Schweigen zu brechen und Übergriffe anzuzeigen. Das sehe ich als Erfolg“ Das sehe ich ausdrücklich auch so!

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Kommentare

  • Hagnum  On Februar 7, 2016 at 14:33

    Alice Schwarzer durfte sich wenige Tage nach Köln auf hr1 äußern.
    Vorgestellt wurde A. vom Moderator als Feministin und Humanistin.

    Humanismus und die Schwarzer Hand in Hand.Das war mir neu.
    Die Alice ne Humanistin. tsts….

  • Publicviewer  On Februar 7, 2016 at 16:53

    Sicher war das gewollt, nichts passiert hier rein zufällig, nur gibt es auch bei der herrschenden Klasse, immer noch verschiedene Interessensgemeinschaften die sich bekämpfen.
    Aber keine Angst, auch das geht vorbei. kicher…;-)

  • Bersarin  On Februar 7, 2016 at 23:10

    In der Tat ist es gut, daß die (kleingerechnet) rund 100 bis 150 sexuellen Übergriffe in der Kölner Silvesternacht endlich auch bei anderen Veranstaltungen dazu führen, solche Delikte anzuzeigen. Ganz egal, wer sie begeht. (Wenngleich es bei den Tiefendimensionen und in den Individualfällen eben doch bedeutsam ist, wo einer herkommt und wie er erzogen wurde. Dabei spielen auch religiöse und schichtenspezifische Prägungen eine Rolle. Die „Kölner Botschaft“ formuliert es in diesem Zusammenhang treffend. Absolut lesenswert und gut!)

    22 Anzeigen zu Weiberfastnacht sind zwar nicht Köln zu Silvester, aber immer noch schlimm genug. Die Dunkelziffer allerdings ist eine sinnlose Zahl, mit der sich schlecht argumentieren läßt. Sie erzeugt Argumentnebel. Denn man kann natürlich bei allen Delikten behaupten: Die Dunkelziffer liegt weit höher – gerade bei sogenannten geringfügigen Delikten. Kann sein. Muß aber nicht sein. Sagt also erstmal nichts aus. Die Zahlen für das Oktoberfest und das diese in keinem Verhältnis zu Köln stehen, hat Don Alphonso in der FAZ bündig anhand des Polizeiberichts dargelegt.

    Ob Köln ein Sexmob war, liegt im Auge des Betrachters. Wenn innerhalb von acht Stunden durchschnittlich alle 5 Minuten Männer auf einem öffentlichen Platz grapschen, körperlich zudringlich werden, Finger in Körperöffnungen einführen, Strumpfhosen und Slips zerreißen oder verbal belästigen, halte ich diese Zahl für enorm und so bisher nicht dagewesen. Aber wenn man das anders sieht, ist dies jedem selbstverständlich unbenommen. Nur sollte man dann in Zukunft mit einem Begriff wie rape culture, wie ihn die Stokowskis, Wizorks, Schramms et al gebrauchen – zumal in weitaus weniger dramatischen Zusammenhängen – ein wenig vorsichtiger umgehen.

    Was die vermeintlich untätige Polizei betrifft: In eine aufgeheizte Menge, die feuerwerkelt und aus der heraus Straftaten begangen werden, begeben sich Polizeikräfte nicht mal eben so hinein. Zumindest nicht mit 200 verstreut eingesetzten Beamten, die, anders als bei einer Demo, nicht frontal und seitlich einen überschaubaren Zug kesseln und die nicht durch die Einsatzleitung und besondere Zugführer koordiniert sind. Zu einer Festnahme aus einer tendenziell gewaltbereiten Menschenmenge werden etwa acht bis zehn Polizisten eingesetzt. Die scheinbar untätige Polizei muß also mitnichten ein Beweis dafür sein, daß in Köln Geringfügiges sich ereignete. Sondern ganz im Gegenteil kann die Untätigkeit der Beweis sein, daß die Lage für diese Zahl der Polizeikräfte zu groß war und die Polizei überforderte.

  • Bersarin  On Februar 7, 2016 at 23:19

    Weshalb gibt es von Köln Silvester keine Bilder? Mit böser Zunge gesprochen, könnte man sagen, es gibt keine Videos, weil die Handys von jenen Grapschenden geklaut wurden. Es waren übrigens nicht nur blonde Frauen, die sexuell genötigt wurden, sondern auch dunkelhaarige, rothaarige, migrantische und nichtmigrantische.

    Aber etwas ernsthafter und Punkt 1:Hast Du schon mal versucht, in einer relativ gedrängten Menschenmenge Photos zu machen? Ich ja. Ich photographiere seit 1980 auf Demos, meist mit viel Gedrängel wie auch Aktion, und ich kann Dir versichern: Wenn Polizeizugriffe und Festnahmen in den Demo-Zug hinein durchgeführt werden, mußt Du bewußt mitlaufen und direkt daneben stehen, ansonsten kriegst Du kein einziges Bild geschossen, das irgend etwas Relevantes zeigt. Da sind auf den Photos dann nichts als Rücken zu sehen. Was bleibt, sind die Aussagen der Beteiligten. Mehr nicht.

    Und in eine solche Menschenmenge hinein können auch Polizisten, die meist in größeren Gruppen am Rand stehen, nichts beobachten – es sei denn, es spielte sich direkt vor ihren Augen ab. Zumal wie in Köln auf dem Platz eine unkontrollierte Menge sich aufhielt, die Feuerwerkskörper, teils auch aus Signalpistolen, verschoß. Etwas, das es meines Wissens beim Oktoberfest nicht gibt. Oder ist dort Dauerfeuerwerk? Polizisten in Zügen laufen zudem nicht einfach mal so los und machen irgend etwas, sondern sie erhalten eine Order vom Zugführer, der sich bei einer solchen Lage sein ok von der Einsatzleitung holt. Und wenn die sagt: „Stillgestanden!“, dann steht der Zug still und kein Polizist in einem Zug macht irgend etwas ohne Einsatzbefehl. Glaub mir das einfach mal, Hartmut. Ich spreche aus Kenntnis.

    Manchmal sind Erklärungen für scheinbar Unerklärliches simpel. Geh auf die nächste Demo und versuche, Festnahmen oder Steinwürfe aus der Demomenge heraus zu photographieren. Oder mach mal Bilder, wenn auf dem RAW-Gelände in Berlin die Antänzer-Banden tätig sind. Viel Spaß!

    Punkt 2: Daß in Köln, wenn Männerhorden mit aggressiver Ausstrahlung Frauen angehen, die in Panik und Angst sind, irgendwie brauchbare Bilder entstünden, ist unwahrscheinlich. Keiner holt das Handy hervor und macht Bilder, wenn die gute Aussicht besteht, daß inmitten einer aggressiven Masse das Handy geraubt wird. Und ansonsten gibt es sehr wenige Menschen, die ihre eigenen Vergewaltigung, ihr Angrapschen durch einen Sexmob oder ihren eigenen Raubüberfall filmen. „Du Mahmoud, läßt Du mir wenigstens das Handy? Dann kann ich die Bilder auf Youtube stellen!“ „Isch mach dich Finger, aber Handy kannz behalten. Is eh iphone 4, Schlampe!“

    • hf99  On Februar 8, 2016 at 12:14

      Ich korrigiere nur Deine offenkundigsten Fehler:

      a) zur Debatte steht ein Mem (bzw ein Narrativ – sollen doch die Kulturwissenschaftler entscheiden, um was es geht). Dieses Mem/Narrativ lautet unstreitig: Vertierter, 1.000köpfiger Muselsexmob exekutiert Haberfeldtreiben gegen unsere blauäugig-blonde deutsche Edeldamenschaft. Dass in Köln realitär nicht nur Meike Müller-Schulz, sondern auch Ayse Öztürk Opfer wurde, weiß ich, ich bin ja nicht blöde. Aber um dieses Mem/Narrativ ging es eben nicht. Es ging nicht um das Mem Mann-greift-Frau-an. Es ging um das rassistische Mem „vertierter-mieser-Muselmann-greift-blonde-deutsche-Edelfrau-an“.

      b) fehlende Bilder: Es gibt sehr wohl in entsprechenden Situationen immer wieder entsprechende Videos (in Smartphone-Qualität, nicht in Bersarin-Qualität!). Siehe eben gerade das berühmte Video eines wirklichen Sexmobs vom Tahrir-Platz. Hätte es solche Vorkommnisse in Köln gegeben, in dem Ausmaß, wie die öffentliche Wahrnehmung es glauben macht, nämlich knapp 1.000 Anzeigen in etwa 5 h/300 Min, also alle 20 Sek ein Vorfall, hätte es zwingend spontan geschossene, verwackelte, zu entwackelnde Smartphone-Videos geben müssen. Es gab sie nicht, gibt sie nicht, bis heute nicht – weswegen das Tahrir-Video (und auch ein erfundener Klinik-Schrieb) herhalten musste als „Beleg“.

      c) handlungsunfähige Polizei: Nimm bitte zur Kenntnis: Der Platz wurde ja geräumt! Es kann keine Rede davon sein, dass die Polizei handlungsunfähig war. Er wurde zeiweilig geräumt… wegen der Böllerei. Dass eine im Prinzip anwesende und belegbar handlungsfähige Polizei über Stunden hinweg einen über die Domplatte rasenden Sexmob nicht einmal wahrgenommen hat, schließe ich aus. Ich darf in diesem Zusammenhang auch noch einmal an Regina Schlehecks Aussage (Da war nix) erinnern. Die Frau war mitten im Hauptbahnhof. Lügt sie? Wenn ja, warum?

      d) Zum Oktoberfest: Deine, Dons und vieler anderer Ausführungen dazu sind einfach ein Ärgernis, von keinerlei Kenntnis getrübt. Ich habe, wie Du weißt, so einiges an Catering-Erfahrung hinter mir, habe mit vielen Kolleginnen sprechen können, gerade auch jüngeren, nicht ganz unattraktiven, wenn ichs mal so sagen darf…auch solchen aus Rumänien, dem Libanon oder dem Baltikum (O-Ton Publikum: „Russengesocks“); Stichwort Weihnachtsmarkt. Kolleginnen, die auf den Job angewiesen waren und die sich nicht wehren konnten (und die, ganz en passant bemerkt, von ihrem lieben Arbeitgeber auf Weihnachtsmärkten, nicht auf der Wiesn, sogar ständig ums Trinkgeld beschissen werden – wogegen sie sich ebenfalls nicht wehren, nicht wehren können). Ich will hier nicht näher ins Detail einsteigen – soviel nur: Hört bitte auf, dummes Zeugs zu erzählen über Dinge, von denen ihr ersichtlich keine Ahnung habt. 28 Vorfälle während des gesamten Oktoberfests – dass ich nicht lache! Ganze 28 Belästigungen auf der Wiesn ist Absurdistan; da häng mal 3 Nullen ran, und ich übertreibe jetzt wirklich nicht. Ich wünsche über diesen Punkt keine Debatte, da werde ich einfach zu wütend.

      e) Seit Monaten lancieren pegida-nahe Kreise Fake-Anzeigen, Fake-Beschuldigungen gegen Flüchtlinge; es geht eigentlich immer um Eigentums- oder Sexualdelikte. Belege brachte ich; wer googlen kann, ist klar im Vorteil. Das geht soweit, dass auf gefakten Antifa-Sites die Fake-Antifa zur Fake-Anzeige gegen Pegida aufruft – postmodernism at its best: Ich fake einen Fake, der zum Fake aufruft. Und wenn dann, nach der ersten öffentlichen Aufmerksamkeit, die Anzeigenzahlen derart extrem hochgehen, ist ein gewisser Verdacht nicht von der Hand zu weisen. Dieser Verdacht hat sich inzwischen ja auch bestätigt: In Köln gab es Fake-Anzeigen.

      Das ganze hat auch zu tun mit der Geschwindigkeit von scheinbaren Informationen (in Wahrheit Meinungen und Ideologeme), die – einmal in der Welt – sich jeder ruhigen Nachrecherche versperren. Narrative, Meme, Mythen, invented tradition und Anverwandtes führen ein zähes Eigenleben. Noch heute glaubt wohl die Mehrheit, das Genie Kolumbus habe die Kugelgestalt der Erde erkannt, während das tumbe, blöde, dunkle Mittelalter befürchtete, über den Erdrand zu fallen.

      • Bersarin  On Februar 8, 2016 at 14:48

        Zur Debatte stehen die Sexübergriffe und die Raubüberfälle von Köln. Über genau diese schrieb ich und nicht über das Mem, das bei Pegida und Afd die Runde macht. Nichts weiter. Wir scheinen dann über unterschiedliche Dinge zu debattieren. Ich spreche zudem nicht über einen 1000-köpfigen Sexmob, sondern von einer Menschenmenge, aus der heraus sexuelle Übergriffe und Raubüberfälle geschahen. Was wann und wie welche Zeitungen berichteten, kann man nachlesen. Die ÜBERWIEGEND HERRSCHENDE MEINUNG der Zeitungsberichte ging ab dem 5.1. von einer rund 1000-köpfigen Menge aus. Wir drehen uns hier aber im Kreis.

        Nach den bisherigen Erkenntnissen lassen diese Übergriffe sich nicht bagatellisieren als wäre das ein ganz normaler Tag. Und um genau diese Zahlen geht es mir: Lügen auch die 100 bis 150 Frauen, die relativ glaubwürdig Sexdelikte anzeigten? Alle fünf Minuten ein Sex-Übergriff. Ganz ruhig nachrecherchiert und konkret an Dich gefragt: Bezweifelst Du auch diese Zahlen? (Darunter übrigens eine Zivilpolizistin im Dienst.) Finde ich hoch. Und ich habe mal bewußt kleingerechnet. Daß es Trittbrettfahrerinnen gibt, bestreitet niemand. Aber selbst bei 4/5 Trittbrettfahrerinnen und nur 1/5 Wahrheit – was hart gerechnet ist: ich möchte den Wizorek-Stokowski-Augstein-Diez-Aufschrei mal erleben, wenn ich solches Freundlich-Trimmen in anderen Zusammenhängen täte: rape culture – haben wir immer noch eine hohe Zahl. Gehen wir von immerhin noch der Hälfte an Trittbrettfahrerinnen aus, ist diese Zahl exorbitant: 250 Anzeigen Sexualdelikt – von einfach bis schwerwiegend. Wenn das auch innerhalb von rund 8 Stunden auf den Wiesʼn geschieht, will ich es gerne glauben. Aber nur mit belegbaren Zahlen. Wie geschrieben: Mit Dunkelziffern läßt sich schlecht argumentieren. Kann sein. Kann nicht sein. Die Dunkelziffer heißt Dunkelziffer, weil sie eine dunkle Ziffer ist. Das heißt nicht, daß ich Deine Berichte bezweifle. Nur ich kenne eben auch die Gegenberichte. Die Freundin hatte in München ohne Mannesbegleitung nie ein Problem – sieht man von dummen Sprüchen ab, die Wohlwollende als Flirt und Böswillige als Übergriff deuten könnten. Hier steht nun ein Beispiel gegen ein anderes. Wie bei jener legendären Frau Schleheck. Weshalb sie allerdings abgeschirmt und beschützt werden mußte, wenn in Köln angeblich alles harmlos und unwesentlich war, würde mich dann doch interessieren. Vor wem abgeschirmt? Vor der Fahrkartenkontrolle wohl eher nicht.

        Ich bestreite kaum die Übergriffe auf dem Oktoberfest. Nur haben die eine andere Qualität als die Ereignisse in Köln, weil sie anders sich zutrugen und vor allem nicht in dieser Ballung auf wenigen Quadratkilometern geschahen, mit Böllern und Ballern. Auch Köln = Oktoberfest ist ein sich leider in den Köpfen festgesetztes Mem. Aber so ist es halt: das Internet. Frau Wizorek verbreitet ungeprüft überstrapazierte und nachweislich falsche Zahlen und eine bestimmte Klientel greift sie auf.

        Fakt bleiben 100–150 ernstzunehmende Anzeigen innerhalb weniger Stunden wegen sexueller Übergriffe in Köln. Die lassen sich nicht kleinschreiben.

      • Bersarin  On Februar 8, 2016 at 14:50

        Weshalb es keine Bilder von solchen Szenen in Menschenmengen gibt, schrieb ich. Nicht einmal verwackelte. Nimm es zur Kenntnis oder laß es bleiben. Ich verstehe nicht, was daran so schwierig zu verstehen ist, Hartmut. Köln ist eben nicht ein normaler Tag auf dem Hamburger Dom gewesen. In einer dichten und zudem unruhigen, sich bewegenden Menschenmenge macht niemand Bilder, die irgend etwas beweisen oder zeigen. Schon gar nicht von seiner eigenen Vergewaltigung oder einem Sexübergriff. Allenfalls auf den Täterhandys kann man Bilder finden, weil die in Gruppen direkt davor standen und vermutlich ungehindert filmten. Einige Handys sollen der Auswertung bei der Polizei dienen, hieß es. Und insofern ist es gut, daß diese Filme nicht ins Internet gelangen. Aus nachvollziehbaren Gründen, wenn wir an Pegida denken. Wenn Du Dir zudem die Antanz-Banden in Friedrichshain beim RAW-Gelände mal anschaust oder die Dealer im Görlie, dann weißt auch Du, weshalb es selbst in solchen Situationen keine Bilder gibt, wo keine dichtgedrängte Menge böllernd über einen Platz wabert. Einfach mal mit einem Smart- oder iphone hingehen und das Teil hochhalten.

        Was genaue bei dem Polizeieinsatz vor sich ging, kann man erst dann einschätzen, wenn die Funkprotokolle zugänglich sind. Hier in Köln gab es zumindest keine normale Situation wie wir sie jeden Tag haben. Du darfst Dir die Ereignisse in Köln nicht vorstellen, als tobten da 1000 Männer und machten vor den Augen der Polizei eine Orgie wie bei Caligula, sondern es war eine undifferenzierte Menge: Und in der und aus der heraus geschahen Straftaten, die für die meist am Rande sich bewegende Polizei nicht immer ersichtlich waren. (Hier müßte man konkret Polizisten befragen, was genau geschah und was die gesehen haben, um zu einem Urteil zu kommen. Die Zeugenaussagen von Frauen zumindest waren da bisher sehr eindeutig.) Diese unübersichtliche Lage macht es für die Polizei schwierig, nach einem geordneten Konzept vorzugehen, wie es in den einschlägigen Handbüchern der Polizeieinsatzlehre zu finden ist.

        Was aus den Kölner Vorfällen Pegida und Afd machen, ist etwas ganz anderes und schlimm genug. Mir geht es um GENAU DIESE 100 Übergriffe innerhalb von acht Stunden. Es werden in der Causa Köln leider viele Aspekte undifferenziert in einen Topf vermengt. Das, was dort in Köln geschah – die „Kölner Botschaft“ nimmt dazu gut und deutlich Stellung –, hat rein nichts mit dem Asylrecht zu schaffen und kann nicht als Argument gebraucht werden, ein Grundrecht auszuhebeln. Und es sind eben nicht Flüchtlinge aus den arabischen Räumen allesamt Angrapscher – insbesondere sind übrigens in Flüchtlingsunterkünften vielfach Frauen der Männergewalt ausgesetzt. Auch darüber berichtet kaum jemand. Es wäre also in einer analysierenden Betrachtung gut, das Mem und die Gerüchteküche vom bösen Moslem von dem zu trennen, was in Köln geschah. Dazu sollte man aber die Ereignisse von Köln klar, ohne Scheuklappen und ohne rassistische Vorurteile benennen. Pegida und das gesunde Volksempfinden können es nicht. Wir aber schon.

        • Bersarin  On Februar 8, 2016 at 14:59

          Sinnlos – der erste Teil des Textes hängt im Spam-Filter. Keine Ahnung, weshalb von WordPress ein Teil freigeschaltet wird, ein anderer nicht. Aber die Debatte scheint mir eh fruchtlos, weil in der Causa Köln von ganz unterschiedlichen Perspektiven ausgegangen wird und zu unterscheidende Aspekte verrührt werden.

      • Bersarin  On Februar 8, 2016 at 14:52

        Zur Debatte stehen die Sexübergriffe und die Raubüberfälle von Köln. Über genau diese schrieb ich und nicht über das Mem, das bei Pegida und Afd die Runde macht. Nichts weiter. Wir scheinen dann über unterschiedliche Dinge zu debattieren. Ich spreche zudem nicht über einen 1000-köpfigen Sexmob, sondern von einer Menschenmenge, aus der heraus sexuelle Übergriffe und Raubüberfälle geschahen. Was wann und wie welche Zeitungen berichteten, kann man nachlesen. Die ÜBERWIEGEND HERRSCHENDE MEINUNG der Zeitungsberichte ging ab dem 5.1. von einer rund 1000-köpfigen Menge aus. Wir drehen uns hier aber im Kreis.

        Nach den bisherigen Erkenntnissen lassen diese Übergriffe sich nicht bagatellisieren als wäre das ein ganz normaler Tag. Und um genau diese Zahlen geht es mir: Lügen auch die 100 bis 150 Frauen, die relativ glaubwürdig Sexdelikte anzeigten? Alle fünf Minuten ein Sex-Übergriff. Ganz ruhig nachrecherchiert und konkret an Dich gefragt: Bezweifelst Du auch diese Zahlen? (Darunter übrigens eine Zivilpolizistin im Dienst.) Finde ich hoch. Und ich habe mal bewußt kleingerechnet. Daß es Trittbrettfahrerinnen gibt, bestreitet niemand.

        Aber selbst bei 4/5 Trittbrettfahrerinnen und nur 1/5 Wahrheit – was hart gerechnet ist: ich möchte den Wizorek-Stokowski-Augstein-Diez-Aufschrei mal erleben, wenn ich solches Freundlich-Trimmen in anderen Zusammenhängen täte – haben wir immer noch eine hohe Zahl. Gehen wir von immerhin noch der Hälfte an Trittbrettfahrerinnen aus, ist diese Zahl exorbitant: 250 Anzeigen Sexualdelikt – von einfach bis schwerwiegend. Wenn das auch innerhalb von rund 8 Stunden auf den Wiesʼn geschieht, will ich es gerne glauben. Aber nur mit belegbaren Zahlen.

        Wie geschrieben: Mit Dunkelziffern läßt sich schlecht argumentieren. Kann sein. Kann nicht sein. Die Dunkelziffer heißt Dunkelziffer, weil sie eine dunkle Ziffer ist. Das heißt nicht, daß ich Deine Berichte bezweifle. Nur ich kenne eben auch die Gegenberichte. Die Freundin hatte in München ohne Mannesbegleitung nie ein Problem – sieht man von dummen Sprüchen ab, die Wohlwollende als Flirt und Böswillige als Übergriff deuten könnten. Hier steht nun ein Beispiel gegen ein anderes. Wie bei jener legendären Frau Schleheck. Weshalb sie allerdings abgeschirmt und beschützt werden mußte, wenn in Köln angeblich alles harmlos und unwesentlich war, würde mich dann doch interessieren. Vor wem abgeschirmt? Vor der Fahrkartenkontrolle wohl eher nicht.

  • Wolfgang  On Februar 8, 2016 at 12:30

    Um auf deinen letzten Absatz Bezug zu nehmen: Fakt ist aber auch und das ist für mich das eigentlich traurige, dass genau diese Leut alles aber auch alles an Hochkultur, die bis dahin LEBTE mit brachialer Gewalt hinweggefegt haben. D iesen „Erfolg“ können wir ihnen nicht absprechen. Und sie machen weiter – Helau!

  • hf99  On Februar 8, 2016 at 16:53

    Bersarin: dass es keine youtubevideos geben kann stimmt einfach nicht. Vom Sexmob Tahrirplatz gab es, von Polizeigewalt gab es die vergangenen Jahre immer wieder (Demo gegen Angst, Berlin), selbst aus Paris gab es wenige Stunden nach den Anschlägen erste youtubevideos…nur aus Köln, da warte und warte und warte ich.

    Den internen Polizeibericht verlinkte ich. Vereinzelte Anzeigen gab es direkt in der Nacht. Hinweise auf etwas ganz ungewöhnliches gab es in der Nacht nicht.

    Ich mache nochmals darauf aufmerksam, dass Antanzen eine besonders aggressive Form des Trickdiebstahls ist, der von Opfern, subjektiv völlig zu recht, als sexuelle Gewalt erlebt wird, der es ggfls aber eben nicht war. Die Jungs wollten überwiegend iPhones und Kohle, nicht fickificki. Das wird die Opfer nicht trösten, klar, für die bleibt die Erfahrung widerlich. Aber man muss es so festhalten.

  • summacumlaudeblog  On Februar 8, 2016 at 17:15

    In Köln war nicht nichts, das muß schon klar sein. Der zahlenmäßig größere Teil waren Eigentumsdelikte, der zahlenmäßig geringere Sexualdelikte, ein Teil bestand aus Überschneidungen beider. Fakeanzeigen wegen Versicherungsbetrug sind mir in Einzelfällen vorstellbar, die sattsam bekannten Trittbrettfahrer auch. Manche „reinen“ Sexualdelikte könnten versuchter Raub gewesen sein – der dann nicht klappte. Übrig bleibt das Sexualdelikt. Mir reicht das, um mich zu empören. Ich muß da nicht noch irgendwelche Überflutungsphantasien draufgesattelt bekommen.
    Täter waren ja wohl nicht die „Merkelschen Septemberflüchtlinge“ – das wurde durch AfD-Spin versucht, ins Bewußtsein zu hämmern – sondern seit Jahren einschlägig bekannte Akteure aus dem Magreb-Bereich. Besonderes Kennzeichen: Weggeworfene Identitätspapiere! In anonymisierten Fernsehinterviews gab einer zu, das Klauen seit dem 10-ten Lebensjahr zu betreiben. Wer will da optimistisch gestimmt an eine Resozialisation heran gehen?
    Damit relativiere ich gar nichts, sondern ich rationalisiere, besser ich analysiere. Wenn man das nicht mehr darf und gleich deswegen zum Victimblamer wird, stimmt in der öffentlichen Diskussion des Falles etwas nicht. Und ich habe mittlerweile stark den Eindruck, dass da „was nicht stimmt“.
    Einen Teil der öffentlichen Erregung, so scheint es mir nämlich, könnte durch das bekannte Phänomen „the german angst“ getriggert sein. Man bekommt vermeintlich etwas bestätigt, was man schon immer als Thrill innerlich gefühlt hat.
    Darauf sind keineswegs nur linke Apokalyptiker („the waldsterben“) abonniert.

  • neumondschein  On Februar 8, 2016 at 18:17

    Hartmut & Bersarin!

    Eine Welt voller unauflösbarer Widersprüche:

    1.
    Am 1. Januar um 6 Uhr erscheint ein Polizeibericht, in dem festgehalten wird: Gemessen an den feststellbaren Vorkommnissen während derselben Kölner Silvesternacht in den vergangenen Jahren sei diese Silvesternacht friedlich verlaufen, heißt es. Natürlich muß eine amtliche Stelle sich an Fakten halten, und am frühen Morgen danach kann man halt nicht Art und Umfang der Geschehnisse überblicken. Man kann höchstens die Anzeigen zählen und die festgestellte Anzahl mit der entsprechenden aus den vorangegangenen jahren vergleichen. Es erhebt sich natürlich die Frage nach der Aussagekraft derartiger Polizeiberichte, wenn der wesentliche Anteil der Anzeigen erst in den Folgetagen eintrudelt, und der Polizeibericht mit Sicherheit unvollständig sein muß.

    2.
    Jedenfalls enthält der Bericht keinen Bericht über einen sexwütigen Pulk. Jetzt weiß ich nicht, ob ein derartiger Bericht überhaupt bis 6 Uhr am 1. Januar rechtzeitig eintrudelt und berücksichtigt werden kann. Das ist eine Möglichkeit für einen systematischen Fehler, den man unbedingt untersuchen muß. Jedenfalls enthält dieser Polizeibericht die offiziell bis dahin bekannten Fakten. In dieser Form wird dieser Bericht auch veröffentlicht.

    3. Gleichzeitig berichten lokale Medien über diesen Sexmob. D.h. auf wegen der Feiertage sicherlich auf Autopilot gestellte Zeitungsredaktionen wollen etwas gesehen haben, was die Polzei nicht gesehen hat. !!! Das ist doch merkwürdig. Wie haben die denn das so schnell herausgefunden? Und: Wenn es keine offiziellen Daten gibt, wie haben denn die lokalen Käseblätter ihre Berichte nachprüfen können? Was ist da los?

    4.
    Wenn wir jetzt soweit gekommen sind, dann muß man sich doch auch fragen, was in den vergangenen Jahren so in Köln los war. Gibt es neben dem Polizeibericht vom 1. Januar 2015 auch einen Polzeibericht vom 8. Januar 2015, den man mit dem Polzeibericht vom 8. Januar 2016 vergleichen könnte? Vielleicht ist ja das, was am 1. Januar 2016 passiert ist, normal? Wer weiß?

    • hf99  On Februar 8, 2016 at 19:40

      Bersarin, neumondschein:

      erst nach den Berichten ab 3.1. nahm das Anzeigenstellen so richtig Fahrt auf. Dann gehts auch um die Qualität der Straftat. Harmlos ist nix, aber Verbales a la „weiße Frau, fickificki“ ist, verglichen damit, den Finger in die Vagina einzuführen, relativ (!) harmlos. (Letzteres ist juristisch und auch in jeder menschlichen Hinsicht schlicht eine widerwärtige Vergewaltigung, punkt) Die Tabelle ist online. Zu größeren Teilen lagen relativ (!) harmlose Dinge vor, selbst, wenn alle Anzeigen stimmten. von ca 800 ca 300 mit sexueller Komponente – wobei in rechnung zu stellen ist, dass Antanzen eben auch als sexuell wahrgenommen wird. Köln war widerlich – ein vertierter Massensexmob war es nicht. Ganz überwiegend wohl Eigentumsdelikte, weil aus dem ganzen Rhein-Ruhrgebiet – diverse Täter kamen woanders her, aus Essen zB – sich die Antänzerbanden auf Köln fokussiert haben, per Zufall oder per Verabredung. Letzteres wissen wir noch nicht.

      Wir wissen auch noch nichte exakt, ob es sich bei den Fakeanzeigen um den normalen satz an Fakeanzeigen handelt – Wichtigtuerei, Aufmerksamkeit, Anzeige wg Versicherung (Smartphone ist in Wahrheit wg eigener Döschigkeit in den Rhein gefallen, verloren worden oä) usf -, oder ob dort auch politisch motivierte Fakeanzeigen vorliegen. Angesichts der vielen politisch motivierten Fake-Anzeigen in den letzten Monaten („14jährige wurde vergewaltigt, Polizei muss schweigen“ etc) vermute ich aber zumindest auch letzteres. Siehe Tahrir-Fake-Video, siehe der angebliche Klinikschrieb, wonach die Opfer von Köln schweigen sollten (ebenfalls als fake entlarvt).

      Es hat dort keinen der Muselnatur entsprechenden Sexmob gegeben.

  • neumondschein  On Februar 8, 2016 at 18:22

    Und: warum klauen Leute Smartphones? Das verstehe ich auch nicht. Das sind Wanzen, mit deren Hilfe die Polizei in Windeseile den Täter feststellen kann. So etwas schmeißt man doch weg, wenn eine geklaute Handtasche so etwas enthält.

  • neumondschein  On Februar 8, 2016 at 18:29

    Und hier, damit kleine Filterbläschen sich zu einer größeren vereinigen:

    https://t.co/D5dJ3w5ipa

  • hf99  On Februar 8, 2016 at 19:26

    Neumondschein, das erste, was ein halbwegs intelligenter Dieb entfernt, ist die Chipcard. Dazu reset auf Werkeinstellung. Übrigens: Die in Flüchtlinghsheimen georteten Phones…das können bereits Kunden der Diebe gewesen sein, müssen nicht die Diebe selber gewesen sein. Schnell umschlagen den Scheiss ist natürlich immer am sichersten. „Harry hält nicht!“ 😉

  • Bersarin  On Februar 8, 2016 at 20:24

    Frauen, die in Angst ihre Handtasche an sich pressen, machen keine Videos mehr, sondern haben schlicht Angst. Wie gesagt, kleiner Praxistest, den man in Berlin durchführen: Macht mal abends auf dem RAW-Gelände vor den Augen der Antänzer Handyphotos. Wünsche gutes Gelingen. Aber vielleicht fragt doch einfach mal die Frauen, weshalb sie ihre Sex-Attacke denn nicht gefilmt haben. Auf die Antworten wäre ich schon gespannt.

    Ja, es gab Diebstähle. Aber wozu frage ich mich, wenn der Diebstahl primär das Ziel ist, steckt ein Mann seine Finger in Körperöffnungen und zerreißt Kleidung, grapscht an Brüste und in den Intimbereich? Ein wenig umständlich für Täter, denen es nur um Diebstahl ging. Finde ich zumindest. Wenn ich irgendwo einbrechen würde, schaute ich mir nicht zuerst die Pornosammlung des Opfers an.

    Den internen Polizeibericht gibt es hier: http://www.handelsblatt.com/downloads/12827000/1/polizeibericht-koeln.pdf

    Daß die Anzeigen kleckerweise eintrudeln, verwundert mich allerdings nicht. Weil nämlich viele Frauen erst denn Mut faßten, diese Delikte anzuzeigen, als die Sache in die Medien ging. Auch dieses verzögerte Anzeigeverhalten ist kriminologisch erklärbar. Bei schambesetzten Delikten wird oft verspätet angezeigt. Zumal wenn Opfer befürchten müssen, daß ihre Aussagen bagatellisiert werden oder aber, daß sowieso bei einer Anzeige nichts passiert. Was de facto nach Köln auch der Fall war. Nein, auf der Domplatte fanden kein Rudelbumsen und keine Gang Bang statt. Aber Übergriffe, teils erheblicher Art. Wer zeigt schon an, daß er an die Brüste oder in den Schritt gefaßt wurde, wenn die Sache eh im Sande verläuft und nicht beweisbar ist? Das wird als Ärgernis verbucht. Erst als es eine mediale Aufmerksamkeit gab, trauten sich viel, diese Delikte zu melden. Wie geschrieben. Ich halte 100 bis 150 Sexualdelikte bei 500 angezeigten Sexualdelikten für eine realistische Quote, wenn man Trittbrettfahrerinnen herausrechnet. Im übrigen ist es völlig gleichgültig, ob nun der Diebstahl oder das Sexualdelikt primär für die Täter war. Ein Sexualdelikt bleibt juristisch ein Sexualdelikt. 100 bis 150 ist eine hohe Zahl. Der Bericht vom 8. Januar bestätigt dies. Rund 120 Sexualdelikte. Das ist alle 4 bis 5 Minuten ein Übergriff.

    Summacumlaudes Sicht teile ich in den meisten Punkten. Daß viele mit diesen Ereignissen ihr persönliches Süppchen kochen werden, prophezeite ich bereits vor einem Monat.

    • hf99  On Februar 8, 2016 at 20:36

      nicht die Opfer selber, wohl aber Umstehende filmen nach aller Erfahrung. Das sage ich jetzt aber auch zum fünften mal. Stimmte Deine Logik, dürfte es keinerlei Sexübergriffsvideos vom tahrir-Platz geben. Es gibt sie aber. Nur die Kölner Videos gibt es nicht.

      100 bis 150 – da muss man eben sehen, wie schwer die sind.

    • Gerdi  On November 2, 2016 at 20:04

      Mich interessiert noch,wieviele Opfer wurden zusammengeschlagen,weil,ich kenne keine Frau die sich widerstandslos“finger in körperöff…..“usw.Und waren ausser den Tätern keine Männer da,alles einsame Frauen,oderwas?Ist mir zu dubios,das,Ganze;-)

  • Bersarin  On Februar 8, 2016 at 20:26

    Beitrag wieder im Spam.

  • summacumlaudeblog  On Februar 9, 2016 at 06:24

    Für mich ruckelt sich gerade die Dimension zurecht. Schon beim Wikipediaartikel wird kritisch über die ominöse Zahl 1000 berichtet und diese deutlich, weit nach unten korrigiert. Wir erinnern uns: 1000 Täter waren es angeblich. Die Zahl ist übrigens bis ins Ausland geschwappt. Vieles an Berichterstattung ist falsch gelaufen, auch und gerade bei der Verharmlosung zu Beginn. Aber auch die in Dimensionen falsche Zahl 1000 sollte für bestimmte, involvierte Presseorgane eigentlich Anlass für Selbstkritik sein. Z.B. Für „Emma“. Da kommt aber nichts. Leider entspricht das meinen Erwartungen. Auch bei „Emma“ sind immer die anderen Schuld.
    Was ich bedenklich und exemplarisch zugleich an diesem Fall finde, ist in der Tat das, was man ein öffentliches Mem oder auch Narrativ nennen könnte und gegen das zu stellen einen moralisch verurteilt. Eigentlich alles wie damals beim Fall Eggert (jene zum „Faschoschwein“ gelabelte Lebensberaterin eines Provinzblättchen. Wer das Urteil in Zweifel zog, war schnell selbst ein „Faschoschwein“).
    Kurzum: Meinungsgetriggerte Erregung gegen Recherche. Da verliert die Recherche immer, weil sie ja nicht so sexy (sic!) ist. Denn Sex sells auch in der Empörung. Da kommt der tatsächliche Taschendiebstahl teilweise gepaart mit sexueller Nötigung eben nicht gegen einen behaupteten.jungmuslimischen Massensexmob an. Und über den kann man auch zusätzlich noch so schön sozio-kulturell argumentieren. Das miese Frauenbild der Muslime an sich usw.. Dazu die Naivität der Refugee-Welcome-Kultur. Viel Futter fürs Feuilleton, ein wahrer Zeilensegen. Behauptetes Wissen kann sich zart verästeln und verhaken mit freien Assoziationen. Demgegenüber sind minderjährige Magrebbewohner, die von ihren Famillien zum Klauen nach Europa geschickt werden, die nichts anderes können als klauen und auch nie etwas anderes lernen werden, ein gar zu dünner Plot. Zu wenig Narrativ. Zu wenig Adresse, um eigene Befindlichkeiten loszuwerden. Möglicherweise könnte man mit diesen Sexschweinen sogar noch Mitleid bekommen. Herrje, das möge Allah verhindern…
    Wer auch nur versucht, die Dimensionen eines öffentlichen Falls gegen eine öffentliche Empörungswelle korrekt darzustellen, wird schnell selbst Futter der Erregten. Ist bestenfalls ein Alibabaromantiker. Ein – ja das muß jetzt kommen – Gutmensch. Oder eben Teil des Mobs. Und hat doch eigentlich nur ein paar Fragen gestellt. Nur hat man vergessen, diese Fragen Frau Schwarzer zur Genehmigung vorzulegen.

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