Fakes und anderes (update)

Nachdem uns schon ein Tahrir-Platz-Video als authentisches Kölnmaterial (Altersverifikation oder Umgehung nötig) angedient wurde, versuchen  interessierte Kreise, mutmaßlich Pegida-nah, jetzt ein weiteres Mal, Wirklichkeit und ihre Wahrnehmung zu steuern. Beim „Köln“-Video lese ich auf youtube einen entlarvenden User-Kommentar von „TVAngelus“:

Sehe ich nicht als echte Fälschung an. Diese Typen sind jetzt bei uns und benehmen sich genau so.

So denkt man sich das also. Spekulationen, einige der Kölner Anzeigen seien Fake-Anzeigen, um die Zahl hochzujazzen, sind nach aller kriminologischer Erfahrung ohnedies nicht abwegig (selbst bei „ganz normalen“, unpolitischen Fällen von Kriminalität kommt es, sobald öffentliche Aufmerksamkeit da ist, fast immer zu Tritbrettfahrer- und Wichtigtuereien); solche Fake-Versuche verstärken den Verdacht.

Dagmar Dehmer und Andrea Dernbach haben diesen ja relativ naheliegenden Verdacht in ihrem ohnedies interessanten Beitrag ebenfalls ausgesprochen und werden dafür jetzt ziemlich zwischen genommen. Warum eigentlich?

Update: Hier ein weiterer Fake-Versuch; die abgebildete Dame ist in Wahrheit Südafrikanerin und wurde in Südafrika Opfer eines Raubüberfalls. Interessant, dass – siehe auch oben TVAngelus – das Foto sowie die Überschrift (sic!) selbst dann bleiben, wenn der Fake als solcher nicht mehr zu verschweigen ist:

fake1

Da Pegida-nahe Protagonisten schon vor Köln immer wieder eifrig gefaked haben, Köln zugleich eine Pegida-Hochburg ist, zudem Trittbretfahrer schon bei „normalen“ Kriminalfällen Tagesgeschäft sind, ist die Vermutung nun wirklich nicht allzu gewagt. Das bedeutet nicht, in Kölle sei gar nichts passiert.

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Kommentare

  • altautonomer  On Januar 14, 2016 at 15:51

    Es liegen inzwischen auch Anzeigen von Unbeteiligten gegen die Kölner Polizeiführung wegen unterlassener Hilfeleistung vor. Alles Trittbrettfahrer?

    Mich irritiert es auch, das hier auf dem Blog seit Tagen mit weit hergeholten Spekulationen und Unterstellungen an der Vision des Victim Blaming gestrickt wird. Natürlich darf der obligate Alibi-Verweis auf die (authentischen) Zeuginnenaussagen nicht fehlen. So nach der Devise „Ich hab nichts gegen Frauen (Ausländer) aber……!“. Wie müssen sich die mutmaßlich vergewaltigten Frauen fühlen, wenn ihnen dieser Vorwurf bekannt wird?

    Gibt es denn außer der Kriminalstatistik (Quelle?) einen einzigen Anhaltspunkt für den Verdacht, dass Frauen, die nicht Opfer der Vorfälle von Köln waren, sich abgesprochen haben, das strafrechtliche Risiko einer Falschanzeige (Fake) einzugehen?

    § 164 StGB
    Falsche Verdächtigung

    (1) Wer einen anderen bei einer Behörde oder einem zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Amtsträger oder militärischen Vorgesetzten oder öffentlich wider besseres Wissen einer rechtswidrigen Tat oder der Verletzung einer Dienstpflicht in der Absicht verdächtigt, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    • hf99  On Januar 14, 2016 at 19:02

      schade, dass die erwartbaren Reaktionen kommen.

      Zum Anzeigeverhalten brachte ich hier eine instruktive Doktorarbeit. Hellfeld, Dunkelfeld, Anzeigeverhalten, Anstieg der Anzeigequote, wenn öffentliche Aufmerksamkeit da ist – das alles ist Standard. Die Polizei in Pirna, die vermehrte Anzeigen wahrnahm, stufte dies zu Recht nicht als Zunahme von Sexualstraftaten sondern als Zunahme der Anzeigebereitschaft ein. Eine vermehrte Bereitschaft, die ich, wenn kein Fake vorliegt, ja auch gut finde.

      Zum Problem der Fakeanzeigen, Fakezeugenaussagen frequentiere man jedes gute Lehrbuch zur Aussagepsychologie. Ersatzweise frage man einen Praktiker. Es ist bei jedem öffentlich deutlicher wahrgenommenen Kriminalfall so – da trudelt alles ein, von der absurden Denunziation des Nachbarn („der hat so komisch geguckt“) bis zum Wünschelrutengänger.

      Dass Pegida-nahe Leute bereit sind, zu faken, beweisen die beiden fake-Videos, die ich verlinkte. (Möchtest Du darauf mal eingehen?)

      Für Kenner sind all solche Phänomene nix besonderes. Kundige werden hier nicht moralisch hyperventilieren. Nur: Wissen muss man das halt. Für Interessierte: Bock, Michael, Kriminologie; Weihmann, Robert, Kriminalistik. Hinführend zu Problemen der Aussagepsychologie: http://www.sgipt.org/forpsy/aussage0.htm
      Alles für die Kenner Tagesgeschäft, nix besonderes. Nur: Wissen muss mans.

      Übrigens, lieber altautonomer, ist Dir der eigentliche Witz (Witz im Wittgensteinschen Sinne, also die Pointe) meiner Argumentation nicht aufgefallen.

      ich sage nicht: Lasst mal, kölsche Mädels, nehmts sportlich, alles nicht so wild.

      ich sage vielmehr: Es ist an jedem wilden Party-Wochenende genau so schlimm!!!

      • aquadraht  On Januar 16, 2016 at 04:02

        Ich finde Deine Herangehensweise ausgesprochen angenehm und rational. Ich habe mich von anfang an gefragt, wie diese extreme Differenz zwischen der ursprünglichen Einschätzung einer „ruhigen Sylvesternacht ohne besondere Vorkommnisse“ und dem bundesweit skandalisierten „Köln“ zustande kommen konnte.

        In der Tat würde ich 32 Anzeigen auf der Bahnhofspolizeiwache (darunter 2 Sexualdelikte, hauptsächlich Diebstahl und Schlägerei) mit 31 Tatverdächtigen (kein Sexualstraftäter) und ca. 24 auf der Domplatzwache (19 Tatverdächtige, keine genaue Auflistung der Straftaten) als normale Sylvesternacht abhaken, es ist schliesslich eine Grossstadt.

        Die Erklärung für die Explosion der Anzeigen, die ich auch verstörend fand, ist plausibel, und sie ist auch konsistent mit dem Verhalten der über 200 Polizisten bei 500-1000 „Feiernden“. Aus deren Sicht und Lagebeurteilung scheint in der Tat nichts Aussergewöhnliches passiert zu sein, von Bewerfen mit Feuerwerkskörpern abgesehen.

        Man kann also in gewisser Weise davon ausgehen, dass bei wechselnden 500-1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern einer über 7 Stunden gehenden Grossparty 200-300 oder sogar mehr sexuelle Belästigungen bis hin zur sexuellen Nötigung stattfinden. Nicht schön, aber plausibel.

        Eine Anmerkung zum Oktoberfest: Ich habe mehrere Jahre in München als Selbständiger gearbeitet und wurde regelmässig von Geschäftspartnern auf die Wiesn eingeladen, was ich auch ohne Leberschaden überstanden habe. In der WG, in der ich Untermieter war, lebte zudem eine Studentin, die jedes Jahr dort kellnerte, in der üblichen Dirndl-Uniform. Ich habe daher das Verhalten vor allem gegenüber dem Bedienungspersonal sowohl selbst beobachtet als auch geschildert bekommen. Das Ganze war in den achziger Jahren, aber ich zweifle, dass sich da etwas zum Besseren verändert hat.

        Die Mädels müssen ein verdammt dickes Fell haben und sehr durchsetzungsfähig sein, sonst gehen sie unter. Das wird ihnen auch am Anfang des Jobs gesagt. Dennoch geben viele nach dem ersten oder zweiten Tag auf. Sie werden ständig dumm angemacht, das Verbale müssen sie runterschlucken, da kriegen sie keine Unterstützung. Bei Tätlichkeiten können sie die Security rufen, die den Gast, wenn er nicht hochrangig ist, auch rausschmeisst. Aber das wird nicht gern gesehen. Oft geht da eher ein Deal ab: wenn sich einer grob daneben benommen hat, etwa an den Busen oder unter den Rock fassen, kann er durch ein hohes Trinkgeld „seine Sünde abbüssen“. Ok man kann das auch Soft-Prostitution nennen, aber so läuft es nun mal. Bei einfachem Antatschen hiess es eher „Stell Dich nicht an“.

        Es ist unwahrscheinlich, dass es anderen Frauen als den Bedienungen, die immerhin den direkten Draht zur Security haben, dort besser geht. Ich habe selber „lustige“ Übergriffe gesehen dort, mehr als einmal. Und ich glaube nicht, dass es heute dort anders abgeht.

        Nur so zur Anmerkung, a^2

        • hf99  On Januar 16, 2016 at 18:13

          Natürlich. Da ich selber Catering-erfahren bin und mit der einen oder anderen Kollegin so mein Schwätzchen halten konnte, weiß ich Bescheid. Eine damalige Kollegin (sagen wir mal: jung, übergewichtig geht anders, keine 6 Warzen im Gesicht – wenn se verstehn, was ick meene…) berichtete das sogar von Ausflugsschiffen zu den Robbenbänken – für gewöhnlich ja keine Tour, die man primär unternimmt, um die Luzie tanzen zu lassen und die Biervorräte zu plündern.

    • Dennis82  On Januar 15, 2016 at 11:20

      Welches „Risiko“ hat man als Anzeigende(r) bzgl. § 164 StGB gegen Unbekannt…? Das Tatbestandsmerkmal „einen anderen“ gleich zu Beginn sollte doch grade auch einem ehemaligen Angehörigen einer Verwaltungsbehörde auffallen, oder…!?

      Ich find im Übrigen den Absolutismus der Opfer-Logik so putzig – weil es also irgendwo ein „Opfer“ gab, macht sich jeder, der die Umstände genauer betrachtet und diese an in dieser Gesellschaft(!) geltenden Maßstäbe misst, macht sich also des „Victim-Blaming“ schuldig…!? Dass auf diesem schäbigen Vehikel der sonst so verhasste ausländerfeindliche Mobb eine Legende strickt, fällt dem gemeinen, von Radikal-Feministen domestizierten lila Pudel dann auch nicht mehr auf, da lässt man sich freudigst instrumentalisieren… Der ganze Bohei um Silvester in Köln basiert auf der Legende, dies sei ein einzigartiger, nie dagewesener Vorgang gewesen. Was jede größere Festivität „deutscher Kultur“ widerlegt. Doch da zeigt die im Vollsuff begrabschte Dirndlmaus den Lederhosenträger eben nicht gleich an.

      Die, die hier eher „Victim-Blaming“ betreiben sind einmal mehr jene, die vollkommen willkürlich auf fahrende Züge aufspringen und Hysterien mit anheizen. Mit ganz simpel gestrickten Weltbildern: hier die unschuldige, arme, wehrlose Frau (passt aber irgendwie nicht zum etablierten Bild der emanzipierten Frau?) – und da: der (arabische,) sexistische, Frauen unterdrückende, potenzielle Vergewaltiger: Mann. Grade dieser absurde, die Maßstäbe ins vollkommen absurde verschobene „Aufschrei“ dürfte sein Teil dazu beigetragen haben, dass in der Tat wirkliche „Opfer“ im Einzelfall nicht mehr ernst genommen werden…

      Hatte es an anderer Stelle geschrieben – was die Spaltungspotenziale betrifft, hätte man sich als innenpolitische Hardliner kein besserers Szenario ausdenken können…!

      • hf99  On Januar 15, 2016 at 12:24

        „Doch da zeigt die im Vollsuff begrabschte Dirndlmaus den Lederhosenträger eben nicht gleich an.“

        Nana, Dennis. Jetzt werd mal nicht unverschämt. D a s sind „kecke Burschen“, wie zu lesen war. Die dürfen das. Und wehe, eine Frau wehrt sich. Kost‘ ersma ne Kleinigkeit… (vierstellig, wenn man aka frau sich gegen sexuelle Übergriffe wehrt – ich glaub, es hackt!)

        meine Güte, als ob ich noch nie aufm Kiez war. Noch nie um 1 Uhr nachts ne besoffene Bande edeldeutscher kecker Burschen bei der Arbeit gesehen hab…

  • altautonomer  On Januar 14, 2016 at 19:55

    Der „Praktiker“: Christian Pfeiffer (umstritten), Kriminologe: Nur 15 % aller Vergewaltigungen werden angezeigt.

    Zu groß ist die Angst vor dem, was dann kommt: Öffentliche Ächtung, demütigende Verhöre und die Bloßstellung des eigenen Lebens, mit all den vielen kleinen und großen Geheimnissen, das Trauma des Prozesses und die quälende Frage, wie es danach weitergehen soll. Die meisten Opfer weichen deshalb einer Anzeige aus, leiden still – oft ein Leben lang.

    Generelle Fehler in den Falschanzeigenstudien sind die Einstellungen der Staatsanwaltschaft aus Mangel an Beweisen, die dann als Falschanzeigen ihren statistischen Niederschlag finden. Da sich wegen des fehlenden Anfangsverdachtes grundsätzlich kein Verfahren gegen die Anzeigenerstatterin anschließt, kann es keine Belege für die Behauptung geben. Somit sind solche Statistiken/Studien in meinen Augen unseriös.

    Das mit den wilden Partys lasse ich Dir mal als Witz durchgehen.

    • hf99  On Januar 14, 2016 at 20:24

      Willst Du es nicht verstehen? Es ging nicht um das Thema „Falschanzeigen“ im Allgemeinen, sondern um das Dunkelfeld, um die Veränderung der Anzeigebereitschaft. Wir haben in der Tat ein Dunkelfeld von 65-75 % (dazu kommt noch ein doppeltes Dunkelfeld – etwa Frauen, die sich, was ja ihr gutes Recht ist, selber einen kleinen angetütert haben und zT gar nicht bemerken/sich hinterher nicht mehr erinnern, dass sie vergewaltigt wurden. Frauen unter Narkose beim Frauenarzt, die belästigt, angegangen, vergewaltigt wurden. Sowas nennt man das doppelte Dunkelfeld) Dieses Dunkelfeld lichtete sich in Köln und auch in Hamburg, weil im Durchschnitt statistisch nachweisbar mehr Frauen als sonst angezeigt haben (erkennbar am sprunghaften Anstieg der Anzeigen, NACHDEM der Hype losging). Das hat eine junge Frau Spiegel TV gegenüber ganz direkt so gesagt – an sich hätte sie die Sache auf sich beruhen lassen, nun aber wolle sie anzeigen. Nochmal: das finde ich richtig! Alle Frauen sollten anzeigen! Nur: Es verzerrt aus auf der Hand liegenden Gründen natürlich den Vergleich mit anderen Partynächten. Das ist jetzt wirklich kein Derailing, sondern Statistik 1, punkt. Damit sage ich nicht, in Kölle war ja goa nix los, damit sage ich: In anderen Partynächten war es mit Sicherheit schlimmer, als die Statistik anzeigt.

      Um das Thema Fake-Anzeigen ging es mir nur speziell in Bezug auf die Pegida-nahe Szene, die BELEGBAR zweimal versucht hat, Videos zu faken. Pegida hat BELEGBAR ein Interesse daran, die Zahlen hoch zu haben. Nach aller Erfahrung mit all den Quatsch-Aussagen, die bei jeder Straftat eintrudeln, irrsinnigste Denunziationen darunter, ist es anzunehmen, dass Pegida-nahe Kreise nicht nur Videos faken (was sie BELEGBAR getan haben!), sondern hier auch die Zahlen noch mal hochgejazzt haben. Sollte es unter all den Strafanzeigen nicht eine pegida-nahe Fakeanzeige geben, wäre das ziemlich überraschend. Das bedeutet nicht, dass in Köln nichts passiert ist.

  • Stefan  On Januar 15, 2016 at 01:45

    Okay vergleichen wir mal Silvesternacht Köln mit dem Oktoberfest 2015.

    „In der Silvesternacht wurden am Kölner Hauptbahnhof Frauen nach eigenen Angaben ausgeraubt und sexuell belästigt. Wochen später melden sich immer noch weitere Opfer. Die Zahl der Anzeigen stieg auf 652, teilte die Staatsanwaltschaft mit. 331-mal sei dabei ein Sexualdelikt angezeigt worden.“

    Quelle:

    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-01/koeln-silvester-sexuelle-uebergriffe-raub-faq

    Im Vergleich dazu Münchner Oktoberfest 2015:

    „Im Bereich der Sexualdelikte ist dieses Jahr ein Anstieg feststellbar. Hier wurden 20 Anzeigen wegen einschlägiger Straftaten aufgenommen (2014: 12 Anzeigen / 2013: 16 Anzeigen). Neben einer versuchten Vergewaltigung wurden hier noch Delikte wie Missbrauch von Widerstandsunfähigen, sexuelle Nötigung, exhibitionistische Handlungen und Beleidigung auf sexueller Basis aufgenommen“

    Quelle:

    https://www.polizei.bayern.de/content/1/8/6/1/1/7/sonderbeilage_wiesn_endbilanz_04102015.pdf

    Also 20 Anzeigen Oktoberfest vs. 331 Silvester in Köln. Selbst wenn wir annehmen, dass nur jede 8te Tat auf dem Oktoberfest angezeigt wurde und alle in Köln (also null Dunkelziffer), dann hätten wir 160 zu 331.

    Aber: Das Oktoberfest hatte 5,9 Millionen Besucher und dauert 2 Wochen. Die Übergriffe in Köln beschränkten sich auf eine Nacht und den Platz Hauptbahnhof Domplatte.

    • hf99  On Januar 15, 2016 at 09:23

      um eben dieses extreme Zahlenmissverhältnis, das so nicht stimmen k a n n , geht es ja. Hier der vom Handelsblatt veröffentlichte Polizeibericht Köln:
      http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/koelner-silvester-uebergriffe-der-interne-polizeibericht-zum-download/12825760.html
      Hier die PKS 2014:
      https://www.bka.de/DE/Publikationen/PolizeilicheKriminalstatistik/pks__node.html?__nnn=true
      Vergewaltigung/sexuelle Nötigung gesamtes Bundesgebiet Gesamtjahr 2014 – ca 7.000 (was hoffnungslos zu wenig ist, nebenbei bemerkt!) Die PKS meint hier allerdings „nur“ schwere Sexualdelikte, also nicht all das, was in Köln angezeigt wurde.
      Vergewaltigung/sexuelle Nötigung Köln Bahnhofsplatz eine Nacht (es wird ja Vergleichbarkeit suggeriert!): ca 350.
      Aus einem im Prinzip von der Polizei gut beobachteten Platz in einer Nacht 1/20tel der Taten fürs gesamte Bundesgebiet/Jahr – und noch am Neujahrsmorgen sagt man: alles okay, friedliche Nacht. Da k a n n etwas nicht stimmen. Und ich wüsste gerne, was. Verändertes Anzeigeverhalten? Ungleiche Definition?

      PS: Den Marketingbericht unserer Lederhosenjungs (mit hübschem Bierseidel auf Seite 1) finde ich ausgesprochen spaßig. 20 Sexualstraftaten während der gesamten Wiesn – das glauben die ja nicht einmal selber. 10-20 sexuelle Belästigungen erlebt eine Kellnerin dort – Tag für Tag, die einschlägigen Erfahrungsberichte liegen vor. (Auch hier natürlich eine Definitionsfrage) Fischer hat realistischere Zahlen für e i n e n Tag Karneval in e i n e m Kölner Stadtteil vorgelegt.

      PS Schnell noch zur Erklärung, Stefan: Das Anzeigeverhältnis von 20 % bezieht sich „nur“ auf schwere Sexualstraftaten. Bei „Busengrapschen“, was ich nicht für harmlos halte, was aber eben nicht als schwere Sexualstraftat gilt, rauscht es massiv herunter.

      • Stefan  On Januar 15, 2016 at 13:12

        Hartmut, Ich hatte das geänderte Anzeigenverhalten bei meiner kleinen Betrachtung bereits vorausgesetzt:

        „Also 20 Anzeigen Oktoberfest vs. 331 Silvester in Köln. Selbst wenn wir annehmen, dass nur jede 8te Tat auf dem Oktoberfest angezeigt wurde und alle in Köln (also null Dunkelziffer), dann hätten wir 160 zu 331.“

        In Anbetracht der Größenordnung beider Festivitäten erscheint mir selbst dann die Zahl der Übergriffe in Köln aussergewöhnlich hoch. Daraus kann man folgern, dass die Zahl nicht stimmen kann oder aber dass es eben aussergewöhnlich viele Übergriffe gab. Beide Möglichkeiten möchte ich nicht von vornherein ausschliessen. ich bin da sehr vorsichtig.

        Ungleiche Definition? Möglich – allerdings zählt auch die Münchner Polizei „weniger“ schwere Übergriffe wie „Beleidigung auf sexueller Basis“ auf.

        Fischer sagt genaugenommen auch nichts anderes:

        Er schreibt über das Oktoberfest, dass es selten mehr als 150 sexuelle Übergriffe gibt. (da hat er eine angenommene Dunkelziffer wohl bereits eingerechnet). Bei seinen Zahlen zum Karneval in dem Kölner Stadtteil ist mir aufgefallen, dass er kein einziges(!!) Sexualdelikt aufführt.

        Zur Seriosität der Polizeizahlen Oktoberfest: Vielleicht bin ich ja naiv – aber es ist die Zahl der Anzeigen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die seitens der Polizei gefaked sind. Dass die Dunkelziffer viel höher ist, bestreite ich ja nicht.

        „PS Schnell noch zur Erklärung, Stefan: Das Anzeigeverhältnis von 20 % bezieht sich “nur” auf schwere Sexualstraftaten. Bei “Busengrapschen”, was ich nicht für harmlos halte, was aber eben nicht als schwere Sexualstraftat gilt, rauscht es massiv herunter.“

        Das ist tatsächlich ein wichtiger Hinweis.

        • hf99  On Januar 15, 2016 at 13:29

          Mein Problem ist einfach folgendes:

          Es waren 140 Polizisten minimum anwesend. (Plus Bundespolizei im Bahnhof 200)

          Wenn es wirklich hunderte schwerer/schwerster Sexual-Delikte gegeben hätte, in wenigen Stunden!, auf einem Platz!, könnte man in der Tat von einem furchtbaren Männer-Mob sprechen – Herkunft wäre egal.

          Und diesen rasenden Mob haben 140 mit der Beobachtung des Platzes betraute Polizisten nicht wahrgenommen? Über Stunden nicht? Versteh ich nich…

          Hier mein Gegenszenario: In Köln hat es

          a) die üblichen Grabscherschweinereien gegeben, die normalerweise gar nicht angezeigt werden, jetzt aber doch. (ich finds gut, dass sie angezeigt werden. Sollten die Frauen immer tun!)

          b) es war eine Antänzerbande unterwegs – Primärziel: Geld, Kohle, Smartphones. Dieses „Antanzen“ ist von den Frauen, völlig zu Recht übrigens!, (auch) als sexuelles Molestieren wahrgenommen worden (was es in diversen Fällen wohl auch war, sozusagen als für die Täter „angenehmer Nebeneffekt“).

          ich sage nicht: Köln war pille-palle.

          Aber mehrhundertfache sexuelle Gewalt schwerster Ausprägung – und 140-200 Polizisten bemerken das Ausmaß nicht? Über Stunden nicht? Unsere lieben Freunde und Helfer bestehen jetzt nicht ausnahmelos aus lauter Albert Einsteins und Emmy Nöthers…aber für so seppeldeppeldämlich halte ich sie denn doch nicht.

          Am Morgen heißt es: Nicht viel passiert.

          Und dann kommen wie Kai aus der Kiste schwerste, so noch nie dagewesene Ausschreitungen?

          ich suche eine Erklärung.

          • summacumlaudeblog  On Januar 15, 2016 at 13:49

            Es ist immer im Polizeibericht (anderen traue ich erst einmal nicht) von ca. 350 Anzeigen zu lesen, davon 40% „auch“ sexuell motivierte Gewalt. Ich denke dieses „auch“ ist das Antanzen und dann wirds halbwegs klar: Deswegen die Häufung, deswegen wirkt es „wie abgesprochen“, wie „organisiert“ (Minister Maaß in seiner Presseerklärung). Reine Sexualstraftäter verabreden sich? Das wäre mir neu und das hatte vor ein paar Tagen ja Dirk auch zu recht als unwahrscheinlich hingestellt. Wir sprachen dann von einer Diskrepanz zwischen den formalen Aspekten (Absprache!) und inhaltlichen (Sexualdelikt!). Das passte nicht.

            Mit einer abgesprochen agierenden Antänzer-Bande passt es dann aber doch und dann sind auch die Zahlen erklärbar. Übrigens habe ich in einem Polizeibericht gelesen, dass die Täter wohl „nüchtern“ gewesen waren. Also nicht stofflich enthemmt, was ich anfangs dachte. Geht auch eher in Richtung Raub, Diebstahl, Eigentumsdelikt.
            Jedenfalls: So könnte es gewesen sein. Und damit kein Grund für Merkel zurück zu treten und kein „Scheitern der Flüchtlingspolitik“, wie so häufig zu lesen ist.

            • Stefan  On Januar 15, 2016 at 21:17

              „Jedenfalls: So könnte es gewesen sein. Und damit kein Grund für Merkel zurück zu treten und kein “Scheitern der Flüchtlingspolitik”, wie so häufig zu lesen ist.“

              Das sowieso nicht. Köln hat mir der Flüchtlingspolitik überhaupt nichts zu tun. Da gibt es andere viel wichtigere Aspekte. Zum Beispiel, dass auch 2016 wieder über eine Million Flüchtlinge kommen werden. (Bisher sind es schon ca. 50.000 in 2016). Es wandert derzeit jeden Monat eine Großstadt ein.

              Das ist Fakt und das ist ein Problem.

              • summacumlaudeblog  On Januar 16, 2016 at 19:48

                Dann ist darüber zu reden. Aber nicht in Form des bösen Muselmannes, der schon immer so gerne deutsche Mädels begrapscht hat. Wer benötigt den Sexmop? Wer benötigt die Zahl 1000? Landtagswahlen ick hör dier trappsen.
                Und die Probleme sind so drängend, wie einer weiß, der tgl. mit refugees zu tun hat.

  • summacumlaudeblog  On Januar 15, 2016 at 05:49

    Ich hätte es halt schön gefunden, wenn Journalisten, die zu Beginn für die Verbreitung der falschen Zahl von eintausend Gruppenmitgliedern/Tätern verantwortlich gewesen waren, sich für die Verbreitung falscher Tatsachen entschuldigt hätten. Das Problem in Köln/Düsseldorf sind eben die dort sich konzentrierenden Marokkaner und nicht der böse, schwarze, muslimische Mann, wie Frau Schwarzer es gerne hätte. Das ist nun evident und tausend(aha!)fach belegt. Ich bitte um die Kenntnisnahme der Fakten.
    Aber klar, wer sich tagelang in eine bestimmte, argumentative Richtung bewegt hat, dem fällt es nun schwer, einfach mal zurück zu rudern. Schade! So bleibt das Klima vergiftet und die AfD satt.
    Ich bin übrigens aufgewacht (war anfangs auch mehr in Richtung komisches Frauenbild so mancher muslimischer Jungmänner unterwegs. Dieses in der Tat teilweise heftige Frauenbild ist übrigens nicht zu leugnen), bin also aufgewacht, als ich die Geschichte von dem lachenden Syrer im Radio gehört habe, der sich angeblich auf Merkel berief, die ihn und seinesgleichen „eingeladen“ hätte. Da wußte ich: Ne, hier läuft ein Fake, eine Riesenposse ab. Damit war auch die Intention klar. Es ging nie um Frauenrechte sondern immer um das Diskreditieren der Flüchtlingspolitik. Merkel ist verantwortlich für Köln, das sagte diese „Meldung“ aus.

    Also die Marokkaner. Zweifellos im persönlichen Umgang unangenehme Zeitgenossen. Aber eben auch die, denen das linke Herz sonst doch immer so nahe ist. Denn sie, die Marokkaner mit dem familiären Auftrag des Gelderwerbs (irgendwie!!!) und niemand sonst sind die Verdammten dieser Erde. Womit man zugleich erfährt, dass die Verdammten dieser Erde häufig nicht sehr freundlich auf die Welt reagieren. Aber wie kann man das auch erwarten?

    Aus dieser verdammten Situation einer ganz anderen Gruppe auf ein Scheitern der Flüchtlingspolitik zu schließen, finde ich dann doch sehr gewagt. Wer das sagt, wollte nie etwas anderes als das Scheitern.

    Wie man in der Zukunft mit diesem Aspekt der Flüchtlingsbewegung umgeht, weiß ich noch nicht. Ich weiß aber, dass in Zukunft der größte Teil der Flüchtlinge metaphorisch gesprochen „Marokkaner“ sein werden. Eben die Verdammten dieser Erde.

  • summacumlaudeblog  On Januar 15, 2016 at 06:08

    Update: Lügenvideo wurde entfernt! Ich hoffe es liegen genug Screenshots vor.

    • hf99  On Januar 15, 2016 at 12:47

      keine Sorge. Was ich in den letzten tagen alles so dokumentiert habe…

  • summacumlaudeblog  On Januar 15, 2016 at 07:02

    Gerade noch einmal in der MDR-Mediathek die dort gut aufgelistete Chronologie gelesen. Link aktuell mir nicht möglich, meine Mühle schmiert gerade ab. Aber geht mal dahin. Im Kommentatorenteil fordert ein „Klaus“ ganz unverhohlen den Rücktritt der „Verantwortlichen Kanzlerin“. Ziel erreicht kann man da nur sagen. Für die seit Jahren im Kölner Umland operierenden Marokkaner ist die Flüchtlingspolitik Merkels seit September verantwortlich. So funktioniert mediale Manipulation. Ein echtes Lehrstück aus dem Leben. Wenn ich so eine mediale Manipulation in ein Drehbuch einer Vorabendserie schreiben würde, der Redakteur würde es mir um die Ohren hauen. So simpel ist die Welt nicht, würde er sagen. Doch so simpel ist sie. Und noch viel simpler.
    Sex sells halt in allen Varianten. Gruselig.

  • che2001  On Januar 18, 2016 at 01:21

    Ergänzend hierzu:

    http://che2001.blogger.de/stories/2562738/

  • Wolfgang  On Januar 18, 2016 at 12:12

    Wenn es wirklich so ist, wie che hier dokumentiert, dann lachen die sich doch kaputt über unsere Denke und Schreibe.

  • Stefan  On Januar 19, 2016 at 11:35

    Persönlich glaube ich nicht, dass es Fake-Anzeigen in größerer Anzahl gibt. Und wenn doch, dann werden wir es erfahren.
    Eine Falschanzeige ist ja eine Straftat, deshalb glaube ich zum Beispiel nicht, dass Frauen, die Silvesternacht gar nicht am Kölner Hauptbahnhof waren, eine Anzeige aufgeben. Die Gefahr aufzufliegen, wäre zu groß.

    Wenn aber Frauen, die Silvesterabend in Köln waren und unbehelligt geblieben sind, sich in größerer Zahl zu einer Falschaussage verabredet haben, dann haben wir den unwahrscheinlichen Fall der Verschwörung einer Zufalls-gesellschaft. Nämlich diejenige, der Frauen, die zufällig Silvester am Kölner Hauptbahnhof waren.

    Grundsätzlich möglich aber nahezu unmöglich, dass das lange geheim bleibt.

    Wenn eine rassistische Organisation dahintersteckt, dann müsste diese eine Zufallsgesellschaft manipuliert haben ohne das irgendeiner etwas merkt.

    Einzelne Falschanzeigen wird es wohl geben (Trittbrettfahrer oder Wichtigtuer).
    Gibt es auch in anderen Zusammenhängen.

    • hf99  On Januar 20, 2016 at 02:14

      Da es ständig aus dieser politischen Ecke Fake-Behauptungen gibt – heute: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/berlin-polizei-widerspricht-bericht-ueber-vergewaltigung-von-13-jaehriger-a-1072876.html -, gehe ich inzwischen nicht nur davon aus, dass es in Köln Fake-Anzeigen gegeben hat (das, mit allem Verlaub, sowieso – wie gesagt: Gibts immer, muss man sportlich sehen). Sondern es dürfte auch mehr Fake-Anzeigen gegeben haben als gedacht. Damit sage ich nicht, in Köln sei nichts passiert. Aber einen vertierten Musel-Sexmob, unter dessen Würgegriff die Stadt stundenlang hilflos gezappelt hat (genau das wird ja suggeriert! Nur darum geht es!) hat es nun wirklich nicht gegeben.

      Übrigens: Ne anonyme Strafanzeige via Internetcafe ist sowas von fix gestellt. Ganz risikolos.

  • Stefan  On Januar 20, 2016 at 12:13

    „Übrigens: Ne anonyme Strafanzeige via Internetcafe ist sowas von fix gestellt. Ganz risikolos.“

    Das wäre in diesem Zusammenhang wirklich interessant. Wieviel anonyme Strafanzeigen übers Internet gibts hier?

    • hf99  On Januar 20, 2016 at 16:43

      ggfls die, wo es heißt: AS (= Anzeigensteller/in) unbekannt…

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