Köln, zusammengefasst

Immer dann, wenn mit viel Empörungs-Bassa-Manelka (und noch mehr Empörungs-Bassa-Teremtemtem) Politik gemacht wird, ist es Zeit, Fragen zu stellen.

Zunächst einmal – denn wir leben in Deutschland, da muss man den Disclaimer immer brav mit dazu sagen:

Ich bestreite mit keinem Wort, dass es Sylvester 2015/16 zu widerwärtigen Szenen gekommen ist, insbesondere zu Angriffen auf die körperliche Integrität von Frauen, die zum Teil sexuell, zum Teil materiell, zum Teil gemischt motiviert waren. Das war seit eh so, macht die Sache aber nicht schöner. Falschbeschuldigungsdebatte hin, Falschbeschuldigungsdebatte her – eine (meistens junge/jüngere) Frau, die aufgelöst und mit zerrissenen Kleidern noch in der Tatnacht eine Vergewaltigung/einen massiven sexuellen Übergriff angezeigt hat, wird das auch so erlebt haben. Die Falschbeschuldigungsquote dürfte hier im Promillebereich liegen; vernachlässigbar. Übrigens: Die Anzeigebereitschaft bei Vergewaltigung/massiver sexueller Gewalt beträgt, wenn ich der seriösen Literatur glauben darf, etwa 20-25 % – ist aber bei Vergewaltigung/massiver sexueller Gewalt durch Fremde sicherlich höher. (Die weitaus meisten sexuellen Übergriffe/Vergewaltigung werden bekanntlich im Nah-Bereich des Opfers ausgeführt – und da kommt es, leider, immer wieder zu Hemmungen, den Täter anzuzeigen…weil man die Familie nicht zerstören will etcetc, als ob eine Familie, in der vergewaltigt wird, nicht längst vom Vergewaltiger zerstört wurde.)

Ich bestreite auch mit keinem Wort, dass es – wie und wodurch das auch immer verursacht wurde, wie das auch immer zu interpretieren sei – zunächst einmal signifikant höhere Kriminalitätsraten von Migranten, speziell jüngeren männlichen Migranten, gibt. Die Abweichungen nehmen keine unterirdischen Ausmaße an. Es ist nicht so, dass ein Zehntel der Bevölkerung für die Hälfte der Kriminalität verantwortlich ist, es ist nicht so, dass die Migranten den ehrlichen Deutschen andauernd terrorisieren, Buschkowskys und Sarrazins widerwärtige Suggestionen sind belegbar falsch…aber die Abweichungen existieren. Die bekannte kriminologische Diskussion hierzu – etwa zwischen Christian Pfeiffer und Michael Bock – bleibt offen. Gleichviel: Es gibt innerhalb diverser von Einwanderern ausgeprägter Subkulturen/Communities selbstverständlich auch gewaltbereite, kriminelle Jungmännerbünde – sie stellen selbst innerhalb ihrer Communities die absolute Minderheit! -, und natürlich darf das so fest gehalten werden. Es geht für jede und jeden, die und der an humaner Aufklärung interessiert ist, eben immer um die Frage: Warum ist das-und-das so, wie es ist? Akzeptiert man erst einmal basale Voraussetzungen – etwa: Es gibt kein Deutschen-Gen und kein Türken-Gen, kein Syrier-Gen und kein US-Gen, es gibt nur Menschen und ihre manchmal nicht sehr durchsichtige Art, sich zu verhalten -, akzeptiert man das einmal, so kann es kein Forschungstabu geben.

Dies vorausgeschickt, habe ich mit dem, was uns seit Anfang Januar auf internationaler Ebene (ua New York Times!) medial angedient wird – es habe speziell in Köln, aber auch anderswo, etwa in Hamburg, eine so noch nie dagewesene Gewalt durch einen migrantischen Sex-Mob gegeben, das sei eine neue Dimension, Integration sei wohl gescheitert – folgende Probleme:

1. Nach allen, dinglich allen Erfahrungen der letzten Jahre – Stichwort: Zeitalter des Smart-Phones – müsste es dutzende von youtube-Videos der Vorfälle in Köln und anderswo geben. Es gibt sie nicht. Wo sind diese Videos? Warum existieren sie Stand heute abend nicht?

2. Nach allen dinglich belastbaren Zahlen müssten auf eine spontan und sofort angezeigte (und, wie gesagt, absolut glaubhafte!) Vergewaltigung/einen spontan angezeigten, absolut glaubhaften schweren sexuellen Übergriff maximal – das ist kulant geschätzt – acht nicht angezeigte Übergriffe/Vergewaltigungen/versuchte Vergewaltigungen kommen. Nachdem die angebliche Sexorgie durch die „Ausländer“ medial vermittelt wurde, schossen die „Nach“anzeigen in die Höhe. In Hamburg kommen auf 6 (in Worten: sechs!) reale Anzeigen über 150 „Nach“anzeigen. Einige dieser „Nach“anzeigen werden zweifellos auch real sein, keine Frage, und ich stelle das Leid der Opfer nicht in Abrede. Aber alle? Hier kann es sehr wohl wegen des öffentlichen Hypes zu Verzerrungseffekten gekommen sein, die Kriminologen wohlbekannt sind*.

3. Am 4.1. wurde ein Bericht geleaked – oder eben „geleaked“ -, der (schein?)authentisch dartat, wie sich ein Polizeibeamter so gefühlt habe… Wir wissen inzwischen (mit Dank an die FAZ, denn Dank, wem Dank gebührt!), dass es so nicht gewesen sein kann! Wie kam es zu diesem (schein?)authentischen Bericht? Wer verbreitet da Unwahrheiten und warum?

4. Wir wissen inzwischen oder wollen wissen: Es waren ca. 1.000 Personen vor/am Kölner Hauptbahnhof. Scheint mir, wenn ich mir die einzigen Real-Videos auf youtube so anschaue, auch etwas zu hoch gegriffen. Das sollen 1.000 peoples sein? Aber okay, 1.000 peoples. Zu ihrer, ich sag das mal so, „Bekämpfung“ standen ausweislich offizieller Quellen über 200 top ausgebildete Polizisten zur Verfügung. Top ausgebildete Leute, ausgestattet mit Waffen und dem Gewaltmonopol. Die deutsche Polizei, und das nehme man mir bitte nicht übel, ist nicht bekannt dafür, besonders zimperlich zu sein, wenn „Kameltreiber“ rumzicken. Und die wurden mit den peoples stundenlang nicht fertig?

Die immer intelligenten Leserinnen und Leser dieses Blogs wissen: ich schließe gar nichts aus. Aber ich möchte die vier genannten Punkte geklärt wissen, bevor ich ins Empörungs-Bassa-Manelka/Bassa-Teremtemtem einsteige.

Der Golfkrieg 1991, der Jugoslawienkrieg 1999 wurden jeweils per Auschwitz legitimiert. Inzwischen hat man den Feminismus als Legitimations-Dummy entdeckt. Anne Frank, Sophie Scholl, Simone de Beauvoir als Legitimationsdummys für Herrenmenschenpolitik…und keinem wird schlecht.

 

___________

  • update: Ich sehe, ich muss das noch etwas genauer erklären. Es geht um folgendes Phänomen: relativ harmlose Belästigungen werden für gewöhnlich nicht angezeigt, also etwa Szenen wie folgende: „Puppe, gib Küßchen!“ – „Piss off, notgeiler Schwanz!“ klatsch, es gab ne Ohrfeige, Szene erledigt. Keine harmlose Szene, das nicht, aber gemessen an versuchter oder vollendeter Vergewaltigung eben relativ harmlos. Kommt es zur Anzeige von Szenen solcher Qualität, ist das keine Falschbeschuldigung – die Szene gab es ja. Aber wenn, dank des Hypes, solche Szenen, die aller Erfahrung nach meistens nicht angezeigt werden, nunmehr doch zur Anzeige kommen – was an sich ja richtig ist! -, kommt es eben zu verzerrten Zahlen und dazu, dass man denkt, 15/16 habe es Szenen in einem Ausmaß wie noch nie gegeben. In Wahrheit haben wir „lediglich“ realistisch(er)e Zahlen als aus früheren Sylvesternächten.
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Kommentare

  • summacumlaudeblog  On Januar 11, 2016 at 06:45

    Möglicherweise kommen hier zwei bekannte Phänomene zusammen: Die Trittbrettfahrerei nach einer realen, aber dann medial hochgefahrenen Straftat und das, was man „angeschärfte Fakten“ nennen könnte, also das auf realer Grundlage stattfindende quantitative Übertreiben.
    Die Straftat ist natürlich unbestreitbar, kann sehr wohl auch in kulturellen Zusammenhängen verstanden werden – da sollte man nicht in eine naive Alibaba-Romantik verfallen – nur könnte es sein, dass das Ausmaß, die schiere Quantität übertrieben wird. Aus sehr durchsichtigen Intentionen heraus.

    Oder wir haben es wirklich mit einem kriminologisch neuen Phänomen zu tun: Dem (abgesprochenen?) Massensexmob. Mhhh, kann natürlich irgendwie sein. Überzeugt mich aber noch nicht.

    • hf99  On Januar 11, 2016 at 08:12

      Dass es durchgeknallte Jungmännergangs gibt, die zu fünft, sechst, siebt sich absolut widerlich auf Frauen stürzen, ist kein neues Phänomen. Gruppenvergewaltigung gab es immer. Und ich gehe absolut davon aus, dass es dort in Köln diverse solcher Fälle gegeben hat (ich habs jetzt wirklich zum xten Male gesagt!). Widerlich…aber – leider – absolute Sylvester/Massenfeten-„Normalität“.

      Ich bestreite, das es in Köln „Szenen wie noch nie“ gab, Szenen, die New York Times Schlagzeilen erforderlich machten – darum gehts.

      Zivilpolizistinnen sollen Weinkrämpfe erlitten haben. Und da ziehen die grünen Jungs nicht durch? Kann mir niemand erzählen, sorry.

  • altautonomer  On Januar 11, 2016 at 08:41

    Zu Punkt 1: Angeblich werden zur Zeit noch 350 Stunden Viedeoaufzeichnungen der Überwachungskameras ausgewertet. Mich wundert, dass nach 11 Tagen der Öffentlichkeit noch nicht die ersten Ergebnisse präsentiert wurden.

    Zu 2.: „Aber alle?“ Mit dieser Frage wird einigen Frauen subtil eine absichtliche Falschanzeige (verzögerter Sogeffekt) unterstellt, die ja auch stafbewehrt wäre. Aber selbst für eine derart abstruse Täter/Opfer-Umkehr (Victim Blaming) gibt es bisher aktuell nicht den geringsten Anhaltspunkt. Auch in diese Fall würde für die angeblichen Falschanzeigen erst einmal in dubio pro reo gelten. Also auch insoweit erst mal den Ball flach halten.

    Da im Fall von Falschanzeigen das übliche Rachemotiv gegenüber einer Person aus dem Nahbereich vermutlich ausfällt, bliebe angesichts der Verspätung noch der rassistische Hintergrund von Frauen aus dem Pegida/Afd/NPD-Millieu.

    Es ist aber auch bekannt, dass viele Frauen sich erst dann zu einer Anzeige ermutigt fühlen, wenn sie sehen, dass vor ihnen schon andere den Mumm hatten.

    Und noch etwas: Wenn Falschanzeigen mit einer Einstellung des Verfahrens wegen mangelnder Beweise enden, heißt das nicht, dass die Tat nicht stattgefunden hat.

    • altautonomer  On Januar 11, 2016 at 08:46

      Zu Punkt 4 stimme ich Dir völlig zu. Warum wurde der Platz nicht ein zweites Mal geräumt, als die Stimmung eskalierte? Und warum sind auf dem Handy-Viedeo mit der Knallerei auf der Domplatte überhaupt keine Grünen zu sehen?

    • hf99  On Januar 11, 2016 at 08:46

      Zu Punkt 2: das ist mir alles bekannt, altautonomer, und wie ich ja schrieb: nicht alle „Nach“anzeigen werden falsch sein. Ich habe die statistisch zu erwartenden Nachanzeigen mit den realen verglichen.
      „bliebe angesichts der Verspätung noch der rassistische Hintergrund von Frauen aus dem Pegida/Afd/NPD-Millieu.“ Ah, gucke mal.

    • hf99  On Januar 11, 2016 at 08:53

      zu Punkt 2 ferner: Es könnte hier noch einen Verzerrungseffekt geben, dass nämlich, ich sag es mal so, relativ „harmlose“ Belästigungen, die normalerweise eben nicht angezeigt würden, aufgrund des Hypes jetzt doch angezeigt werden. Etwa so: „Puppe, gib Küßchen!“ – „Lass mich, Du notgeiler Schwanz“ – Szene erledigt. Eine solche Szene (sie ist nicht an sich harmlos, aber gemessen an schwereren Delikten eben relativ harmlos) würde normalerweise überwiegend nicht angezeigt werden. Hier könnte es dank des Hypes dann zur „Nach“anzeige kommen. Die Anzeige als solche wäre berechtigt, würde aber eben die Zahlen verfälschen, wenn man diese Sylvesternacht mit vorher gehenden vergleicht.

      Ergänzend: Dies würde bedeuten: Die Zahlen DIESER Sylvesternacht sind die realitisch(er)en – die der vergangenen Sylvesternächte waren nach unten verzerrt. Jetzt also haben wir realistische Zahlen. Prima. Nur: Zur Debatte stand die These „Szenen wie noch nie“ – un da fehlt mir der Glaube.

  • Bersarin  On Januar 11, 2016 at 11:32

    Nichts für ungut Hartmut, und es ist ehrbar und richtig sein, zu hinterfragen. Aber einige Deiner Kritikpunkte funktionieren nicht.

    200 Polizisten (rund 170 lauten die bisherigen Angaben) werden in einer Alltagssituation wie bei einer Platzsicherung nicht mal eben so mit einer gewaltbereiten Menge aus 800 oder 1000 Beteiligten fertig, unter der sich ebenso ganz normale Passanten befinden. Das ist schlichter Unsinn. Es sei denn, man nimmt erhebliche Kollateralschäden in Kauf. Das mag bei einer Demo funktionieren, wenn in geschlossener Reihe zwei Hundertschaften massiv mit Schlagstöcken auf einen schwarzen Block vorrücken. Keine Einsatzleitung würde aber in einer unübersichtlichen Lage solche Maßnahmen anordnen. Zumal angesichts der Bilder, die hinterher in Umlauf gehen, wenn Polizei auf Migranten einschlägt. Um aus einer Menschenmasse, die prinzipiell aufgestachelt ist, Gewalttäter herauszuholen, bedarf es speziell ausgebildeter Polizisten. Das sind in der Regel die BFEs. Um die eigenen Mannschaften nicht zu gefährden, bedarf es zudem sehr erfahrener Bullen. Bei Festnahme einer einzigen Person aus einer prinzipiell zu Gewalt oder Widerstand neigenden Gruppen geht in der Regel ein Zug von zehn Mann in die Menge. Bei zehn Festnahmen hätten wir also 100 Polizisten, bei 20 Festnahmen 200. Es blieben dann keine Kräfte mehr zur Sicherung. Aus Einsätzen in Wedding, Neukölln, Kreuzberg in Berlin ist bekannt, daß die Polizei sich in der Regel zurückziehen muß oder aber die Bereitschaftspolizei anfordert, wenn sie mit drei, vier PKWs vor Ort ist (das sind sechs bis acht Männer und Frauen) und ihnen eine Gruppe von 20 bis 30 Mann gegenübersteht, die den Einsatz massiv stört. Im Falle der Kölner Sexübergriffe bliebe als einzige Maßnahme, neue Polizeikräfte hinzuzuführen. Weshalb das versäumt wurde, ist die eigentlich interessante Frage. Die Lage wäre mit der entsprechenden Personalzahl nur dann zu lösen gewesen, wenn erfahrene Einsatzleiter vor Ort sind, die koordinieren können und flexibel agieren.

    Hartmut, es ist schlicht quatsch, daß jemand seine eigene Vergewaltigung oder seinen eigenen Raubüberfall filmt. In einer für Dich gefährlichen Situation macht Du alles mögliche, aber Du holst nicht Dein Handy heraus. Selbst professionelle Photographen sind hier eingeschränkt. Aber vielleicht sollte man mal auf Facebook die neue Abenteuerrubrik „Raubüberfallselfies“ einrichten. Mal sehen.

    Weshalb gibt es dann übrigens, wenn wir schon in der Logik des „Die-aber-auch“ und beim Oktoberfest sind, von diesen Sexübergriffen dort keine Bilder? Du könntest genauso fragen, weshalb es nicht vielmehr Selfies von Autounfällen gibt.

    Die FAZ hat den Polizeibericht nicht geleakt, sondern dort Unklarkeiten herausgestellt. Die zerrissenen Papiere, die angezweifelt wurde, wenn wir denn schon auf der Ebene der Hypothesen und Mutmaßungen sind, könnte genausogut vorläufig ausgestellte Behördendokumente sein, weil angesichts des Ansturms von Flüchtlingen die Zeit nicht ausreichte, um reguläre Dokumente auszustellen.

    Auf welchen Umständen nun die Anzeigen beruhen, ist in der Tat nicht geklärt. Gut möglich natürlich, daß nun auch verbale Übergriffe, die nicht die gleiche Qualität haben wie ein sexueller Übergriff, angezeigt werden. Anzeigen nach mehr als zwei Tagen sind entweder sehr drastische Fälle oder aber jemand will es nun auch nochmal versuchen und zeigt Minderschweres an. Hierzu müßte man sich genauer die angezeigten Delikte anschauen.

    „Szenen wie noch nie“ mag hochgeschrieben klingen. Aber in Köln fanden Sexübergriffe in einer Quantität statt, die es bisher in dieser Zusammenballung nicht gab – auch nicht auf dem so gerne zitierten Oktoberfest. Und das eben macht die neue Qualität aus, und insofern sind das dann auch Szenen, wie noch nie. Wie geschrieben, man müßte sich nun endlich mal und jetzt die Opferberichte durchlesen. Aber dann kämen sicherlich die Spezialisten der Derailing-Mannschaft daher und kritisierten einen pornographischen Opferexhibitionismus.

  • Bersarin  On Januar 11, 2016 at 11:48

    Nichts für ungut Hartmut, und es ist ehrbar und richtig sein, zu hinterfragen. Aber einige Deiner Kritikpunkte funktionieren nicht.

    200 Polizisten (rund 170 lauten die bisherigen Angaben) werden in einer Alltagssituation wie bei einer Platzsicherung nicht mal eben so mit einer gewaltbereiten Menge aus 800 oder 1000 Beteiligten fertig, unter der sich ebenso ganz normale Passanten befinden. Das ist schlichter Unsinn. Es sei denn, man nimmt erhebliche Kollateralschäden in Kauf. Das mag bei einer Demo funktionieren, wenn in geschlossener Reihe zwei Hundertschaften massiv mit Schlagstöcken auf einen schwarzen Block vorrücken. Keine Einsatzleitung würde aber in einer unübersichtlichen Lage solche Maßnahmen anordnen. Zumal angesichts der Bilder, die hinterher in Umlauf gehen, wenn Polizei auf Migranten einschlägt. Um aus einer Menschenmasse, die prinzipiell aufgestachelt ist, Gewalttäter herauszuholen, bedarf es speziell ausgebildeter Polizisten. Das sind in der Regel die BFEs. Um die eigenen Mannschaften nicht zu gefährden, bedarf es zudem sehr erfahrener Bullen. Bei Festnahme einer einzigen Person aus einer prinzipiell zu Gewalt oder Widerstand neigenden Gruppen geht in der Regel ein Zug von zehn Mann in die Menge. Bei zehn Festnahmen hätten wir also 100 Polizisten, bei 20 Festnahmen 200. Es blieben dann keine Kräfte mehr zur Sicherung. Aus Einsätzen in Wedding, Neukölln, Kreuzberg in Berlin ist bekannt, daß die Polizei sich in der Regel zurückziehen muß oder aber die Bereitschaftspolizei anfordert, wenn sie mit drei, vier PKWs vor Ort ist (das sind sechs bis acht Männer und Frauen) und ihnen eine Gruppe von 20 bis 30 Mann gegenübersteht, die den Einsatz massiv stört. Im Falle der Kölner Sexübergriffe bliebe als einzige Maßnahme, neue Polizeikräfte hinzuzuführen. Weshalb das versäumt wurde, ist die eigentlich interessante Frage. Die Lage wäre mit der entsprechenden Personalzahl nur dann zu lösen gewesen, wenn erfahrene Einsatzleiter vor Ort sind, die koordinieren können und flexibel agieren.

    Hartmut, es ist schlicht quatsch, daß jemand seine eigene Vergewaltigung oder seinen eigenen Raubüberfall filmt. In einer für Dich gefährlichen Situation macht Du alles mögliche, aber Du holst nicht Dein Handy heraus. Selbst professionelle Photographen sind hier eingeschränkt. Aber vielleicht sollte man mal auf Facebook die neue Abenteuerrubrik „Raubüberfallselfies“ einrichten. Mal sehen.

    • hf99  On Januar 11, 2016 at 14:58

      es war, wie inzwischen sogar die Polizei einräumt, kein gewaltbereiter, monolithischer Serxmob von 1.000 Leuten. Es waren – man hat offenbar genau gezählt – ca 180 im weiteren Sinne ‚Tatverdächtige‘ („Sportlergruppe in Trainingsnazügen, nüchtern, offemnbar wohl doch eher auf raub als auf Sex aus). guckstu: http://www.fr-online.de/politik/silvester-in-koeln–die-vorfaelle-waren-frueh-bekannt,1472596,33476234.html
      wenn es denn so war (was soll man noch glauben?): mit diesen offenbar grob als Tätergruppe identifizierten 180 peoples kommen 200 topausgebildete Polizisten stundenlang nicht klar?

  • Bersarin  On Januar 11, 2016 at 11:49

    Weshalb gibt es dann übrigens, wenn wir schon in der Logik des „Die-aber-auch“ und beim Oktoberfest sind, von diesen Sexübergriffen dort keine Bilder? Du könntest genauso fragen, weshalb es nicht vielmehr Selfies von Autounfällen gibt.

    Die FAZ hat den Polizeibericht nicht geleakt, sondern dort Unklarkeiten herausgestellt. Die zerrissenen Papiere, die angezweifelt wurde, wenn wir denn schon auf der Ebene der Hypothesen und Mutmaßungen sind, könnte genausogut vorläufig ausgestellte Behördendokumente sein, weil angesichts des Ansturms von Flüchtlingen die Zeit nicht ausreichte, um reguläre Dokumente auszustellen.

    Auf welchen Umständen nun die Anzeigen beruhen, ist in der Tat nicht geklärt. Gut möglich natürlich, daß nun auch verbale Übergriffe, die nicht die gleiche Qualität haben wie ein sexueller Übergriff, angezeigt werden. Anzeigen nach mehr als zwei Tagen sind entweder sehr drastische Fälle oder aber jemand will es nun auch nochmal versuchen und zeigt Minderschweres an. Hierzu müßte man sich genauer die angezeigten Delikte anschauen.

    „Szenen wie noch nie“ mag hochgeschrieben klingen. Aber in Köln fanden Sexübergriffe in einer Quantität statt, die es bisher in dieser Zusammenballung nicht gab – auch nicht auf dem so gerne zitierten Oktoberfest. Und das eben macht die neue Qualität aus, und insofern sind das dann auch Szenen, wie noch nie. Wie geschrieben, man müßte sich nun endlich mal und jetzt die Opferberichte durchlesen. Aber dann kämen sicherlich die Spezialisten der Derailing-Mannschaft daher und kritisierten einen pornographischen Opferexhibitionismus.

  • Bersarin  On Januar 11, 2016 at 12:01

    Zweiter Teil hängt im Spamfilter.

  • hf99  On Januar 11, 2016 at 12:07

    Bersarin, ich erwarte nicht, dass jemand seinen e i g e n e n Überfall filmt. Aber in einer diffusen Menschenmenge erwarte ich, dass es Bilder gibt, die von irgendwem gemacht werden. es gibt sie eigentlich immer – etwa bei Fussball-Ultras. Dort soll stundenlang ein wüster Sexmob getobt haben – und es gibt von außen keinerlei Bilder? Auch keine Polizeivideos? Nichts, gar nichts?

    Mit Regina Schlehecks Aussage ist der Fall für mich im Grunde sowieso durch…was sagst Du zu ihrer Aussage? Lügt sie? Warum sollte sie das tun?

  • Bersarin  On Januar 11, 2016 at 12:11

    Ja, das ist eine Beobachtung, sie erfolgte unter der Perspektive dieser Frauen, von ihren Standorten her, die in ihrer Reichweite doch sehr eingeschränkt gewesen sind. Allerdings stehen dem hunderte gegensätzlicher Berichte entgegen. Für eine Nachricht in der Presse ist es aber bedeutsam, was sich zutrug und nicht das, was einzelne Personen, die ggf nicht einmal an den Tatorten waren, gesehen haben mögen.

    Und wenn wir schon beim legendären Oktoberfest sind, das im Zusammenhang mit Köln so gerne bemüht wird: Eine Freundin ist als Münchenerin dort regelmäßig und über die Jahre. Sie hat zwar Betrunkene, niemals aber sexuelle Übergriffe erlebt. Was sagen uns solche Beobachtungen nun?

    • hf99  On Januar 11, 2016 at 12:31

      Uns stehen dem nicht hunderte Berichte entgegen. Denn auf diese Berichte haben wir leider keinen Zugriff. Dem steht die B e h a u p t u n g entgegen, es gäbe irgendwo, streng geheim natürlich, hunderte Berichte, die einen tausendköpfigen Dauersexmob belegen. (Wie gesagt, nur daum geht es. Dass es in Köln, wie jedesmal zu Sylvester, widerwärtige Frauenanmache/sexuelle Gewalt gegeben hat, steht nicht zur Debatte) Welche Qualität haben diese Berichte/Anzeigen?

      Da ich wie Du weißt so einigermaßen Cateringerfahren bin und diverse Kolleginnen gesprochen habe – Oktoberfest, auch Glühweinstand – fällt es mir außerordentlicbh schwer, Deiner Bekannten zu glauben. War sie immer mit einer Horde beschützer unterwegs?

      • Bersarin  On Januar 11, 2016 at 13:28

        Ich spreche nicht von den Polizeiberichten, sondern von Facebook, Opferberichten aus Zeitungen und in anderen Medien. Allerdings habe ich sie nicht ausgezählt. Wenn Du die einen Berichte der Kritik unterziehst, so mußt Du dies ebenso mit dem einzelnen Bericht von Schleheck machen. Kommen nun hunderte von glaubwürdigen Berichten, die ähnliches wie Schleheck uns mitteilen, kann das, was in Köln geschah, in der Tat in einem anderen Licht erscheinen. Bisher liegen diese Berichte aber nicht vor.

        Ein Anzeigenquote von sagen wir einmal 100 Sexualdelikten (hart nach unten gerechnet) innerhalb von sagen wir mal acht Stunden, scheint mir immer noch außerordentlich hoch und gerechtfertigt, im Falle Kölns, von besonderen Vorkommnissen zu sprechen. Wie man das in Relation zu ähnlichen Fällen am selben Abend in anderen Städten setzt und wie man es zu Karneval oder Oktoberfest in Beziehung bringt, steht dann nochmal auf einem anderen Blatt. Das „Die-aber-auch“ der Stokowskis, Augseins, Krauses und Wizoreks erinnert mich sehr an die Kinder im Kindergarten.

        Die Freundin bewegte sich mit ihren Freundinnen auf dem Oktoberfest. Ihr Mann muß auf die Kinder aufpassen.

        • hf99  On Januar 11, 2016 at 14:53

          „Ein Anzeigenquote von sagen wir einmal 100 Sexualdelikten (hart nach unten gerechnet) innerhalb von sagen wir mal acht Stunden“ – äh, entschuldigung, das stimmt so nicht. am 5.1. – der Medienhype war längst unterwegs, tagelang – gab es in Köln 90 Strafanzeigen.

        • Bersarin  On Januar 11, 2016 at 17:51

          Es ging mir nicht um die unmittelbar zur Tatzeit oder einen Tag danach mitgeteilten Anzeigen, sondern um Anzeigen, die sich auf diesen Zeitraum bezogen. Eine Erklärung für die nachträglich eintrudelnden Anzeigen kann es genauso sein, daß sich inzwischen immer mehr trauen, eine Tat anzuzeigen, weil sie nun sehen, daß sie ernstgenommen werden. „Irgendwelche Männer am Hauptbahnhof haben mir an die Brüste und zwischen die Beine gefaßt!“ „Können Sie die Männer genauer beschreiben?“ „Nein, ging alles zu schnell.“ „Danke, guten Tag, auf Wiedersehen!“, wird dann die Antwort des Revierbullen lauten. Bestenfalls nimmt er mit einem gelangweilten Gesichtsausdruck eine im Sande verlaufende Anzeige auf.

          Genauso kann es bei der hohen Zahl sein, daß inzwischen auch Szenen angezeigt wurden, die man eher als geringfügig einschätzen kann. „Du fickificki?“ ist zwar widerlich, aber sicher nicht so schlimm, wie körperliche Gewalt. Anders sieht es aus, wenn Frauen mit solch einem Satz von mehreren Männern umringt und am Weitergehen gehindert werden. (Soll angeblich der Fall gewesen sein. Ich kann es nicht überprüfen. Wie überhaupt Blogger in solchen Fragen nicht viel Möglichkeiten haben.)

          So wie man die Zahl der Anzeigen in Zweifel ziehen kann, so kann man genauso Gründe finden, weshalb es immer mehr Anzeigen werden. Ichhalte diese Gründe für plausibel. Gerade auch bei Vergehen wie Pöbeleien und kurzem Angrabschen. Vielleicht sind sogar viele der Taten noch gar nicht angezeigt. Auch dies läßt sich behaupten.

          Rechnen wir mal bei den Anzeigen etwa die Hälfte Trittbrettfahrer hinzu, so ist die Zahl immer noch erschreckend hoch, und es lassen sich die Vorfälle in Köln nicht auf einen kleinen Schulhofstreich von ein paar Männern mit hohem Testosteronspiegel herunterlesen. Mag sein, daß die Polizei Aufmerksamkeit für ihre heikle Lage erzeugen wollte. Nur ändert das eben nichts an der Situation eines massiven Übergriffs. Auch hier müssen wieder mal die Bereiche getrennt werden.

          • hf99  On Januar 11, 2016 at 19:56

            Hallo

            da sind wir doch gar nicht weit auseinander. Siehe mein Anmerkungsupdate. Das es bei den „Nach“anzeigen auch schwere Fälle gab, wird sicher so sein (Diebstahl wurde ja auch angezeigt, den kann man nicht so leicht faken). Und selbstverständlich ist auch fickificki widerlich und sollte „an sich“ immer angezeigt werden – wird aber eben nicht immer, wohl aber in Fällen, die öffentliche Aufmerksamkeit erregen – ein allen Kriminologen unter dem Stichwort „Anzeigeverhalten“ sattsam bekanntes Phänomen. Speziell unter Jugendlichen glaubt man gar nicht, was da alles n i c h t angezeigt wird, nicht nur Sexualstraftaten nicht. Dazu gibts ne ganz interessante Doktorarbeit im Netz.
            https://www.freidok.uni-freiburg.de/data/1686
            (Frag mal Herwig: Wir wurden beim Verkauf einer Gitarre mal um 200 Mark geprellt – auch nicht angezeigt, um des lieben örtlichen Friedens willen, in Timmendorf kennt halt jeder jeden…)

            Es steht nicht zur Debatte, dass an der Domplatte/Hbf Köln sehr schwere Straftaten, zumindest zum Teil sicherlich durch Antänzerbanden, also durch OK, stattfanden.

            Darum aber ging es nicht.

            Es ging um einen vertierten nordafrikanischen (dann syrischen, jetzt wieder nordafrikanischen) Sexmob von 1.000 Leutz, es geht um NYT-Schlagzeilen, um „deutsche Flüchtlingspolitik gescheitert“, um „so noch nie dagewesen“. Und das ist so eben falsch, punkt.

            Und mich nervt, dass man Täterschützer und derailer und victimblamer sein soll, nur weil man hinlänglich bekannten kriminologischen Sachverhalten Geltung verschafft.

  • hf99  On Januar 11, 2016 at 12:13

    „. Im Falle der Kölner Sexübergriffe bliebe als einzige Maßnahme, neue Polizeikräfte hinzuzuführen. Weshalb das versäumt wurde, ist die eigentlich interessante Frage.“

    In der Tat…

  • Bersarin  On Januar 11, 2016 at 12:25

    Und dies hier ist die andere Seite der Medaille, wenn deutsche Männer, die ansonsten bei anderen Anlässen wie Karneval natürlich niemals Frauen begrabschen würden, ihre Volksgemeinschaft ausleben.

    http://waz.m.derwesten.de/dw/panorama/rocker-patrouillen-durch-koelns-altstadt-polizei-alarmiert-id11450549.html?service=mobile

    Man weiß eigentlich gar nicht mehr, in welche Richtung man kotzen soll. Auch hier plädiere ich übrigens für entsprechende Urteile der Justiz. Neben dem Freiheitsenzug scheint mir der des Führerscheins eine nicht uninteressante Maßnahme zu sein.

  • hf99  On Januar 11, 2016 at 17:52

    Zugegeben, es ist „taff“, dennoch interessant:

  • summacumlaudeblog  On Januar 11, 2016 at 18:02

    Mich interessieren mittlerweile v.a. zwei tagelang öffentlich zu hörende Aussagen in Zahlenform. Nämlich
    1. „Stundenlang“ hätte ein Sexmop auf der Domplatte getobt.und
    2. wären es „über 1000 Männer“ gewesen.
    Hartmuts Frage, ob da mit übertriebenen Zahlen unbestreitbare Fakten aus propagandistischen Motiven heraus angeschärft werden sollten, ist berechtigt. Wobei, wie man hier bequem nachlesen kann, ich auf die „unbestreitbaren Fakten“ Wert lege. Ja, unbestreitbar, aber vielleicht doch ein wenig übertrieben? Mittlerweile scheinen sich ja auch die Reporte diesbezüglich ein wenig zurecht zu rütteln, will sagen nach unten zu korrigieren.

    Darüber hinaus waren es erst Nordafrikaner, dann doch Syrer (fällt jemandem schwer zu glauben, der doch immerhin einige Erfahrungen mit dem soziolog. Schnitt der syrischen Flüchtlinge hat!!!und das sage ich nicht alleine). Dann auch „Schwarzafrikaner“, dann wieder Nordafrikaner. Wer denn nun?

    Schließlich weiß ich aus erster Hand, wie man in der AfD über Merkels Engagement für die Syrienflüchtlinge denkt. Und als ich im Radio zunächst den „syrischen Verdacht“ reportiert hörte („Täter kamen aus Syrien.“), und dann weiter behauptet wurde, die Täter hätten gesagt, man könne ihnen nichts, denn „mother Merkel has invited us“, da wurde mir doch anders. Kochte da jemand auf dem Boden sexueller Übergriffe seine eigene Suppe?

    „Die aber auch“ sagt hier niemand. Das ist in der Tat Kindergartenniveau.
    Und dass nicht wenige muslimische Jungmänner ein merkwürdiges Frauenbild haben, ist mir auch bekannt. Jemand, der jahrzehntelang an sozialen Brennpunkten gearbeitet hat, ist gegen sozialromantischen Kitsch und gegen Robinhoodnaivität ziemlich immun.

  • Knallrotes Gummiboot  On Januar 11, 2016 at 23:52

    also etwa Szenen wie folgende: “Puppe, gib Küßchen!” – “Piss off, notgeiler Schwanz!” klatsch, es gab ne Ohrfeige, Szene erledigt. Keine harmlose Szene, das nicht, aber gemessen an versuchter oder vollendeter Vergewaltigung eben relativ harmlos. Kommt es zur Anzeige von Szenen solcher Qualität, ist das keine Falschbeschuldigung – die Szene gab es ja. Aber wenn, dank des Hypes, solche Szenen, die aller Erfahrung nach meistens nicht angezeigt werden, nunmehr doch zur Anzeige kommen – was an sich ja richtig ist!

    Ich frage da jetzt doch noch einmal nach (auch weil ich in der Materie wohl nicht so bewandert bin und vielleicht auch die Situationsbeschreibung nicht richtig erfasse):
    Der Wikipedia entnehme ich, dass sexuelle Belästigung an sich kein Straftatbestand sei, an anderer Stelle finde ich, dass sie erst verknüpft mit Nötigung oder Beleidigung zu einem Straftatbestand wird.
    Ich verstehe die beschriebene Szene so:
    Mann sagt zu fremder Frau: “Puppe, gib Küßchen!”, mehr macht er nicht. Sie reagiert mit “Piss off, notgeiler Schwanz!” und ohrfeigt ihn.
    Ich erkenne hier aus rechtlicher Sicht nur eine Möglichkeit für den Mann, die Frau wegen Beleidigung und Körperverletzung anzuzeigen.
    Wo siehst Du die Möglichkeit für die Frau, den Mann anzuzeigen?

    • hf99  On Januar 12, 2016 at 00:20

      Für mich ist das – rechtlich – bereits eine (nun ja, einfache) Nötigung. (Ich ging davon aus, dass die beiden sich vorher nie gesehen haben und er sie auch angetatscht hat dabei.)

      Wenn dem nicht so ist, muss der Paragraf dalli-dalli geändert werden.

      Ich bin dagegen, alles zu verrechtlichen. Rühmkorf schrieb einmal sehr klug: Irgendwann müsse der Griff ans Knie doch erfolgen dürfen, und wenns dann „Nein“ heiße, sei der Fall geklärt. Ich bin gegen „Schweden“, „Schweden“ ist wirklichkeitsfremd. Aber ich bin klar für „Nein ist nein und punkt“.

      Dass eine völlig fremde Frau mir (mir ollem, übergewichtigem Sack schon gar nicht 😉 ) kein Küßchen geben will, sollte auch klar sein.

  • che2001  On Januar 12, 2016 at 01:27

    Mir kommt es so vor, dass da aus politischem Kalkül (NSU, Verfaschungsschutz, P2 lassen grüßen) eine Situation bestellt wurde,. Schreibe ich die nächsten Tage noch was drüber. Habe da sehr viel zu zu sagen, bin aber dummerweise momentan in einer 15 Stunden-Tagesarbeit-Situation.

  • summacumlaudeblog  On Januar 12, 2016 at 17:57

    Ich glaube, dass ein Teil des Rätsels gelöst ist, warum in Köln die Taten formal wie abgesprochen aussahen, aber inhaltlich zunächst nicht dazu passten (Sexualdelikt massenhaft abgesprochen? Passt nicht!).
    Es sind quasi abgesprochene „Mischtaten“ aus sexueller Belästigung und Eigentumsdelikten, die Alleinstehende junge Männer begehen, die keine echte Chance aufs Bleiben haben und die wenigstens ein bischen Geld nach Hause – meist Nordafrika genauer Marokko – schicken wollen/müssen. Und die sich dafür das Delikt Diebstahl z.B. in Form des „Antanzens“ ausgesucht haben.
    Hier der link

    http://www.sueddeutsche.de/politik/tatverdaechtige-in-koeln-warum-viele-marokkaner-unter-den-koelner-verdaechtigen-sind-1.2814644

    So könnte es gewesen sein. Wie die Lüge in die Welt kam, es seien die Flüchtlinge aus den Krisengebieten gewesen, die dort als Sexmob aufgetreten sind, wäre zu klären. Da vermute ich PEGIDA und AfD-Spindoctors als Hauptmotor.
    Mit dieser Wahrheit kann man jedenfalls deutlich weniger Stimmung gegen Flüchtlinge machen. Und auch das sicherlich problematische Frauenbild einiger muslimischer Jungmänner ist so nicht mehr als primäre Motivation der Übergriffe zu sehen. Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?
    Wobei bei aller Kritik mir die von verarmten Familien nach Europa/Deutschland geschickten jungen Männer eigentlich Leid tun. Sie sollen „Geld machen“, irgendwie…
    Tja, die Welt ist fucking awesome.

  • dora stein  On Januar 13, 2016 at 13:23

    Köln treibt tatsächlich gruselige blüten. http://www.heise.de/tp/artikel/47/47091/1.html finde ich recht lesens- und bedenkenswert.

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