Fehlende Traute – updates (diverse)

Ich hatte bisher nicht die Traute, die Frage öffentlich zu stellen, die mich seit Tagen umtreibt. Nachdem ich soeben eine Mail einer lieben Bekannten erhalten habe, bediene ich die copy-paste-taste, vor Kühnheit zitternd:

Am 10.01.2016 um 14:06 schrieb xxx:
Einen schönen Sonntag, lieber Harmut.
 Aber was ich doch wirklich gern mal wüsste: Warum
können unsere jungen Leute eigentlich jeden neuen Nagellack und jedes
Selfie in einem Bruchteil einer Sekunde durch die Welt schicken, auf
Pinterest oder Instagram pinnen oder per Whats-App an alle verteilen. Aber
Bilder von Männern, die einen Stunden lang umzingeln, die nicht?
Dankbarkeit für diese Frage. Sie treibt mich seit tagen um, ich hatte
bisher nicht die Traute, sie öffentlich zu machen. Ich erlaube mir, mich
ermutigt zu fühlen. Man findet nichts nichts nichts...

update: Es geht nicht darum, die Frauen, die tatsächlich sofort und mit zerrissenen Kleidern Anzeige erstattet haben, in Zweifel zu ziehen. Dass dort Straftaten vorkammen, ist wohl unstrittig. Es geht um die Anzeigen, die heute noch eintrudeln und bei denen inzwischen sogar der Hamburger Polizeichef Ralf Meyer öffentlich sagt, das könne er sich nicht erklären.

O-Ton:

Die Pressestelle hat unmittelbar nach der Silvesternacht bei den Dienststellen nachgefragt. In einem Lageübersichtsprotokoll war die Rede von diversen Belästigungen auf sexueller Basis. Tatsächlich lagen aber nur  vier Fälle vor. Das war auch am Montagmorgen noch so.

Daraufhin habe ich nachgefragt, was das für Fälle sind. Schließlich lagen sechs Fälle vor und das  hat dann zur ersten schriftlichen Pressemeldung geführt. Vorher waren bereits mündliche Auskünfte an Hamburger Tageszeitungen ergangen. Erst nachdem wir die Pressemeldung veröffentlicht hatten, trafen täglich etwa 30 Anzeigen bei uns ein – aus diversen Stadtteilen und Orten, ja sogar aus Bayern. Warum vorher nicht angezeigt wurde, warum niemand 110 gewählt hat, das kann ich mir nicht erklären.

Es geht um die Behauptung, eine johlende Sexmeute habe stundenlang in aller Öffentlichkeit operiert, vor den Augen der Polizei, und man findet, entgegen aller Lebenserfahrung, auf youtube oder sonstwo nicht einen Auszug, nicht einen Beleg, nichts.

update 2: Es wird immer komischer:

Nicht alle Informationen des Berichts können auf eigener Anschauung beruhen, manches ist Hörensagen. Nach dem Wortlaut sollen mehrere Personen ihre Aufenthaltstitel zerrissen haben. Hat jeder von ihnen auch gegrinst und den provokanten Spruch geäußert? Hier wurden verschiedene Vorkommnisse ineinandergeschoben. Aufenthaltstitel hat Deutschland bis 2011 in Form von Aufklebern im Pass ausgestellt, seitdem als Plastikkarte. Beide Arten von Dokumenten kann man nicht leicht zerreißen. Die Aufenthaltsgenehmigungen der Asylsuchenden sind keine Aufenthaltstitel.

Update 3: jetzt sollen es organisierte Vorkommnisse sein, ggfls auch über die Kölner Stadtgrenze hinweg. Preisfrage, Sherlock: Wieviel Sinn macht es für einen Kölner Sextäter oder Taschendieb, sich mit den „Kollegen“ in Hamburg zu verabreden: „Macht ihr mal auch!“ Es wird ja immer abenteuerlicher. Und in Köln haben sich mehrere Hundert vorab verabredet? Wie denn? Per facebook-Post? Die sähe ich gerne. „Die Hinweise werden allerdings noch sehr vorsichtig behandelt“… Wie in München vermutlich. Ich glaube da so langsam gar nichts mehr.

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Kommentare

  • anwohner51  On Januar 10, 2016 at 15:35

    Lieber Hartmut,

    wenn dich die Veröffentlichung dieser Zeilen schon vor Kühnheit zittern lässt – wie stark wäre dein Zittern wohl auf der Domplatte gewesen, als von allen Seiten illegale (extrem laute) Böller flogen, Silvesterraketen direkt auf Menschen geschossen wurden und mehrere Schwarzafrikaner deine weibliche Begleitung umkreisten und angriffen? Hättest du dann das 700 Euro Smartphone gezogen um das zu fotografieren/filmen und als Selfie zu posten? Ich denke eher nicht.

    Offensichtlich kennst du diese Situation genausowenig wie das Oktoberfest, welches du bereits als relativierenden Vergleich herangezogen hast.

    Vorschlag: Nächsten Samstag gehst du mal nicht früh zu Bett, sondern machst um 1 Uhr einen Spaziergang über die Reeperbahn, inklusive der Großen Freiheit. Dann sprechen wir wieder.

  • summacumlaudeblog  On Januar 10, 2016 at 17:09

    Maas geht nun von einem irgendwie organisierten Vergehen aus. Wenn es wirklich an mehreren Orten zu so einem massiven Gruppenauftreten gekommen ist, bleibt ja auch keine andere Erklärung übrig. An mehreren Orten ist die Situation zufällig gleichzeitig explodiert? Gloob ich nich.
    Für mich bleibt dann die Frage nach der Intention. Und die Frage nach den Tätern ist noch unbeantwortet, auch wenn manche Berichte uns etwas anderes suggerieren wollen. Auch unser engagierter Anwohner 51 hat sich ja noch nicht entschieden: Nun sind es mittenmal „Schwarzafrikaner“.
    Na, mal Frau Petry fragen. Die weiß sicher mehr

    • hf99  On Januar 10, 2016 at 17:11

      „An mehreren Orten ist die Situation zufällig gleichzeitig explodiert? Gloob ich nich.“ Ich auch nicht.

      Allerdings macht es aus der Sicht des Tatbegehenden keinen Sinn, von Köln aus sozusagen nach Hamburg zu mailen „macht ihr mal auch!“.

      Sinn machte das allein aus der Sicht derer, die solche Vorfälle brauchen.

  • Dirk  On Januar 10, 2016 at 18:23

    Das sich Trickdiebe ihre Maschen voneinander abschauen dürfte üblich sein, ohne das da eine Organisation hinter steckt. Das es bei Großereignissen mit viel Alkohol zu sexuellen Übergriffen kommt ist auch nicht so selten. Dafür braucht es keine Organisation. Nachdem die Sache mit Köln in die Medien kam, kann dies auch Leute aus anderen Städten ermutigt haben sexuelle Übergriffe bei der Polizei anzuzeigen. Das Sexualstraftäter organisiert vorgehen, wäre mir zumindest neu.

    • summacumlaudeblog  On Januar 10, 2016 at 18:30

      Genau deswegen stellte ich ja die Frage nach der Intention! Organisiert? Formal wirkt es so, aber inhaltlich passt das Delikt nicht. Es ist – rätselhaft.

    • hf99  On Januar 10, 2016 at 18:32

      Dass dort Straftaten vorkamen, ist völlig unbestritten.

      Wir haben bei schweren Sexualstraftaten eine Anzeige-Quote von etwa 1-5, jede 5te Straftat wird angezeigt. Vor der öffentlichen Hysterie ab Montag standen in Hamburg 6 Taten im Raum. Unterstellen wir einmal, alle Nicht-Anzeigerinnen hätten sich nach den Veröffentlichungen zur Anzeige entschlossen (kriminologisch ist das unwahrscheinlich, aber gut) und verdoppeln wir den Faktor, hätte es also ingesamt 60 Anzeigen geben müssen (in Wahrheit viel weniger). Es gibt inzwischen aber über 150. In allen betroffenen Städten gleicht sich dieses statistisch unglaubwürdige Bild. Zugleich gibt es aus keiner betroffenen Stadt auch nur ein youtube-Video, nicht eines…

      • Dirk  On Januar 10, 2016 at 18:47

        Die Medienberichterstattung kann auch in anderen Städten die Anzeigebereitschaft erhöht haben, wodurch solche Taten dann auch bekannt werden und der Eindruck ensteht man hätte es mit einer flächendeckenden Welle sexueller Gewalt zu tun.

        • hf99  On Januar 10, 2016 at 18:51

          Das ist richtig, aber überdenke mal die statistischen facts, die ich brachte. „Nach“anzeigen in diesem Ausmaß? Fast um den Faktor 30? Schon strange…

          • Dirk  On Januar 11, 2016 at 12:46

            Ich sehe zwischen unseren Aussagen keinen Widerspruch. Das die derzeitige Medienhysterie die Anzeigebereitschaft erhöht, dürfte ja mittlerweile offensichtlich sein. Wieviele Anzeigen tatsächlich berechtigt sind und wieviele Anzeigen von Trittbrettfahrern kommen wird sich am Ende nicht feststellen lassen, da die Staatsanwaltschaft die meisten Verfahren einstellen wird. Es ist eine altbekannte Tatsache, dass die PKS die vor allem die Anzeigebereitschaft wiederspiegelt und über die tatsächliche Kriminalität nichts aussagt.

            • hf99  On Januar 11, 2016 at 14:45

              aber Hallo wird es dort Trittbrettfahrereien gegeben haben – nach allen kriminologischen Erfahrungen. Ist ja auch bei Zeugen-Aussagen so. Wo wurde die vermisste Tanja Graeff nicht alles gesehen… Das meine ich nicht böse, der Mensch ist so, nur: Man muss das wissen. Und darf diesen kühlen Hinweis auf kriminologische Erfahrungswerte nicht als victimblaming denunzieren.

              Ein paar Pegida-nahe Fakeanzeigen dürfen wir getrost auch noch vermuten.

    • summacumlaudeblog  On Januar 10, 2016 at 18:42

      Antwort an Dirk ist irgendwie untergegangen. Ja, Sexualstraftäter sprechen sich nicht ab. Und das macht das Rätselhafte aus: Formal wirken die Vorgänge wie abgesprochen, inhaltlich aber ist das fast unmöglich. Eine mir unerklärliche Diskrepanz.

  • Dirk  On Januar 10, 2016 at 18:42

    Dass es an Ereignissen wie Silvester in mehreren Städten zu sexuellen Belästigungen und zu entsprechenden Anzeigen kommt ist statistisch gesehen ziemlich wahrscheinlich. Nur heißt das nicht, dass zwischen den Taten ein Zusammenhang besteht. Sonst müsste man beispielsweise auch unterstellen, dass zwischen Leistungserschleichungen in Berlin und Frankfurt ein Zusammenhang bestünde. Ich halte es ehrlich gesagt auch für ziemlich unwahrscheinlich, dass ein in Köln ein Mob von 1000 Migranten Frauen belästigt hat. Wahrscheinlich war für die Taten ein kleiner Teil dieser Menschenmenge verantwortlich, der sich in der Masse einfach sicher gefühlt hat.

    • summacumlaudeblog  On Januar 10, 2016 at 18:45

      Die Massierung aber, die ja so ungewöhnlich ist, macht formal erst einmal einen Zusammenhang möglich; der aber inhaltlich wie von Dir überzeugend ausgeführt eigentlich undenkbar ist. Das lässt uns stützen.

    • hf99  On Januar 10, 2016 at 18:48

      Noch einmal, von mir auch nie bestritten: Dort wird es definitiv Straftaten gegeben haben. Aber den Migranten-Sexmob, der da stundenlang organisiert und systematisch Frauen angegriffen hat, den sehe ich nicht.

      Noch ein Indiz: Man tritt der deutschen Polizei ja wohl nicht zu nahe, wenn man festhält: dass „Ausländer“ die deutsche Polizei stundenlang derart vorführen können, ist eher unwahrscheinlich. Da ziehen die Jungs für gewöhnlich ziemlich schnell durch. Und die Kölner Polizei war da nun nicht bloß zu sechst…

  • anwohner51  On Januar 10, 2016 at 19:03

    Lieber Hartmut, das ist genau der Grund warum es meiner Meinung nach selten Sinn macht, zu diskutieren. Es geht immer in die gleiche Richtung:

    A: An Silvester haben Ausländer deutsche Frauen angegriffen.
    B: Ja, Moment, noch haben wir nicht alle Fakten.
    A: Es hat sich rausgestellt, dass das Nordafrikaner / Araber waren.
    B: Ja, Moment, das heisst ja nicht, dass das Flüchtlinge waren.
    A: Es hat sich inzwischen rausgestellt, dass es auch Flüchtlinge waren.
    B : Ja, Moment, vielleicht sind die ja schon lange in Deuschtland, das sollte man nicht mit den aktuellen Flüchtlingen zusammenmischen
    A: Inzwischen wissen wir, dass es auch ganz „frische“ Flüchtlinge sind.
    B: Ja, aber heisst ja nicht, dass das auch Syrer waren.
    A: Hat sich nun rausgestellt, dass es auch viele Syrer waren.
    B: Einige wenige werfen ein schlechtes Licht auf die anderen; Deutsche vergewaltigen auch, auf dem Oktoberfest wird viel mehr vergewaltigt.

    • hf99  On Januar 10, 2016 at 19:05

      Derart faktenbefreit wie bei Ihnen hat es tatsächlich keinen Sinn zu diskutieren. Sie sind ja nicht einmal auf dem „offiziellen“ Stand (inzwischen ist man nämlich wieder bei nordafrikanischen Tätern angelangt – mal sehen, was als nächstes kommt). Wir verzichten des weiteren auf Ihre beiträge. Danke schön.

  • hANNES wURST  On Januar 10, 2016 at 22:01

    Ist ja wohl klar, warum es keine Videos von den Tätern geben KANN. Die haben die Geräte anschließend natürlich geklaut.

    Ich bin dagegen, dass es hier eine neue Art von gemeinschaftlich durch Asylanten begangene Straftat gibt. Mangels besseren Wissens kann ich nicht entscheiden, ob ich glaube, dass tatsächlich in beschriebenem Ausmaß Übergriffe stattgefunden haben. Viele Punkt, z.B. die von Hartmut Beschriebenen oder die Frage danach, wem die ganze Sache wirklich nutzt, kommen mir allerdings merkwürdig vor. In jedem Fall bin ich aber dagegen.

    • hf99  On Januar 10, 2016 at 23:26

      Deine Ironie tut mir gut, wie immer. Dennoch (sofern das „dennoch“ hier überhaupt angängig ist) frage ich mich, wenn es diese Übergriffe in diesem Ausmaß eben nicht gegegebn hat, schon: Wessen geschäfte werden da betrieben?

  • Stefan  On Januar 11, 2016 at 01:01

    Wer hätte den Videos machen sollen? Die Opfer? Wenn ich mir die Berichte der Opfer auf youtube ansehe, erscheint mir das eher unwahrscheinlich, erstens wollten die nur entkommen und zweitens wären die Handys wohl wirklich geklaut worden. Die Täter? Um sich selber zu belasten?
    Zuschauer hätten bei der Vorgehensweise (20er Gruppe von Männern umringt Frauen) nur die Hinterköpfe aufnehmen können. Ich habe bisher übrigens auch keinen einzigen männlichen Augenzeugen der sexuellen Übergriffen wahrgenommen. Ich schließe daraus, dass es keinen gab.
    Was es aber tatsächlich gab, waren Männer, denen in Tränen aufgelöste Frauen im Nachhinein von den Taten berichteten.

    • hf99  On Januar 11, 2016 at 01:07

      alle Umstehenden hätten Videos machen können. Die über 200 dort eingesetzrten Polizeibeamten übrigens desgleichen (oder werden Viedeokameras nur mitgenommen, wenn es gegen links geht?). Und übrigens gern zum 5ten, 6ten, 7ten Mal: ich bestreite nicht, dass dort Straftaten vorkamen – ich bestreite nur, dass dort ein migrantischer Musel-Sexmob stundenlang und hemmungslos zum ersten, noch nie vorher dagewesenen Male den Platz beherrscht hat.

  • zeus1887  On Januar 11, 2016 at 16:31

    ich bin ja normalerweise eher weniger schreiber denn „Praktiker“ ABER „anwohner 51″……Wahnsinn, was der so schreibt……kann man mal sehen…..AFD ist überall……by the way: wieso dutzt Dich dieser Ka…vogel?

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