Nichts Genaues

In einem Vorabbericht zitierte die „Welt am Sonntag“ einen Polizisten mit den Worten: „Nur bei einer kleinen Minderheit handelte es sich um Nordafrikaner, beim Großteil der Kontrollierten um Syrer.“ Unter Berufung auf Polizeikreise berichtete auch der „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Der Polizeiführung war offenbar schon in der Silvesternacht klar, dass es sich bei vielen der rund 100 kontrollierten jungen Männer um Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan handelte, die erst seit kurzem in Deutschland leben.“
Aus welchem Grund gerade diese Menschen kontrolliert worden waren, gaben die Polizisten nicht an. Auch konkrete Anhaltspunkte für eine Festnahme habe es in keinem der Fälle gegeben.

Verdolmetscht also: Nichts Genaues weiß man nicht. Das ist doch alles nur noch irre.

Bei der MoPo wirds vollends absurd:

Gegenüber der „Welt“ sagten nicht namentlich genannte Kölner Polizisten: „Nur bei einer kleinen Minderheit handelte es sich um Nordafrikaner, beim Großteil um Syrer.“ Die meisten seien „frisch eingereiste Asylbewerber“ gewesen. Sie hätten nur ihren Registrierungsbeleg  dabei gehabt.  Vorrangig sei es den Tätern um ihr „sexuelles Amüsement“ gegangen. Gruppen von Männern hätten Frauen umkreist und sich an ihnen vergriffen.

So so, „Täter“, die MoPo weiß es wieder mal genau. Haben Sie bemerkt, wie widerlich die MoPo hier ihre Suggestionen an den Mann bringt? Diese Art von guilt by association ist schon übel. Die Sache wird so langsam reichlich schal…

 

 

Post a comment or leave a trackback: Trackback URL.

Kommentare

  • Wolfgang  On Januar 8, 2016 at 10:47

    Hat das alles vielleicht Methode? Schlimm ist für mich dabei vor allem, dass überhaupt nicht mehr gedacht, geschweide denn nachgedacht wird.

  • Bersarin  On Januar 8, 2016 at 11:16

    Fest steht, daß es in Köln über 100 Anzeigen gibt. Das sind also über 100 Vorfälle von sexuellen Übergriffen, davon 2 Vergewaltigungen und mehrere Raubüberfälle. In der Tat: die Täter sind mutmaßliche. Und sie werden es auch bleiben, weil in solchen Fällen die Ermittlungen sich schwierig gestalten. Die Polizei wird auf Videoüberwachung und Zeugenaussagen angewiesen sein. Und da wird nicht viel bei herauskommen. Thema abgeschlossen. Ohne Täter keine Verurteilungen. Insofern wird man in einem zweiten Schritt den Fokus ändern müssen. Das bedeutet, auch Themen anzusprechen, die von Teilen der Öffentlichkeit mit Tabus belegt sind. Aber es muß sein. Ich halte nichts davon, Probleme zu verschweigen oder zu beschwichtigen. Und wenn die Prusseliese des Feminismus, aka Antje Schrupp, im „Stern“ ihre sicherlich nett gemeinten Relativierungen schreibt, so scheint mir das wenig zielführend. Es gibt einen Punkt, da muß Tacheles geredet werden. Ansonsten werden die Fakten bei den fünf Landtagswahlen gesetzt. Oder durch noch viel Schlimmeres. Pegida und AfD feiern bereits inneren Reichsparteitag. Mahnende und warnende Stimmen freilich, insbesondere solche, die nicht des Rechtsradikalen verdächtig sind, gab es schon lange vorher – sie kamen unter anderem aus den jüdischen Gemeinden.

    Einen interessanten Kommentar schrieb Heribert Prantl in der SZ:

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/sexuelle-gewalt-ein-robustes-nein-1.2806362

    Wenngleich er inhaltlich recht hat, wissen wir alle, daß es zu einer Abschiebung eben eines Grundes bedarf. Wenn die Täter mutmaßliche bleiben, reicht das nicht aus. Insofern dienen dann auch solche Texte nur dazu, Beruhigung herzustellen. Die Fragen, die wir uns mit Migranten aus den arabischen Räumen stellen müssen, werden keine einfachen sein. Ebenso wenig die Fragen, die sich biodeutsche Männer stellen (lassen) müssen.

    Ich will Köln nicht mit einem völlig anderen Aspekt verbinden. Aber wir werden, wenn Zusammenleben gelingen soll, sehr viel mehr Geld in die Hand nehmen müssen, damit die lange schon in der BRD lebenden oder gerade erst eingereisten Migranten, die Sprache lernen, damit sie hier arbeiten können und nicht in Ghettos leben, wie wir es aus den französischen Banlieus kennen. Die Aspekte eben, die unter dem nicht richtig guten Begriff der Integration gefaßt sind. Wir werden massiv umdenken müssen. In verschiedenen Richtungen. Das einzig können die Lehren aus Köln sein.

    • hf99  On Januar 8, 2016 at 21:20

      Da sage ich „Jein“. Auch ich will mit Ranke erst einmal ganz genau wissen, „wie es eigentlich gewesen ist“. Erst: keine Flüchtlinge darunter, eher kriminelle Banden (Antänzer) aus Nordafrika. Dann: Doch, Flüchtlinge deutlich dabei. Zwischendurch waren auch einige Deutsche und ein US-Bürger „verdächtig“.

      W e n n es so ist, dass muslimische Communitys, sagen wir mal, anfälliger sind – etwa für Judenhaß, und zumindest dafür gibt es in der Tat Indizien – , dann muss das natürlich ohne Realitätsverbot verhandelt werden. Ich möchte da – siehe jetzt auch die offenkundig absurde „Terrorwarnung“ München – aber erst belastbare Fakten sehen. Diese paar Tage Zeit möchten sein. Dafür sind wir nun wirklich zu häufig verarscht worden. Ich springe nicht mehr über jedes Stöckchen, das der SDiskurs hinhält.

  • Wolfgang  On Januar 8, 2016 at 16:32

    Recht gebe ich dir, Bersarin, jedoch mein Glaube daran, dass die berühmte Masse, einschliesslich des ebenso berühten Mittelfeldes, diese Rosskur mitmachen wird, sehr wenig entwickelt ist..

  • Honigkuchen  On Januar 8, 2016 at 19:12

    @Bersarin:
    Fest steht, daß es in Köln über 100 Anzeigen gibt. Das sind also über 100 Vorfälle von sexuellen Übergriffen, davon 2 Vergewaltigungen und mehrere Raubüberfälle.
    Ich formulier das mal richtiger:
    „Fest steht, dass es in Köln über 100 Anzeigen gibt. Das sind also über 100 behauptete Vorfälle von sexuellen Übergriffen, davon 2 Vergewaltigungen und mehrere Raubüberfälle.“

    Und was will man da eigentlich alles in den Begriff ’sexueller Übergriff‘ hineinpacken, und vor allem in so einer Partysituation?
    Und war da jetzt wirklich mehr los, als bei früheren Silvesterparties?

    Das einzig können die Lehren aus Köln sein.
    Welche Lehren aus Köln zu ziehen sind, kann man erst wissen, wenn man weiß, was tatsächlich vorgefallen ist.

    Ansonsten auch keine Zustimmung zu Deinen nebulösen Andeutungen bezüglich Abschaffung rechtsstaatlicher Grundsätze und was da sonst noch alles gemeint sein könnte.

    • hf99  On Januar 8, 2016 at 21:04

      Naja, es werden schon nicht hundert Falschanzeigen sein.

      Btw: Wo will Bersarin den Rechtsstaat abschaffen?

  • Bersarin  On Januar 8, 2016 at 21:45

    Honigkuchen, das ist eine ganz wunderbare Relativierung von Vergewaltigung und sexuellem Übergriffen. Und meist haben es die Frauen ja auch so gewollt, Honigkuchen, nicht wahr? Was machen die überhaupt nachts am Hauptbahnhof, wo man doch weiß, daß die Bahnhofsgegenden zu meiden sind. In bestimmten Kreisen wird diese Argumention übrigens Victim blaming genannt. Ansonsten: Wie war das nochmal mit dem Fall Kachelmann? Hieß es da auch der behauptete Vorfall? Muß man insofern und zukünftig bei Vergewaltigungen und Sexualdelikten, bei Gewalt in der Ehe usw. ebenfalls von einem behaupteten Vorfall sprechen? Die Maskulinisten wird es freuen. Ähnlich wie Du argumentieren übrigens auch Rechtsradikale, wenn Flüchtlinge angegriffen und geschlagen. Aber zwischen Maskulinisten und Rechtsradikalen gibt es Überschneidungen.

    Es sind inzwischen 170 Anzeigen, davon ¾ sexuelle Übergriffe.

    Von „richtig“ gibt es übrigens keinen Komparativ.

    • hf99  On Januar 8, 2016 at 21:59

      Richtiges Argument, Bersarin, falsches Beispiel.

      Kachelmann war erwiesen unschuldig, die betreffende Dame hat nachweisbar Beweismittel gefaked. Deswegen darf Kachelmann sie – sogar im Klarnamen – als „Falschbeschuldigerin“ bezeichnen.

  • Bersarin  On Januar 8, 2016 at 22:25

    @ Hartmut
    Sicherlich geht es darum, es genau wissen zu wollen und auch wissen zu müssen. Was München und all die Terrorwarnungen betrifft: hier existieren im Gegensatz zu Köln, Hamburg, Stuttgart, Frankfurt keine empirischen Beobachtungen, sondern es wird uns von einem nebulösen Grundrauschen berichtet. Niemand sah jemanden, der einen Bombenkoffer abstellte. Nichts, das für den gewöhnlichen Zeugen irgendwie sichtbar war. Das ist in Köln usw. anders. Was am Bahnhof geschah, spielte sich vor den Augen sehr vieler Menschen ab. Über die Vorfälle gibt es kaum Spekulationen. 170 Anzeigen sprechen zudem sehr deutlich. Selbst wenn die Hälfte davon Trittbrettfahrerinnen wären (Konjunktiv II), wären es immer noch zu viele Fälle, um es auf die leichte Schulter zu nehmen. Damit sind die Delikte polizeilich und im Sinne der Strafverfolgung signifikant.

    Um zu wissen, was war, muß ich zunächst Leute befragen. Seien das die Polizeikräfte, seien das die Menschen, die sich auf dem Bahnhofsvorplatz aufhielten und zu Zeugenaussagen bereit sind. Ich selber hielt mich zum Silvesterabend beim Hamburger Hauptbahnhof auf. An der Ecke, Steindamm/Kirchenallee sahen wir eine große Menschenansammlung – junge Männer, meist arabischer oder türkischer Herkunft. Die Stimmung war ausgesprochen aggressiv, so daß wir uns fernhielten. Das ist es, was ich beobachtete. Was für Schlüsse man daraus nun ziehen mag, ist schwierig. Es sah mir zumindest nicht nach einem netten Kaffeekränzchen aus.

    Skepsis und die Fähigkeit zu hinterfragen sind Eigenschaften, die man sich auch im Überschwang von Emotionen, wie bei diesen Straftaten, bewahren muß. In keinem Fall haben wir es hier aber mit einer harmlosen Lage zu tun. Wie sie sich im Detail gestaltet, muß man sehen.

    In der Tat erwies sich im Fall Kachelmann, der dann zum Fall Claudia Simone Dinkel wurde, die Aussage der Frau als Lüge. Was ich mit dem Beispiel meinte: Niemand (oder nur wenige) sprachen von „behaupteter Vergewaltigung“, schon gar nicht die Stokowskis, Wizoreks und J. Augsteins, die nun in Köln nicht laut genug relativieren und herunterspielen können.

    • hf99  On Januar 8, 2016 at 22:33

      Ich bestreite die Vorkomnisse als solche mitnichten. Ich will aber verstehen, was sie bedeuten. Tu quoque wg Abwiegelung ist falsch – sagte ich ja schon -, Doppelstandards sind aber auch falsch. Wie Du weißt, kann ich mich, wenn es ums catering geht, qualifiziert äußern. Was eine Kollegin übers Oktoberfest oder auch über Glühweinstände zur christlichen Weihnacht erzählt hat geht auf keine Kuhhaut. Alles biodeutsche Horsts und Torstens und Hartmus und Peters… Nicht wg Abwiegelung sondern wg: Geht es um den islam oder um Männer – arabische wie europäische -, die wieder einmal mit ihrem testosteronpegel nicht klarkommen?

  • summacumlaudeblog  On Januar 8, 2016 at 23:58

    Wer wie ich tagtäglich mit dem laut verdächtigten Täterkreis zu tun hat, kann sich über das Wundern nur wundern. Das war klar, das das passiert, das war mit Ansage. Es handelt sich um eine soziologische Konstante in muslimisch dominierten Gesellschaften, die übrigens durch die Mehrheit dieser Gesellschaften sehr wohl verachtet wird. Häufig spielen übrigens enthemmende Stoffe eine Rolle, deswegen ist der Vergleich mit dem Oktoberfest auf jeden Fall zutreffend. (Was mich medizinisch v.a. auch interessiert, ist die Rolle anaboler Steroide, die in manchen solcher Subgruppen verkonsumiert wird und die absolut enthemmend wirken. Oder Amphetamine, möglicherweise Fluchtdoping, weil man sonst die Strapazen nicht überstanden hätte. Daneben die Effekte einer Kasernierung, wovon man bei manchen Heimen ja sprechen kann.)

    Was man auch immer als Ursache anführen mag: Wer hat denn bei den Flüchtlingszahlen erwartet, dass nicht auch kriminell Agierende den Weg zu uns finden? Ich will nicht für Gelassenheit plädieren, sondern für Realismus. Es kommen eben nicht nur die Verdammten dieser Erde.
    Was bedeutet, dass ein Generalverdacht mehr über den Verdacht Erhebenden aussagt als über den Verdächtigen. Alle Muslime haben ein Problem? Nein! Aber vielleicht einige? Und zu sagen, diese Phänomene gebe es in der muslimischen Welt nicht, ist eine naive Alibaba- und 1001.Nacht-Romantik, die ich nicht gut heißen kann.

    • hf99  On Januar 9, 2016 at 00:07

      So war es auch hier seit eh zu lesen: keine Muslim-Hatz, keine Muslim-Idyllik. In Max Frischs Worten: Es kommen Menschen. Schon vor Monaten schrieb ich: Und wenn nicht 700.000 Syrer kämen, sondern 700.000 Neuseeländer, Australier oder Norweger…es würde auch Probleme geben. Natürlich würden unter diesen 700.000 Neuseeländern etc auch ein paar Vergewaltiger sein. Im Grunde muss man sich wundern, wie wenig passiert. Es passiert ja so wenig, dass – Stichwort freifunk hamburg – Vorkommnisse herbeigeflunkert werden müssen, „damit“ genug „passiert“. Deswegen jetzt auch die entlarvende innere Freude, die diese Typen beseelt. Beseelt im wahrsten Sinn: Suie waren nichts, sie sind nichts, sie werden nie etwas sein…aber 15/16 freudig erlebt, das haben sie. Das ist alles, was sie drauf haben.

  • summacumlaudeblog  On Januar 9, 2016 at 00:10

    Ups jetzt aber schon jede Menge Fake-Videos im Netz, die die Situation vor dem Kölner Hauptbahnhof dramaturgisch aufladen sollen. Eins ist eigentlich aus dem arabischen Frühling. Wird aber via Facebook als Flüchtlingsübergriff behauptet. Das ist schon heftig.

  • Honigkuchen  On Januar 9, 2016 at 10:02

    @hf99:
    Naja, es werden schon nicht hundert Falschanzeigen sein.
    Dazu Bersarin:
    Es sind inzwischen 170 Anzeigen, davon ¾ sexuelle Übergriffe.
    Dazu das kleine Teilchen auf feynsinn:
    findet das noch jemand seltsam, daß sich das verhältnis in den letzen tagen von 1/4 (angeblicher) sexualdelikte gegenüber 3/4 (angeblicher) diebstahldelikte mal einfach so umgekehrt hat? und die anzeigen immer mehr werden? und daß seit 7 tagen? und daß ne anzeige *ansich* erstmal garnichts heisst, aber in einer art argumentiert wird, als wäre eine anzeige automatisch ein *zwingend wahrheitsgemässer* schuldvorwurf gegenüber der angezeigten person(en) oder -gruppe?

    Wie gesagt, mich interessiert, wieviele Falschanzeigen es sind und von welcher Qualität die übrigen Anzeigen sind, und welche Vorfälle zweifelsfrei festgestellt werden können und wie das in Relation zu früheren Parties steht. Dann kann ich Schlüsse aus Köln ziehen.

    Wir leben schließlich in Zeiten mit steigenden Zahlen von Falschbeschuldigungen bei Vergewaltigung (von denen Kachelmann, Horst Arnold, Mollath, Assange(?) nur die prominent gewordenen sind), in Zeiten in denen man die Definition von Vergewaltigung massiv ausweiten will, in Zeiten, in denen ein Kompliment zu einem wochenlangen #Aufschrei führt, irgendwelche Spinner auf nem CCC mit Creeper-Cards ankommen, und was für Geschäftsfelder Feministen für sich heutzutage noch so entdeckt haben.
    Und weiterhin in Zeiten eines sich im Netz massiv austobenden rassistischen Mobs (das Telepolis-Forum ist nicht mehr wiederzuerkennen), der haufenweise Horrorlügenmärchen bezüglich Flüchtlingen in Umlauf bringt.

    Btw: Wo will Bersarin den Rechtsstaat abschaffen?
    Ich hatte das so formuliert:
    Ansonsten auch keine Zustimmung zu Deinen nebulösen Andeutungen bezüglich Abschaffung rechtsstaatlicher Grundsätze
    und beziehe mich dabei z.B. auf diesen Abschnitt:
    Wenngleich er inhaltlich recht hat, wissen wir alle, daß es zu einer Abschiebung eben eines Grundes bedarf. Wenn die Täter mutmaßliche bleiben, reicht das nicht aus.
    Und ich verstehe den Abschnitt weiterhin so, wie ich das formuliert habe, auch weil Bersarin sich ja noch weiter darüber empört, dass eine behauptete Tat, solange sie nicht zweifelsfrei festgestellt wurde, eine behauptete bleibt.

    Btw.: Und ja, bei der Oktoberfest-Kellnerin frage ich nach, ob sie sich nicht nen anderen Job hätte suchen können, wenn ihr Angrabschen unangenehm ist.
    (Und nein, ich werfe das nicht mit Vergewaltigung in einen Topf.)

    @Bersarin:
    Honigkuchen, das ist eine ganz wunderbare Relativierung von Vergewaltigung und sexuellem Übergriffen.
    Ich frage nach, was genau passiert ist, und wie das in Relation zu sehen ist. Ist das böse?

    Und meist haben es die Frauen ja auch so gewollt, Honigkuchen, nicht wahr? Was machen die überhaupt nachts am Hauptbahnhof, wo man doch weiß, daß die Bahnhofsgegenden zu meiden sind. In bestimmten Kreisen wird diese Argumention übrigens Victim blaming genannt. Ansonsten: Wie war das nochmal mit dem Fall Kachelmann? Hieß es da auch der behauptete Vorfall? Muß man insofern und zukünftig bei Vergewaltigungen und Sexualdelikten, bei Gewalt in der Ehe usw. ebenfalls von einem behaupteten Vorfall sprechen? Die Maskulinisten wird es freuen. Ähnlich wie Du argumentieren übrigens auch Rechtsradikale, wenn Flüchtlinge angegriffen und geschlagen. Aber zwischen Maskulinisten und Rechtsradikalen gibt es Überschneidungen.
    Lass mal die Keulen und Unterstellungen stecken. Du fährst meinem Verständnis nach in übelstem rassistischen Fahrwasser, da wirken Deine Unterstellungen für mich wie Realsatire.

    Muß man insofern und zukünftig bei Vergewaltigungen und Sexualdelikten, bei Gewalt in der Ehe usw. ebenfalls von einem behaupteten Vorfall sprechen?
    Ja, solange nicht zweifelsfrei bewiesen wurde, dass er stattgefunden hat.
    Warum ist das so empörend? Brauchst Du nen Integrationskurs in den Rechtsstaat?

  • Bersarin  On Januar 9, 2016 at 11:55

    @ Hartmut/summacumlaude: Zunächst einmal zu den Internetberichten (Facebook etc.), die live vor Ort erfolgt sein wollen. Das ist alles nicht nachprüfbar. Insofern sind wir bei den Zahlen und Beurteilungen wie auch bei den Fakten auf gute Journalisten angewiesen, die eben keine Mietmäuler für die eine oder die andere Seite sind.

    Es ist völlig richtig, sexuelle Übergriffe nicht in eine Richtung zu betrachten. Wer Köln sagt, muß irgendwann auch Oktoberfest sagen und dennoch die qualitativen Unterschiede sehen. Und umgekehrt. Wer von sexuellen Übergriffen in München, begangen meist durch Biodeutsche, spricht, der kann nicht bei den Übergriffen von Köln die Probleme verniedlichen, wie wir mit bestimmten Gruppen aus dem arabischen und türkischen Raum haben. Inzwischen scheint auch klar, daß ebenso Geflüchtete unter den Kölner Gewalttätern waren. (Was eben nicht per se gegen Geflüchtete spricht, wohl aber dafür deutliche Warnzeichen aufzustellen, was in der BRD geht und was nicht geht.) Das Oktoberfest ist zudem prinzipiell keine No-Go-Zone. Was sich dort abspielt, ist von anderer Qualität als die Übergriffe in Köln, die Herr Augstein diminutiv als Begrapschen titulierte.

    Das Problem besteht darin, sexuelle Übergriffe überhaupt nachzuweisen und das dann juristisch zu ahnden. Das freilich gilt gleichermaßen für München und Köln.

    Sexuelle Übergriffe sind nicht an bestimmte Ethnien gebunden. Aber es gibt durchaus kulturelle Prägungen, die diese Übergriffe begünstigen. Das gilt sowohl für arabische junge Männer wie für das biodeutsche Mittelstands-, Oberschicht- oder Unterschichtmilieu. Wichtig scheint mir, jeden Fall individuell und differenziert zu betrachten und nicht alles über einen Leisten zu schlagen.

  • Bersarin  On Januar 9, 2016 at 12:07

    @ Honigkuchen: Wenn eine Frau mit zerrissener Kleidung, mit sichtbaren Verletzungen und psychisch aufgelöst auf einer Polizeiwache anzeigt, daß sie von Unbekannten überfallen, vergewaltigt und/oder sexuell mißbraucht wurde, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, daß es sich hier nicht um eine Beziehungstat handelt, in der noch andere Motive eine Rolle spielen könnten. Wenn diese Anzeigen von mehreren Frauen, unabhängig voneinander eingehen, so läßt sich, etwas formal-verdinglicht, von einer gewissen Signifikanz sprechen.

    Weiterhin, Honigkuchen, begründe doch bitte zunächst, inwiefern ich in rassistischem Fahrwasser argumentiere, wenn ich mich für den Rechtsstaat ausspreche, der diese Taten mit allen Mitteln ahndet. Ggf. auch mit Gesetzesänderungen für kommende Fälle, wie sie momentan im Hinblick auf Sexualstrafrecht und Asylrecht im Gespräch sind.

    Wäre ich zudem in rassistischem Fahrwasser bräuchten wir uns übrigens und zudem gar nicht mehr zu streiten, weil ich dann leider mit in Deinem Boot säße. Denn im Gegensatz zu Dir spreche ich nicht von behaupteten Übergriffen auf Flüchtende, nicht von behaupteten Brandanschlägen auf Asylunterkünfte, nicht von behaupteten Nazimorden an Deutschen – eine typisch rechtextreme Argumentation der Tatrelativierung, wie wir sie in diesen Kreisen erleben und wie sie auch in der Blogosphäre in genau dieser Struktur immer wieder verbreitet werden. Ebensowenig spreche ich von behaupteten Vergewaltigungen, wie Du sie annimmst und sexuelle Gewalt hier in maskulinistischer Tonlage kleinschreibst – gegen die Fakten zudem. Erzähl Deine Argumente mal der Wizorek und der Stokowski: behauptete Vorfälle auf dem Oktoberfest. Du fragtest nicht kritisch nach, sondern Deine Frage insinuiert bereits eine bestimmte Tendenz. Nämlich die Relativierung von 2 Vergewaltigungen und diversen sexuellen Übergriffen.

    Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, daß alle 170 Fälle ausgedacht sind. Allerdings müßte man dafür schon eine gute Erklärung liefern. Wenn ein Mensch anzeigt, daß er sexuell übergriffig angegangen wurde, muß man sehr genau prüfen. Wenn am selben Ort und zur selben Zeit 170 Menschen ein ähnliches Vergehen anzeigen, liegt nicht nur eine andere Quantität vor, sondern hier finden wir zudem das, was man den qualitativen Sprung nennt: daß nämlich ein bestimmtes überschrittenes Maß eine völlig neue Qualität erzeugt. Das gilt ja auch für die Dauervergewaltigungen und Dauertötungen von Frauen aus Sexlust in Indien.

    Was zudem die 170 Gewalt- wie auch Sexualdelikte von Köln betrifft: Ich beziehe mich hier nicht auf willkürliche Zahlen, sondern auf die der Zeitungen, die diese von den Polizeidienststellen erhielten. Sollte sich herausstellen, daß gar nicht 170 Anzeigen eingingen und die Polizei sich diese ausdachte, wäre das in der Tat ein Skandal. Ich halte es aber für unwahrscheinlich, daß einzelne Beamte, die zu Neujahr sowieso am Limit arbeiten, auch noch Zeit finden, Anzeigen zu erfinden. Daß bei solchen Dimensionen und Größen – es handelt sich hier nicht um einen Handtaschendiebstahl bei Oma Kruse – die Zahlen nur langsam zusammengetragen werden, verwundert mich nicht. Zumal viele der Betroffenen vermutlich erst anzeigten, nachdem das Ausmaß klar war und sie sicher sein konnten, daß man ihnen Glauben schenkt und sexuelle Übergriffe nicht als durchgeknallte Phantasie oder als bloß behauptete gelabelt werden. Diese unübersichtliche Lage mag teils erklären, weshalb keine exakten Zahlen vorliegen.

    Noch eine kleine Nachhilfestunde in Jurisprudenz für Dich: Eine Anzeige ist, wie es der Name schon sagt, eine Anzeige: es wird etwas angezeigt. Ob dieser Anzeige eines Vorfalls auch ein Tatbestand zugrunde liegt, entscheiden in der Regel Gerichte. Manchmal gehen solche Prozesse nach dem Grundsatz in dubio pro reo aus. Das bedeutet nicht, daß der Tatbestand eines sexuellen Übergriffes nur ein behaupteter ist, sondern daß der Täter nicht überführt werden konnte, weil die Beweise nicht ausreichten. Gleiches gilt, wenn der Täter gar nicht erst vor ein Gericht gebracht werden kann, weil die Beweislage zu dünn ist. Deshalb aber sind die sexuellen Gewaltakte in Köln noch lange keine behaupteten.

    Soviel nur als kostenlose Lehrstunde in Rechtsstaat für mutmaßlich rechtsradikale Tatrelativierer.

  • neumondschein  On Januar 9, 2016 at 20:04

    Übrigens lehnen Moslems Rauschmittel ab, also insbesondere Alkohol.

    Desweiteren möchte ich anmerken, daß schon in den Zwanzigern angebliche sexuelle Explosivität schon in den Zeitungen breitgetreten wurde, so daß es im Berliner Schanzenviertel schließlich zu einem Pogrom kam. (Auschwitz geht immer)

    Drittens, was fangen Marokko und Algeriern mit Intensivtätern an, die ihr Staatsterritorium nie betreten haben? Gibt es denn in den betreffenden Ländern zu Massenveranstaltungen ähnliche Ausfälle? Was können diese Länder dafür, daß die Nachfahren ihrer ehemaligen Staatsangehörigen keinen Anschluß an die deutsche Gesellschaft finden? Das ist doch das Problem Deutschlands und nicht das Marokkos.

  • Bersarin  On Januar 10, 2016 at 12:27

    Das ist für Marokko, Algerien wie auch für die Intensivtäter doch mal eine hochintensive, neue Erfahrung. Ich glaube zudem, daß Marokko und Algerien da schon etwas Passendes einfällt. Versuch macht kluch.

    Sehr dumm ist es von einer Religion Rauschmittel abzulehnen. Vielleicht liegt ja darin das Problem. Müßte man mal nachforschen.

  • Bersarin  On Januar 10, 2016 at 14:30

    Auschwitz, Neumondschein, ich höre immer Auschwitz – das behaupten so viele. Über die Amis, die die Indianer ausrotteten und noch viel schlimmer all die armen Büffel metzelten, spricht niemand. Die Opferzahlen in den USA sind auch viel höher als die in Deutschland.

    Was soll man da sagen? Der Italiener trinkt Grappa, der Syrer Grappschi.

    Ich glaube übrigens, Köln, das hat der Mossad gemacht.

    Fallen irgendwem noch weitere Relativierungen nach der Logik der Kindergartengrabbelgruppe, nee -krabbelgruppe „Die-aber-auch“ ein?

    • hf99  On Januar 10, 2016 at 14:56

      „Fallen irgendwem noch weitere Relativierungen nach der Logik der Kindergartengrabbelgruppe, nee -krabbelgruppe “Die-aber-auch” ein?“

      naja, Bersarin, „Jein“. Wenn Identisches nichtidentisch vermittelt wird, wirds schon problematisch.

      Hier geht es nicht um die Frage, ob die Taten widerlich waren – sie waren es, keiner bestreitets -, hier geht es um die Frage, ob in diesen Taten Sein und Wesen der Einwanderer zum Ausdruck kam – was von Pegida abgesehen niemand direkt behauptet, aber ständig suggeriert wird – oder ob doch eher soziologische Variablen und solche der Geschlechterforschung zu benutzen sind, um das kriminelle Verhalten einer kleinen Gruppe junger männlicher Immigranten verstehbar zu machen.

      Ich finde jens Bergers zwei beiträge sehr brauchbar; ähnliches war ja auch hier zu lesen:
      http://www.nachdenkseiten.de/?p=29994
      http://www.nachdenkseiten.de/?p=29932

  • hf99  On Januar 10, 2016 at 14:31

    @neumondschein: ganz unironisch: es g i b t in besagten Ländern sehr wohl seit längerem „zu Massenveranstaltungen ähnliche Ausfälle“ – etwa auf dem Tahrir-Platz in kairo: https://www.burks.de/burksblog/2016/01/06/der-tahrir-platz-von-koeln auch aus anderen Ländern wird ähnliches berichtet.

    Entscheidend bleibt die Frage, w a s genau passiert ist. Und hier kristallisiert sich doch immer stärker heraus, dass es sich um ein Phänomen organisierter Kriminalität gehandelt hat. Wobei…uns sind diverse Versionen angedient worden, wer weiß schon genaues.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: