Freifunk, Hufnerstrasse

Als ich, vor Weihnachten, eine Email bekam (offenbar anonym, jedenfalls wohnt eine St***Kr*** ausweislich der Klingelschilder nicht im angegebenen Haus), in der mir von „Freifunk“ berichtet wurde, war ich zunächst ratlos. Von der Initiative Freifunk hatte ich bis dahin nichts gehört (Schande über mich!). Dank Freifunk würden, so berichtete St***Kr***72@gmx.de mir, ständig junge Männer  vor ihrer Tür stehen und sie belästigen. Einmal hätte sie die Polizei rufen müssen. Ob ich Freifunk nicht wenigstens des Nachts abschalten könne. Da ich beim besten Willen nicht wusste, worauf sie hinaus wollte, antwortete ich:

???

Nö, bin ich natürlich nicht… Ich verstehe auch das Problem nicht. Wo
stehen die? Wann stehen die? Wer steht da?

Gruß

St***Kr***72@gmx.de antwortete nicht mehr. Soviel zu St***Kr***s Bedürfnis nach ehrlicher Kommunikation. Mail vom 16.12., meine Antwort war am 17.12. Ich habe die nächsten Tage – es war nicht kalt! – damals ca gegen 00:00 Uhr immer wieder rüber geschaut: Nichts, niemand!

Nunmehr erfahre ich, Dank dieses anonymen Blogs, folgendes:

Da einer der Freifunker seinen Standort in der Hufnerstraße 42 hat, bat sie auch den dort sitzenden Blogger Hartmut Finkeldey um Hilfe. Finkeldey, sonst sprachlich traumtänzelnd mit Worten wie “außerästhetisch” unterwegs, fragte nur stumpf zurück:

??? Welche Leute vor der Tür?

Real existierende Probleme von Nachbarinnen passen eben nicht das Weltbild eines Pseudointellektuellen

Zur Klarstellung (von „Hufnerstrasse 51″s Falschzitat abgesehen): ich habe keinen Freifunk-Stützpunkt, allein schon deswegen nicht, weil ich erst jetzt erfahren habe, dass es sowas gibt. Wie hier im Blog schon mehrfach belegt: ich bin vielleicht ganz gut, wenn es um Kant, Schiller, Marx, Brecht, Schopenhauer, Benn, Nietzsche geht…aber mit Sicherheit entsetzlich schlecht, wenn es um postindustrielle Informations-Technologie zu tun ist. Na, da muss ich mich ja wohl mal zu Freifunk aufmachen. Natürlich werde ich, sofern und solange finanziell für mich darstellbar, direkt im sog. „Heim“ für einen Freifunk-Stützpunkt sorgen. Denn ich bin für Freifunk! In jeder Hinsicht!

@Freifunk (Freifunk tritt übrigens mit ladefähiger Adresse im Impresssum auf!): Wir hören uns!

@St***Kr***72@gmx.de und @https://hufnerstrasse.wordpress.com/ (hier fehlt ein Impressum!): Ich wüsste gerne, mit wem ich es zu tun habe. Eure multiple Feigheit kotzt mich an.

 

Übel, das alles…

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Kommentare

  • anwohner51  On Januar 7, 2016 at 11:24

    Hallo Hartmut,

    erstmal ein frohes Neues, du beginnst das Jahr hier auf deinem Blog so abrupt und dazu mit einem so kalten Beitrag, das ist doch sonst gar nicht deine Art…

    Es freut mich sehr, dass du in diesem Nachbarschaftsdissens vermittelnd tätig werden und den Zuwanderern kostenloses Internet bereitstellen willst. Dann müssen die armen Menschen nicht mehr frierend vor der Tür der Nachbarin herumstehen, sie hat keine Angst mehr und kann auch das extrem dümmliche Bittsteller-Schild wieder abnehmen. Eine Win-Win-Win-Situation.

    Das Problem ist nur folgendes: Du könntest zwar dein Internet „teilen“, aber du wohnst auf der falschen Straßenseite… Da die Jungs gerne skypen, wäre eine 100Mbit Leitung angemessen, ebenso ein paar vernünftig verteilte WLAN-Repeater im Gebäude. Da du Grenzen deiner finanziellen Darstellbarkeit erwähnst, wird das wohl eher nichts werden. Wie wäre es, wenn wir Eugen Block mal fragen? Im Flüchtlingsheim kassiert er die Miete ja täglich ab, bei mir kommt er nur einmal im Monat, ich werde ihn am nächsten Ersten mal darauf ansprechen.

    Da sieht man mal wieder: Wir sind so reich und könnten so viel Gutes für die Menschen tun, aber Eugen will sein Geld lieber in dem großen Geldspeicher in Poppenbüttel für sich behalten. Es ist wirklich übel.

    Lieben Gruß vom Anwohner

    PS: Ja, das mit der ladungsfähigen Anschrift… ich habe überhaupt kein Problem mit Vorladungen, nichts auf meiner Seite ist justiziabel und sehr wohl dürfen Privatpersonen ohne Impressum publizieren. Aber wenn meine Meinung in diesen dunklen Tagen als Pegidahetze bezeichnet wird, dann sind die schwarzgekleideten Vertreter der AntifaSA etwas unberechenbar. Zusammengefasst kann man sagen: Ich bin da tatsächlich etwas feige, bitte sei deswegen nicht sauer auf mich.

  • Wolfgang  On Januar 7, 2016 at 13:11

    Wo führt das hin?

  • Lemmy Caution  On Januar 7, 2016 at 20:27

    Na Du hast ja liebe Nachbarn.

    Der versucht dich irgendwie zu einem happless sidekick seines eigenem Kopfkino zu machen.
    „traumtänzelnd“, „Pseudointellektuellen“, „ideologisch verblendet“, „lebensfremd“.

    #dieLeuteWerdenImmerVerrueckter

  • che2001  On Januar 8, 2016 at 00:49

    In der Tat. *kopfschüttel*

    • hf99  On Januar 8, 2016 at 07:30

      Muss man mit Humor nehmen.

      Am absurdesten ist die Suggestion, man sei gefährdet, die Antifa käme, um einen zu holen. Gefährdet sind in Wahrheit derzeit die, die mit Brandsätzen angegriffen werden. Ein typischer Täter-Opfer-Umtausch also.

      Hatte tatsächlich noch nie was von Freifunkt gehört…klassischer Fall von Eigentor. Jetzt unterstütz ich die natürlich.

      • R@iner  On Januar 8, 2016 at 09:35

        Ich würde mich trotzdem mit dem Nachbarn, der den Freifunk-Router spendiert, in Verbindung setzen. Eigentlich hat der nämlich nur ein Antennenproblem. Bastelte man sich sich eine kleine Außenantenne (siehe Beispiele unten auf WLAN-Antennen) mit Richtcharakteristik, dann könnte man die Nutzer gezielt aus dem Hauseingang des Anstoßes an einen anderen Ort „dirigieren“. Laut einer anderen Seite sind einige hundert Meter bis zu 2,5 Kilometern Reichweite möglich.
        So wäre dann allen geholfen.

      • anwohner51  On Januar 9, 2016 at 18:48

        Lieber Hartmut, wirst du den Jungs tatsächlich einen Freifunk-Sender direkt in deren Unterkunft spendieren? Da ziehe ich aber den Hut vor dir, das ist keinesfall ein Eigentor, sondern löst das Problem und hilft allen Beteiligten. Schöne Geste, vielen Dank dafür, das meine ich wirklich ernst.

        Das betrachte ich überhaupt nicht als Eigentor, sondern als eine vernünftige Deeskalation der Situation im Sinne einer guten Nachbarschaft.

        Besten Gruß vom Nachbarn auf der dunklen Seite

  • hf99  On März 17, 2016 at 00:54

    Nur zur Klarstellung wg 9 März „Hufnerstrassenblog“: Der Blog lügt. Es gab und gibt bis jetzt keine wie auch immer geartete „Belästigung“ in der Hufnerstr. durch Flüchtlinge (über das Wort können wir debattierten), eine „Steffi Kr***“, in deren Namen Mails verschickt wurden/werden(?), die eine Belästigung behaupten, existiert hier nicht. Im Grunde ein Fall für die Hoaxmap http://www.hoaxmap.org

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  • […] Straßenseite. Da fällt mir ein… Hartmut, du alter Nassauer: Wann kommt denn jetzt dein versprochenes Freifunk-Netz für die Primitiven auf meinem Hinterhof? Lass mich raten: Du hast schlicht und […]

  • […] lieber Florian: Bitte wende dich an Hartmut aus der Hufnerstraße 42. Er hat sich großzügig bereit erklärt, das Projekt nach Kräften finanziell zu unterstützen, jetzt kann er endlich konkret […]

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