Medien und Einflüße

Noch einmal: Das hier

Machen Stimmung im Internet und auf Kundgebungen: Ken Jebsen (l.), Jürgen Elsässer (M.) und Albrecht Müller (r.). Foto: Imago

bleibt widerwärtig, weil Müller mit Elsässer nichts zu tun hatte und bis heute nichts zu tun hat. Schon in der Überschrift sudelt Steven Geyer Müller und den Nachdenkseiten Pegida-Sympathien zu. Wenn es nach der Logik von Typen wie Steven Geyer ginge, hätten die Stalinisten in Katyn niemanden ermordet, denn „das hat ja Goebbels auch so gesagt“. Hat-ja-auch-Goebbels-gesagt ist kein Argument und kann keines sein. „2 und 2 bleiben immer noch 4, auch wenn Hitler zweifellos zugestimmt hätte“ (Sebastian Haffner, Anmerkungen zu Hitler…vielleicht darf ich den Emigranten Haffner, der ua emigrierte, weil er seine jüdische Lebensgefährtin nicht verraten wollte, noch zitieren, ohne deswegen gleich Pegida-Sympathisant und Antisemit zu sein.)

Was diesen Punkt betrifft, hatten und haben die Nachdenkseiten weiterhin meine Unterstützung. Ich habe gegen diese widerwärtige, auch menschlich niederträchtige Art des Zuschmutzens, Zusudelns, Zulügens angeschrieben seit eh – so originell ist das nämlich nicht. Da habe ich nichts zurückzunehmen, nichts zu korrigieren.

Es geht auch nicht um die Frage, ob es ggfls Einflußnahme sinistrer Dienste auf die öffentliche Unterredung gab und gibt. Es gab sie, Stichwort congress for cultural freedom, Witsch und Heinrich Böll (der wohl, wie auch Hannah Arendt, ahnungslos war), es handelt sich hier also nicht um eine „Verschwörungstheorie“ (oder wie sich das schreibt), sondern um dinglich erhärtete Fakten. Hier eine ganz interessante arte-Doku dazu:

Und es gibt sie immer noch – man frage Snowden. Im übrigen muss man gar nicht so tief graben. Die versuchten und häufig leider auch erfolgreichen Einflußnahmen politischer Kreise auf die Medien sind notorisch.

Es geht mir alleine darum, nicht gleich in jeder abweichenden Meinung das große Verschwörungsding sehen zu wollen. Und ich halte wenig davon, undifferenziert auf „die Machteliten“, wohl gar noch die in den USA, zu verweisen und „das Volk“ für überwiegend bloß manipuliert zu halten. Angesichts der Ressentiments, die es in Teilen der Bevölkerung immer noch gegen alles us-amerikanische gibt (vermutlich eine Fortsetzung des „Gott-strafe-England“ von 1914), wäre ich jedenfalls sehr vorsichtig mit pauschalen Urteilen über die USA. Mit pauschalen Urteilen sollte man sowieso sehr vorsichtig sein. Hier aber klingen sie mir besonders schlecht in den Ohren. Für eine kritische Linke ist mir der Rekurs auf internationale Finanzeliten, auf Wall Street und City, jedenfalls zu mager. Das bedeutet nicht, die konkrete Kritik sei falsch – ich lese gerade Stefano Liberti, „Landraub“, widerlich -, es bedeutet aber, bei der Analyse bitte nicht beim sog. Finanzkapitalismus stehen zu bleiben. In Anlehnung an ein gutes altes Horkheimer-Wort: Wer vom Realkapitalismus, zB der Waffenindustrie, nicht reden will, der mag auch vom Finanzkapitalismus schweigen.

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Kommentare

  • genova68  On November 4, 2015 at 22:08

    Der Artikel von Geyer beschreibt kompetent, differenziert und detailliert die Situation. Alle drei Abgebildeten sprechen ein sehr ähnliches Publikum an. Bei den Elsässer-Fans wird man keine nds-Kritiker finden. Das passt alles. Lieb ist auch wegen der Querfront-Affinitäten von Müller bei den nds ausgestiegen. Für die Querfront stehen unter anderem Müller, Jebsen und Elsässer, auch wenn es da (noch) Differenzen gibt.

    Schaut man sich auf facebook um, erkennt man die Affinitäten zwischen, Müller, Jebsen und Leuten wie Wagenknecht. Die haben mittlerweile in einem ordentlichen Teil den gleichen Fanclub. Es geht allen drei um die Etablierung einer Querfront, mal ein bisschen, ähem, linker, mal ganz rechts. Jens Berger ist auch im Boot. Von einer gleichgeschalteten Presse redet Müller übrigens schon seit Jahren, von der Lügenpresse auch. Und Müller behautpete kürzlich, Hebel von der FR habe Goebbels als Vorbild. Der ist nicht mehr ernst zu nehmen.

    Du, Hartmut, erzählst stattdessen flott etwas von widerwärtigem Sudeln. Aber dich stört ja auch Müllers Antisemitismus, den ich vor einer Weile hier mit meinem Mailverkehr mit ihm belegt habe, nicht. Aber hier von „Zuschmutzen, Zusudeln, Zulügen“ reden. Solange es gegen Juden geht, kein Problem, gell? Meine Fresse.

    • hf99  On November 5, 2015 at 00:31

      „Aber dich stört ja auch Müllers Antisemitismus, den ich vor einer Weile hier mit meinem Mailverkehr mit ihm belegt habe, nicht.“ Das ist schlicht unwahr, Du hast hier gar nichts belegt – und das weißt Du auch, denn es ist Dir konzise gezeigt worden. Deine Vorwürfe sind übrigens schlicht justitiabel. Ich habe die Interessen Albrecht Müllers, den ich bekanntlich mitnichten kritiklos lobe (nur gegen absurde Anwürfe verteidige ich ihn allerdings) nicht wahrzunehmen, das wird er wohl selber besorgen, sollte er das hier lesen. Könnte teuer werden.

      Ansonsten hat zu der schäbigen Antisemitenriecherei zB eines Clemens Heni, die Du Dir hier zueigen machst, Alan Posener alles erforderliche gesagt. „A-a-a-lles An-an-antisemiten“
      http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/stotternde_stalinisten/ (Link beachten…immerhin, auch achgut wahrt einen Rest an Diskussionsfairness und nimmt den Artikel nicht aus dem Netz)

      Ich rede seit Jahren, seit jahrzehnten, schon zu prä-web-zeiten, gegen all diese unguten Diskursuntiefen an – leider völlig vergeblich. Wer sich der Logik des das-hat-der-und-der-auch-gesagt hingibt, für den sind weder in Katyn (hat ja schließlich auch Goebbels gesagt) noch in Auschwitz (hat ja schließlich auch Stalin gesagt) Menschen ermordet worden. Muss ich für Arbeitslosigkeit sein, weil ja die NPD deren Abbau will?

      ich werde mich mit diesem Diskursdreck, mit dieser Diskursdummheit und auch Diskursniedertracht nicht mehr länger auseinander setzen.

      Du bist hier ab sofort unerwünscht. Intellektuell kannst Du hier nichts beitragen – dazu langts bei Dir nicht – , und Dir wieder und wieder die alten Sachen vortragen, das ermüdet. Ich habe schon viel zu viel von meiner Lebenszeit an Typen wie Dich verplempert.

  • genova68  On November 5, 2015 at 09:31

    Na, endlich mal gute Argumente, Kamerad: Juristengedrohe gegen Kritiker, Gepöbel und Rauswurf. Viel Spaß mit deinen neuen Freunden.

  • wolfgang  On November 5, 2015 at 10:16

    Wenn ich das schon lese:“ Der Artikel von Geyer beschreibt kompetent, differenziert und detailliert die Situation“, dann weis ich Bescheid. Ich stimme dir zu, Hartmut.

    • hf99  On November 5, 2015 at 13:57

      Ich bin ein Idiot. Seit über einem Vierteljahrhundert weiß ich, dass in einer solchen Sudelsphäre für Leute wie mich nichts zu gewinnen ist – was habe ich eigentlich mit Steven Geyer oder wie diese Null sich schreibt zu schaffen! -, und kann nicht davon lassen, weil hier halt wichtige Dinge verhandelt werden.

  • André  On November 5, 2015 at 12:56

    Das Bindeglied zwischen Elsässer und den NachDenkSeiten ist Willy Wimmer, der „Segensreiche“. Und wie schon Genova geschrieben hat: Das gleiche Publikum.

    • hf99  On November 5, 2015 at 15:18

      wenn ich mit jemandem rede, der mit jemandem redet, der…dann macht mich das verdächtig? Sorry, aber so operieren für gewöhnlich schlechte Kriminalisten.

      • André  On November 5, 2015 at 15:41

        Mal ein paar Fakten:
        -Willy Wimmer veröffentlicht nicht nur bei Elsässers Compact-Magazin, sondern auch bei KOPP-Online

        – Willy Wimmer ist ein PEGIDA-Versteher, der diesen Mob als „die machen sich Sorgen“ bezeichnet

        – Willy Wimmer wurde von Albrecht Müller als Hauptredner zu den Pleisweiler Gesprächen 2014 eingeladen

        – Willy Wimmer und Albrecht Müller waren Diskussionsgäste bei Ken Jebsens „Positionen“

        – Willy Wimmer will in seinem neusten Compact-Artikel Kanzlerin Merkel nach St. Helena verbannen.

        – Albrecht Müller sagte bei Ken Jebsnes „Positionen“ pauschal: „Wir haben amoralische Leute an der Spitze“ und verglich Wolfgang Schäuble mit dem „Leibhaftigen“

        – Albrecht Müller bezeichnete Willy Wimmer als „segensreich“ und Ken Jebsen attestierte er „grossen intellektuelle Kraft und Energie“

        – An seiner Ramstein-Rede lobte Albrecht Müller Willy Wimmer und Ken Jebsen.

        Ich könnte stundenlang so weiter schreiben.
        So viel zu deinem „wenn ich mit jemandem rede, der mit jemandem redet…“

        • hf99  On November 5, 2015 at 15:47

          Es ist moralisch, 100.000 DM in bar, überreicht von einem Waffenhändler, zu „vergessen“?

          Ansonsten bite ich um einen Textbeleg – nicht um geraune, sondern um einen präzisen textbeleg. Der kam bis jetzt nicht. Ansonsten können wir gerne auch über Herrn Netanyahu reden und dessen kuriose Hitler-These. Hat nicht Kishon mal der „Jungen Freiheit“ ein Interview gegeben? Nach Deiner Logik sind Netanyahu und Kishon Nazis, zumindest fast und irgendwie.

          Was Jens Berger zB von Elsässer hält, hat er soeben noch einmal klar gemacht. ich bin weißgot kein Berger-Freund, aber ich bin Fairness-Freund.

  • André  On November 5, 2015 at 15:52

    Ich kann für jeden einzelnen Punkt Textbelege geben, wenn das hier wirklich gewünscht wird – mein Blog ist voll davon. (Ich wollte hier nicht zu dominant auftreten.)
    Ja, Jens Berger mag Elsässer nicht, er mag auch Willy Wimmer nicht. Nur – das interessiert Albrecht Müller einen feuchten Kehricht…

  • wolfgang  On November 5, 2015 at 17:27

    Zwei Textbeiträge der Nachdenkseiten von heute: „Willkommen in der Echokammer usf. sowie „USA schicken Sonereinsatzkräfte nach Syrien“.
    Lesenswert!

  • wolfgang  On November 5, 2015 at 17:28

    Sondereinsatzkräfte natürlich

  • altautonomer  On November 5, 2015 at 21:03

    Für mich wird die Möglichkeit, zu kommentieren, immer mehr eingeschränkt, da ich mit den Jebsen-Fan-Clubs, Antifa- und Autonomen-Bashern, Don Alphonso-Freunden und „Schnittmengen“-Apologeten nichts zu tun haben möchte. Was sie verächtlich „Inhaber der reinen linken Lehre“ nennen, heißt für mich „konsistente politische Identität“.

    Schnittmengen kann man konstruieren, wenn man die Augen ganz fest zu macht:

    1. In den 80er waren auch die Neonazis für Tempo 100 auf deutschen Autobahnen (gegen das Waldsterben) damit der deutsche Wald nicht stirbt.

    2. Im 1. Irakkrieg stellten sich die Nazis auch hinter die Parole „Kein Blut für Öl“, weil es um das wertvolle Blut deutsche Landser ging, das nicht vergossen werden sollte.

    3. Die größte Schnittmenge zwischen Nazis und gemäßigten Linken gab es dann 1989, als es nur die Gegenbewegung aus dem linksradikalen Spektrum gab „Nie wieder Deutschland“!

    Eine temporäre Schnittmenge haben auch die Borussenfans in der Südkurve beim BVB (vereint gegen Schalke).. Am Ende (Satire) ist Elsässer noch Numismatiker, wie ich oder Philatelist und Jebsen
    treffe ich wie einst den Oberverräter J. Fischer beim Marathonläufen.

    Das Ganze erinnert mich sehr an Tucholskys „Verräter“.

    http://www.textlog.de/tucholsky-die-verraeter.html

  • hf99  On November 5, 2015 at 22:10

    Andre, ich erwarte keine Belege darüber, dass Müller sich falsch geäußert hat und auf dem Holzweg ist, wenn er glaubt, Leute wie Jebsen einfangen und läutern zu können. Das weiß ich seit eh, weswegen ich die nds schon im Dezember 2014 entlinkt habe.

    Ich erwarte Belege dafür, dass Müller antisemitisch, rassistisch und pro Pegida argumentiert.. Diese Belege gibt es nicht, und das weißt Du auch.

    altautonomer: bleib mal ruhig. Auch ich bin gegen das Suchen von Schnittmengen, ich habe es da nicht an Deutlichkeit fehlen lassen; ich billige Liebs Schritt.und bin ihn letztlich viel früher gegangen als er.

    Aber das eine – Müllers Schnittmengensucherei – kritisieren hat mit dem anderen – massive und falsche, ehrabschneiderische Vorwürfe zB in Richtung Judenhaß – eben nichts zu tun. Warum fällt diese Fallunterscheidung, die zu verstehen doch wirklich auch ohne Einsteinschen Intelligenzquotienten möglich sein sollte, so schwer?

    • André  On November 6, 2015 at 11:10

      „Andre, ich erwarte keine Belege darüber, dass Müller sich falsch geäußert hat und auf dem Holzweg ist, wenn er glaubt, Leute wie Jebsen einfangen und läutern zu können.
      […] Ich erwarte Belege dafür, dass Müller antisemitisch, rassistisch und pro Pegida argumentiert.. Diese Belege gibt es nicht, und das weißt Du auch.“

      Das kann ich so nicht stehen lassen. Es geht doch hier um den Artikel von Steven Geyer. Und Steven Geyer hat nirgends geschrieben, dass Müller antisemitisch argumentiert. So dumm ist Müller nicht. Ich weise aber darauf hin, dass Müller das widerliche Pamphlet ‚Jawohl, wir sind einseitig‘ von seinem Kumpel und weltnetz.tv-Mitbegründer Diether Dehm unterschrieben hat, in welchem Israel unterstellt wird, dass es lüge und dass es „so viele Medien“ beeinflussen könne.
      Hartmut, bedenke bitte, dass Diether Dehm nicht nur intelligent, sondern auch professioneller Texter ist, der offenen Antisemitismus zu umschiffen weiss. So auch Albrecht Müller. Dehms skandalöse Antisemitismusdefinition hat es sogar in die Wikipedia geschafft.
      Und was Müllers Läuterungsversuch eines Jebsen betrifft, glaube ich nicht dass es sich überhaupt um einen Läuterungsversuch handelt. Ich glaube, es geht Müller vielmehr darum, von Jebsens hohen Klickzahlen und Bekanntheit zu partizipieren. Dafür bedient Müller sogar reichsbürgerische Ressentiments: „“Ja, ich hatte in den NachDenkSeiten davon geschrieben, wir lebten quasi im Status einer Kolonie.“
      http://www.nachdenkseiten.de/?p=23749

      Die Menge der Indizien ist erdrückend. Auch ich finde, dass der Artikel von Geyer kompetent, differenziert und detailliert die Situation beschreibt.
      All das, was Steven Geyer beschreibt, waren auch die von Wolfgang Lieb angeführten Gründe für seinen Ausstieg bei den NachDenkSeiten. Es geht nicht nur um Pegida, sondern um Querfront, Die NachDenkSeiten sind ein Teil der Querfront geworden – das ist der alleinige Verdienst von Albrecht Müller. Und Jens Berger ist zu feige, sich dagegen zu wehren. Wolfgang Lieb hat seine Konsequenzen gezogen. Für mich ist er eine Art Held.

  • genova68  On November 5, 2015 at 23:44

    Du forderst allen Ernstes immer noch Belege, die ich schon x-fach präsentiert habe. Ich gehe einfach mal davon aus, dass du überfordert bist und links nichts anklickst. Ich schreibe es deshalb hier noch einmal ganz deutlich, damit das Herausreden nicht mehr funktioniert.

    Ich habe Müller folgendes Zitat von Jebsen gemailt – VOR der Veröffentlichung des Interviews mit Jebsen:

    „Nationalzionisten haben Israel okkupiert wie Nazis 33 Deutschland okkupiert haben“

    Ich habe ihm außerdem folgendes gemailt:

    In einer zweiten Mail zitierte ich noch deutlichere antisemitische Ausfälle von Leuten, die bei den Montagsdemos maßgeblich mitwirkten, beispielsweise Ralf Schurig (wohl in der Berliner Orga bis September), der den “verleugneten Holocaust” an den Deutschen nach dem Krieg schlimmer findet als den eigentlichen. Außerdem ist er der Meinung, dass die heutigen “Zionisten” “Börse, Politik und die Medien” weltweit, auch den Spiegel, “nach ihrer Pfeife tanzen lassen”, und einiges mehr an rechtsradikalen, verschwörungs-theoretischen Aussagen….

    Ich habe Müller auch darauf hingewiesen, dass Jebsen weiterhin mit ziemlich problematischen Leuten gemeinsam auf Montagsdemobühnen redet. Beispielsweise mit den Organisatoren der Montagsdemo in Mainz, die auf ihrer Website den Blog eines rechtskräftig verurteilten Holocaustleugners (“Honigmann”) als weiterbildende, “alternative” Lektüre empfehlen.

    Müllers Antwort in Mails an mich: Ein link zu einem Bericht der deutschen welle über die aktuelle Situation in Gaza. Ansonsten: Schweigen.

    All das ist hier zu finden, ich habe den link seinerzeit hier gepostet:

    https://exportabel.wordpress.com/2014/11/13/albrecht-muller-vom-querdenker-zum-querfrontler/

    Natürlich sagt Müller nicht, dass alle Juden weg müssen. Fakt ist, dass ihn selbst die Geschichte des rechtskräftig verurteilten Holcausleugners, der von einem mit Jebsen offiziell befreundeten Montagsdemoprotagonisten als Lektüre empfohlen wird, zu keiner negativen Reaktion animiert. Stattdessen behauptet er weiter, es gebe keine Belege für einen Antisemitismus von Jebsen. Schlimmer, stattdessen postet er den link der dw zu Gaza. Wie soll man das anders interpretieren, als dass Jebsen und die anderen recht haben?

    Ein weiteres Zitat von Jebsen, das ich Müller nicht gemailt habe, das er aber, interessierte er sich ernsthaft für das Thema, nach zehn Sekunden googlen finden könnte, lautet;

    Das gemeinsame Hobby dieser Zio-Cons ist die Schaffung eines israelischen Großreichs, konkret: ein Israel ohne Palästinenser. … Ins Altdeutsch übersetzt: Israel strebt in Palästina die Endlösung an, klassischer Genozid.

    Es ist eine permanente Gleichsetzung von Juden mit Nazis.

    Was soll ich von jemandem halten, der solche Äußerungen bis hin zur Holocaustleugnung nicht nur schweigend hinnimmt, sondern als Antwort mit dem besagten link zur deutschen welle kommt? Seine Antwort: Den Palästinensern geht es schlecht. Müllers Schweigen und seine späteren Behauptungen, es gebe keine Belege für Jebsens Antisemitismus muss man werten, es geht nicht anders. Und ich habe es hier nicht mit einem Sonderschüler zu tun.

    Wenn du das hier alles immer noch weiter relativierst, dann ist dir nicht mehr zu helfen.

    • hf99  On November 6, 2015 at 00:16

      „Fakt ist, dass ihn selbst die Geschichte des rechtskräftig verurteilten Holcausleugners, der von einem mit Jebsen offiziell befreundeten Montagsdemoprotagonisten als Lektüre empfohlen wird, zu keiner negativen Reaktion animiert. “

      Es ist also ein „Fakt“, dass daraus, dass X nicht reagiert, wenn der y verkündet, dem Z sei so einiges egal, und der A habe sowieso Probleme mit dem B (bei Regenwetter ist das umgekehrt!), und weil doch der Z mit dem B befreundet sei, folge dasunddas.- wobei zu beachten ist, das der X it dem Z vor 22 jahren, 8 Monaten und 7 Tagen mal ne halbe Stunde gesoffen hat! Weiß ich weil hähähä.

      Liest Du eigentlich die Argumente, die hier konzise vorgetragen werden? Nee, oder?

      Ich erarbeite hier gerne mal einen grundlegenden Script „Einführung in die Begriffsanalyse, formale Logik und Argumentationstheorie“. Wobei ich politische Diskurse und die in ihnen vorkommenden Fehlschlüsse besonders berücksichtigen werde. Da ich nicht verbeamtet bin, sondern mich mit prekären Beschäftigungen durchs Leben schlagen muss, würde ich dafür denn aber doch 3.500.- Euro netto nach Steuern zur Vorkasse veranschlagen.

      Wäre es nicht Realität, man müsste es Slapstick nennen. Ich entlinkte die nds, weil ich es falsch fand und übrigens auch noch finde, sich mit den idiotischen Mahnwichteln auch nur partiell zu solidarisieren. Ich gebe Jutta Ditfurth inhaltlich und in der Substanz Recht: Mein einziges „Verbrechen“: Ich trenne von (in meinen begründeten Augen) schweren Fehlern, die Albrecht Müller analytisch begeht, und seinem Kern als Mensch, der pro Humanität votiert.

      • genova68  On November 7, 2015 at 12:18

        Konzise Argumente: Genauso konzise vermutlich, wie du den Artikel von Geyer analysierst, nämlich ausschließlich aufgrund der Bildchen.

        Hartmut, nimm bitte zu Folgendem Stellung, ob formallogisch oder nicht, ist mir egal. Deine Logikansätze führen nicht zu mehr Erkenntnis, sondern zu weniger. Sie sind eine Form des Versteckens.

        Also: Ich schreibe die Mail mit dem Nationalzionisten-Zitat, Müller antwortet mit dem link. Das einfache Frage-Antwort-Spiel. Kann man den link der dw anders denn als eine Zustimmung zu dem Jebsen-Zitat verstehen? Muss Müller schreiben: „Ja, Jebsen hat recht, Juden sind die Nazis von heute“? Meinst du das allen Ernstes?

        Du kannst jetzt a, b und sonstwas antworten, oder einfach mit einem Satz mit Subjekt, Prädikat und Objekt.

        Oder bist du der Meinung, man ist nur dann Antisemit, wenn man sagt: „Ich bin Antisemit“?

        Ich habe keine Lust, dich mit deinem hochmütigen und zugleich primitiven Textverständnis, das nur der Verschleierung dient, aus der Zange zu lassen. Ich setze mich eine halbe Stunde an den Schreibtisch und liefere hier Indizien und Hinweise en masse, du ignorierst, forderst Beweise und bietest mir stattdessen ein Script für Begriffsanalyse an.

        Nochmal ganz deutlich: Beim Thema Antisemitismus in Deutschland ignorierst du alle Indizien und Hinweise und forderst Beweise?

        Es ist eigentlich eine Unverschämtheit.

        Auch das hier nochmal ganz deutlich: Ich halte es für eine Unterstützung von Antisemitismus, für eine Solidarisierung mit einer eindeutig antisemitischen Position, wenn man sich von einer solchen Aussage wie der mit den Nationalzionisten nicht distanziert (es war das Kernthema der Mail), sondern als Antwort via link indirekt zustimmt. (Mir ist seinerzeit beim lesen die Kinnlade runtergefallen.)

        Danke, André, für den profunden Kommentar.

  • genova68  On November 5, 2015 at 23:54

    Und weil ich in der Transkription der Freitags-userin „damevonwelt“, die ich oben schon zitiert habe, noch weiteres finde, bitte, O-Ton Jebsen:

    Das Volk ohne Raum, das auserwählte Volk, agiert mittels Mossad, der sich, welche Ironie, auch mit SS schreibt, nach den Methoden der Nazis. Über jegliches Recht hinwegsetzen, über Leichen gehen und selbst die eigenen Verbündeten ausspitzeln. Wo ist der Unterschied in der Ideologie und dem Grundanspruch zwischen auserwähltem Volk und Herrenrasse?°

    Und weiter:

    Zionismus ist in seiner ganzen Radikalität zu Ende gedacht ziemlich identisch mit der Rassenideologie der Nationalsozialisten. Man geht davon aus, dem Rest der Menschheit überlegen zu sein: das legitimiert jedes Handeln°

    Und:

    wird es bald kein palästinensisches Volk in Palästina mehr geben. Was Adolf Hitler während der Shoa mit den Juden nicht gelungen ist, hätten radikale Zionisten mit den Palästinensern dann erreicht: die Endlösung.

    https://www.freitag.de/autoren/dame-von-welt/kenfm-rassistischer-zionismus

    Wie gesagt, O-Ton Jebsen und nach zehn Sekunden googlen gefunden. Für den werten Herrn Müller, der öffentlich nach Belegen für Jebsens Antisemitismus sucht, offenbar nicht auffindbar.

    Müller und Jebsen sind mittlerweile dicke Kumpels.

    Für wie blöd hältst du den Müller eigentlich?

  • genova68  On November 6, 2015 at 00:00

    Und der Typ von der Mahnwache Mainz namens Schattauer, der den Holocaust-Leugner als Lektüre empfiehlt,

    http://www.mahnwache-mainz.de/medien

    verbrüdert sich in der Öffentlichkeit mit Jebsen und hält mit ihm Reden auf gemeinsamer Bühne. Keine Spur von Distanzierung irgendwo.

    All das reicht mir als Einschätzung.

  • Dennis82  On November 7, 2015 at 13:25

    Wenn ich mir diese Realsatire hier – halb kopfschüttelnd, halb amüsiert – so überfliege: Manch Typus hätte damals zu Zeiten der Inquisition wirklich seine ultimative Berufung gefunden…! 😀

    Wie kann man nur für eine derart exzessive Gesinnungsschnüffelei bei Hinz und Kunz regelm. seine Lebenszeit verplempern…? Bzw. wer bezahlt sowas eigentlich…!? Und dann noch auf so einem Kindergartenniveau…?! Und warum gibt es so viele, die über diese Stöckchen, die ihnen ein paar Knallchargen permanent hinhalten – trotzdem drüberspringen…!?

    • hf99  On November 7, 2015 at 19:25

      leider keine Realsatire, sondern pädagogisch wertvoll. Deswegen bleibt das alles hier auch stehen.

  • genova68  On November 8, 2015 at 10:17

    Es ist interessant, dass du, Hartmut, nun zum wiederholten Mal einer simplen Frage ausweichst.

    Das Ausweichen hat bei dir mittlerweile Tradition, scheint mir. Es wäre auf psychologischer Ebene zu klären, warum du dich so benimmst. Und warum du hier zum wiederholten Mal suggerierst, ich sei mehr oder weniger geisteskrank. Jemand, mit dem man nicht kommunizieren könne. Du kannst mit mir immer genau dann nicht kommunizieren, wenn ich dir eine einfache (und auch noch die zentrale) Frage stelle:

    Ich schreibe die Mail mit dem Nationalzionisten-Zitat, Müller antwortet mit dem link. Das einfache Frage-Antwort-Spiel. Kann man den link der dw anders denn als eine Zustimmung zu dem Jebsen-Zitat verstehen?

    Egal, lassen wir´s. Du willst nicht, ich kann es nicht erzwingen.

    Just for info, Dennis: Gesinnungsschnüffelei meint die „heimliche Nachforschung“. Bei mir war die besagte Mail weder heimlich, noch habe ich nachgeforscht.

    Ich gebe meine Arroganz zu: Mir sind manche Leute zu dumm, um mich mit ihnen zu unterhalten. Dumm nicht im Sinne von Sarrazin (falsche Gene), sondern im Sinne von Kant (Nichtgebrauch des vorhandenen Verstandes).

    Es ist das runderneuerte Publikum der nds. Es passt.

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