Nachdenkseiten reloaded

Lesenswert. In der Tat: Die Berichterstatung über die Anti-TTIP-Demo war widerwärtig; es spielt auch keine Rolle, ob man dort glatt gelogen hat oder bloß zu dumm ist, einfache Realitäten wahrzunehmen.

Ich bestreite das mit keinem Wort, schreibe im Gegenteil gegen solche Spindoctoreien an seit eh. Ich gehe auch ziemlich sicher davon aus, dass es in unserer Journalistenlandschaft embedded journalists idiots gibt, die sich von sinistren Diensten füttern aka führen lassen. Was ich einzig bestreite: dass es den einen, großen, monolithischen Manipulationsblock gibt. Und ich bestreite, dass „das Volk“ im Grunde gut, nur leider manipuliert ist. Darum, nur darum dreht sich der Streit. Im Konkreten haben die nds oft schlicht recht; so auch hier.

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Kommentare

  • wolfgang  On Oktober 27, 2015 at 11:41

    Sehe ich auch so.

  • Eike  On Oktober 28, 2015 at 00:00

    Das Dumme ist wie immer, dass man irgendwann nicht mehr um die Sachzwänge herum kommt… Deswegen gibt es in Griechenland eine links-rechts Regierung. Es gibt gemeinsame Schnittstellen und der Rest wird außen vor bleiben, bis die Sache geklärt ist, was in Griechenland länger andauern könnte. Ich finde das auch nicht prall, mit Rechten zu maschieren, aber wenn die auch gegen TTIP sind, kann ich das nciht verhindern. Da muss ich dann wissen, was ich schlimmer erachte…Wenn TTIP auch mit den Rechten zu Fall käme, wäre das zumindest in der Sache richtig, auch wenn mich das stört. Bei den Bankendemos haben mich ja die braunen Esos ja noch sehr gestört, inzwischen finde ich die Sache als solches wichtiger. Danach kann man sich immer noch die Köppe einhauen. Wenigstens könnte man sich dazu dann oft noch das dafür nötige Equipe leisten.

    • Dennis82  On Oktober 29, 2015 at 22:45

      „Danach kann man sich immer noch die Köppe einhauen.“ So einfach wäre es, eigentlich. Aber da steht noch ein gewaltiges Problem im Weg – die menschliche Eitelkeit – und Borniertheit…!

      So machen es genau genommen die Neoliberalen – und es ist an bitterböser Ironie eigentlich ja nicht zu übertreffen, dass jene, die den Kampf des Jeden gegen Jeden (also auch untereinander) leben in dieser Hinsicht mehr pragmatische „Solidarität“ zustande bringen (um die „Arena“ möglichst nach bestimmten Vorstellungen zu gestalten) als viele Linke, die ständig von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit schwadronieren – aber wenn es drauf ankommt von „Solidarität“ nix mehr wissen wollen – weil es am Mitstreiter immer irgendwas auszusetzen gibt…!

      Und warum hat man eigentlich Skrupel, Menschen ganz einfach mal zu instrumentalisieren? Wenn es einem guten Zweck dient?

      Was passiert statt dessen? Einzelne „Rechte“ sind auch gg. TTIP. Einzelne Linke, die TTIP ebenfalls ablehnen ist es aber wichtiger, nicht mit dem Gesocks gesehen zu werden. Also ist TTIP ja dann doch nicht so schlimm, als dass man nicht in einer Sachfrage mal über seinen Schatten springen würde.

      Monty Python: „Es lebe die Judäische Volksfront!“

      Was den W. Lieb betrifft – da bekam wohl einer Angst vor der eigenen Courage. Die Anziehungskraft der moderaten „Mitte“ ist halt doch sehr stark… Die Zeiten und auch die politischen Standpunkte der „Mitte“ werden extremer – demzufolge auch die Opposition dagegen.

  • neumondschein  On Oktober 29, 2015 at 19:09

    Manipulationsblock: Nun ja doch, den gibt es. NDS startete, als alle (alle!) Medien zur selben Zeit die Sozialsysteme sturmreif schossen. Einzigartig war an der damaligen Situation nicht, daß diese oder jene Zeitung neoliberalen Dünpfiff abließ.

    Und daß das Volk gut sei, behauptet Müller nicht. Höchstens, daß ihm soziale und demokratische Rechte zustehen. Das ist eine andere Aussage! Von Begeisterung für AfD oder Pegida habe ich nirgendwo etwas bei NDS gelesen. Ich muß allerdings zugeben, daß ich in letzter Zeit nicht viel dort lese. Da entgeht mir vielleicht einiges. Wenn aber eventuelle Sympathien zur Friedensbewegung das Problem sein sollten, dann nur über den bösartigen Kunstgriff „guilty by association“. Denn Berger und Müller haben ihren Standpunkt klar dargelegt, und zwar so, daß, wenn man deren Aufsätze wirklich ernst nimmt, nicht behaupten kann, sie wären Sympathisanten der Separatisten, antiukrainisch u. dergl. drauf. Im Gegenteil, viel naherliegender wäre es, all diese „Kämpfer gegen Rechts“, die Ditfurth, und überhaupt die Grünen etc., der Querfrontstrategie zu verdächtigen.

    Fazit: NDS kann man nix vorwerfen. Sie hat sich im Prinzip auch nicht verändert. Das, was man NDS vorwerfen könnte, hätte man dieser Plattform die ganze Zeit über vorwerfen können. Nur die Atmosphäre hat sich verändert. Denunziation ist heute das bevorzugte Mittel in der öffentlichen Auseinandersetzung. Und jetzt, genau jetz, müßte man NDS unterstützen, was mir früher nie in den Sinn gekommen wäre.

  • wolfgang  On Oktober 30, 2015 at 10:45

    Auch das sehe ich genau so!

  • wolfgang  On Oktober 30, 2015 at 12:51

    Heute ist ein „Zwischenruf“ in Bezug auf „unsere Querfront“ in den Nachdenkseiten. Wie meint doch Hartmut immer so schön?: Lesebefehl!

  • Dennis82  On Oktober 30, 2015 at 19:41

    hmmm… irgendwie doof, hier Kommentare einzutippen – die dann (warum auch immer) nicht veröffentlicht werden. Dann kann man sich’s auch sparen und seine Zeit sinnvoller investieren…!

    • hf99  On Oktober 30, 2015 at 20:22

      Der Schpämfilter muss so hart eingestellt sein, weil wir hier in Mitten lauter Viagra-Angebote sonst gar nicht mehr zum reden kämen. Sag ich aber auch nicht zum ersten Mal…

  • hf99  On Oktober 30, 2015 at 23:57

    answer will come… In einem speziellen Blogpost

  • Klaus Baum  On Oktober 31, 2015 at 22:39

    off topic: have a look hier:

    http://kulturkursprogramm.de/?event=kritik-bei-adorno-2015-11-04

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