Wolfgang Lieb verläßt die Nachdenkseiten

Eines spricht für die nds – dass sie Liebs Erklärung immerhin noch selber veröffentlichen.

Es reicht eben m.E. nicht aus, die Welt moralisch in „Freund“ und „Feind“ aufzuteilen und die Ursache nahezu allen Übels auf der Welt „einflussreichen Kräften“ (oft in den USA) oder undurchsichtigen „finanzkräftigen Gruppen“ oder pauschal „den Eliten“ zuzuschreiben. Die Reduktion gesellschaftlicher Konflikte auf einen Antagonismus zwischen „Volk“ und „Eliten“ halte ich für missbrauchsanfällig.

Im Grunde kann ich jeden Satz unterschreiben.

„Mein Zerwürfnis“ mit den nds liegt schon einige Jahre zurück (Mein Gott, wie das klingt, „mein Zerwürfnis“; ich war und bin ein auf eigene Rechnung schreibender Blogger, der ab und an auf den nds verlinkt wurde und der sich mit Müller und Lieb sehr gelegentlich per Mail austauschte) – und es hatte, bei Licht besehen, Gründe, die sich von denen Liebs gar nicht so sehr unterscheiden. Wieder und wieder hatte ich die nds öffentlich und auch in Mails darauf aufmerksam gemacht, dass sie einen einseitigen Begriff von medialer Manipulation pflegten. Denn zur Manipulation gehören immer Stücker Zweie: Die, die kochen…und die, die sich bekochen lassen. Mir war es zu einseitig, das „Volk“ immer bloß als armes Opfer böser Machinationen zu sehen. Irgendwann verlinkten die nds mich dann nicht mehr…

Ich werde die nds weiterhin nutzen, werde auch Albrecht Müller weiterhin gegen undifferenzierte Angriffe verteidigen, insbesondere solche, die ihm inzwischen relativ unverholen Antisemitismus und Anverwandtes vorwerfen (es sei denn, er zieht sich jetzt vollends zurück, verhärtet sich, bewegte sich tatsächlich dorthin – was ich bedauern würde) – werde ihm aber auch zugleich weiterhin zu bedenken geben, dass für „uns Linke“ von einer wie auch immer gearteten Kooperation mit zumindest unklaren Bewegungen a la KenFM nichts, nichts, gar nichts zu gewinnen ist. Ken Jebsen ist, bestenfalls, ein Wirrkopf. Was will Müller bei dem, von dem? Und wenn Albrecht Müller jetzt den Begriff „Querfront“ bloß als bösen Kampfbegriff versteht, dann schlage ich allerdings die Hände einigermaßen fassungslos überm Kopf zusammen. Ich muss doch die Geschichte dieser sehr unguten Bewegung, die in der Weimarer Republik als „konservative Revolution“ startete, als „National-Bolschewismus“, hier nicht wiederholen! Diese Mixtur aus diffus-oberflächlicher Kapitalismuskritik, Esoterik, völkischer Idiotie und hohlem Haß auf alles Angelsächsische (auf Juden sowieso, das ist bei denen immer mit eingepreist) – sieht Müller das nicht?

Als ich vor einigen Jahren die nds in einigen Mails höflich darauf aufmerksam machte, man habe versehentlich Lyndon LaRouche verlinkt und empfohlen (hat die BüSo damals nicht ungeschickt gemacht – konnte man schon drauf reinfallen), außerdem sei das Finanzmarktgedicht nicht von Tucholsky, bedankten die nds sich noch sehr freundlich bei mir und korrigierten. Werden die nds ihren Kurs korrigieren, wenn wir Ihnen öffentlich sagen, dass rote-fahne.eu, dass weltnetz (ups, da habe ich wohl etwas falsch verstanden, sorry), dass KenFM, dass Elsässer nichts mit unserem Ansatz zu tun haben, nichts „mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“, gar nichts?

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Kommentare

  • Udo  On Oktober 23, 2015 at 20:17

    Hartmut, Du artikulierst meine Bauchschmerzen der letzten Zeit. Ich habe erst den Fehler bei mir gesucht, in dejustierten Antennen meinerseits sozusagen. Deshalb vielen Dank für die Bestätigung. Ich werde meine Antennen säubern und sie lassen wo sie sind.

    • hf99  On Oktober 23, 2015 at 20:23

      Auch ich hatte schon André Tautenhahn anschreiben wollen so nach dem Moto „Was ist denn los bei Euch?“ Berger hate ich hier schon vor einiger Zeit entlinkt, übrigens sogar die nds selber, wollte aber noch abwarten… Warten wir die weitere Entwicklung ab. Ich hoffe, Liebs Absage führt zum „Hallo aufwaxchen“-Effekt. Nie werde ich meine Dankbarkeit vergessen, als ich zum ersten mal auf die nds stieß, dieses beglückende gefühl, nicht allein zu sein inmitten der damals ungebrochenen neoliberalen Dampfwalze.

      • Bernie  On Oktober 24, 2015 at 09:09

        Mich anschließ.
        Ich gehöre nämlich, obwohl nicht Blogger, auch zu denen die die „damals ungebrochene neoliberale Dampfwalze“ ablehnten und mit Nachdenkseiten eine – der auch damals schon aufblühenden – anti-neoliberalen Seiten besuchte, und mit Infos belieferte.

        Eine andere, die ich ab und an besuchte, war die Seite des unlängst leider zu früh verstorbenen Robert Kurz, Autor des „Schwarzbuches Kapitalismus“, die „krisis.org“, die sich dann aber auch zerstritt und aufteilte – falls sich noch jemand erinnern kann in „exit.org“ – und krisis.org.

        Es scheint wohl tatsächlich eine „linke Krankheit“ zu sein sich zu zerstreiten statt gegen den gemeinsamen (neoliberal-kapitalistischen) Feind vorzugehen? Nicht nur bei Parteien sondern auch bei anderen anti-neoliberalen Vereinen, Internetplattformen, Organisationen usw. usf….

        Na ja, auch egal, ich wünsche Nachdenkseiten auch, dass diese Seite weiter betrieben wird – als Info-Quelle immer noch unerläßlich, und bei der alten Schiene bleibt bzw. Wolfgang Lieb unrecht hat mit seinen Vermutungen im Streit mit Albrecht Müller….

        Ich selbst habe derzeit andere Probleme, da mein Leben – mal wieder – unverschuldet in völlig schiefe Bahnen läuft – hoffe aber dennoch, dass Nachdenkseiten weiter machen, da ich neben allem privaten und beruflichem Streß als Mini-Selbständiger diese Alternative brauche um nicht völlig durchzudrehen….

        Gruß
        Bernie

        PS: Nur soviel, ich leite ein ehemaliges Familienunternehmen (in Kleinform) weiter obwohl ich was anderes machen will – mein Alter macht da Probleme – werde bald 46 Jahre alt (=zu alt für den Arbeitsmarkt?), das Familienunternehmen betreibe ich als Angestellter für eine Erbengemeinschaft deren Hauptteil meine Mutter (=die Witwe des Verstorbenen) ist – meine Mutter wird zusehends dement…..und mit meinen Geschwistern bin ich nur über meine Mutter noch verbunden, d.h. eigentlich total zerstritten……sch…. Leben…eben und Nachdenkseiten halfen mir da immer mich nicht ganz so alleine zu fühlen bei all dem alltäglichen (neoliberalen) Sch… der mich umgibt…..die schlimmste Form des (neoliberalen) Kapitalismus ist die „gesetzliche Erbengemeinschaft“, und wer so etwas nicht selbst erlebt hat, der weiß nicht wovon ich schreibe….übrigens, Geld habe ich auch nicht viel, da leider immer mal wieder arbeitslos….ansonsten hätten Rechtsanwälte schon jetzt zu tun…..bei mir geht es nämlich darum nicht obdachlos zu werden wenn meine Miterben das Elternhaus aufteilen, um nur ein Beispiel zu nennen, dass ich keinem wünsche je in eine solche Lage zu kommen….

        • Frank Benedikt  On Oktober 24, 2015 at 11:45

          olle Bernie – wir kennen uns ja auch aus diversen blogforen und wenn ich das sagen darf – ich bin, so gut ich kann, bei Dir. keine halbheiten und Du kannst jederzeit anrufen/skypen!

          SG
          Frank

          • Bernie  On Oktober 24, 2015 at 13:54

            @Frank Benedikt

            Danke für – Komme gerne darauf zurück.

            Welche „diversen Blogforen“ in letzter Zeit meinst du?

            Gibt es eine Anrufnummer bzw. E-Mail-Adresse unter der du erreichbar bist?

            Ich treibe mich, lebenssituationsbedingt – siehe oben – nicht mehr so oft in Foren als Schreiber rum (wobei ich nicht ausschließen kann, dass manchmal sogar „Doppelgänger“ von mir unterwegs sind – z.B. bei SPIEGELFECHTER schrieb unlängst, im Sommer, ein „Bernie“ mit dem ich nicht zu verwechseln bin).

            Daher die Frage.

            Übrigens, wenn man so ein Sch…leben hat wie ich dann gehen einem „Flüchtlinge“ und diverse andere politische Diskussionen am A… vorbei – Hab derzeit größere Probleme als mich beim SPIEGELFECHTER rumzutreiben, was aber nicht ausschließt dass Gäste (es gibt so unsensible Menschen) im realen Leben mich dennoch auf die Thematik (Flüchtlinge etc.) ansprechen.

            Mein – vor 9 Jahren an Krebs verstorbener – Vater hatte dazu einen netten Spruch „So sind sie halt, die Menschen!“….

            Heute Vormittag hat mir einer unserer touristischen Gäste, obwohl er wissen sollte, dass mich das nervt sogar einen Witz mit dem Thema „Parkinson“ und „Demenz“ erzählt – als ich nicht darüber lachte hat er wohl bemerkt, dass er lieber nichts gesagt hätte, und man keine Witze über altersbedingt parkinson- und demenzkranke Menschen mit deren Angehörigen teilt.

            Wie mein Vater immer altersweise – kurz vor seinem Krebstod meinte – „So sind sie halt, die Menschen!“

            Ich hoff‘ er hat’s bemerkt der Gast….heute, dass er Mist redet…..ist aber nicht gesagt…..

            Grüßle
            Bernie

            • Bernie  On Oktober 24, 2015 at 14:24

              Kleine Ergänzung:

              Ich will euch hier nicht weiter nerven nur eine Frage: Gibt es eigentlich speziell für Angehörige für Pflegebedürftige auch Foren im Netz wo man sich, anonym, austauschen kann?

              Würde mich echt mal interessieren – zumal ich derzeit eine extrem psychische Belastung durch meine derzeitige Lebenslage erlebe und hoffe genau dort Antworten zu finden, da ich doch sicher kein Einzelfall bin….

              Gruß und danke im Voraus für
              Bernie

              • hf99  On Oktober 24, 2015 at 15:15

                so, zurück, heute war nur kurzschicht

                Bernie, sorry, aber hier ist nicht der Ort für Deine Fragen.

                http://www.pflege-durch-angehoerige.de/

                http://elternpflege-forum.de/

                ich meine es nicht böse, okay?

                • Bernie  On Oktober 24, 2015 at 18:31

                  @hf99

                  Schon klar, deswegen habe ich ja weiter geforscht, ob jemand einen anderen Forentipp hat 😉

                  Vielen Dank für die Hinweise lieber hf99 und ein schönes Wochenende noch – war sehr hilfreich.

                  Grüße
                  Bernie

            • Frank Benedikt  On Oktober 28, 2015 at 08:42

              Lieber Bernie,

              Du kannst mich gerne bspw. unter cyberflex (at) gmx.de erreichen. Und ich dachte, ich hätte Dich auch schon beim SF, bei Klaus Baum oder auch bei Roberto gesehen 🙂

              Beste Grüße
              Frank

  • Knallrotes Gummiboot  On Oktober 24, 2015 at 01:06

    Diese Mixtur aus diffus-oberflächlicher Kapitalismuskritik … – sieht Müller das nicht?

    Also diese Frage ist angesichts Müllers Äußerungen zum Begriff Kapitalismus ziemlich komisch.

  • altautonomer  On Oktober 24, 2015 at 08:32

    Am Ende
    erinnerst Du Dich
    nicht mehr an die Worte Deiner Feinde,
    sondern an das Schweigen
    Deiner Freunde.

    • Frank Benedikt  On Oktober 24, 2015 at 09:45

      d’accord 🙂

  • wolfgang  On Oktober 24, 2015 at 09:27

    Er ist und bleibt eben ein Sozialdemokrat, trotzdem werde ich die Seiten weiter lesen.

    • hf99  On Oktober 24, 2015 at 09:43

      ich hoffe, dass er wenigstens Sozi b l e i b t.

      • Frank Benedikt  On Oktober 24, 2015 at 11:55

        „Sozi“ wäre doch ein rüchschritt 😀 glaub mirr – er verdient ein besseres attribut 😀

  • Frank Benedikt  On Oktober 24, 2015 at 09:48

    ein mutiger, ein überfälliger schritt! Wolfgang Lieb hat augenscheinlich noch eier und die grütze im kopf zu sehen, wenn sich etwas totläuft. da bin ich mal gespannt, wo er demnächst schreibt/mitwirkt.

    • hf99  On Oktober 24, 2015 at 09:56

      ich befürchte nur, dass es eher falsch als tot läuft… Aber Wolfgang Liebs Schritt ist richtig, so als „Aufwecker“.

      • Frank Benedikt  On Oktober 24, 2015 at 10:36

        Lieber Hartmut,

        ich denke, das wird sich zeigen. Ich hatte ja das (durchaus!) vergnügen, Herrn Lieb persönlilch zu treffen und wir telefonieren gar so ganz gelegentlich. Was ich so damit von ihm weiß, läßt mich glauben, daß er a) ein ‚intelligenter Mensch‘ und b) auch wirklich ‚einer von uns‘ ist.

        vielleicht sollten wir uns alle zum neuen jahr dann mal zusammensetzen. ein ‚großes palaver‘ abhalten und schauen, was „wir“ denn noch so tun können?

        ist doh keine(r)( von ‚uns‘ so wirklich gegangen und mit Dir, Klaus, Aebby und Elmar könnten wir glatt einen ’neuanfang‘ wagen ….

        LG
        Frank

        • hf99  On Oktober 24, 2015 at 10:53

          Ich bin, sobald es um Aufklärung geht, zu jeder Schandtat bereit.

          • Frank Benedikt  On Oktober 24, 2015 at 11:47

            weiß ich doch 😀 und mit DIR und ein paar anderen werden wir dann hoffentlich bald wieder „schandtaten“ begehen *lol* SO geht es doch nicht weiter!

            LG
            Frank

    • altautonomer  On Oktober 24, 2015 at 10:33

      F.B.: Und ich würde keine Wette darauf abschließen, wer als nächstes Tschüss sagt, nachdem er die NDS als PR-Sprungsbrett für seine Karriere als „Journalist“ nicht mehr benötigt.

      • R@iner  On Oktober 24, 2015 at 10:45

        Autsch! Der war gut.

        • Frank Benedikt  On Oktober 24, 2015 at 10:57

          @ R@iner: Du kennst mich hoffentlich gut genug, um das zu verstehen, was ich gerade unserem alten „altauto“ schrieb 😉

          lies es, verstehe, und dann gehen wir mal alle so langsam an die arbeit 😛

          LG
          Frank

      • Frank Benedikt  On Oktober 24, 2015 at 10:52

        äääh… „altauto“: also als „sprungbrett“ sehe ich da weder die NDS noch daß Lieb irgendeine art von „Karriere“ anstrebt. ich kenne ihn ja persönlich und halte ihn für integer. komm also bitte mal runter und bringe Dich ein!

        SG
        Frank

        • hf99  On Oktober 24, 2015 at 10:53

          da war wohl eher jemand anderes gemeint – oder hab ich grad ne lange Leitung?

          • Frank Benedikt  On Oktober 24, 2015 at 10:58

            falls DU grad da bist, nutze ich dann die „kurze leitung“ :_D

          • Wat.  On Oktober 24, 2015 at 11:02

            Wenn es ein Trost für Dich sein kann, die habe ich dann auch 😉

            • R@iner  On Oktober 24, 2015 at 12:27

              Ach Kinners, der Altauto meint den JB.

              • Bernie  On Oktober 24, 2015 at 14:25

                Dachte mir schon so was 😉

                Gruß
                Bernie

              • Wat.  On Oktober 24, 2015 at 17:23

                Davon war ich allerdings ausgegangen…

  • eb  On Oktober 24, 2015 at 11:20

    Für mich irritierend. Eigentlich war es gerade Wolfgang Lieb, der mir die Nachdenkseiten gerade auch wegen seines, anfangs, nicht „nur“ ökonomischem Blickwinkels und auch seinem artikuliert aufklärerischem Engagement gegen Stiftungspropaganda näher gebracht hatte. Deshalb verstehe ich da einiges einfach nicht. Gut, der olle Müller ist nun mal PR-Specialist, dass beißt sich natürlich vehement mit der rein rationalen Ader. Allerdings, das war von Anfang an klar. Was soll das ganze also jetzt? Haben wir im Moment nicht ernsthaftere Probleme, als diese ständigen hypersensiblen Aktionen zur Reinhaltung und Läuterung des perfekten Gewissens, – während da rechts gerade mit der Dampfwalze Gesamtgeländeschaden produziert?

    • Frank Benedikt  On Oktober 24, 2015 at 11:51

      Elmar – „R-U-F-M-I-C-H-A-N!“ *lol*
      ist einfacher, wenn Du entweder direkt mit Wolfgang Lieb oder – indirekt – dann mit mir sprichst 😉

      LG
      Frank

      • ebversumeb  On Oktober 24, 2015 at 13:08

        @Frank, wenn jetzt jeder der dem guten Mann gerade die Meinung geigen will, ihn jetzt anrufen würde, würde das wohl auch wenig helfen. Außerdem hab ich deine Nummer nicht. (Auch ganz ohne Peitsche und so.) Hab dir aber meine über das Gesichtsinventar geschickt.

        • Frank Benedikt  On Oktober 25, 2015 at 12:27

          wir haben es ja nun genutzt, lieber Elmar, und „gesichtsinventar“ finde ich ganz nah an ‚genial‘ 😀

  • neumondschein  On Oktober 24, 2015 at 16:10

    „neoliberale Dampfwalze“ ist fast schon so schlimm wie „Kampfpresse“, „Gleichschaltung“. Meint ihr nicht?

    • neumondschein  On Oktober 24, 2015 at 16:25

      Ich präzisiere: Das Problem, das NDS angehen wollte, ist ja nicht, daß neoliberale Stinktiere ihren Unrat auf die Öffentlichkeit auskippten. Das taten sie nämlich immer schon. Das Problem, das sich NDS stellte, war vielmehr, daß man neben all dem neoliberalem Gestank nichts anderes mehr lesen konnte in der sogenannten Qualitätspresse. Das genau ist das, was manche „Gleichschaltung“ nennen. Übrigens eine schöne, treffende Vokabel, dessen sinnlicher Eindruck genau das beschreibt, was man mit diesem Begriff ausdrücken möchte, wie auch Klemperer schon schrieb. Wie dem auch sei: NDS konnte unter diesen Umständen nie anders vorgehen, als frontal und undifferenziert gerade die sogenannten Qualitätsmedien angreifen. Man hätte es immer schon wissen können. Wenn sich ein und derselbe Betrug in absolut jedem Medium zur selben Zeit immer und immer wieder wiederholt wird, dann muß man konsequenterweise das Vertrauen in die deutschsprachige Presselandschaft verlieren.

      Also, kurz: Ich bin nicht aufgewacht.

  • neumondschein  On Oktober 24, 2015 at 16:27

    Schon wieder Kommentar weg.

  • eb  On Oktober 24, 2015 at 16:34

    @neumondschein
    Ich hab dabei nicht mal mehr die neoliberalen im Blick. Möglicherweise bekommt man mit, dass sich da gerade sogar noch schlimmeres tut.

  • Pjotr56  On Oktober 24, 2015 at 17:30

    Ich halte das Verlassen der NDS durch W. Lieb für einen Fehler, weil es die m. E. viel zu kleine, kritische Masse letztlich schwächt.
    Strittige Diskussion ist das Herzstück der Demokratie und es müsste doch nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn im Kreis der NDS-Redaktion keine demokratische Kommunikationskultur gepflegt werden könnte.

    • Frank Benedikt  On Oktober 25, 2015 at 12:33

      ist es imho nicht. eher ein konsequenter schritt aus dem „sich-im-kreis-drehen“ bei seiten, die die zeiten von WIlly Brandt (auch von mir geschätzt!) wieder aufleben lassen wollen – wobei wir nun 40 jahre weiter sind. ein „blog“, ohne forum und diskusssion ist doch wirklich sowas von „Seventies“ … 😀

      wie ich Dr. LIeb (auch persönlich) kenne, wird er nach einer kleinen erholungsphase wieder was machen und es wird hand und fuß haben.

  • Paul  On Oktober 24, 2015 at 19:56

    Ich hoffe man nimmt mir die Selbstverlinkung nicht übel, aber angeregt auch von diesem Post habe ich mir ein paar Gedanken dazu gemacht, warum es gerade heutzutage so schwierig ist, eine kritische Gegenöffentlichkeit zu etablieren… http://andauerndfreiheit.blogspot.de/2015/10/lugenpresse.html

    Ich kann einfach nicht glauben, dass es wirklich Leute gibt, die sowas wie „Querfront“ wirklich ernst nehmen. Also linke Leute, meine ich. Von Rechts ist das Konzept ein reines Geschenk.

  • eb  On Oktober 25, 2015 at 18:00

    @Paul
    Natürlich ist das Konzept von rechts ein reines Geschenk. Man hat es ihnen von links ja geradezu kredenzt, im Willen, ja nur selber so sauber wie möglich zu bleiben.

  • LemmyCaution (@LemmyCaution)  On Oktober 27, 2015 at 08:33

    Mich hat dieses permanente Bertonung der Manipulation in der „Systempresse“ mal sehr aufgebracht. Aus dem Grund, dass ich viele der selbsterklärten „aufklärerischen“ Medien als viel manipulativer empfand. Inzwischen bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass ein recht großer Anteil der politik-interessierten eben so will. Die sind aber so stark in der Minderheit, dass es unsere Demokratie nicht gefährdet.
    Jens Berger bringt immerhin noch manchmal Dinge, auf die ich selbst so nicht gekommen werde. Und seine Erfolge als Buchautor gönne ich ihm. Das mindert die Wahrscheinlichkeit, dass er aus Russland, Kuba oder Venezuela finanziert wird.

  • Klaus Baum  On Oktober 29, 2015 at 01:17

    der letzte kommentar unter meinem artikel hass war gekennzeichnet mit hf99. ich hab den kommentar gelöscht., da zuvor unter einem anderen namen der gleiche post erfolgte.

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