„Palästinensische“ Propaganda

Ich stimme burks und Lizas Welt zu: die palästinensischen Propagandalügen müssen entlarvt werden. Zuallererst übrigens die Propagandalüge vom palästinensischen Volk selbst. Es existiert kein palästinensisches Volk, der Begriff ist eine schäbige post-hoc-Projektion und entspringt völkischem Denken. Sie erlaubt es den lieben arabischen Brüdern und Schwestern, „die“ Palästinenser wieder und wieder in einen nicht zu gewinnenden Konflikt zu schicken und als Opfer-Monstranz vor sich her zu tragen, anstatt ihren Anverwandten, wie es sich gehörte, bei sich eine neue Heimat zu geben. Den widerwärtigsten Teil der „palästinensischen“ Propaganda erwähnen burks und Lizas Welt dabei gar nicht: Die ständige Suggestion, der deutsche Verwaltungsvölkermord an den europäischen Juden sei lediglich ein zionistischer Trick – sei es die Behauptung, diesen Massenmord habe es gar nicht gegeben…sei es jene, fast noch üblere, die Zionisten hätten klammheimlich mit den Nazis zusammen gearbeitet. Letztere Infamie ist übrigens auch in Teilen der Linken verbreitet.

Ich fände es allerdings gut, wenn burks (bei Lizas Welt besteht da wohl keine Hoffnung) den israelischen Propagandalügen ebenso viel Aufmerksamkeit widmen würde. Herzl war ein Imperialist, der, als mitteleuropäischer Intellektueller, geglaubt hat, über außereuropäische Gebiete ungefragt verfügen zu dürfen. Das ist einem 1860 geborenen mitteleuropäischen Intellektuellen nicht vorzuwerfen, das politische Denken damals war so. Herzl hatte außerdem, im Gegensatz etwa zu den abstrusen „kolonialen Forderungen“ des deutschen Kaiserreichs, gute Gründe für seine territorialen Forderungen – nämlich den damaligen mörderischen Antisemitismus in fast ganz Europa. Und er empfahl humanere Mittel (nämlich Landkauf statt Herero-Mord). Aber egal, wie gut begründet – die Gründung Israels war Landnahmekolonialismus reinsten Wassers; man kann sie am ehesten mit der Gründung der USA, Kanadas, Australiens und Neuseelands vergleichen. Dies so festzuhalten bedeutet mit keinem Wort, Israel per heute zu delegitimieren. Kein Mensch, der für zwei Sekunden bei moralischem Trost und Verstand ist, kommt auf die Idee, die USA, Kanada, Australien oder Neuseeland heute wegen ihrer Gründungsgeschichte aufzulösen, und das gilt natürlich auch für Israel. Aber die historischen Tatsachen müssen schon benannt werden – Israel hätte es a) ohne den europäischen, und dann am extremsten ohne den deutschen Antisemitismus nicht gegeben (es hätte schlicht kein Bedarf bestanden, ums mal hart zu sagen), und b) Herzls Idee „Palästina“ spiegelt das damalige europäische politische Denken wieder, man dürfe über außereuropäische Ländereien einfach mal so verfügen. Jetzt ist es, wie es ist, und man muss damit umgehen. Kein Mensch mit Ausnahme fanatischer Judenhasser will „die Juden ins Meer treiben“. Aber sagen muss man es. Nebenbei bemerkt: Deutschland als politische Einheit ist nicht durch Landnahmekolonialismus gegründet worden – wie auch, im bevölketen Mitteleuropa -, wohl aber durch drei von Bismarck eiskalt herbei provozierte Angriffskriege. Nicht einmal Deutschland wird delegitimiert, wenn man das sachlich so festhält.

Konflikte lassen sich, so habe ich mal gelernt, nur lösen, wenn man versucht, die Perspektive der Gegenseite zu verstehen. Davon ist dieser Konflikt leider weiter entfernt denn je. Hilft alles nichts. Für die Pali-Soli-Kommitees sind Leute wie ich ein „faschistoider Zionist“, für die Israel-Schmuser ein „erwiesener Antisemit“ (ich zitiere jeweils aus Mails an mich…) – dann sei es so. Gespräche mit bösartiger Missversteherei lehne ich konsequent ab.

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Kommentare

  • wolfgang  On Oktober 9, 2015 at 14:45

    Und zu guter letzt: jeder schreibt sich seine Geschichte. So einfach ist das. Oder doch nicht. Alles Propaganda eben. Also wie gehabt.

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