Interessantes Interview

Es ist naiv zu glauben, dass sich die Situation mittels abgeriegelter Grenzen lösen ließe. Überhaupt ist die Idee, Migration kontrollieren oder einschränken zu wollen, absurd. Es gibt Menschen, die rennen um ihr Leben. Und keine Grenze der Welt wird sie in ihrer Todesangst aufhalten. Dann gibt es jene, die losgeschickt werden, um der Familie oder der Gemeinschaft ein besseres Leben zu ermöglichen. Diese Leute haben oft jahrelang Geld gespart. Das Überleben vieler Menschen hängt von ihnen ab – sie werden sich ebenfalls von keiner Grenze stoppen lassen. Was in der Zukunft noch zunehmen wird, ist Auswanderung aufgrund sich verändernder Umweltbedingungen. Klimaflüchtlinge. Wir müssen endlich umdenken und Migration als Teil unserer Realität akzeptieren.

Sauber auf den Punkt gebracht!

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Kommentare

  • wolfgang  On August 18, 2015 at 12:00

    Klar müssen wir „Umdenken“. Aber nicht in diese Richtung, wie der Herr Gemenne meint. Weil das viel zu einfach ist. Wir müssen endlich davon ablassen, diesen Menschen dort ihre Lebensgrundlage zu nehmen! Die hatten sie nämlich unter Gaddafi, Assad und co. Wie auch immer. Wir aber wissen es besser. Wie immer. Es geht überhaupt nicht um Einwanderung, die ist selbstverständlich, wenn wir davon ausgehen, dass jeder Mensch das Recht hat, haben sollte, sich seinen Lebensmittelpunkt auf dieser Erde zu suchen. Alles, aber auch alles, was sich in anderen Ländern nicht nach nunmehr „marktkonformer Demokratie“ gestaltet und sich dem Westen zumindest andient muss destabilisiert werden. Seit Jahren. Das Ergebnis haben wir jetzt.

  • altautonomer  On August 18, 2015 at 15:02

    Fluchtgründe und -ursachen sind nicht nur Kriege und Waffenexporte der Industrieländer. Bereits 32 afrikanische Staaten haben Freihandelsabkommen mit der EU abgeschlossen, die deutlich zum Vorteil transnationaler Konzerne sind. Die Ausbeutung von Rohstoffen bilden darin ebenso eine Kontinuität wie neokoloniale Strukturen: Überfischung oder Landgrabbing und eine Landwirtschaft, die auf Export ausgerichtet ist statt auf Ernährungssouveränität, bleiben Realität.

  • wolfgang  On August 18, 2015 at 16:39

    Genau!

  • wolfgang  On August 18, 2015 at 17:25

    Hab den Text gerade nochmal gelesen und kann nur den Kopf schütteln – Tunnelblick eines Wissenschftlers.

  • hf99  On August 19, 2015 at 06:45

    Ich würde mir noch einmal genau durchlesen, was Gemenne zu sagen hat: Bei sonst gleichen Bedingungen wird es diese Migrationsbwegung geben, ob wir die Grenzen nun dicht machen (was bedeutet: Ob Menschen nun im Mittelmeer ertrinken) oder nicht.

    „Das ist eine völlige Fehleinschätzung der Ursachen für Migration. Niemand verlässt sein Land, bloß weil zum Beispiel Deutschland seine Grenzen öffnet. Und niemand bleibt, weil die Grenzen zu sind. Offene oder geschlossene Grenzen haben überhaupt keinen Einfluss darauf, ob Leute sich auf den Weg machen oder nicht. Der Unterschied ist allerdings, ob sie lebend ankommen oder tot.“

  • wolfgang  On August 19, 2015 at 08:45

    Das sehe ich doch genau so, Hartmut, da streite ich auch nicht.

  • El_Mocho  On August 19, 2015 at 09:43

    Eigentlich eine ziemlich nihilistische Position.

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