IWF

Der IWF übt Kritik:

Mit der Einigung in Brüssel hat Griechenland die Chance auf ein drittes Hilfsprogramm. Doch die Bedingungen dafür könnten das Land nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) in eine aussichtslose Lage bringen. Denn der griechische Schuldenberg dürfte nach neuen Berechnungen des IWF noch einmal drastisch wachsen.Bis Ende 2018 sei mit einem Schuldenstand von fast 200 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung zu rechnen, heißt es in einem dreiseitigen IWF-Papier, aus dem die Nachrichtenagentur Reuters zitierte. „Die griechischen Schulden sind in höchstem Maße unhaltbar geworden“, schreiben IWF-Experten demnach. Das Land benötige Schuldenerleichterungen weit jenseits der bisherigen Erwägungen.

Ja, natürlich. Wir gratulieren zu dieser erlauchten Einsicht! Man muss dafür auch nicht VWL studiert haben – der gesunde Menschenverstand sollte reichen. Wenn Griechenland seine Schulden aber im Ernst nicht mehr bedienen kann – woran keiner, der bei Trost ist, noch zweifelt -, warum dann die erbarmungslose Härte, warum dann diese Symbolpolitik? Aus deutschen innenpolitischen Gründen? Oder aus außenwirtschaftlichen? Oder – noch schlimmer – aus einer Kombination? Oder sollten die sich ihr „Reform“-Gerede wirklich selber glauben?

Typen wie Schultz sind vermutlich wirklich einfach nur dumm; der glaubt wohl im Ernst, ein paar neoliberale Reformen/Deregulierungen – hatten wir ja noch nicht -, und schon würde Griechenland wieder funzen und den Schuldendienst leisten können. Gerade solche Dummheit ist gefährlich. Mit eiskalten Machtpolitikern, die Bescheid wissen und lediglich ihre Klientel bedienen müssen (hier Horst Dummerjahn Schnauzbartspießer, der imer noch glaubt, „die Griechen“ hätten ihm jahrzehntelang die Haare vom Kopp gefressen und auf seine Kosten die Schampuspullen geköpft), mit solchen Leuten kann man ja auf der Ebene instrumenteller Vernunft noch reden. Ich befürchte aber, dass allzu viele den ganzen Blödsinn auch noch selber glauben. Und eine Debatte mit Leuten, die ihrer eigenen ideologie auf dem Leim gegangen sind, ist schwierig.

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Kommentare

  • Dirk  On Juli 14, 2015 at 18:50

    Wenn man in der Schuldenfrage ehrlich ist, Japan, Deutschland und die USA werden ihre Staatschulden nie mehr zurückzahlen können. Im Verhältnis zum BIP hat Japan sogar mehr Schulden als Griechenland. In dem Moment indem Japan und Deutschland keine Absatzmärkte für ihre Exportwirtschaft haben wird diese Schuldenökonomie zusammenbrechen. Genau, das würde Deutschland blühen wenn die anderen südeuropäischen Staaten ihre Handelsbilanzdefizite abbauen würden. Das heißt Merkel und Schäuble sind darauf angewiesen, das derzeitige Eurosystem um jeden Preis beizubehalten. Langfristig wird dieses Konzept gewaltig in die Hose gehen. Zum einen ruiniert Deutschland durch diese Politik seine Handelspartner, zum Anderen wird in Deutschland mehr Kapital akkumuliert als verwertet werden kann. Dies wird dazu führen, dass es in Deutschland zu Spekulationsblasen kommt, die irgendwann platzen werden. In genau dieser Situation war Japan während der Asienkrise.

  • P.M.  On Juli 15, 2015 at 12:43

    Ich glaube, die deutschen EU-Oberen wissen schon ganz genau was sie wollen und eine Erholung der griechischen Wirtschaft ist es gerade nicht.

    Der Ruin Griechenlands drückt den Wert des Euros und dadurch kann die exportfixierte deutsche Wirtschaft günstiger ins außereuropäische Ausland verkaufen.

    Darum wird der Plan sein, das Land jetzt so lange wie irgendwie möglich in dem Elend zu halten, in dem es jetzt ist. Und dann machen sie das nächste verarmten Euro-Land kaputt. Spanien zum Beispiel.

  • Wolfgang  On Juli 15, 2015 at 16:22

    Wenn alles privatisiert ist, was zu privatisieren geht, dann geht es zum nächsten „Geschäft“ einkaufen.

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