Slam 1996

Die alte Schlapplachhalde, Rentzelstr. 17, Sommer 96. Eine der ersten Slams überhaupt: Ein Mannschaftsslam. Es spielten der HSV (Hamburger Slam-Verein) gegen die AAA (Außenalster Allstars). Hier hole ich gerade den entscheidenden Punkt für den HSV – wollte ich immer schon mal. lesungslam
Ich will mich hier aber nicht als „eine der ersten Slamer“ o.ä. ins Spiel bringen – man hatte mich damals einfach gefragt; thats all. Mit Slam hatte ich nicht viel zu tun, hielt, wie ich zugeben muss, auch nicht viel davon – im Gegensatz etwa zu Boris Preckwitz (Mannschaftskapitän des HSV – er hat seinen Elfer natürlich auch rein gemacht), der, in Hamburg, nach meiner Erinnerung sogar noch vor Alex Posch, Michael Weins, Hartmut Pospiech, Tina Uebel, Cenk Bekdemir die ganze Slam-Szene überhaupt erst inauguriert hat. (Der geschichtliche Überblick hier ist unvollständig; das Foto oben entstand definitiv 1996. Auch anderswo gab es in jenem Jahr Slam-ähnliche Veranstaltungen in Hamburg, zB mit Bastian Böttcher und Karen Duve. An die im Link erwähnte Rowohlt-Peinlichkeit erinnere ich mich übrigens auch noch genau…) Boris Preckwitz äußert sich heute ziemlich kritisch zum Slam. Ich widerspreche nicht; dennoch hatte Boris damals recht mit seinen Hoffnungen, Slam würde etwas eröffnen, ich unrecht. Nicht wegen des „Positiven“, sondern weil die Negation in dieser Welt – „Kritik ist immer klüger als die Kunst“ (Peter Rühmkorf) – automatisch, also sehr wohlfeil recht behält und somit letztlich nichtssagend bleibt. Irgend etwas muss man versuchen. Ich habe 1990 geglaubt, nun könne die linke Bewegung loslegen, weil unseren Gegnern das Alibi DDR entzogen sei…das war weiß Gott noch viel naiver als der Glaube an ein neues literarisches Movement jenseits der bildungsbürgerlichen Schwanenwiekgänger mitsamt ihren Distinktionsgewinnen. Es war richtig von Boris, es wenigstens versucht zu haben.

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Kommentare

  • summacumlaudeblog  On Juni 18, 2015 at 10:40

    Ich sah Jan „Fuck“ Off in Berlin noch bevor Raimund und Conny zum Berlin-Hamburg-Slam kamen und sich zum Wohnen bei uns einluden (einnisteten wollte ich nicht schreiben). Ich meine, dass Conny seinerzeit gewann. Wars 1997 oder 1998? Das stolz überreichte und von beiden autographisierte social-beat-Buch von KILLROY media hat sich erhalten.
    Von der äußeren Performance her ähnlich aber eben kein Slam war die Lesung in der Aktionsgalerie Nov. 1996 (Du, Preckwitz und ich).
    Ich sehe ähnlich wie Du den Slam heute milder als damals, als ich ihn als zu sensationsverliebt und formverachtend ablehnte. Allerdings kann ich mir in der Tat bis heute keinen Thomas Mann auf einer solchen Bühne vorstellen.
    So, genug Veteranengeschwätz von einem Antiveteranen. Insgesamt steht Slam ja auch für Aufmerksamkeitssucht, einer Sucht, die durch das Internet katalysiert worden ist.
    Insofern
    modern!

    Weiterhin korrespondiert der Slam mit den Band-Battles aus der Swing-Ära. Heute gibt es Youtube-Battels, wie ich von meinen Kindern lernen darf. Nichts ist neu, alles verändert sich!

  • wolfdieter  On Juni 18, 2015 at 22:20

    Gibts ein Video auf youtube?

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