Carry that weight

Wenn das stimmt…mir bleibt etwas die Sprache weg. Und ich befürchte, dass es stimmt. Es mag post hoc bescheidwisserisch klingen, aber als ich von dieser Matrazenaktion hörte, dachte ich sofort: Da kann doch etwas nicht stimmen. Traumatisierte agieren für gewöhnlich jedenfalls anders.

Am 29. August 2012, also zwei Tage nach der angeblichen Vergewaltigung, schreibt sie, sie wolle Paul sehen: „Wir haben schon lange keine Paul-Emma-Chill-session gehabt.“ Am 4. Oktober folgt: „I love you Paul. Where are you!?!?!?!?!“

Emma hat die Echtheit der Nachrichten bestätigt, auf die Bitte der ZEIT, ihre Version der Geschichte zu erzählen, aber nicht reagiert. Auch ihr bekannter Analytiker-Vater Kerry Sulkowicz will sich nicht äußern.

Puuuh.

Vergewaltigung ist eine schwere Straftat – Falschbeschuldigung ist es aber auch. Haben Unis in Amiland wirklich de facto eine eigene Gerichtsbarkeit? Strange…

Wenn die Vorwürfe Nungeßers zutreffen – und derzeit sieht alles danach aus -, sollte man Geld sammeln und juristisch voll durchziehen.

Gegen die Uni, meine ich. Nicht gegen Sulkowicz. Denn wenn Emma Sulkowicz das wirklich ohne realen Hintergrund inszeniert hat, muss sie selber schwer gestört sein, ua mit einer deutlich histrionischen Komponente.

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Kommentare

  • Paul  On Juni 2, 2015 at 22:17

    Die New York Times hat es für gut befunden! also die Kunstkritikerin zumindest:
    „strict and lean, yet inclusive and open ended, symbolically laden yet drastically physical“. ;D

    Das tragische ist wirklich, dass jetzt, wo ihre Karriere und Berühmtheit schon für immer mit dieser Aktion verküpft sind, und sie bereits globale Bekanntheit erlangt hat, sie niemals zugeben könnte, dass Paul Nungeßer auch nur auf irgendeine Weise entlastet werden muss. Die Möglichkeit gibt es quasi nicht mehr. Ich kann auch einfach nicht verstehen, dass die Universität eine Abschlussarbeit akzeptiert, die darauf _abzielt_ einen anderen Studenten ohne rechtliche Grundlage von der Universität zu drängen.

    Ich finde der Artikel in der Zeit hat auch gut rübergebracht, was für bizarre Institutionen vor allem teure Universitäten in den USA mittlerweile sind. Diese eigene Gerichtsbarkeit (ist es ja nicht im juristischen Sinne, niemand kann ja daran gehindert werden wirklich zur Polizei zu gehen) hatte ja ursprünglich den Zweck Leuten ein Rechtssystem zu bieten, die aus was für Gründen auch immer, Hemmungen haben eine echte Anzeige zu machen – also solche Probleme schnell zu lösen, ohne Menschen zu stark zu belasten oder die Öffentlichkeit zu zwingen. Und das ist jetzt dabei herausgekommen.

    Sehr schade, es erinnert etwas an das Fiasko von Rolling Stone, die eine Geschichte über eine Gruppenvergewaltigung (!) in einer Burschenschaft beschrieb – die sich später als völlig unbeweisbar herausstellte. Schade, da es ja ein echtes Problem ist, oder zumindest bis vor kurzem noch war, dass Universitäten Vergewaltigungen tendenziell versuchten zu vertuschen.

  • flatter  On Juni 3, 2015 at 12:38

    ua mit einer deutlich histrionischen Komponente.“ – m.E. lehnt man sich mit derlei Ferndiagnosen eindeutig zu weit aus dem Fenster. Es trägt auch nichts zum Verständnis des Sachverhalts bei.

    • hf99  On Juni 3, 2015 at 21:47

      Wenn die Darstellung stimmt – und alles spricht dafür – und die Fotos der lächelnden Emma Sulkowicz nicht gefälscht sind, habe ich mich geschätzte zwei Zentimeter weit rausgewagt. Heidi K. (Fall Arnold) läßt grüßen. Weit aus dem Fenster gelehnt – ohne Beweise – haben sich andere in dieser Sache.

      @Paul: Nein, sie muss jetzt bei der Darstellung bleiben. Oder sie ist am Ende. Vermutlich letzteres. Und dann wird sie ganz schnell fallen gelassen von denen, die sich vor kurzem noch an sie ranhängten.

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