Bösartige Missversteherei

Ich muss noch einmal schreiben zum Thema, hoffentlich bis auf weiteres ein letztes Mal. Nicht, dass mir die Mechanismen neu wären. Aber ich bin, ich muss das offen zugeben, jedes Mal aufs Neue fassungslos über das Ausmaß an Realitätsvergessenheit. Wer in der Causa Kachelmann einfach nur für einen ergebnisoffenen, fairen Prozess plädiert, „will“ die Vergewaltigung straffrei stellen. Wer den Umgang der israelischen Machtelite mit ihrem Atommonopol politisch unklug findet, „will“ alle Juden ins Meer treiben. Wer einfach nur differenziert zwischen einem verunsicherten Konservativen und aggressiv vorgetragenem Schwulenhaß, der „will“ alle Schwulen entwerten. Das ist argumentativer Irrwitz, sicher – argumentationstheoretisch sind solche Fälle seit Schopenhauers Eristik geklärt. Man muss sich damit inhaltlich nun wirklich nicht mehr auseinander setzen: Das ist die Verdachtslogik der Inquisition, das ist bösartige, willentliche und wissentliche Missversteherei und punkt. Dennoch bleiben diese Fälle als Symptom hochinteressant.

Das Fatale an solchen Unterstellungen ist zunächst einmal der völlige Abbruch des Gesprächs. Ob ich 1968 in einer Uni-Aula als „funktional faschistoid“ bezeichnet werde oder in einem autonomen Plenum 1980 als „Mit-Vergewaltiger“, ob ein Antideutscher, der mich nie gesehen hat, ganz genau von mir weiß, dass ich „den Judenmord vollenden“ wolle, oder ob ich, wie neulich geschehen, in der Bloggosphäre als Verfechter der These vom „lebensunwerten Leben“ gelte, weil ich jemanden gegen Hemmungslosigkeit verteidigt habe…solche hasserfüllten Labels beenden jedes Gespräch. Sie wollen, alles Ableugnen ist zwecklos, Herrschaft ausüben, indem sie denunzieren, und nichts als das. „Mensch Hartmut, guck Dir das Argument doch noch mal genau an – merkste selber, was?“ – darauf kann ich antworten. Auf ein „Hartmut ist einer der T 4 Gasmänner“, auf diese gespenstische Entwertung des Diskussionspartners gibt es keine Antwort mehr.

Welche psychischen Bedürfnisse werden hier erfüllt? Glauben diese Elenden mit ihren zuzementierten Hirnen sich diesen Blödsinn selber? Ich befürchte das. Zweifellos wird die Label-Karte hie und da auch vorsätzlich gezückt, etwa in den think tanks der Parteien zu Wahlkampfzeiten – aber das dürfte die Ausnahme darstellen. Die sind meistens subjektiv völlig aufrichtig, sehen sich als hehren St. Georgs-Streiter gegen eine Welt voller Feinde und Ungemach. Ist es gewagt, hier von einer Sehnsucht nach Eindeutigkeit, also nach Freund/Feind-Dichotomien zu sprechen?

Solche Fälle wären somit aber auch theoretisch fatal. Sie bedienen sich, in schwungvollem Zugriff, ja dekonstruierender Methoden, wollen „entlarven“, „demaskieren“, „Sub-Texte zum sprechen bringen“, „die verborgenen Signifikaten ans Licht zerren“. Dekonstruierende Verfahren sind legitim – aber sie müssen mit Vorsicht gehandhabt werden, das bedeutet vor allem: Sie müssen in sich stimmig sein und ihren Ansprüchen genügen. Denn solche Verfahren setzen ja mit einer Kritik an der Abbildtheorie, also am Glauben an die eine, objektive Welt an. Sie gewinnen ihre Verfahren überhaupt erst, indem sie den eindeutigen Zugriff auf die Welt („so und so ist die Welt, objektiv“) unterlaufen und dessen uneingestandene Prämissen sichtbar machen. Wenn man dann, sozusagen nach seinem kurzen Ausflug in die Tiefen und Untiefen der Postmoderne, wieder auftaucht und zur Eindeutigkeit regrediert („X ist ein Antisemit, Y ist ein Schwulenhasser“), wird es desolat. Bei Musil lernten wir: Der Schritt hin zum Möglichkeitssinn ist irreversibel. Die Freiheitsgrade, die die Moderne erkämpft hat, müssen auch ausgehalten werden. Ein Zurück zum Wirklichkeitssinn, zum schwungvollen Zugriff auf die Welt ist versperrt – und das ist sogar gut so.

Und so kommt es, sobald solche „Entlarver“ politisch werden, zur Katastrophe. Das alles ist bereits in der französischen Revolution und ihrem robbespiereschen Tugendterror enthalten. Dass ich die französische Revolution in ihrer Notwendigkeit für alle Zeiten verteidigen werde bedarf keines Hinweises. Das ancien regime musste weg, und freiwillig wäre es nicht gegangen. Ich verteidige aber auch Schillers Entsetzen. Es ist undialektisch gedacht, seine Augustenburger Briefe einfach nur reaktionär zu nennen – was sie zweifellos auch waren. Nirgends jedoch sagt Schiller „Zurück, zurück zum gnä Herrn, der es richten wird für uns alle“. Sein Problem war eher: Wie entwickelt sich die Menschheit zur befreiten Menschheit weiter ohne diesen Preis, ohne Septembermorde, ohne Guillotine, ohne Polit-Staatsanwaltschaft. Über seine bekannte Antwort – es sei die Kunst, durch welche die Freiheit zur Wirklichkeit wandere – kichern wir heute vielleicht etwas (ich persönlich kichere nicht…), aber das Problem hat Schiller sehr klar gesehen. Und ist seine Antwort – per Kunst, also per multipler Perspektive, indem wir Grund und Gegengrund benennen sowie Brüche und blinde Flecken zulassen – wirklich so unmodern?

Ich sehe in diesem Denunziantenwahnwitz tatsächlich so etwas wie Angst vor der Moderne, vor ihren Freiheitsgraden, auch ihrer Janusköpfigkeit am Werk. Man könnte von Infantilismus sprechen, allerdings einem sehr aggressiven Infantilismus. Politisch eröffnen solche Moral-Diskurse mit ihrer Lust an der Treibjagd gar nichts. Sie tragen mit keinem Wort dazu bei „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.“ Im Gegenteil. Sie re-etablieren solche Verhältnisse mit ihren denkpolizeilichen Maßnahmen. Allein deswegen schon, weil sich die Linke mit solchen Debatten immer und immer und immer wieder selbst zerstört. Das kommt: Die Linke hat sich bis heute nicht mit ihrer eigenen Janusköpfigkeit – die ja nur die Janusköpfigkeit der Moderne überhaupt widerspiegelt – befasst. Sie will ihren Geburtsfehler nicht wahrhaben. Sie glaubt immer noch an den neuen Menschen, den die revolutionäre Bewegung schon herstellen werde. Sie sucht revolutionäre, eindeutige, makellose Helden, wundert sich, immer nur auf Menschen mit all ihren Brüchen und Begrenzungen zu treffen und nimmt diese Menschen dann unter ihre revolutionären Stiefel – natürlich ohne den Balken im eigenen Auge zu bemerken.

Persönlich bleibt wohl nur Schopenhauers Rat:

Die einzig sichere Gegenregel (gegen Argumente ad personam, also Argumente, die mit schlichten Beleidigungen operieren) ist daher die, welche schon Aristoteles im letzten Kapitel der Topica gibt: Nicht mit dem Ersten dem Besten zu disputieren; sondern allein mit solchen, die man kennt und von denen man weiß, dass sie Verstand genug besitzen, nicht gar zu Absurdes vorzubringen und dadurch beschämt werden zu müssen; und um mit Gründen zu disputieren und nicht mit Machtsprüchen, und um auf Gründe zu hören und darauf einzugehen, und endlich, dass sie die Wahrheit schätzen, gute Gründe gern hören, auch aus dem Munde des Gegners, und Billigkeit genug haben, um es ertragen zu können Unrecht zu behalten, wenn die Wahrheit auf der anderen Seite liegt. Daraus folgt, dass unter Hundert kaum Einer ist, der es wert ist, dass man mit ihm disputiert.

Dieser Rat ist der persönlichen Gesundheit zuträglich. Politisch ist er problematisch, weil wir es uns im Bereich des Politischen nun einmal nicht aussuchen können, mit wem wir es zu tun haben. Dennoch ist es gutes Menschenrecht, sich bösartiger, willentlicher Missversteherei zu entziehen. Und das tue ich hiermit.

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Kommentare

  • neumondschein  On Mai 27, 2015 at 17:10

    Das Problem an Euch, bersarin, Don Alphonso und Hartmut ist, daß ihr Dinge zusammenbringt, die nicht zusammengehören. Volker Beck und Charlotte Obermeier beschuldigen niemanden irgendeines Hasses. Sie beanstanden einen Zeitungsartikel. Das Westfalen-Blatt hätte nicht mit der Entlassung der Kolumnistin reagieren müssen. Sie hätte die Behauptung Charlotte Obermeiers richtigstellen können, oder die Situation aussitzen können. Wenn ihre Leser so provinziell gewesen wären, wie diese Barbara Eggert, dann wäre das kein Problem gewesen, weil kein wirtschaftlicher Schaden entstanden wäre. Und wenn Bernhard, 43 Jahre, rechts-konservativ, heimlich eine rechts-konservative Partei, die AfD wählt, dann ist das nicht die Schuld des LSVD oder der Grünen. Dieser Bernhard hätte bestimmt sowieso niemals die Grünen gewählt, wenn er der Meinung wäre, die Töchter hätten vor Schwulen geschützt werden müssen. Desweiteren gibt es keinen Zusammenhang dieser Geschichte mit dem Pädo-Skandal der Grünen. Diese Kritik am Zeitungsartikel wäre auch gar nicht geeignet, Oma Krause zu erreichen. Dieser sogenannte shitstorm (etwa 50 tweets habe ich gefunden), hätte gegen die gewaltige Fernsehreklame der Parteikonkurrenz, die auf Kosten der Grünen mit Hilfe dieses Pädo-Skandals Stimmen fangen will, nicht anstinken können.

    Stilistisch ist der letzte Aufsatz Don Alphonsos gelungen. Besonders die Pointe mit der Erklärung der Rabbiner gegen Antisemitismus ist genial. Das bedeutet nicht, daß man ihn in allen Punkten recht geben muß. Insbesondere die behaupteten Zusammenhänge zwischen den Diskursterroristen der Antideutschen/Zionisten, den Münkler-Watch-Bloggern, der Kachelmann-Schwarzer-Affäre etc. bedürfen Erklärungen.

    http://sandbichler.me/blog/unverbluemtes-unrecht/

    • hf99  On Mai 27, 2015 at 17:20

      es geht aber nicht um Volker Beck. Es geht um Begriffe wie „Faschistenschwein“ und „lebensunwert“, also um Debatten wie etwa die, die hier ja hinlänglich dokumentiert ist. Das steht auch so in meinem Post.

  • neumondschein  On Mai 27, 2015 at 17:35

    Wie beanstandet man anderswo Homophobie? Betrachten wir hierzu die Verhältnisse im homophobischsten Land Europas, im Reich des homophoben Diktators Putin. Untenstehendes Vid ist aber in Wien aufgenommen worden:

    https://t.co/h0qFLRVonW

    Die hübsche junge Dame ist das Putin-Whore, das beim European Song Contest antritt. Ihr Victory-Zeichen wirkt wie der Stinkefinger. Und tatsächlich verursacht dieses Vid viel Lärm. In D wird so etwas vollkommen ignoriert. Dort empfiehlt man, diese Dame, auszupfeifen. Das finde ich richtig unsportlich und gemein, viel gemeiner als das, was sich Charlotte Obermeier geleistet hat. Im Gegensatz zu Charlotte Obermeiers Moserei ist der wirtschaftliche Schaden Sinn und Zweck. Und da sagt niemand etwas dazu. In RUS hingegen beschwert sich ein St.Petersburger Beamter darüber, daß sie ihr Mandat übertreten hätte. Homophobe Stinker und vernünftigere Menschen liefern sich eine Kissenschlacht. …ein richtiger Flamewar, oder Shitstorm ist das. und: niemand beschwert sich darüber. Es gibt da weder Antisemitismus-Riecher noch paternalistische Feministinnen. Dafür aber Antisemiten, Hate-Speech, Spinner, christliche Fundis. Gefällt Euch das besser? Mir jedenfalls gefällt das besser. Früher gab es das auch in D, falls ihr Euch erinnern könnt. Inzwischen bestimmen aber adorno-gestählte Antideutsche, irrationale Gender-Gouvernanten mit ihren omnipotenten Generalanschuldigen den Diskurs.

    • hf99  On Mai 27, 2015 at 18:05

      Du wirst es akzeptieren müssen, dass ich auf Deine Nebelkerzenwerferei nicht eingehe. Das Thema hier ist eindeutig. Es wird, zu einem bestimmten Problem, eine bestimmte These erstellt, über die man streiten mag, die aber definitiv harmlos ist…mit dem Ergebnis, dass die Äußernden zu T-4-Irren gelabelt werden. Darum, und nur darum, geht es hier.

  • Bersarin  On Mai 27, 2015 at 18:18

    Um es mal in Deiner etwas verdrehenden Aktionsart zu machen, Neumondschein:

    Gerade Volker Beck und die Berlinranzgöre Charlotte Obermeier, die beide in der Partei für Kinderficker- und Päderasten Ämter bekleiden (oder bekleideten), sollten im Moment den Ball flach halten.

    • neumondschein  On Mai 27, 2015 at 18:46

      Tu- quoque-Arg. Ich weiß nicht, was Schopenhauer dazu sagt.

      Wie ihr sicherlich wißt, gab es in der westeuropäischen Kultur Zeiten, in der man eine „sexuelle Befreiung“ anstrebte. Eine solche war die Gründungsphase der Grünen-Partei. Da man längst vergessen hatte, warum uralte Regeln der Menschheit wie Inzestverbot etc. bestehen, schütte man damals das Kind mit dem Bade aus. D.h., wenn man schon Homosexualität legalisieren wollte, warum nicht gleich auch Pederasmus. Diese Zeit ist längst vorbei. Der LSVD, dem Volker Beck wohl angehört, hat eine andere, parallele Geschichte, und zwar im Osten Deutschlands. Nach der Wende stießen nämlich ostdeutsche Bürgerbewegungen zu den Grünen, die dann den LSVD mit einbrachten, die mit den Vorgängen ind en 70ern und 80ern in Westberlin überhaupt nichts zu schaffen haben. Also: Unbedingt persönliche Betroffenheit berücksichtigen, sonst landet man da, wo der denunziatorische RapeCulture-Feminismus heute steht.

      • hf99  On Mai 27, 2015 at 19:05

        very interesting.

        Hier geht es aber nicht um sexuelle Befreiung, und nicht ums Thema Grüne/Pädophilie.

        Hier geht es um das, was derzeit schief läuft in der öffentlichen Unterredung.

        • neumondschein  On Mai 27, 2015 at 20:24

          …von Bersarin eingeführter Nebenzweig der Unterredung. Eigentlich nur ein dürrer Ast.

  • Bersarin  On Mai 27, 2015 at 18:32

    Die Antwort von Rebecca Sandbichler in ihrem Blog ist eine sehr gute und lesenswerte Antwort. Geht doch! Genau das meinte ich mit einer angemessenen Reaktion auf den teils dummen und teils hilflosen Text von Eggert.

    Das Problem ist doch dies: Was in diesem Lande ausstirbt oder zumindest zunehmend schwerer wird, ist eine Streitkultur, die nicht bloß beißreflexmäßig und mit der Keule der sittlich-moralischen Überlegenheit samt passendem Schlagwort daherkommt und mit bestimmten Begriffen labelt und stigmatisiert. Sagt einer: Mich stören die Drogendealer am Görli, so kommt sogleich: „Rassist!“ Wenn ich bekenne, daß ich gerne in gute Restaurants gehe, gerne erlesene Weine trinke (die freilich eine gewisse Preisklasse haben) und daß ich schicke Altbauwohnungen schätze, kommt wie aus Reflex: „Gentrifizierer!“

    Mir sind in bestimmten Zusammenhängen übrigens steile und drastische Thesen manchmal lieber als das seichte Einerlei einer weichgegenderten und dualistisch denkenden Kreuzberger- oder Sternschanzenblasenwelt.

  • Bersarin  On Mai 27, 2015 at 18:35

    Kommentar im Spam?

    • Bersarin  On Mai 27, 2015 at 18:36

      Nee, isser nicht. Das kommt davon, wenn Geduld nicht zu den Tugenden gehört, die mir eigen sind.

  • genova68  On Mai 28, 2015 at 00:49

    Jo, suhlt euch schön weiter in eurem Selbstmitleid. Beim elitären Fatzke Bersarin ist eh Hopfen und Malz verloren, der lügt mir sogar ein „lebensunwert“ ins Gesagte und nennt die Grünen eine Partei der Kinderficker. Das ist NPD-Duktus und NPD-Niveau. Willkommen im Club.

    Bei dir, Hartmut, vermute ich eine tiefsitzende Verletztheit, die mit den damaligen Auseinandersetzungen mit Momorulez zusammenhängt. Du warst damals Opfer, du warst bedrängt, es ging dir nicht gut, ich habe dich seinerzeit unterstützt. Jetzt bist du einer der Täter, und das willst du unter keinen Umständen einsehen, weil du die Opferrolle für dich reserviert hast. Du akzeptierst keine Bedrängten neben dir. Aus der Haltung musst du raus, dann kommst du weiter. Deine prekären Arbeitserfahrungen sind vielleicht übel, haben aber nichts mir der Kolumne zu tun. Ich verfüge über ebensolche, habe aber nicht die Veranlagung, sie in einem öffentlichen Blog zu erläutern.

    Gratulation an neumondschein, der mit seinem ersten Posting zeigt, dass er die Lage ganz gut checkt.

    Wenn ich dazu komme, schreibe ich die Tage auf, was in der Kolumne steht und was der Subtext ist – den ihr natürlich kapieren könntet, wenn ihr dazu bereit wäret. Ich zumindest behaupte nicht, dass ihr dumm seid. Schön, dass du, Hartmut, dekonstruktivierende Verfahren sinnvoll findest, wenn sie stimmig sind. Letzeres ist nur zu erreichen, wenn man sich an die Quelle hält. Und die ist die Kolumne. Und nicht 68, Neger, 1789, Vergewaltigungen und was hier noch so auftauchte. In diesem zusammengemixten Sammelsurium kann man in der Tat keine sinnvolle Analyse mehr anstellen.

    Zu T4: Wer Heteros die sexuelle Selbstbestimmung einräumt und Homos rät, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, teilt ein in lebenswert und weniger lebenswert – es sei denn, man betrachtet Sexualität als etwas außerhalb des Individuum liegendes, so wie eine Krawatte, die man sich umbindet oder auch nicht. Ich gebe aber zu, dass der Begriff belastet ist und offenbar zu Missverständnissen führt.

    Und euer intellektueller Dünnpfiff sei nur an einer Kleinigkeit nachgewiesen: Der angebliche shitstorm stützt sich nach wie vor auf das eine „Faschistenschwein“, dass es vielleicht auch nur in der Phantasie von Eggert gibt. neumondschein weist richtigerweise auf die tweets zum Thema hin, die sich jeder via google anschauen kann und die zeigen, dass es da schlicht um Meinungsäußerungen geht. Nach eurer Definition von shitstorm bin ich hier einem größeren ausgesetzt als Madame Eggert. Ich fange gleich an zu heulen.

    Ihr braucht diesen shitstorm, um die Behauptung der angeblichen Übermacht von Schwulen und ihren Helfershelfern aus der Kreuzberger Blase aufrechtzuerhalten. Klassische Feindbildkonstruktion. Ein Bersarin wartet nur noch auf solche Gelegenheiten.

    Ich würde dich wirklich bitten, Hartmut, komm von deiner Wolke runter. Niemand will dir was böses.

    P.S.: Egal, wie man diese angebliche Diplom-Soziologin Eggert googelt: Sie existiert nicht. Einzig und allein in Bezug auf die aktuelle Kolumne. Gut möglich, dass das eine Kunstfigur ist.

    • hf99  On Mai 28, 2015 at 10:17

      Ich antworte nur noch einmal deswegen, weil mir Dein Blog gefällt und ich in ihm (Stichwort: reko-Architektur) einiges gelernt habe. Ansonsten hätte ich Dich längst rausgeschmissen.

      Zunächst: hier geht es mir darum, ein Diskursgebahren zu kritisieren, das wir wieder und wieder beobachten können, seit Robbespieres Tugendterror. Man kann diese historische Beobachtung teilen oder nicht, dann muss man sich aber mit der Analyse auseinander setzen.

      Sodann: kein Mensch hier hat bestritten, dass Herrn „Bernhard“ eine homophobe Grundstimmung eignet. Kein Mensch hier hat bestritten, dass „Bernhard“ diese Grundstimmung schnellst möglich preisgeben sollte. Kein Mensch hier hat gesagt „Prima Rat, den Eggert erteilt hat, würd ich auch tun“. Die einzige Frage, um die es ging: Wie gehe ich damit um? Und wie verstehe ich die Situation? Sind „Bernhard“ und Barbara Eggert zwei blutgeile Schwulenhasser, die am liebsten jeden Abend auf St. Georg mit gezücktem Messer auf die „Schweine“ warteten? Oder sind sie noch „erreichbar“, ist da noch „was zu machen“? Sind es eher dumpfe Ressentiments, die, ich sags jetzt mal so, „heilbar“ sind? Oder ist das Ressentiment so verfestigt, dass man Daumen runter machen muss?

      Wir – ich darf jetzt vielleicht mal „wir“ sagen – haben uns, in unterschiedlichen Graden, für die mildere Variante entschieden. (ich selber bin dabei wohl noch der härteste gewesen – in der Tat glaube ich, dass Eggert „Bernhard“ irgendwie, und sei es durch noch so viele Blumen, hätte verklickern müssen: Hör mal Junge, allein Du bist hier das Problem!) Okay, egal jetzt mal. Wir alle waren der Meinung: das gehe so nicht, einfach mit der progressiven Keule draufschlagen, hier sollte man es anders machen, weil die Situation anders zu bewerten ist, als wenn ich auf einen schwulenhassenden Totschläger treffe. (Selbst „Bernhard“, worauf Bersarin aufmerksam machte, fragt ja immerhin!)

      Unsere Entscheidung mag man falsch nennen.

      Eines aber geht nicht: Uns (nicht „Bernhard“, nicht Frau Eggert, uns! Die wir uns alle einig sind, dass „Bernhards“ Haltung nicht geht!) dann mit der T-4-Keule erschlagen wollen. Übrigens: lebensunwert ist in Deutschland völlig eindeutig konnotiert. Darüber diskutiere ich, aus mehr als nur einem Grund, auch nicht. Wer einem die „lebensunwert“-Metapher reinwürgt, würgt die einem Tiergartenstrasse 4 rein. Nimm es einfach zur Kenntnis.

      Zum Abschluß noch eine persönliche Anekdote: Als ich im März 1989 zusammen mit einem Freund aus ganz bestimmten, demnächst darzustellenden Gründen nach Ungarn fuhr, im rostroten Käfer (KdF-Wagen! Hartmut ist ein Nazi!), übernachteten wir an der Autobahn in einem oberbayrischen Dorf. Einfache (sorry!) Leute. Mit ziemlicher Sicherheit CSU-Wählerpotenzial. Nicht unfreundlich. Am nächsten Morgen, beim Frühstück: Woher wir den kämen? Aha, Studenten, Hamburg und (damals: West)Berlin. Die Großstadt! Wild und gefährlich! Die Ausländer… So wohl sofort sein Gedanke. Jedenfalls thematisierte er „die Ausländer“ sofort. Wie thematisierte er sie? Sagte er „Die vielen Kümmeltürken dort, totschlagen sollte man sie alle, da hätten wir wieder a Ruh‘!“ ? Sagte er das? Mitnichten. Mit gesenktem Kopf, das schlechte Gewissen war spürbar, stammelte er: „Äh, also Hamburg und Berlin. Sind, äh…da…äh…nicht etwas viele…äh…Ausländer? Bringt das nicht Probleme?“ Natürlich versuchten wir es sofort mit naheliegenden Einwendungen….

      Obs genutzt hat? Keine Ahnung. Aber eines weiß ich:

      Mit „Totschlagen, die Kümmeltürken“ rede ich nicht (bzw nur ganz eindeutig – ich werde Nazis ja wohl noch Nazis nennen dürfen). „Mit „äh…äh…äh“ rede ich. Das versuche ich! Und werde es immer wieder versuchen. Einfach draufhauen bringt da gar nichts.

      Und wenn diese Haltung jetzt Tiergartenstrasse 4 bedeutet, dann bitte mehr davon!

      PS: Frau Eggert existiert gar nicht? Mit wem hat die SZ dann gesprochen?

  • genova68  On Mai 28, 2015 at 01:00

    Nochmal zu Bersarin, der gerne erlesenen Wein trinkt und dafür angeblich als Gentrifzierer bezeichnet wird: kein Mensch tut das und wenn doch, ist es egal. Diese Leute haben keinerlei Einfluss. Unzählige Leute trinken täglich in Kreuzberg erlesene Weine, ich hin und wieder auch. Real ist der Einfluss des Kapitals, der die Gentrifizierung in Kreuzberg massiv vorantreibt. Das stört Bersarin nicht, der Egozentriker bastelt sich lieber einen Vorwurf zusammen, mit dem er, der Privilegierte, sich dennoch irgendwie als Opfer begreifen kann.

    Es ist so billig.

    • Bersarin  On Mai 28, 2015 at 18:05

      „Real ist der Einfluss des Kapitals, …“ Über alberne Slogans von allgemeinem und nichtssagendem Charakter kommt Genova nicht hinaus. Ist das Kapital ebenfalls daran schuld, daß bestimmte Menschen Zusammenhänge nicht begreifen und analysieren können? Denunziation und Dummdenke sind womöglich gar nicht Genova zuzuschreiben, sondern dem schlechten Einfluß des Kapitals: Es verschleiert und trübt das Bewußtsein. In diesem Falle scheint der Beweis erbracht.

  • summacumlaudeblog  On Mai 28, 2015 at 10:43

    Es geht in der Tat nur um eine Frage: Sind diejenigen, die sich um das korrekte Einordnen einer Provinzposse in Form einer Lebens“beratung“ bemühen gleichzusetzen mit denjenigen, die Gaskammern als eine „Lösung“ für angebliche „Probleme“ ansahen – „Probleme“, die nie existiert hatten und nie existieren werden. Nur darum gehts. Das mag jeder Leser dieser Zeilen für sich entscheiden – und dann auch klar bekennen: Ja, das Relativieren der provinziellen Eggerstschen Lebens“beratung“ ist dasselbe wie das Konzipieren, Betreiben und v.a. Begründen von Gaskammern.
    Wahnsinn, was in solchen Diskussionen sprachlich so abgesondert wird.

  • fk  On Mai 28, 2015 at 11:24

    lieber hartmut,

    es ist schön zu sehen, dass dieser blog über die jahre nichts an qualität eingebüsst hat. im gegenteil!
    auch wenn ich – wie bereits erwähnt – nicht mehr groß kommentiere. generell im übrigen, nicht nur hier. deinen gedanken sind nach wie vor eine echte bereicherung. mach bitte weiter so.

    hgfk

  • wolfdieter  On Mai 28, 2015 at 11:49

    Hartmuts Thema ist der Tod der Diskussion durch persönliche Vorwürfe anstelle sachlicher. Mein einziger Ansatz zur Lösung des Konflikts lautet: beizeiten Deckung suchen.

    In diesem Thread gilt mein spezieller Dank genova68. In lobenswerter Hilfsbereitschaft liefert er unermüdlich leibhaftiges Anschauungsmaterial für shitstorm. Wie im richtigen Leben.

    Danke, genova68, ich werde es verinnerlichen.

    • hf99  On Mai 28, 2015 at 15:46

      Jein. genauer: Es geht mir um eine sehr spezielle Variante, Diskussionen zu zerstören, nämlich durch (falsche) Dekonstruktion, durch Umdeutung. Alle hier sagen „p“, also: Homophobie ist falsch. Das wird zum „non-p“ umgedeutet – eigentlich sind wir zuinnerst alle homophob -, und zwar mithilfe von Diskussionsverfahren, mit denen man sich Herrschaft zusichern will. Dieses Diskussionsverfahren – das „Entlarven“ – durchzieht die progressive Bewegung seit eh. Das Schlimme: Es hat dieses Entlarven häufig ja seinen guten Sinn und Zweck. „ich habe nichts gegen Ausländer, aber…“ zum Beispiel wird völlig zu Recht als xenophob dekonstruiert – die Erfahrungswerte sind dort einfach zu eindeutig. Problem: Man darf nie mit dem Dekonstruktionsbulldozer vorgehen. Als selbstermächtigter Dauerentlarver. Das führt dann zu Typen wie Clemens Heni, dieser peinlichen Antisemitendauerriecherei. „Wer Antisemit ist, bestimme ich“

      • wolfdieter  On Mai 28, 2015 at 23:18

        Du differenzierst in der Jauche. Wenn ich einen Sinn drin sähe, fände ich es sportlich bewundernswert.

        Betrachten wir den hier mitdiskutierenden genova68. Falls im umfangreichen Redefluss ein vernünftiges Argument vorkam, ist es mir entgangen. Er ist eindeutig extern motiviert (kann ja ehrenhaft sein, aber extern, außerhalb des Thema bzw. außerhalb unserer Welt). Alle Argumente behandelt er als Verletzung seiner externen Motive.

        Den erreichst du nicht.

        Mich erreichst du übrigens auch nicht so richtig. Deine feine Differenzierung der Jauche habe ich nicht mehr mitgekriegt (weggefiltert mangels Sinnhaftigkeit und – ich gebe es zu – allgemeinem Widerwillen). Im Kern sind wir teils einig, teils können normal miteinander reden. Siehe vorletzten Thread. Wo das nicht geht, klinke ich mich aus (ist bei anderen Blogs durchaus vorgekommen), oder du notierst mich auf der schwarzen Liste. Fertig ist die Laube.

  • genova68  On Mai 28, 2015 at 16:01

    Nehmt doch einfach mal zur Kenntnis, dass ich nirgendwo „lebensunwert“ geschrieben habe, und zwar ganz bewusst. Wer drückt hier wem was rein?

    Meine Begründung, warum ich „weniger lebenswert“ geschrieben habe, steht oben. Setzt euch damit auseinander, wenn ihr etwas Produktives zum Thema schreiben wollt. „lebenswert“ ist auch laut Duden unbelastet. „weniger lebenswert“ ist gerade nicht „lebensunwert“. Ich habe das oben schon geschrieben, aber ihr scheint es richtig geil zu finden, mir weiter T4 anzuhängen.

    Endlich mal ein shitstorm hier 🙂

    Warum ihr solche Verständnisprobleme habt: Ihr interessiert euch mit keiner Silbe für den Onkel, der der Hauptleidtragende des Rates der Kolumne ist, eigentlich der einzig Leidtragende, wenn man davon absieht, dass die beiden Mädchen vermutlich verkorkst werden, wenn der Vater nicht schleunigst seine Taktik ändert. Der Mann, der die nächsten zehn Jahre seine Nichten belügen soll und sich komplett verstellen, intereressiert euch nicht. Ihr sorgt euch lieber um die arme Kolumnistin, zu der irgendwer bei Facebook „Faschistenschwein“ gesagt hat. Eine merkwürdige Diskrepanz.

    Und nun zum Kern:

    Der indirekte Rat von Frau Eggert, die logische Konsequenz aus dem Gesagten: Schwule sollen sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Denn in der Öffentlichkeit können jederzeit „konservativ erzogene Kinder“ erscheinen und die werden von Schwulen verwirrt. Ich halte das für schwulenfeindlich, weil Schwule nur in der Privatwohnung oder im darkroom Ihr Schwulsein zeigen dürfen. Es geht da nur vordergründig um die Hochzeit. Ihr haltet diesen Rat nur für „belanglos“, „provinziell“, „wirr“ und „leicht verunfallt“, eine Bagatelle, ein Parkrempler, einfach weiterfahren. Aus der Sicht des Onkels ist dieser Rat vermutlich nicht belanglos und keine Bagatelle.

    Darum, dass ihr das einfach mal checkt, geht es mir. Um mehr nicht.

    „blutgeile Schwulenhasser“: Wir sollten das Spielchen mal analog mit Juden durchexerzieren. Wer Juden nicht vergasen will, ist kein Antisemit.

    Ihr braucht nun solche Exzesse, weil ihr argumentativ nicht weiterkommt. Ihr wisst genau, dass niemand sowas in einem Printmedium schreibt, schon deswegen nicht, weil er dann ein Verfahren am Hals hätte. Selbst bei facebook stehen bei einer solchen Äußerung die Chancen einer Löschung gut, wenn man das beantragt. Demzufolge gibt es keine Homophobie. Eine tolle dialektische Leistung.

    Das „Diskursgebahren“ das ich konkret beurteilen kann, das sind die tweets bei twitter. Die finde ich ok. Aber auch die interessieren euch nicht, ihr braucht ja euren shitstorm.

    Mein Diskursgebahren finde ich genauso ok, vor allem aufklärend. Die Lebenswert-Geschichte ist offenbar missverständlich, ich hätte den Begriff nicht gewählt, wenn ich gewusst hätte, was das nach sich zieht, aber meine aufklärenden Worte solltet ihr so langsam mal beachten.

    Provinzposse: Diese Westfalen-Zeitung hat eine Auflage von mehr als 300.000, das ergibt locker 600.000 Leser. Der Berliner Tagesspiegel, beispielsweise, hat eine Auflage von rund 110.000, auch wenn er nicht in der Provinz erscheint. Die Auflage der FAZ beträgt etwa 280.000.

    Lustig auch, dass nun von wolf-dieter MIR ein shitstorm unterstellt wird. Also, wenn das, was ich hier mache, ein shitstorm ist (und auch noch von einer einzigen Person), dann finde ich einen solchen ausgesprochen sinnvoll.

    Frau Eggert ist ihren Nebenjob los. Das hat einen faden Beigeschmack. Aber da wüsste ich gerne mehr. Mit wem die SZ gesprochen hat? Vermutlich mit der Person, die sich Barbara Eggert und Diplom-Soziologin nennt. Wohl auch nur telefonisch oder per Mail. Wenn da irgendwer schreibt und sich als Fachfrau ausgibt, bleibt der Redaktion jetzt nichts anderes übrig, als dieser „Person“ zu „kündigen“, bevor das auffliegt. Es wäre nicht die erste Briefkastentante in den Medien, siehe Dr. Sommer, wobei der wirklich Fachmann war.

    Eggert schreibt nach eigener Aussage seit elf Jahren in Medien Kolumnen, auch international (siehe SZ-Interview). Die SZ bezeichnet sie auch als „Ratgeber-Autorin“. Äußerst merkwürdig, dass sie mit null Ergebnissen bei google vorkommt, auch ansonsten beruflich überhaupt nicht in Erscheinung tritt. Via bundesweiter Bibliothekenrecherche kommt kein einziger Ratgeber, auch nicht via Amazon. Wie ist das möglich?

    Komischerweise wurde sie eine Weile von Medien auch als Diplom-Psychlogin bezeichnet. Irgendetwas stimmt da nicht.

    • hf99  On Mai 28, 2015 at 16:15

      Ein bißchen begriffsanalyse: „lebenswert“ ist ein sog diskreter Begriff, man ist es oder man ist es nicht. „weniger lebenswert“ ist die feine Ummäntelung für „lebensunwert“. Ein bißchen Leben gibt es nicht.

      „“blutgeile Schwulenhasser”: Wir sollten das Spielchen mal analog mit Juden durchexerzieren. Wer Juden nicht vergasen will, ist kein Antisemit.“

      Hat hier keiner behauptet. Allen ist klar, dass „Bernhard“ homophob ist. homophobe Züge zeigt etcetc. Es ging um das Ausmaß seiner Homophobie, und um den Grund für seine Homophobie. Immerhin, wie Bersarin richtig anmerkt, fragt er ja noch. Wie soll man darauf reagieren? All das ist Dir hier lang und breit und sehr geduldig erklärt worden. Aber darauf gehst Du nicht ein. Bitte laß Deine Wunschunterstellungen bleiben.

  • genova68  On Mai 28, 2015 at 16:25

    Mir ging es nie um den Vater (und der gesamten öffentlichen Diskussion auch nicht). Der ist homophob und stellt eine Frage. Gut, dass er die stellt. Man könnte ihn erreichen, abholen. Das Fatale ist die Antwort von Frau Eggert. Sie bekräftigt ihn ohne wenn und aber.

    • hf99  On Mai 28, 2015 at 17:30

      Du hörst einfach nicht zu. Auch das ist sorgfältig und sachlich dargetan worden. Eggert – meine Vermutung – ist der Zuckerpüppchenideologie auf den leim gegangen. Huch, die Kleinen! Werden sie etwa verwirrt? Na, wenn der vater das glaubt….hilfe, unsere kleine Zuckerpüppchen haben natürlich immer recht, immer! Übrigens kritisiert sie, wenn auch viel zu verhalten, den Vater in der Langfassung sehr wohl. Daraufhin kam es zu einem Shitstorm (der immerhin für ein SZ-Interview ausgereicht hat!), und daraufhin habe ich Barbara Eggert verteidigt – als Mensch, nicht das, was sie sagte.

      Übrigens, da war doch was:

      http://kritik-und-kunst.blog.de/2008/01/03/und_wieder_einen_rassisten_entlarvt~3521440/

      alles nix neues (bitte dort nicht mehr kommentieren)…

      ich habe Rindermann verteidigt, Eggert verteidigt, sogar Eva Herrmann (die Schwachsinn erzählt hat), weil mich falsch-Labels halt ankotzen.

      Bist Du eigentlich ökonomisch abgesichert? Viel Spaß weiterhin dabei, sich darüber lustig zu machen, dass Menschen, die sich mit mehreren Jobs über Wasser halten müssen, den einen davon verlieren. Auch Herr Beck mit seiner Bundestagsmandatvollkaskoversorgnung wird beim nächsten Kaviarrülpsen in sich hineinkichern darüber, dass ers der Eggert so richtig besorgt hat. Und nicht vergessen: Allen Kriegen immer brav zustimmen, gelle, Humanisten-Beck?

  • neumondschein  On Mai 28, 2015 at 16:58

    Worum geht es in Don Alphonsos Aufsatz? Es geht, wie gesagt, um viele Dinge. Geht es aber um die Geschichte mit Barbara Eggert? Eher so am Rande. Vielmehr geht es um Charlotte Obermeier, die Don Alphonso nicht leiden kann. Don Alphonso kann etlich Leute nicht leiden. Denen tritt er gern gegen das Schienbein. Charlotte Obermeier empfahl, sich vom Westfalenblatt fernzuhalten, weil da stand, „Töchter vor Schwulen schützen“. Da stand nicht, „Sich vom Westfalenblatt fernhalten wegen Pogromhetze gegen Schwule“, „Sich vom Westfalenblatt fernhalten, wegen Errichtung von Gaskammern“, auch nicht, „Sich vom Westfalenblatt fernhalten, weil Schwule abstechen“ o. dergl. Das „Faschistenschwein“ stand angeblich in einer email (oder war es auf Facebook?). Charlotte Obermeier kann also nichts dafür, daß Barbara Eggert nun schluchzend in der Ecke sitzt und jammert. Es ist Charlotte Obermeier, die hier fertiggemacht werden soll, nicht Barbara Eggert. Ein klein wenig bekommt auch Volker Beck etwas ab, weil der sich freut, daß Barbara Eggert an die frische Luft gesetzt wurde. Man müßte sich also jetzt einmal über Charlotte Obermeiers Tweet unterhalten. Alles andere wäre wohl so eine Schopenhauerische Eristerei.

    • Bersarin  On Mai 28, 2015 at 17:37

      Merkst Du eigentlich noch irgend etwas Neumondschein? Es geht Don Alphonso nicht um Ch. Obermeier, sondern um eine Verleumdungsaktion, indem unliebsame Stimmen als rassistisch, faschistisch, homophob ___________ (passendes Etikett bitte einsetzen) gelabelt werden. Zu solch widerwärtigen Typen, die denunzieren, gehört eben auch Genova. Don Alphonso: Homophob, Bersarin: Homophob und Querfront, Hartmut: Halbhomophob, Summacumlaude: Homophob. Es ist nicht nur traurig, sondern schlicht lächerlich, wie sich hier Wichte in ihrer Rechtschaffenheit suhlen.
      Ist es wirklich so schwierig, eine relativ einfach geschriebenen Text wie den von Don Alphonso zu verstehen, zu begreifen, zu analysieren? Bisher konnte noch keiner einen einzigen Satz als Zitat bringen, was von Alphonso oder von mir homophob sein soll. Ich warte immer noch darauf, wo der Satz ist, der belegt, daß Alphonso homophob ist.

      • summacumlaudeblog  On Mai 28, 2015 at 18:21

        Das schöne an dieser irrsinnigen Geschichte ist, dass unsere tapferen Antifas ja nur zu gut wissen, dass sie nichts von ihren haltlosen Behauptungen werden belegen können. Hatte ich schon einmal mit einem Ostalgiker! der suchte satte sieben Stunden nach den Belegen für seine Behauptungen, ohne fündig zu werden. Ich denke wir sollte genova und neumondschein generös diese sieben Stunden erlassen. Hört besser gleich auf, diese „Belege“ existieren nicht.

        Ärgerlich ist an dieser Geschichjte, dass es mir immer nur um das Eine ging: nie und zu keiner Zeit um eine Entlastung des käseblattes, sehr wohl aber um eine korrekte Einschätzung des Vorfalls. Tja, zuviel vorausgesetzt.

        • neumondschein  On Mai 28, 2015 at 18:51

          Was hättest Du denn gern bewiesen? Daß christliche Sexualethik homophob ist? Muß man das beweisen? Aus dem verlinkten Artikel der Süddeutschen Zeitung geht außerdem hervor, daß Barbara Eggert homophober ist, als ich ursprünglich dachte. Nein, Dein Weiberl darfst Du behalten! Läßt Dir der LSVD ausrichten; Herr Gabalier! Eine Schwulenlobby, die Heterosexuelle unterjochen will, indem sie das heterosexuelle Volk zwingt, Homosexualität zu praktizieren, gibt es nicht! Hast Du das verstanden? Es ist vielmehr umgekehrt. Nicht eine Schwulenlobby unterjocht das Volk sondern eine Gilde aus Pfaffen, die Homosexualität zur Sünde erklärt.

          Bernhard hat das Problem, daß er nicht in einem Gottesstaat lebt. Vielmehr lebt er in einem Staat, das theoretisch zur weltanschaulichen Neutralität verpflichtet ist. Seine verfiqte christliche Sexualethik gilt außerhalb des familiären Gefängnisses nämlich nur eingeschränkt. Das ist es, was kleine Mädchen verwirren könnte. Sie sollten deshalb noch ein bißchen wachsen, bis elterliche Indoktrination zur Internalisierung christlicher Sexualethik geführt hat, und sie sich selbständig vor Onkelchens Lebensgemeinschaft ekeln.

          • hf99  On Mai 28, 2015 at 19:00

            Das Interview zeigt, dass die Frau naiv ist.

            Ansonsten widerspreche ich inhaltlich gar nicht groß. Ich habe eben nur andere Auffassungen darüber, wie wir mit einer partiell zweifellos autoritär-antidemokratisch und ebenso zweifellos weiterhin homophob gestimmten (Adornos F-Skala), partiell aber eben „nur“ verunsicherten Mittelschicht insgesamt umgehen wollen. Eggert hat Unfug geredet – aber sie hat keine Sascha-Loboschen Endsätze vom Stapel gelassen.

            • neumondschein  On Mai 28, 2015 at 19:38

              Alles gute Gründe, um das Westfalen-Blatt einen großen Bogen zu machen. Wer braucht schon Käse-Blätter, wo im Ratgeberteil naive Personen Unfug reden. Das ungefähr hat Charlotte Obermeier getwittert.

              • hf99  On Mai 28, 2015 at 20:00

                Ich hätte, auf „Bernhards“ Anfrage, persönlich ja auch gar nicht groß anders geantwortet als Charlotte Obermaier. das habe ich auf seit Beginn der Debatte so klargestellt. Die einzige Frage: Musste Eggert so in die Mangel genommen werden, dass sie ihren Job verliert?

          • summacumlaudeblog  On Mai 28, 2015 at 19:05

            Es ging um die Behauptung, Bersarin oder ich hätten homophobes Zeugs geschwätzt. Dafür bitte Belege.

  • summacumlaudeblog  On Mai 28, 2015 at 17:05

    @genova Hartmut hat es schon erklärt; Zu lebenswert gibt es kein halbes Gegenteil. Insofern waren Deine unglücklichen Äußerungen sehr mißverständlich. Lass das doch für die Zukunft. Es geht um das korrekte Einordnen einer Posse, da sind solche „Analysen“ über den Gegendisputanten weit außerhalb des moralischen Spektrums, das hier verhandelt wird. Stalinist oder ähnliches hat Dich hier ja auch keiner genannt, das wäre dann das moralische Äquivalent gewesen. Naja.

    Eigentlich habe ich von meinem allerersten Kommentar hier nichts zurück zu nehmen. Ihr macht Euch massiv etwas über die innere Verfasstheit der Provinz etwas vor. Dieser Vater hat – es ist ja nun mehrfach gesagt worden – erstens gefragt und nicht einfach entschieden. Zu anderen gehe ich von konservativen Kirchenkreisen aus, da ist die Ehe noch ein Sakrament zwischen Mann und Frau und das will er wohl auch seinen Kindern vermitteln. Davon kommt er offenbar nicht los. Das muß man nicht gut finden. Aber vom alltäglichen Faschismus ist das meilenweit entfernt. Schreibt jemand, der in der Tat einst alltäglichen Faschismus gegen einen Kollegen erleben musste – einen Ausländer UND Schwulen. Eine ungeheuerliche Geschichte, sie wird erzählt werden müssen. Und sie wird auch erzählt werden. Wer solche Sachen einmal hautnah erlebt hat, ist ziemlich empfindlich gegen die inflationäre Verwendung des Begriffes „alltäglicher Faschismus“ auf jede dumme Bemerkung, die man in der U-Bahn hört.

    So, nun komm wieder runter und stell mal das mit dem lebenswert klar.

  • Bersarin  On Mai 28, 2015 at 17:25

    „Real ist der Einfluss des Kapitals, …“ Über alberne Slogans von allgemeinem und nichtssagendem Charakter kommt Genova nicht hinaus. Ist das Kapital ebenfalls daran schuld, daß bestimmte Menschen Zusammenhänge nicht begreifen und analysieren können? Denunziation und simples Denken sind womöglich gar nicht Genova zuzuschreiben, sondern dem schlechten Einfluß des Kapitals: Es verschleiert und trübt das Bewußtsein. In diesem Falle scheint der Beweis erbracht.

    Genova, Du erliegst übrigens einem Irrtum: Es sind von den dreien hier im Disput nicht Hartmut und summacumalaude, die Dich für dumm halten. (Wobei Du das noch sehr harmlos ausgedrückt hast.)

    Wenn man übrigens Deine eigene Küchenpsychologie, die Du in aggressiver und vorlauter Weise wiederholt schon auf andere projiziertest und die Du hier in einer widerwärtigen Art bei Hartmut anwendest, mal auf Dich bezieht, dann kommt da nicht viel Gutes bei herum. Ein zutiefst regressiver Ressentiment-Charakter der kleinbürgerlichen Mitte. Minderwertigkeitsgefühle. Typ Besser-Wessie, aufgewachsen in der Reihenhaussiedlung. Durfte keine Universität besuchen. Dein Ressentiment und Dein Jähzorn sind womöglich der Verlustangst des Wessie-Kleinbürgers geschuldet, den die Wende ökonomisch und intellektuell abhängte. Daraus resultiert auch der ewig nöhlende Klage-Klaus, der auf dem Niveau des Billigheimers sich in Kritik versucht. Psychologisieren ist sehr einfach.

    Daß Du andere denunzierst und sachlich unrichtige Behauptungen als Tatsachen hinstellst, ist in der Blogosphäre nicht das erste Mal. Dieses Vorgehen hat bei Dir Methode, und deshalb halte ich Typen wie Dich für gefährlich. Wie schon geschrieben: Ich bin froh, daß Du und andere zu einer Minderheit gehören. Und ich hoffe, dies bleibt auch in der Zukunft so. Du denunzierst und Du bemerkst das nicht einmal mehr selber.Traurig eigentlich. Das sind harte Worte, das ist mir klar. Sie sind jedoch nötig. Menschen wie Du haben im Grunde im Internet nichts verloren. Sie bezeugen allerdings exakt all jene widerlichen und schäbigen Eigenschaften von Menschen, die dann auch in der Realität anzutreffen sind.

    • genova68  On Mai 28, 2015 at 20:24

      Echt? Ich bin gefährlich? Na, immerhin etwas 🙂

      Mich würde nur noch interessieren: Wenn ich im Internet nichts verloren habe, wo dann? Ich muss ja wissen, wo ich hingehöre.

      Dass du Gentrifizierung gut findest, weil dich der Pöbel dann nicht mehr beim Weintrinken belästigt, ist schon länger bekannt.

      Wobei ich mich zweifach wundere: Erstens dass ich mich mal wieder dazu hinreißen ließ, mit dir Hampelmann zu diskutieren. Und zweitens über den merkwürdigen Widerspruch, dass du mir fortwährend Texte mit mehr als zwei Sätzen schreibst, die ich deiner Meinung nach doch gar nicht kapiere. Du schreibst deiner eigenen Überzeugung nach gegen eine Wand.

      Hat was, ähm, Schizophrenes, meinst du nicht?

      • Bersarin  On Mai 28, 2015 at 20:36

        Zunächst solltest Du lernen, keine Lügen und keine unwahren Behauptungen zu verbreiten. Dies machst Du im Internet nicht zum ersten Mal.

        Dann solltest Du lernen: Erst denken, dann schreiben. Nein, das ist falsch. Erst denken, dann pausieren, dann nochmal über das Gedachte nachdenken, dann schreiben.

        Ceterum censeo: Auf Deine Belege zu Don Alphonsos und zu meinen Sätzen, wo wir uns homophob äußerten, harre ich immer noch mit Spannung. Ich werde darauf aber vermutlich noch länger warten müssen.

        Ich schreibe nicht für Dich Genova, denn Du wirst es sowieso nicht begreifen. Es macht mir aber Freude, einen Type wie Dich am Nasenring durch die Manege zu führen.

  • genova68  On Mai 28, 2015 at 17:32

    „So, nun komm wieder runter und stell mal das mit dem lebenswert klar.“

    Na, das ist ja lustig, summa. Soll ich es jetzt zum dritten Mal klarstellen? Ich halte das „weniger lebenswert“ aufrecht, und zwar mit der Erläuterung, die ich oben gegeben habe. Die lautete:

    „Wer Heteros die komplette sexuelle Selbstbestimmung einräumt und Homos rät, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, teilt ein in lebenswert und weniger lebenswert – es sei denn, man betrachtet Sexualität als etwas außerhalb des Individuum liegendes, so wie eine Krawatte, die man sich umbindet oder auch nicht. Ich gebe aber zu, dass der Begriff belastet ist und offenbar zu Missverständnissen führt.“

    Ich denke auch, dass es in anderen Zusammenhängen weniger lebenswert gibt. Das bedeutet eben nicht „ein bisschen leben“. Der Schwarze in Fergusson ist gesellschaftlich betrachtet weniger lebenswert als der Präsident von Amerika oder auch nur der weiße Millionär in Fergusson, und das wird letztlich akzeptiert. Und wenn an Bord eines kaputten Flugzeugs ein alter Mann und ein Junge sind und nur ein Fallschirm vorhanden ist, dann wird genau diese Frage beantwortet werden müssen.

    Und jetzt bitte nicht wieder mit T4 kommen, sonst bekommt die Artikelüberschrift endlich einen Sinn.

    ———————–

    summa,
    von Faschismus hat auch keiner geredet, oder. Ich meine, hier bei uns. Bitte nicht wieder mit das ausgeleierte Faschistenschwein nennen, es ist doch klar, dass im Zeitalter des Internets immer irgendwer übertreibt.

    Ich stelle jedenfalls mit Bedauern fest, dass ihr nach wie vor den Onkel ignoriert. Würdet ihr das nicht tun, würde eure ganze Argumentation wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen.

    ——————————-

    Aber ich glaube, ich habe eine Lösung für unser Problem:

    Eberhard ist homophob, darüber sind wir uns einig oder? Zumindest Hartmut und ich (16.15). Wenn das so ist, dann ist Frau Eggert notwendig auch homophob, denn sie stimmt dem Eberhard zu. Falls nicht, bitte belegen, und zwar nicht mit 1789 und Schwanks aus der eigenen Jugend, sondern an diesem dürren Kolumnentext. Das sollte doch möglich sein.

    Und Hartmut schrieb oben noch:

    „in der Tat glaube ich, dass Eggert “Bernhard” irgendwie, und sei es durch noch so viele Blumen, hätte verklickern müssen: Hör mal Junge, allein Du bist hier das Problem!“

    Ja, genauso ist es. Sie hat es aber nicht getan.

    ————————

    Danke, neumondschein. Du weist sinnvollerweise auf diese absurden Übertreibungen und auf die vermutlich wahre Intention von Alfons hin. Der erinnert mich übrigens irgendwie an Dieter Nuhr.

    ——————-

    Wer mit wem reden soll: alle mit allen. Ich rede in meinem Leben mit den härtesten Neoliberalen und den wildesten DDR-Verteidigern und sogar mit Leuten, die die Todesstrafe befürworten, wenn der Delinquent seine Gefängnisrechnung nicht bezahlen wollen. Ich rede mit denen und diskutiere und real beleidigt man ja auch weniger. Ich muss manchmal schlucken, finde das aber alles diskutierenswert. Es sind immerhin Menschen, die das äußern. Fraglich ist immer nur, in welchen Zusammenhängen, ob auf Bühnen oder eher privat.

    • hf99  On Mai 28, 2015 at 17:34

      „Wer Heteros die komplette sexuelle Selbstbestimmung einräumt und Homos rät, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen“

      genau das hat hier niemand getan. Außer in Deiner Phantasie.

    • Bersarin  On Mai 28, 2015 at 17:50

      Dein Problem, genova, ist: Du erträgst es nicht, wenn man Dir widerspricht und Dir Unwahrheit und Unkenntnis eines Sachverhalts nachweist. Dann schlagen Argumente bei Dir in Jähzorn um. Mit den bekannten, hier zu sehenden Folgen.

      Ansonsten: Deine Schlußkette hinkt nicht nur, sondern sie beruht auf falschen Voraussetzungen. Wäre Bernie homophob, in der radikalen Weise, wie Du es unterstellst, dann schriebe er nicht an dieses Käseblatt, sondern ginge auf Reisen oder hätte lange schon den Kontakt mit seinem Bruder gebrochen. Bernie hat jedoch bereits ein Bewußtsein von den Problemen. Und daran gilt es anzuknüpfen. Abstrakte Homophobie-Vorwürfe aus der Kreuzberger Blasenwelt werden Bernie vermutlich ebensowenig erreichen die irgendwelche anderen naßforschen Parolen von Menschen, die niemals in ihrem Leben je mit Leuten wie Bernie in Berührung kommen, weil sie in ihren Wohlfühlghettos weit ab vom Schuß leben.

    • hf99  On Mai 28, 2015 at 17:57

      „Und jetzt bitte nicht wieder mit T4 kommen, sonst bekommt die Artikelüberschrift endlich einen Sinn.“

      Erst mit wilden, haltlosen Unterstellungen hausieren gehen und dann, wie Hannah Arendt gesagt haben würde, einfach den Spieß umdrehen…das ist schon schofel.

    • summacumlaudeblog  On Mai 28, 2015 at 18:32

      Na, noch nix gefunden? Verschwende keine Zeit! Du suchst etwas, was es nicht gibt! Hartmut hat also recht. QED

  • summacumlaudeblog  On Mai 28, 2015 at 18:01

    @genova Also bleibt es dabei, Du unterstellst hier allen, sie hätten den Schwulen weniger Lebensrechte eingeräumt. Dann bitte ich um konkrete Belege – nicht um irh´gendwelche interpretatorischen, assoziierten „Belege“ – sondern um konkrete! wenn Du die nicht bringen kannst, muß Hartmut wohl recht haben. Ich bin gespannt.

    • hf99  On Mai 28, 2015 at 18:37

      eine Ideologie, die in lebenswert und lebensunwert (oder meinethalben generöserweise auch nur weniger lebenswert) unterteilt ist, no doubts, eine faschistische Ideologie. Hier wurde den betreffenden also Faschismus unterstellt. das Herumfuhrwerken mit dem Begriffspaar ist in Deutschland darüber hinaus, ebenfalls no doubts, mit T 4 konnotiert.

      Das alles, weil man eine Kolumnistin, die dummes Zeugs geredet hat und die daraufhin bis zum Jobverlust gemobbt wurde, als Mensch verteidigt.

      • genova68  On Mai 28, 2015 at 20:18

        Hartmut, ich habe dir jetzt mehrfach versucht zu erklären, wie ich das meinte. Du beharrst auf T4. Jetzt weiß ich, was du mit bösartigem Missverstehen meinst. Aber wenn du es brauchst, dann habe ich dir halt Faschismus unterstellt.

        Jeden Tag eine gute Tat.

        • hf99  On Mai 28, 2015 at 20:26

          Dir ist stringent und sachlich dargetan worden, wie „lebensunwert“ (oder meinethalben „weniger lebenswert“) allein und ausschließlich verstanden werden k a n n. Kommt dann sofort etwas, meinethalben sogar eine Mail, den Kommentar bitte zu löschen, man habe sich verdaddelt, so reagiere ich sofort. Das kam nicht.

          Übrigens stehen die eingeforderten Belege dafür, dass wir Schwule für weniger lebenswert halten, immer noch aus. Hier laß ich Dich nicht aus dem Schwitzkasten. Wo sage ich, wo Bersarin, wo Summa, wo andere, Schwule seien weniger lebenswert? Wo sagen wir das, wo vertreten wir diese (in der Tat niederträchtige, faschistische) Ideologie?

          Wörtliche Belege bitte. Mit Zitatangaben. Wir sind hier ja nicht bei Guttenbergs unterm Sofa.

          • genova68  On Mai 28, 2015 at 20:37

            Ah, geilomat, du erzählst mir, wie ich etwas, das ich selbst geschrieben habe und mehrfach nacherklärt habe, verstehen MUSS. Da muss ich jetzt aber nicht mitgehen, oder?

            Der Schwitzkasten hat was von Allmachtsphantasie. Oder stehst du schon hinter mir? Aber bitte:

            O-Ton Hartmut aus dem Nachbarthread:

            „“Der Text richtet sich nicht mit einem einzigen Satz gegen Homosexuelle”.“

            Wer die Verdrängung Schwuler aus dem öffentlichen Leben nicht als gegen Homosexuelle gerichtet sieht, ist homophob, natürlich nicht offen, gell? Das haben wir gelernt. Für dich sind Schwule nur im darkroom akzeptabel. Für die beiden anderen Helden wohl auch.

            Du würdest das verstehen, wenn du zur Situation des Onkels im Rat Eggerts Stellung nehmen würdest. Aber das vermeidet ihr ja alle wie die Pest, auch nach der x-ten Aufforderung. Schwule sind für euch Objekt, keinesfalls eigenständige Menschen.

            Elsässer sagt übrigens: Er hat nichts gegen Juden, aber Zionisten sind das Übel. Er ist also kein Antisemit. Hat er doch gesagt!

            Ich kann mir gar nicht vorstellen,dass ihr so bekloppt seid und das alles Ernst meint. Läuft hier so eine Art Versteckte Kamera? Psycho-Test von Erstsemestern? Dann möchte ich die Auswertung sehen.

            Soll ich mir jetzt ein Bier aufmachen oder einen Joint anzünden?

            • Bersarin  On Mai 28, 2015 at 20:48

              Darf ich nochmal um die konkreten Zitate und Textbelege bitten? Bei mir, beim Don? Und nicht um Deine Mutmaßungen.

              Wo verdrängt Bernie Schwule aus dem öffentlichen Leben? Schreibt er in einem Kreisblatt gegen seinen Bruder und ruft zum Boykott der Hochzeit auf? Schreibt er im Westphalenblatt: „Ich verbiete es, daß Schwule heiraten!“? Bitte bringe Belege dafür, wo in diesem Zusammenhang mit dem Artikel und dem Diskurs hier im Blog Schwule aus dem öffentlichen Raum verdrängt werden sollen!

              Es stimmt übrigens. Ich bin für Gentrifizierung. Ich halte Lankwitz und Marzahn für zumutbaren Wohnraum.

            • hf99  On Mai 28, 2015 at 20:57

              „O-Ton Hartmut aus dem Nachbarthread:

              ““Der Text richtet sich nicht mit einem einzigen Satz gegen Homosexuelle”.”

              Wo steht das? Wo äußere ich das? Bitte link. Danke.

              „Ah, geilomat, du erzählst mir, wie ich etwas, das ich selbst geschrieben habe und mehrfach nacherklärt habe, verstehen MUSS. Da muss ich jetzt aber nicht mitgehen, oder?“

              Doch, müsstest Du, nach allen Standards der Rationalität (wenn Du nicht weißt, was das ist, erkläre iches gerne – da hätte ich aber gerne einige 100 Euro zur Vorkasse). Denn das sollte Dir, wenn Du Recht hättest, ein leichtes sein.

  • oblomow  On Mai 28, 2015 at 18:03

    Es soll menschen geben, die so weit vom schuss leben, dass sie selbigen nicht einmal mehr hören. – scnr

  • Bersarin  On Mai 28, 2015 at 20:18

    @ neumondschein
    Du rührst aus Empörung oder was immer der Grund sein mag, alles durcheinander, was man nur durcheinander werfen kann. Es ist so schade, daß es derart viele Menschen gibt, die Texte und Kommentare nicht geschult lesen können und die dennoch alles behaupten dürfen.

    Bernie äußert Befürchtungen, die er hat. Er hat bisher nicht die Religionspolizei oder die katholischen Sittenwächter herbeigerufen. Er hat auch nicht zur Vernichtung seines Bruders aufgerufen und geschrieben, daß er es den beiden dreckigen schwulen Säuen, die seine beiden Töchter anficken wollen, mal so richtig zeigen wird, um ihm dann seine verschwulten Eier zu den Schwuchtelohren herauszuprügeln. Sondern er hat eine Sorge geäußert. Es scheint sogar so, als haben beide Brüder Kontakt miteinander – ansonsten ist es nicht zu erklären, daß der schwule Bruder seine Nichten gerne als Brautblumenstreufrauen dabei hätte. Oder hast Du dafür eine Erklärung? Natürlich nicht und auf meinen Satz gehst Du, wie auch der Einfaltsspinsel = Ausfallspinsel genova, nicht mit einem Atemzug ein. Aus gutem Grund. Weil dann nämlich die Angelegenheit klarer wäre und sich Eure Erregung ins Nichts auflöste. Statt dessen: eine absurde Rhetorik wird aufgefahren und eine Suada, die mehr über die Qualitäten ihrer Entäußerer offenbart als objektiv über den Sachverhalt.

    Und nun noch einmal ein anderer Aspekt dieser Sache. Ich sprach gerade mit einer lebensklugen Frau und Sozialarbeiterin über diese Angelegenheit: Was wenn Bernie schlicht Ängste hat? Ja, tatsächlich: die Angst vorm Anderen, die Angst vorm Schwulen, die Angst vorm Fremden, vor einer ihm fremden Sexualität? Sie ist unberechtigt und hochgradig irrational. Aber das haben die meisten Ängste nun einmal an sich. Es ist Bernies gutes Recht, Schwule nicht zu mögen, diese Praktiken weder teilen noch tolerieren zu wollen. Das muß er auch nicht, und man kann Bernie gut klarmachen, daß die Verschwulung der Welt unmittelbar noch nicht bevorsteht. Es ist jedoch Bernies Pflicht, diese Lebensform, diese Weise der Sexualität in dieser Gesellschaft zu akzeptieren und hinzunehmen. Als eine Form neben anderen. Ob er sie nun mag oder ob er sie nicht mag. Mich zum Beispiel kotzen steindumme Denkfaulpelze wie Genova an. Aber ich muß sie nun einmal akzeptieren. Ich halte die FDP als Teil des politischen Spektrums für schlimm. Doch ich muß sie hinnehmen. Bei Veganerpartys esse ich am liebsten Steak. Aber ich muß einsehen, daß es dort keines gibt.

    Ein Staat hat dafür zu sorgen, daß Homosexualität geschützt ist und daß Schwule und Lesben die gleichen Rechte und Pflichten haben wie andere Menschen, die sich lieben und die den Bund der Ehe eingehen möchten. Homophobie wird man nur dann bekämpfen und gesellschaftlich beseitigen oder zumindest einschränken können, wenn man sich bemüht zu verstehen und zu begreifen, was eigentlich in Menschen wie Bernie vor sich geht. Das sind Ängste, aber es ist eben kein grundsätzlicher Schwulenhaß, der sich da breit macht. Dies kann der eindimensionale Mensch, wie etwa genova oder wie neumondschein, leider nicht begreifen. Bernie mag homophobe Tendenzen aufweisen. Begreift man diese als abbaubare Ängste, sieht die Sache schon anders aus. Der Mensch ist, wie Kant wußte, aus krummem Holz und die Aufklärung ist ein langsamer Prozeß, der durch die Mühen der Ebene sich bewegt. Mit verbaler Selbstermächtigung, dem Schwingen von Regenbogenfahnen sowie simplem Homophobiegeschrei erreicht ihr solche Leute nicht. Ihr bleibt in Eurer Blasenwelt. Aber selbstgerechte Empörung ist allemal bequemer als Analyse und Veränderung von Gesellschaft.

  • summacumlaudeblog  On Mai 28, 2015 at 20:30

    @genova Belege! Sonst hat Hartmut recht😄😄😄😄😄😄😄😄😄😄😄😄

  • eb  On Mai 28, 2015 at 21:07

    Hey, – Lüdden. Wollt ihr bis in alle Ewigkeiten euren kleinkarierten Dialektik-Steit ohne jede erkennbare Dialektik zwischen Eggert und Marcuse für andere austragen, – oder fällt euch langsam auf, dass es ohne Ausnahme, einfach nur noch um Rechthabereien geht? Wenn ihr mal damit fertig werdet, euch gegenseitig eine Beleidigung nach der anderen an den Hals zu werfen, – könnte man sich ja mal neu über Bösartigkeiten anderer unterhalten. Glaubhaft, – sieht ehrlich gesagt, – anders aus. Schoppenhauer, hilft das offensichtlich auch nicht weiter.

  • genova68  On Mai 28, 2015 at 21:14

    Tja, meine Lieben,

    ihr seid mittlerweile soweit, dass ihr eure eigenen Kommentare löscht, damit ich sie nicht mehr als Belege bringen kann.

    Wenn das kein Eingeständnis ist. Oder eben doch ein Test der Psycho-Erstsemster.

    Mich würde schon interessieren, was in euch abgeht. Der elitäre Bersarin, der die Kunst braucht, um von seinen Abgründen abzulenken, geschenkt. Und ihr beide, die ihr euch entweder in eurer Deutungshoheit angegriffen fühlt – zurecht.

    Die beiden Threads sind ein Lehrbeispiel. Man sollte sie archivieren.

    • hf99  On Mai 28, 2015 at 21:34

      Wahnsinn.

      ich habe hier keine Kommentare gelöscht. Kann man mir glauben oder es bleiben lassen. Dass ich hier nichts gelöscht habe kann derzeit nur die NSA final belegen…

      Das, was mir – wahrheitswidrig – als Zitat zugeschmutzt wurde, ist vermutlich ein Eggert-Zitat aus dem SZ-Interview. guckstu: http://www.sueddeutsche.de/medien/westfalen-blatt-kolumnistin-barbara-eggert-ich-kann-nichts-homophobes-an-meinem-text-finden-1.2491169-2 „Zitat: Würden Sie dem Familienvater heute wieder das Gleiche raten?

      „Ich habe mir die Kolumne inzwischen 20 Mal durchgelesen und kann nichts finden, was daran schlimm sein soll. Der Text richtet sich nicht mit einem einzigen Satz gegen Homosexuelle. Es geht um die Frage, ob zwei konservativ erzogene Kinder, sechs und acht Jahre alt, die ein traditionelles Familienbild im Kopf haben, korrigiert werden sollen. Wenn ein Vater dazu gezwungen wird, kann das doch nicht gut sein! Der Ratgeber richtet sich aber keinesfalls gegen Homosexuelle. Die Situation des Vaters ist auf viele Beispiele des Alltags übertragbar. Ich muss mich in die Situation der Person hineinversetzen, die meinen Rat sucht. Aber ich dränge den Menschen meine Meinung nicht auf.“ “

      Das ist balla-balla. Typischer Fall von „die Kinder die Kinder, die Kinder!“ Ach ja, die Kinder. Wie gesagt: Idiotisch! Wenn die 6 und 8 Jahre alten, zu schützenden Zuckerpüppchen mitbekämen, dass die Welt unglaublich bunt und somit unglaublich großartig ist oder zumindest sein könnte- zum Beispiel durch die Schwulen am Jungfernstieg zum CSD- , wäre das sicherlich besser. Da wir (leider? leider!) Elternrecht haben, können Eltern derzeit auch behaupten und ihren Kindern gegenüber einfordern, zu glauben, 2 und 2 seien 5. Darum, und nur darum, geht es.

      • genova68  On Mai 28, 2015 at 21:57

        Ok, Hartmut, entschuldige bitte, ich glaube dir, dass du das nicht gelöscht hast. Ich habe mich wohl verguckt in den vielen Kommentaren, sorry.

        Das Zitat, das ich da jetzt wiederfinde, ist von Eggert, in der Tat:

        “Der Text richtet sich nicht mit einem einzigen Satz gegen Homosexuelle.”

        Der Punkt ist, dass du diesen O-Ton von Eggert im Nachbarthread als „sehr würdig“ bezeichnet hast. Das hatte ich noch im Hinterkopf.

        Jetzt, einen Tag später bezeichnest du denselben Satz als „ballaballa“.

        Das ist ein Fortschritt.

        • hf99  On Mai 28, 2015 at 23:44

          „Jetzt, einen Tag später bezeichnest du denselben Satz als “ballaballa”.“

          wo?

  • genova68  On Mai 28, 2015 at 21:27

    Mensch, da hat sich der Bersarin mal angestrengt und einen ganz guten Kommentar geschrieben, und dann rutscht unserem Sprachgenie das hier rein:

    „Es ist Bernies gutes Recht, Schwule nicht zu mögen, diese Praktiken weder teilen noch tolerieren zu wollen.“

    Könnte O-Ton der besorgten Eltern sein.

    Was macht man, wenn man etwas nicht toleriert? Wenn man intolerant ist? Lynchmobben? Pimmel abscheiden?

    Und was sind „diese Praktiken“? Darkroom, Peitsche? Oder doch nur Blumenstreuen?

    Und mich aktzeptierst du, Bersarin? Mir scheint, da geht´s beim Philosophen begrifflich drunter und drüber.

    • Bersarin  On Mai 28, 2015 at 22:30

      Tolerierst Du extrem katholische Gläubige, wie es sie in Polen, in Bayern, in Italien und Österreich u.a. gibt?

      • genova68  On Mai 28, 2015 at 22:55

        Das Sprachgenie kennt die Unterschiede zwischen tolerieren und aktzeptieren und nicht tolerieren nicht. Natürlich toleriere ich diese Gläubigen, solange sie mich und andere zu nichts zwingen. Sie selbst können enthaltsam leben und ihre Homosexualität unterdrücken und ständig in die Kirche rennen und an die Jungfrauengeburt glauben.

        Würde ich sie nicht tolerieren, würde ich sie nicht dulden, müsste ich gegen sie aktiv werden. Wenn du mich akzeptierst, unterstützt du meine Haltungen. Höhö.

        Merkst du nicht, was du für einen Blödsinn erzählst?

        Wenn du dem Vater zubilligst, Homosexualität nicht zu tolerieren, dann darf er gegen die Homosexualität seines Bruders vorgehen.

        Ich hoffe mal, dass du dich einfach vertippt hast – was du leider nicht zugeben kannst. Ansonsten wäre das der klare Rollback in die 50er.

  • summacumlaudeblog  On Mai 28, 2015 at 21:30

    @eb es geht nicht ums Rechthaben, sondern um die Falschbehauptung der homophonen Äußerungen, die ich getätigt haben soll. Das hätte ich dann doch gerne belegt. Seit drum, diese Form der Diskussionen kenne ich aus linken Zusammenhängen leider seit 30 Jahren. Und auch die Tatsache, dass Genova nun so langsam ins argumentativen Rudern kommt, wird nichts daran ändern, dass auch in weiteren 30 Jahren noch solche Unterstellungen geschehen werden.
    Die Sinnlosigkeit solcher „Diskussionen“ ist evident. Ich hatte im Beginn lediglich auf die sehr niedrige Bedeutung dieser Lebensberatung im Käseblatt hingewiesen. Mehr ist meinerseits nicht geschehen. In Folge dessen bin homophob. Das hätte ich gerne erklärt.

    • genova68  On Mai 28, 2015 at 21:33

      Bevor ich dir etwas erklären kann, hast du vermutlich deinen ganzen Beitrag gelöscht, du Radiergummi.

      • hf99  On Mai 28, 2015 at 21:35

        Hier ist überhaupt nichts gelöscht worden.

        Irre.

        gespenstisch.

        Traurig.

        • summacumlaudeblog  On Mai 28, 2015 at 21:41

          Würde mir damals von Peters auch unterstellt, als er keine Belege für seine damaligen Unterstellungen fand. Typisch für das Wesen des Wahnsystems, in sich stimmig und wenn von außen das Wahnhafte bewiesen wird, ist die äußere Welt eben eine einzige Manipulation. Mein Gott! Falscher Stoff, De aller gewechselt?

    • genova68  On Mai 28, 2015 at 23:34

      summa,

      ich habe es dir und anderen hier schon x-mal erklärt, und das ist nun das letzte Mal:

      Für dich und euch ist die Kolumne „belanglos“ und „leicht verunfallt“ und ähnliches, das wurde so geschrieben und ihr haltet bis dato daran fest. Die Aufforderung an den Onkel, seine Homosexualität gegenüber den Mädchen und überhaupt allen „konservativen“ Kindern gegenüber zu verleugnen und in der Öffentlichkeit strikt als Nicht-Homosexueller aufzutreten (genau das folgt aus dem Rat), haltet ihr für belanglos. Das halte ich für schwulenfeindlich. Der Schwule darf nicht sein.

      Wie schon unzählige Male gesagt: Der Onkel ist euch wurscht. Auch nach der x-ten Aufforderung: strikte Ignoranz gegenüber dem eigentlich Betroffenen. Ihr könnt eure Abneigung gegen Schwule kaum deutlicher machen. Ihr checkt es nicht in eurer Selbstherrlichkeit, weil ihr sicherlich so nicht bewusst denkt. Ihr fühlt euch liberal. So liberal wie Gauland.

      Es geht um die Folgen für die Betroffenen dieses Rates, nicht um euer Ego. Null Reaktion von euch.

      Wäre ich schwul: Ich habe eine leichte Ahnung, dass ich mich von Typen, die die Aufforderung, mich wegen Kinderschutz aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, für eine Bagatelle halten, bedroht fühlen würde.

      Der Jude darf nur Jude sein, wenn er keine Kippa trägt und auf Anfrage seine Religion verleugnet und sagt, er sei Christ. Das ist doch nur eine Bagatelle, gell? Auf dieser brandgefährlichen Ebene operiert ihr, und zwar ohne jede Verlegenheit und mit der Überzeugung, human zu argumentieren. Es ist zum kotzen.

      Fast schon legendär der Satz von summa: „Ich kann keine Homophobie erkennen“. Wer eine Augenbinde anhat, sollte diese thematisieren, und nicht behaupten, er sei zu einer optischen Erkenntnis in der Lage, es gebe aber nichts zu sehen.

      Es wird nun auch klar, was Bersarin gegen meine Pegida-Artikel hat. Der findet nicht mal den Vater homophob, obwohl der seinem schwulen Bruder sagt,dass er sich verleugnen soll. Für Bersarin ist der nur Opfer. Der Onkel ist kein Opfer, der ist für einen Bersarin nicht existent. Auf gut deutsch: „Der Schwule soll die Fresse halten. Der wird nicht gefragt.“

      Homophob ist nur, wer „blutgeil“ gegen Schwule ist.

      Meine Aufforderung, einfach am Text der Kolumne zu bleiben oder mir wenigstens mal zu erklären, wo die Kritik Eggerts an dem Vater sich ausdrückt, kommt ihr nicht nach. Weil ihr es nicht könnt.

      Ich halte Hartmut zugute, dass er mit sich ringt und er zu Erkenntnissen kommt. Ihr beide, summa und Bersarin (und erst recht dieser wolf-dieter, der den Rat von Eggert für „akzeptabel“ hält) seid komplett lernresistent.

      So, das reicht jetzt. Danke an neumondschein, der, im Gegensatz zu summa und Bersarin, weiß, was Humanität in der Praxis bedeutet.

      Pimpert euch in eurer rechten, menschenverachtenden Scheiße selbst, aber ohne mich.

  • eb  On Mai 28, 2015 at 21:36

    @summacumlaudum.
    Genova ist auch nur ein Mensch, genauso wie du, aber ihr zwei seid nur zwei unter 12 Mrd. Möglicherweise, geht das langsam mal ins Hirn. Da gibt es einen Teppich, – auf dem alle stehen müssen.

    • summacumlaudeblog  On Mai 28, 2015 at 21:44

      Der Teppich ist halt groß, hat also viel Platz für Unterstellungen. How Would You feel? Ist die entscheidende Frage. Zum Beispiel wenn ich Dir ohne jeden Beleg „latenten Faschismus“ unterstelle.

  • eb  On Mai 28, 2015 at 21:54

    @summacumalaudeblog Ok, – Point of no return. Ich unterstelle dir nichts, und du unterstellst mir nichts, – reden wir weiter, wenn keiner mehr dem anderen was unterstellt. Bis dahin, – warte ich auf den Teppich.

  • Bersarin  On Mai 28, 2015 at 22:23

    Es stimmt, genova. Das ist mir auch aufgefallen. Wir haben übrigens nicht nur die Kommentare, sondern auch Deinen Rechner manipuliert. Wenn es mir dann noch gelänge, den Ort, wo Deine Entäußerungen stattfinden, zu bearbeiten, schätzte ich mich glücklich, weil ich dort für eine Schreibabschaltung des Faselbots genova sorgen würde.

    Dieser Kommentar von Dir sagt denn doch mehr über Deine Strukturierung als über den Gang der Argumente aus. Mein nettes Küchenpsychogram scheint sich zu bewahrheiten. Ich hoffe, Don Alphonso hat im gleichen Zuge nicht ebenfalls seinen Text gelöscht. Denn dann wäre es Dir nun ganz und gar unmöglich, Deine natürlich vorhandenen Nachweise wenigstens noch zu Alphonsos homophoben Sätzen zu erbringen.

    Ich bin übrigens nicht elitär, genova, sondern ich halte an minimalen Ansprüchen von Argumentation und von rationalem Diskurs fest. Meine Abgründe, genova, sind eher privat und gehen Dich nicht viel an. Schön aber, daß sich da wieder der kleinbürgerliche Küchenpsychologe Genova aufspielt. Weshalb Typen wie Du gefährlich sind, hast Du übrigens gerade selber wieder bestens demonstriert.

    In der Tat, genova, es bleibt mir nichts anderes übrig als einen Flachdenker wie Dich zu akzeptieren. Solche sind nun einmal da. Wir werden mit ihnen leben müssen. Sie leben in Kreuzberg – das ist weit weg von meinem Wohnort.

    Im übrigen genova: Du hattest bereits bei Netbitchs sexuellen Präferenzen für BDSM seinerzeit mit Abscheu, Ekel und Ressentiment Dich geäußert. Es scheint mir, daß Du da eher ein kleiner Bernd bist. Ich verlange übrigens auch von Dir nicht, wie ich es nicht von Bernd fordere, daß Du oder er BDSM und Fesselspiele mögen und daß ihr Leckereien aus der Muschi verspeist. All das müßt ihr nicht praktizieren und mögen. Ich verlange auch nicht Eure Toleranz dafür. Aber Du hast es gefälligst zu akzeptieren, wie auch Bernd es zu akzeptieren hat, daß es Menschen gibt, die diesen oder anderen Praktiken nachgehen.

    Da wir aber nun Deine argumentativen Abgründe sowie Deine humoristische Einlage sehen durften und Du Grunde hattest, uns Deine Gründe sehen zu lassen, sollten wir diese Farce der Homophobieschnüffelei sein lassen.

    @eb
    Genova ist leider ein bot, der uns Programmierern außer Kontrolle geraten ist. Wir hatten ihn zunächst nur so gebaut, daß er in einem Blog über Haarausfall und über Kreuzberg schreibt. Das Projekt lief uns aus dem Ruder. Er wurde zum Klage-Klaus und zum Jammer-Wessie. Inzwischen heißt es, er wäre geflüchtet, habe sich materialisiert und die Gestalt von Ken Jebsen angenommen.

    • genova68  On Mai 28, 2015 at 23:03

      Auch das ist eine Antwort, die einiges über deinen Charakter aussagt. Ich habe mich in Bezug auf den einen (nicht gelöschten) Kommentar getäuscht, ich habe dafür bei Hartmut um Entschuldigung gebeten. Für dich eine prima Gelegenheit, darauf herumzureiten.

      Und nochmal: Du musst mich nicht akzeptieren, das hat schon was von Schleimerei. Bersarin schleimt sich bei genova ein. Gibt es da verborgene Sehnsüchte?

      Zu Netbitch: Was du da behauptest, ist eine klare Lüge. Ich habe das alles mit keinem Wort gesagt. Es ist doch ein allzu billiger Versuch, den Spieß umzudrehen.

  • Bersarin  On Mai 28, 2015 at 22:38

    Text im Spam?

  • Bersarin  On Mai 28, 2015 at 23:46

    Nicht zu tolerieren heißt eben nicht: gegen etwas vorzugehen und dieses physisch auszurotten. Es gibt ein Recht auf Intoleranz. Natürlich tolerierst Du weder die katholische Kirche noch Elsässer. Du schreibst dagegen an. Du wirst aber akzeptieren müssen, daß es Denkweisen gibt, die nicht der Deinen entsprechen. Wenn Du Dich in Sprachanalyse versuchst, mach es einfach mal richtig.

    Prüderiepuschelchen Genova, der sich vor BDSM ekelt, hier. Irrtumsgenovachen da. Mal täuscht Du Dich, dann wieder kannst Du nicht lesen. Du bist im ganzen ein fahriger Typ, der mit Texten eben nicht umgehen kann. Genau meine These, die ich seit langem vertrete und die Du gerade mal wieder gut bestätigst. Danke dafür! Ansonsten: „ihr seid mittlerweile soweit, dass ihr eure eigenen Kommentare löscht, damit ich sie nicht mehr als Belege bringen kann.“ Das Personalpronomen „Ihr“ scheint mir denn doch mehr als nur Hartmuts Kommentar zu meinen, wenn ich dem Sinn der Sprache folge. Welche anderen Kommentare wurden noch gelöscht? Hast Du sie inzwischen wiedergefunden? Im übrigen warte ich immer noch auf die Textbelege von Dir, die zitatmäßig zeigen, wo die Homophobie bei Alphonso und bei mir steckt. Vielleicht entdeckst Du inzwischen, daß Don Alphonso gar nicht gelöscht hat, und auch summacumlaude nicht das Radiergummi benutzte, und selbst ich habe bei „Kritik und Kunst“ bisher nichts an Text verschwinden lassen. Also flugs jetzt und auf zur Suche nach den Textbelegen, die zeigen, wo ich und andere homophob schrieben. Ich warte.

  • summacumlaudeblog  On Mai 29, 2015 at 05:48

    So mein letzter Kommentar hier. Zum letzten Mal die Frage: Wieso MUß dieser Bernhard seine Kinder verleihen, auch wenn er es aus (wahrscheinlich) religiösen Gründen nicht will? Wie kommt jemand dazu, die Ablehnung des Kinderverleihs als Komplettablehnung des Bruders umzudeuten? Das wissen wir doch nicht. Von Kontakt ist da doch die Rede. Die Lebens“Beraterin“ sagt dann ja auch lediglich, nein das MUß er nicht. Steht in diesem Satz auch nur annähernd: Schwuler, verschwind aus der Öffentlichkeit? Meine Güte, es geht um das Bereitstellen von Blumenkindern für eine Hochzeit, übrigens ein ziemlich konservatives Bedürfnis. Wenn dieser Bernhard das aus seinen – für mich falschen – Prämissen heraus nicht will, muß man und v.a. Der Bruder das so hinnehmen. Wie gesagt: Es geht um Blumenstreukinder, nicht um eine Komplettablehnung (dann hätte Genova ja recht, und dann hätte ich mich auch nicht gegen die moralisch Totalverurteilung der Beteiligten engagiert).

    Dann zu dem ständig hier reklamierten Bruder: Es fällt einem schwer, über diesen Bruder, der jetzt ohne Blumenkinder dasteht, etwas zu sagen, ganz einfach deswegen, weil es Äußerungen von ihm nicht gibt. Deswegen. Was wird daraus gemacht? Bersarin, Hartmut und meine Wenigkeit lassen ihn außen vor. Mannmannmann.
    Aber ich bleibe bei meinem aufklärerischen Ansatz, diese Posse als das darzustellen, wa sie ist, nämlich eine Posse. Wem dieses Relativieren dieser Blumenkinderposse schon der Beweis für Homophobie ist, tja, dem ist eben nicht zu helfen.

  • Wolfgang  On Mai 29, 2015 at 08:53

    Wie viele Lesarten gibt es eigentlich zu diesem bewussten Text?

    • hf99  On Mai 29, 2015 at 09:20

      Mir sind zwei bekannt. In der längeren, authentisch/er/en Fassung kritisiert sie – viel zu zrückhaltend – die konservative Erziehung durch „Bernhard“. Die in der Tat monströse (und von mir sofort kritisierte) Überschrift „Kinder schützen“ stammt nicht von ihr, sondern von den Herren, die eingeknickt sind und sie aus dem Job gedroschen haben. Aber das zu berücksichtigen ist natürlich zuviel verlangt von denen, die bloß pawlowsch ihren Empörungsspeichel absabbern wollen, anstatt über schwierige menschliche Verhältnisse zu reden.

      Lektüretip: Hannah Arendt, Little Rock. ich werd vielleicht noch was dazu schreiben. Gleich gehts aber erst mal zur Arbeit.

      Und hier wird nie gelöscht, diese miese Unterstellung verbitte ich mir.

  • genova68  On Mai 29, 2015 at 09:39

    „Dann zu dem ständig hier reklamierten Bruder: Es fällt einem schwer, über diesen Bruder, der jetzt ohne Blumenkinder dasteht, etwas zu sagen, ganz einfach deswegen, weil es Äußerungen von ihm nicht gibt. Deswegen. Was wird daraus gemacht? Bersarin, Hartmut und meine Wenigkeit lassen ihn außen vor.“

    Eine weitere Entsubjektivierung des Bruders. Die ganze Kolumne handelt von ihm. Nazivergleiche passen bei euch so langsam: Wenn die Juden vor ihrem Gang ins KZ sich nicht mehr äußerten, schweigen wir sie tot.

    Du zeigst immer deutlicher, wes Geistes Kind du bist.

    Und der angehende Kulturwissenschaftler Hartmut verwechselt Lesart und Textversion. Und das, nachdem er mir hier lang und breit einen Text erklären wollte.

    Ich würde mich schlapplachen, wenn es nicht so traurig wäre.

    Rechtes Gesockse.

    • hf99  On Mai 29, 2015 at 09:42

      Oh scheisso mio.

      http://de.wikipedia.org/wiki/Lesart

      Ich empfehle Dir zwei Offline-Tage

    • hf99  On Mai 29, 2015 at 09:44

      Und um auch das schnell noch zu klären: man kann Inhalte balla-balla finden und die Person, die diese Inhalte vertritt, als Person dennoch würdig.

      Haben wir jetzt alles?

      ich selber stoppe hier.

  • genova68  On Mai 29, 2015 at 09:49

    Die Entsubjektivierer von Schwulen betonen die Menschenwürde. Ich kenne solche Statements von Rechtsextremisten der Mitte im real life. Man gibt sich gerne liberal beim Treten.

  • Wolfgang  On Mai 29, 2015 at 09:51

    Und es gibt offenbar doch noch mehr Lesarten.

  • neumondschein  On Mai 29, 2015 at 17:07

    Sieben Stunden reichen offenbar nicht aus, um der Diskussion hier noch zu folgen. Mach es doch wie Bersarin auf seinem Blog. Da stehen die Beiträge alle untereinander. Da kann man dann suchen, wer unter welchen Umständen die Gaskammern, die Endsätze, Querfronten und weiß der Geier etwas eingebracht hat.

    Jedenfalls war Hartmut auch schon einmal anders drauf:
    https://kritikundkunst.wordpress.com/2014/12/04/blogroll-entmullt-2/

    Oder er mißt dieselben Dinge nach unterschiedlichen Maßstäben.

    • hf99  On Mai 30, 2015 at 08:57

      Okay.

      Okay.

      Oooookay.

      ich resigniere und erläutere gerne noch einmal, warum 2 und 2 4 sind. (Warum guck ich Depp nur hier rein?)

      Also ganz ruhig.

      Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob Websites mit doch einiges an Einfluß und Renommee im Rahmen der Gegenöffentlichkeit, trotzdem sie nachweisbar informiert waren, einer Type wie Ken Jebsen auf den Leim gehen und ihn gar noch verteidigen…oder ob eine Briefkastentante mal einen „Rat“ erteilt, der zweifellos besser unterblieben wäre, aber der doch im Ernst nicht die Bedeutung hatte, die ihm beigemessen wurde…und die zu einer Kündigung führte. (Soviel endabschließend mal zu „kein shitstorm“. Die Frau ist den Job los…aber nee, das war na klaro wahro kein Shitstorm…bei manchen gehen die Maßstäbe restlos kopeister…)

  • neumondschein  On Mai 29, 2015 at 17:30

    Ich habe keinen Facebook-Account. Ich weiß nicht, wie es da zugeht. Aber anscheinend gibt es Leute, die ausgerechnet das WestfalenBlatt cool finden, die Freundschaft bei ihnen beantragen, und dann gleichzeitig wie auf Kommando erkennen, auf Barbara Egget eine Cyber-Bully-Attacke starten. Leider geben „Welt“ und „Süddeutsche Zeitung“ keine Links an, so daß ich derartige Exemplare mir mal ansehen kann. Diese beiden Zeitungsartikel erinnern irgendwie an das, was Anne Wizorek und Jasna Strick treiben. Sogenannte Maskus würden sie andauernd beschimpfen und durchnudeln, aufschlitzen wollen. Das wäre Hate Speech. Politik müßte so etwas unterbinden, klagen diese beiden Damen, zum Beispiel auf der #netzgender-Tagung der SPD. Dabei finden die Maskus die beiden einfach nur doof.

  • eb  On Mai 29, 2015 at 20:00

    @Bersarin 28/22:23
    Darf ich dich darum bitten, mich möglichst nicht in eure gegenseitigen Asympathien mit hinein zu ziehen? Ich habe vor genova nicht weniger Respekt als vor dir oder jedem anderen hier und noch vielen anderen mehr. Ich wäre dir sehr verbunden dafür.

  • Bersarin  On Mai 29, 2015 at 21:30

    @eb
    Du hast Dich hier geäußerst „Genova ist auch nur ein Mensch,“ Ich habe darauf etwas Treffendes geantwortet. Wenn Du nicht möchtest, daß man sich auf das, was Du schreibst, bezieht, dann schreib einfach nicht.

  • eb  On Mai 30, 2015 at 08:28

    @Bersarin Nur zum gegenseitigen Verständnis. Was treffend ist oder nicht, bleibt angesichts doch eines etwas größerem Spektrums an vielfältigen Mentalitäten und Blickwinkeln von Menschen genauso wenig an einem einzelnen hängen, wie es von allen richtig verstanden werden kann oder wie die Entscheidungsgewalt, was wer, wie oder wo schreib(en/t) (darf). Die Floskel „….ist nur ein Mensch“ ist dagegen mitunter recht hilfreich, nicht nur genau darauf wieder ein wenig hinzuweisen, sondern vielleicht sogar ein wenig arg erhitzte Gemüter wieder abzukühlen.

  • genova68  On Mai 30, 2015 at 08:51

    Es ist jetzt zumindest Folgendes klar. Ich versuche das möglichst neutral darzustellen.

    Eggert ist das Opfer schwuler und mächtiger Lobbygruppen. Sie hat durch den von ihnen entfachten shitstorm ihren Job verloren. Eberhard ist homophob, das wird zugestanden. Ich habe während der Diskussion nur nicht kapiert, warum dann nicht auch Eggert als homophob gilt, die Eberhard zu 100 Prozent zustimmt. (Um mehr ging es mir nicht.) Es liegt an der Ideologie: Wenn man zugesteht, dass Eggert homophob ist, dann müsste man der schwulen Lobby zugestehen, dass sie einen Grund für ihre Empörung hat. Und die wurde von vornherein als das böse Element in der Konstellation ausgemacht. Das ist auch die Perspektive von Alfons, der der mächtigen schwulen Lobby noch darkroom und Kindesmissbrauch beimischt, damit es deutlicher rüberkommt.

    Genau wegen dieser Konstruktion wurde hier eine Kritik Eggerts an Eberhard behauptet (die es nicht gibt). Und genau deshalb muss das eigentliche Opfer der Geschichte, nämlich der Onkel, ausgeblendet werden.

    Es ist interessant. Es wird konstruiert. Es ist sozusagen ein Wettbewerb um die Frage, wer das Opfer ist.

    Ich hatte schlicht eine völlig andere Perspektive auf die Geschichte.

    Bezeichnend am Rande: Die Verwirrung um den Begriff der Lesart. Da liegt des Pudels Kern.

    So oder so: Danke für die gewonnenen Einsichten. Ich meine ehrlich ohne Häme. Liegt vielleicht einfach an der Existenz von Konkurrenzgesellschaften.

    • hf99  On Mai 30, 2015 at 09:04

      Oh Gott. Mitleiderregend.

      Wer lesen kann ist klar im Vorteil:

      Eggert hat ihren Job verloren, weil eben jene Besserbürgermehrheit sie durchs virtuelle Dorf getrieben hat, die sich weigert, mal über rosa-Winkel-Täter nachzudenken. Eggert war das preiswert zu habende Opferlamm auf dem Altar sonorer postmoderner Moral, die einzig die Funktion hat, sich selber als moralisch überlegen zu fühlen. „Wir sind ja gar nicht homophob. Und Opa war kein Nazi, sondern hat den Juden und vermutlich auch den Schwulen geholfen.“ Ginge es diesem Pack wirklich um Moral, sie würden sich um im Mittelmeer ersaufende Flüchtlinge kümmern. Aber das wäre mit Kosten verbunden. Eggert erlegen ist preiswerter.

    • Bersarin  On Mai 30, 2015 at 10:04

      Daß Dir, Genova, der Unterschied zwischen Darstellung von Fakten und Bewertung nicht geläufig ist, habe ich nicht anders erwartet. Deinen Umgang mit Texten hast Du hier, bei mir im Blog und auf Deinem eigenen hinreichend demonstriert.

      Im übrigen warte ich immer noch auf die konkreten Zitate und Textpassagen von Hartmut, summacumlaude, Alphonso und mir, die belegen, wo und in welchen Sätzen wir uns homophob äußerten. Seit über 48 Stunden hattest Du Zeit, Genova. Ich hoffe, es ist nicht wieder Text verschwunden. („ihr seid mittlerweile soweit, dass ihr eure eigenen Kommentare löscht, damit ich sie nicht mehr als Belege bringen kann.“) Bis auf zwei Schlagwörter, die von Genova aus dem Kontext gerissen und umgelogen wurden, gab es bisher keine Zitate und Belege.

      • hf99  On Mai 30, 2015 at 10:38

        Da wird nichts kommen, weil nichts kommen kann…

        Immerhin, „Lesarten“ ist bleibender Lachanlaß. Nichts ist so peinlich wie jene Tüpen die mir einen über Literatur erzählen wollen und dann leider Terzinum mit Sonett verwechseln…

  • Wolfgang  On Mai 30, 2015 at 09:54

    Welcher Leser ist klar im Vorteil? Der, der lesen kann oder der, der lesen kann?

  • ziggev  On Mai 30, 2015 at 20:25

    um mal provokativ zu sagen: handelt es sich bei Deiner berechtigten Abscheu vor soviel Dummheit, ein typisches Phänomen der Masse, nicht vielleicht um Jammern auf etwas zu hohem Niveau? Wie auch bei den sog. Qualitätsmedien? ich vermute eben, dass heute soviel wie nie gelesen wird – nur eben in Foren, „Sozialen Medien“, Blogs, Web 2.0 usf. Natürlich kommt da unheimlich viel Mist bei raus. Wen wundert´s? Ich persönlich habe immer noch kein Mittel gefunden, um mich, wenn ich mal ein Computer-Problem habe und dann versuche, mich in entsprechenden Foren zu informieren, von den dort mit Mitteln der Tastatur begangenen Sprachvergewaltigungen zu erholen, außer NZZ oder 3 Flaschen Wein am Tag 3 Tage lang. Wie kommt es nur, dass R. Goetz damals mit „Müll für Alle“ überhaupt nur und tatsächlich Aufmerksamkeit erregen konnte? Was sich vielleicht geändert hat, ist, dass ein Spruch aus der punkaffinen Szene (so 80er) wie „Hurra, wir verblöden!“ heute keinen oder kaum noch einen Lacher mehr hervorbringt.

    Du setzt einfach akademische Maßstäbe an, für Prozesse, bei denen jetzt plötzlich ALLE mitreden können.

    Bekanntlich gibt es das Gejammere über die Null-Bock-Haltung und die sittliche Verwahrlosung der Jugend seit den alten Ägyptern. Beim googlen stieß ich mal auf einen herrliche Text – es muss Sallust gewesen sein -, der sich über die damalige Mode der Kyniker lustig machte (…)

    Was Du beklagst, ist zunächst eben ein Mangel an Bildung bzw. Bildung im humanistischen Sinne. Was mich betrifft: nicht nur aus unangemessener Distinguiertheit beteilige ich mich nicht an solchen Prozessen/Diskussionen – für ach so gebildet halte ich mich nun ja auch wieder nicht (wenigstens hier kann ich mich selber ganz gut einschätzen). Ich bin einfach ein schreckhafter Mensch. Daran liegt´s vor allem.

    Die Menge von Ungebildeten, die nun plötzlich mitredet, hat sich nun mal binnen kurzem vervielfacht, die Anzahl hat sich ganzzahlig vervielfältigt. Da können wir einfach keine humanistischen Ideale als auch nur annähernd verwirklicht voraussetzen, die, technisch gesprochen, als akademische Maßstäbe wenigstens theoretisch und praktisch doch weithin in Kraft sind. Und es ist doch sicher kein Zufall, dass flugs, sobald Internetkommunktion virulent wurde, das Wort von der sog. „Nettikette“ die Runde machte.

    Bin ja selber fast so´n „Müll-für-Alle“-Typ, wenn ich geschriebene Sätze im Netz zugänglich mache. Dennoch muss auch ich mich oft wundern. Denn ich hatte gehofft, dass sich meine Erfahrung, dass nämlich Menschen, die sich professionell oder semiprofessionell mit Sprache beschäftigen, meist als mehr oder weniger anständige Gestalten im Gespräch auftreten, bestätigt. Der Umgang mit Sprache setzt eben eine große Sensibilität mit etwas voraus, was uns alle betrifft. Das meinte ich mit ‚Bildung im humanistischen Sinne‘. Du kannst davonausgehen, dass es sich bei den von Dir beklagten Fällen um solche handelt, bei denen die Protagonisten einfach nicht wissen, wie verletzend auch nur eine Sprachnuance – unter gerwissen Umständen – sein kann.

    Ich glaube, dass Du mit Deiner Diagnose: Symptom von einer Moderne-Angst womöglich von Deiner eigenen Angst sprichst. Da kümmert man sich ein halbes Leben u.a. darum, wie ein „sound“ argument aussieht, wie anständigerweise zu argumentieren ist – und dann das! Der Pöbel meldet sich zu Wort, Hexenjagten allenthalben! Es hat sich ein seltsamer Komplex, so scheint es wenigstens, herausgebildet: Wir haben es mit einem beschwerlichen Erbe der 68er zu tun, wo als Mittel zum Zweck, die Rebellion, die Höflichkeitsregeln außer Krafft gesetzt wurden, verkennend, dass diese auch einem logischen Zweck, einem Zweck der Erkenntnis dienen – andererseits das oben angesprochene Massenphänomen.

    Es ist natürlich ehrenhaft, dass Du hier auch die Selbstdemontage der Linken beklagst. Die Linke war ja seit einiger Zeit eher akademisch geprägt. Nun scheint es, es gäbe eine neue Disziplin oder einen neuen Universitätsabschluss: Master in Gedankenverkürzung und Grobschlächtigkeit. Es muss sich imho nicht um ein typisch linkes Phänomen handeln, vielleict ist es eher ein Phänomen, für das die Linke typisch ist. Es handelt nicht nur um ein, ich würde sogar gerne sagen: das Massenphänomen schlechthin: Dummheit. – Bzw., wenn nicht, dann um zynische, verachteswerte Machtgeilheit.

    Was unter akademischen oder auch linksakademischen Maßstäben betrachtet als dümmliches Banausentum bezeichnet werden muss oder jedenfalls müsste, ist unter Bedingungen der Masse das Erwartbare. Das Betürzende ist natürlich dabei: dass unhöfliches Gebaren höchstens ein Schulterzucken auslöst, real stattfindende Hexenjagten aber eben leider real stattfinden. Sich mal einfach aus Liebe zum Detail oder auch nur aus sportlichen Gründen – denn Fragen der Form sind nun mal eine Frage der Form – mit Fragen der „Anständigkeit“ (nicht „Anstand“, bersarin!) zu beschäftigen, ist imho nicht der schlechteste Anfang.

    • hf99  On Mai 31, 2015 at 00:29

      Weiß ich nicht. Interessiert mich auch nicht.

      Ginge es um die Frage, welche Texte vorzuziehen seien, Gedichte von Brecht oder von Allert-Wybranietz…mir wäre es egal. Mit Kretins kann man nicht verhandeln.

      Politisch falsches Denken darf mir indes nicht egal sein, weil es dabei nicht um meine privatpersönlichen Präferenzen geht. Was ich derzeit bemerke, im Grunde seit knapp 30 Jahren weiß: Dass ich mir etwas gutes täte, wenn ich mich diesen evident sinnlosen Debatten entzöge. Ich bin nur nicht zynisch genug, mir diese Resignation in „reife Souveränität“ umzulügen. (Das ist jetzt übrigens ein 27 Jahre altes Selbstzitat gewesen…ist ja nicht so, als wüsste ich das erst seit gestern…) Seit ich in meiner Jugend in Lübecks „Buch & Cafe“ an Dummlinks geriet, möchte ich aussteigen und kann es nicht, weil – ich will wirklich nicht den Edlen mimen, das muss man mir jetzt einfach mal abnehmen, und wenn nicht: who cares! – hier ja nicht meine Idiosynkrasien verhandelt werden, sondern, pathetisch gesagt, das Schicksal unserer Welt.

      Kein Mensch, der für zwei, meinethalben drei nano-Sekunden bei moralischem Trost und Verstand ist, befürwortet Homophobie auch nur ansatzweise.

      Wenn das Ergebnis dieser richtigen Einsicht aber die ist, alles vom moralischen Rrrrrrollkommando in die Mangel nehmen zu lassen, was – Don Alphonso hat völlig recht – sich jenseits des Twitter-Empörungsniveaus äußert, sinke ich zusammen. Vielleicht bin ich altmodisch, aber ich habe noch gelernt: Aufklärung erschöpfe sich nicht in Moral. Aufklärung fragt auch, woher komme etwas. Und was habe x mit den Kartoffelpreisen zu tun… Aufklärung sollte auch den zweiten, dritten, vierten Blick riskieren. Aber ich höre es schon: Unter dem Deckmantel der Aufklärung habe ich die Homophobie verteidigt.

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