Che stellt sie

Che stellt sie, die 6-Millionen-Dollar-Frage der Linken ab 68!

Warum bringen linke Szenen immer wieder solche menschenverachtenden Überreaktionen bei einer an sich richtigen kritischen Grundhaltung hervor?(meine Hervorhebung, hf) Wieso bringen Reizworte wie Sexismus, Rassismus, Faschismus kritisch-reflektierte, hochintelligente Menschen dazu, sich in angespannten Situationen wie ein nicht mehr reflexionsfähiger hypermoralischer Mob zu verhalten? Ich würde behaupten, das Mobverhalten gegen die angeblichen Sexisten unterscheidet sich in seiner Gruppendynamik nicht von dem des Lynchmobs, der Schwarze in den USA einstmals an den Baum hängte.

Thats it, auf den Punkt gebracht. Es waren genau solche Erlebnisse, die mich, schon als Schüler und nur ganz am Rande im Lübecker „Buch & Cafe“ ein bißchen in Kontakt mit der radikalen Linken, sofort auf Distanz gehen ließen. Schopenhauer, Nietzsche, Benn statt Hegel, Marx, Brecht sozusagen, und zwar bewusst. „Ihr habt ja recht, Kinners, Hafen bleibt, klar…aber jetzt möchte ich beim Baudelaire-Lesen nicht gestört werden…“ Das ganze ist deswegen so schlimm, weil die Linke die einzige gesellschaftliche Gruppierung darstellt, die dieser desaströsen Welt ein Konzept entgegen setzt, das aus anderem besteht als aus vermöfftem Kleinbürgerhaß a la Pegida. Ich erinnere mich, thirty years later, noch heute milde lächelnd an den 16, 17, 18jährigen, der eine Theorie des demokratischen Sozialismus ausformulieren wollte, damit die radikale Linke, der ‚an sich‘ ja zuzustimmen sei, auch an dieser Stelle zur Vernunft käme. Rührend, nicht wahr?

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Kommentare

  • Lautenist  On April 9, 2015 at 09:15

    das ging mir als 16- und auch als 20-jährigem noch genauso. Die Freunde erfanden für mich den „konservativen Linken“

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