Pegida, Sarrazin, Schill, Reps…

Ich bin ja gefragt worden, wo denn nun mein Beitrag zum Phänomen bleibe. Ach Gottchen. Pegida war, ist und bleibt der Protest des dummen Kerls. Typen, die dumpf merken, dass sie betrogen werden, daraus aber nichts lernen und diesen Betrug somit einfach 1 zu 1 weitergeben. Mehr muss man zu dieser kläglichen Veranstaltung, die sich inzwischen selbst zerlegt hat, derzeit wohl nicht sagen. Lutz Bachmann, die Slapstickausgabe des vermöfften Kleinbürgers. Zum Schießen! Oder?

Schon die Verkaufszahlen Sarrazins waren alarmierend. Zwar wird ein solch trister Haufen sich vorderhand niemals zu einer strukturierten Partei mit Chancen auf eine stabile Mehrheit entwickeln. Schon Schill, schon die Republikaner scheiterten nach Anfangserfolgen an ihrer eigenen Armseligkeit. Aber die ressentimentgeladene Reservearmee ist da – und kann jederzeit aktiviert werden, wenn die Zeiten härter werden. Man betrachte sich die Wahlergebnisse der NSDAP bis 1929 und ab 1930 und weiß Bescheid. Ein parlamentarischer Arm steht in der AfD jedenfalls zur Verfügung. Ich würde da nicht Entwarnung geben. Wenn die Krise nach Deutschland übergreift, können wir uns alle warm anziehen. Nicht, dass es auf einmal wirklich „Zum Schießen“ ist…

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Kommentare

  • Dennis82  On Februar 4, 2015 at 10:55

    „Zwar wird ein solch trister Haufen sich vorderhand niemals zu einer strukturierten Partei mit Chancen auf eine stabile Mehrheit entwickeln.“

    Warum sollte er? Es gibt diese Parteien mit einer breiten Mehrheit doch schon längst! Pegida und Co. zeigt doch eines – dass dort überwiegend punktuell enttäuschte Wähler der „Mitte“ auftauchen – und wieder dahin zurückkehren.

    Doch gibt es von Nuancen und vor allem dem Stil (frei von politischer „Etikette“) abgesehen politisch inhaltlich relevante Unterschiede zu den etablierten Parteien der Mitte aus Union und SPD? Da gibt es keinen! Sarrazin und Buschkowsky sind z. B. in der SPD. Von der Union erwartet man ja nix anderes. Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhass sind in dieser Bevölkerung hauptsächlich in der Mitte zu finden. Bei jenen, die noch was zu verlieren haben.

    Stattdessen adelt man gerade jene rot-schwarzen Brandstifter – die z. B. die Griechen mittels Austerität auf finanziellem Wege ausbluten lassen, offen einen Faschistenputsch mit Bürgerkrieg in der Ukraine unterstützen, die Praktiken der USA im Inland dulden, die „marktkonforme Demokratie“ zur Staatsräson erklären oder den Sozialstaat zu einem brutalen, terroristischen Unterdrückungsapparat gewandelt haben – mal wieder als „gemäßigt“. Nä, da müssen ein paar Deppen in irgendwelchen temporären Zusammenschlüssen herhalten, um all diese schon als „normal“ akzeptierten Untaten zu relativieren… Als könne es wirklich noch schlimmer kommen…!

    • hf99  On Februar 4, 2015 at 19:22

      Ich stimme dem Marcuse-Satz (wer über den Kapitalismus nicht reden wolle, möge über den Faschismus scheigen) natürlich uneingeschränkt zu, dennoch hat die bis jetzt zum Glück noch unsortierte, undemokratische Ressentiment-Rechte schon noch eine eigene Qualität. Wehe, wenn sie losgelassen…

  • Wolfgang  On Februar 5, 2015 at 10:18

    Volle Zustimmung.

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