Verschwörungstheorien

Interessantes Interview mit Michael Butter. Nichts wild neues, aber gut auf den Punkt gebracht. Nur bei der entscheidenden Frage eiert er:

SPIEGEL ONLINE: Und wie unterscheidet man dann echte von vermeintlichen Verschwörungen?

Butter: Verschwörungstheoretiker können nie aufhören; bei ihnen hängt alles mit allem zusammen. Es gibt zum Beispiel gute Gründe für die Annahme, dass Lee Harvey Oswald den Anschlag auf John F. Kennedy nicht alleine beging. Weniger wahrscheinlich ist, dass er dabei Teil einer gigantischen Verschwörung von Mafia, Kubanern, der CIA und Vizepräsident Lyndon B. Johnson war.

SPIEGEL ONLINE: Aber Hand aufs Herz: Hätten Sie vor fünf Jahren geglaubt, dass der US-Geheimdienst NSA jedes Telefongespräch in einem Land mithören und aufzeichnen kann?

Butter: Das weiß ich nicht, aber die NSA macht das ja aus wenig überraschenden Motiven. Für eine echte Verschwörungstheorie müsste sie selbst von dunklen Kräften unterwandert sein.

Naja… Wenn Oswald nicht alleine schoß – was auch ich kriminalistisch für wahrscheinlich halte -…wozu und von wem wird diese Fiktion denn dann jetzt noch aufrecht erhalten? Und natürlich wurden diejenigen, die schon vor 5 Jahren von einer totalen Überwachung ausgingen, mit dem VT-Vorwurf aus dem Diskurs entfernt.

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Kommentare

  • Wolfgang  On Januar 9, 2015 at 16:45

    Aus gutem Grund entfernt mein lieber, aus gutem Grund. Alles aber auch alles, was diesen Leuten nicht in den Kram passt wird zumindest als verschwörungstheorieverdächtig abgetan (als nicht relevant), weg damit, basta.

  • Dirk  On Januar 9, 2015 at 21:46

    Die Fiktion, dass Oswald Alleintäter war, wird doch schon seit ein paar Jahren nicht mehr wirklich aufrecht erhalten. Das ZDF hat 2010(?) eine Doku ausgestrahlt, in der nochmals klargestellt wurde, dass es mehrere Schützen waren. Letztendlich gab man damit aber nur zu, was denkenden Menschen ohnehin schon immer klar war und ersetzte lediglich Oswald durch die Mafia.
    1992 verabschiedete der Kongress ein Gesetz, was die staatlichen Stellen zur Herausgabe aller geheimen Dokumente verpflichteteund setzte nochmals eine Untersuchungskommission ein, die bis 1998 arbeitete. Ich bezweifle alledings stark, das deren Mitglieder von ihren Geheimdiensten anders behandelt wurden, als die unseres glorreichen NSU-Ausschusses…

  • epikur  On Januar 10, 2015 at 12:01

    Man bekommt zunehmend den Eindruck, dass die Wahrheitssucher, Mahner und Aufklärer -in einer Welt voller Lügen und Propaganda- Störfaktoren sind, die (vorerst noch rhetorisch) entfernt werden müssen.

    Viele vermeintliche Verschwörungstheorien haben sich im Nachhinein als wahr heraus gestellt. Mal schauen, was man in 25 Jahren über 9/11 sagen wird. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

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