Kriegspropaganda – update

Warum ist es immer noch so schwierig, den IS militärisch zu besiegen, obwohl sich nun sogar die USA am Kampf gegen die Terroristen beteiligen?

Die USA und ihre Verbündeten haben relativ lange abgewartet. In dieser Zeit ist es der Terrorgruppe nicht nur gelungen, Freiwillige aus aller Welt zu mobilisieren, sondern auch große Gebiete zu besetzen und schwere Waffen zu erbeuten.

Das ist gelogen oder inkompetent vom „Stern“; was schlimmer ist, kann er sich gerne selber aussuchen. Schwere Waffen erbeuten bringt mir gar nichts, wenn ich nicht an ihnen ausgebildet wurde oder werde – wie der „Stern“, hemmungslos inkonsistent, wenige Absätze später in Bezug auf die irakische Armee ja selber einräumt. Wer hat die IS-Kämpfer denn ausgebildet?

update: Norman Paech über die Herkunft der IS-Waffen.

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Kommentare

  • Dr.bernd Schulte  On Oktober 13, 2014 at 21:54

    Ich finde diese Auskunft treffend. Denn Jeder, der sich mit militärischen Gegebenheiten beschäftigt, weiß, dass in Deutschland inkompetent, d.h. unwissend-infantil über Krieg, Kriegswesen und Kriegstechnik berichtet wird, das geht bis in die Kommentare der Tagesschau. Lange sind die Zeiten vorbei, als es noch Menschen gab, die in diesen Dingen sattelfest waren.

    Die Generation, der an den Universitäten der 70iger Jahre ausgebildet wurde, fand alles Militärische degoutant, weil eben Pazifismus „in“ war. Dass die Welt schon seit den ersten Tagen nach dem 8.Mai 1945 nicht friedlich war, wird und wurde in Deutschland negiert.

    Umso erstaunlicher und auch typisch „weiblich“, dass jetzt eine führende Linke den Einsatz der Bw in Syrien unterstützt/ja fordert. Sie muß ja den Kopf genauso wenig hinhalten, wie ihre „Freundin“, die Vtgs.-Ministerin!

    • hf99  On Oktober 13, 2014 at 22:59

      auch in den late 8oth early 90th war das Militärische für Geisteswissenschaftler degoutant; mich hat es indessen immer interessiert, wobei ich klaglos einräume, dass das zT auch einen etwas fragwürdigen Hintergrund hat: Schon als Kind interessierte mich der Krieg; über die Anzahl der zusammen geklebten Revell/Airfix/undsoweiter-Modelle schweigt des Sängers Höflichkeit, Geoffrey Bennetts „Skagerakschlacht“ und Raymond Cartiers „Der zweite Weltkrieg“ waren die ersten thematisch ernsthaften Bücher, die ich freiwillig las (so als 11, 12jähriger); erst dann geriet ich an Kafkas „Strafkolonie“ und seinen Prozeß, da wars dann natürlich aus.
      Übrigens, zur Klarstellung: ich bin kein Pazifist und war nie einer, ich finde sogar, dass dem Radikalpazifismus eine spezifische Inhumanität eignet. Ich habe das mit 16 in Klaus Manns Wendepunkt gelernt (ich zitiere aus dem Gedächtnis; für den Kern des Zitats bürge ich): Als vernünftiger Mensch sei man natürlich Pazifist, was denn sonst. Aber ein solcher Krieg – der gegen Hitlerdeutschland – ließe sich nicht mehr ‚ablehnen‘, sondern nur noch gewinnen.

      Deswegen möchte ich, bevor ich diesen Krieg befürworte, wissen: Wer hat gezahlt, wer hat verdient und wird verdienen, wer trägt seine Haut zu Markte wofür, warum, zu welchem Zweck mit welchen Mitteln… Und vor allem: Wer besorgt die Anfeuerung, warum, wozu…

  • Dirk  On Oktober 14, 2014 at 10:59

    Wenn Du Deinen letzten Absatz ernst meinst, verstehe ich nicht, warum Du kein Pazifist bist. Nenne mir bitte einen Krieg/Konflikt nach 1945, wo man Deine Fragen so beantworten könnte, um ihn nicht abzulehnen zu müssen.
    Der Kampf der Allierten gegen Nazideutschland taugt meiner bescheidenen Meinung nach jedenfalls nicht als Beispiel dafür, Pazifismus in der heutigen Zeit als „inhuman“ zu bezeichnen. Damals gab es für einen kurzen Zeitraum wirklich sowas wie eine – wenn auch nur aus der Not geborene – „Weltgemeinschaft“, die sich einem barbarischen System entgegen stellte, dass sich die Weltherrschaft zum Ziel gesetzt hatte und dem dabei jedes Mittel recht war.
    Alles, was nach ’45 und insbesondere ’90 folgte, diente lediglich ökonomischen und strategischen Interessen, Humanität war dabei nur das Feigenblatt. Es gibt gewaltige soziale und ökologische Probleme auf diesem Planeten, die dringend gelöst werden müssten und auch könnten. Aber „wir“ zäumen das Pferd von hinten auf und versuchen, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben. Und nicht zuletzt, eine Gesellschaft, die Menschen im eigenen Land in ein System wie Hartz-IV presst, warum sollte ich dem auch nur mit einer Silbe glauben, dass es irgendwo anders auf der Welt um die Durchsetzung von Menschenrechten geht?

  • Wolfgang  On Oktober 14, 2014 at 16:26

    Das von Dirk geschriebene unterschreibe ich. Dem ist nichts hinzu zu fügen. Leider.

  • hf99  On Oktober 14, 2014 at 20:37

    Hallo

    Radikalpazisfismus ist nach meinem Verständnis jene Haltung, die nicht nur für sich selber entscheidet, sich bei einem Angriff nicht zu wehren, sondern dies allen anderen auch abfordert. Und das halte ich für falsch – wer sich nicht wehrt lebt verkehrt – und sogar für inhuman.

    „Alles, was nach ’45 und insbesondere ’90 folgte, diente lediglich ökonomischen und strategischen Interessen, Humanität war dabei nur das Feigenblatt.“

    Keine Einwände!

  • Wolfgang  On Oktober 15, 2014 at 10:27

    Aber mit dem Feigenblatt wurde nicht nur gewedelt, damit wurde die reale Politik gemacht und wehe dem, der dem nicht folgte. Bis heute!

    • hf99  On Oktober 15, 2014 at 10:41

      Und wie stellt sich dieser Blog dazu, seit Jahren?

  • Dr. Bernd F. Schulte  On Oktober 15, 2014 at 11:28

    Man kann dieses Thema auf verschiedensten Ebenen betrachten. Für Deutschland scheint mir der Begriff der Dekadenz nicht falsch gegriffen. Wenn ein Staat sich aus dem Schatten der Halbsouveränität in das Licht der vollen Verantwortung und Kompetenz stellt, tritt er ein in die Ebene der Konkurrenz.
    Aber nach dem Muster „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß“ – geht dass nun mal nicht.

    Dagegen spricht Paul M. Kennedy in seinem „Aufstieg und Verfall der Großen Mächte (1500-2004)“ von den Topoi der Krieger- und Händlerstaaten. Das letztere Prinzip konnte die Bundesrepublik, mit einiger Berechtigung, für sich reklamieren. Die UdSSR, und auch die USA, haben erfahren müssen, dass internationale Beziehungen, betrieben mit dem Schwert, teuer kommen.
    Vielleicht hilft, wie bei Herrn Stoiber schon zu beobachten, der Vergleich mit dem Fußball weiter (Fußball als Strategie-Spiel oder Brücke zur Politik):

    Das System Löw, abgeleitet von dem Sieges-Prinzip der spanischen Nationalmannschaft und Klopps Dortmunder Aufstieg, befindet sich – wieder einmal – in der Krise. Zerrieben zwischen den Interessen der Liga und jenen der Nationalmannschaft, weigert sich der augenblickliche Bundestrainer permanent, die Grundgesetze des Fußballs anzuerkennen. Fußball braucht Offensive und Bewegung nach vorn. Tore! Das aber wird von den Spielertypen, bis zum Breitpaß-Spiel negiert. Dann muß die Mannschaft einem Rückstand mit den alten Mitteln des „kick and rush“ nachlaufen. Und was passiert, wenn der Gegner mit Leidenschaft kämpft? Das kommt einem so vor, wie der Kampf der stehenden Heere – eines überrationalen, erstarrten Zeitalters – nach 1789 gegen die Volksarmeen Frankreichs (Von Valmy nach Jena und Auerstädt/vgl. Colmar von der Goltz, 1883 und 1905).

    Vgl. Bernd F. Schulte, Aufstieg oder Niedergang. Deutschland zwischen Mittelalter und Postmoderne. Hamburger Studien zu Geschichte und Zeitgeschehen, Reihe I, Bd. 4, Hamburg (Abteilung Gesichte und Zeitgeschehen) 2008, ISBN 978-3-8334-4455-5 (Ebd., S. 89-117, Manieristisches Preußen, 1786-1806).

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