Jonestown

Für mich eine der, wenn man so will, lehrreichsten Fälle religiösen Wahns. Alles ist vorhanden: Die Befriedigung der sexuellen Bedürnisse der Oberschicht, die das Fussvolk zu leisten hat, was ihm natürlich religiös verbrämt wird, der Erlöserwahn, die Gewalt hinter der friedlichen Fassade, und natürlich der schlichte Lug und Trug. Siehe die „Wunderheilungen“ ab Min 22:00: Schieres Gauklertum. So schön kriegt das nicht mal die katholische Kirche hin.

Vermutlich ist jede institutionalisierte Religion als Ausdruck von Zwangsstörungen zu werten (vielleicht als der ihrer Kleriker, allemal als der ihrer Schäfchen). Es wird an solchen Extremen wie Jonestown zwar besonders gut deutlich. Man denke aber auch an Frau Bojaxhio – Verlogenheit ist jeder öffentlich ausgelebten Religion eigen. Faustregel der Religionskritik: „…doch der schrecklichste der Schrecken/ das ist der Mensch in seinem Wahn“.

Ein sehr zurückhaltender Dokumentarfilm, der kaum Partei ergreift und dies nicht muss, weil die präsentierten Fakten für sich sprechen. Interessant, dass Jones Kirche die antirassistisch-progressive Karte spielen konnte und damit bei den Liberals bis hin zu Jimmy Carter zeitweilig Erfolg hatte.

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