Julikrise und das Feuilleton

Mein Bruder (summacumlaude) vorhin im Telephongespräch mit mir: „Weißt Du, Hartmut, die Frage, ob Präventivkrieg oder nicht war vor 1914 regelrecht eine öffentlich geführte Feuilletondebatte, so, wie heute zB die Debatte Vegetarismus oder nicht!“

So ist es! Und das ist eine wichtige Auskunft für die Kriegsursachenforschung… Kriege entstehen vor allem deswegen, weil (zumindest) eine Macht den Krieg will, und sowohl Gelegenheit als auch die Macht dazu hat, ihn denn auch auszulösen. Dass sich offensives Begehren als Defensivakt tarnt, ist „an old hat“, ist seit eh so gewesen und sollte die Geschichtswissenschaft nun wirklich nicht beeinflussen. Kriegsbefürworter benötigen aber auch öffentliche Legitimation…

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Kommentare

  • oblomow  On September 26, 2014 at 00:04

    Fundsache zum thema 1. Weltkrieg, hier mal `zeitzeuge´ und nicht wissenschaftlich:

    Bei der suche nach etwas ganz anderem stieß ich heute auf diese sätze, ich sollte besser sagen, diese sätze trafen mich und vielleicht treffen sie auch dich oder andere leser, darum stelle ich sie mal hierher:

    »Eine Viertelstunde nach der anderen verging, ohne dem Leben der Welt etwas hinzuzufügen.«

    »Es wird immer noch bombardiert. Die Deutschen tun es sogar mit Witz. Allerdings mit lauter Trommel. Mit einem Witz, der eisern, schwer und kantig ist wie ihre Schuhe! Mitternacht läuten sie über der Stadt mit zwölf Schüssen!«

    »Alles mischte sich: die Menschen, die Stunden. Am Abend war nichts entschieden. Die Deutschen waren in Diksmuide, die Belgier versperrten den Ausgang. Es regnete.«

    (Diese sätze, mein lieber krokoschinski, der scheint seinen Jules Michelet gelesen zu haben.)

    Zu finden in Albert Londres Was sind neun Tage Schlacht?. Ich kannte diesen französischen „rasenden reporter“ von dem es einiges in deutscher übersetzung gibt und nach dem seit 1933 ein preis für investigative journalisten benannt ist, bis dato nicht, naja, kleine lücke, die jetzt behoben ist (wird).

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