1. September 1939

Heute vor 75 Jahren begann, u.a. mit dem Beschuß der Westerplatte durch die „Schleswig-Holstein“, der Krieg, den Hitler und Nazideutschland immer schon im Sinn gehabt haben…und den er zum Beispiel, auch an Bord der „Schleswig-Holstein“, schon am 3. Februar 1933 der begeisterten Generalität ankündigte. Übrigens darf gerne daran erinnert werden, dass auch die Ermächtigung Bouhlers und Brandts zur Aktion T 4 – der erste Massenmord von mehreren – auf den 1. September 1939 rückdatiert wurde.

Unterdessen läßt ein transatlantischer General die Bevölkerung von Weimar vor den Krematorien des dortigen Konzenrationslager vorbeidefilieren und erklärt sie – soll man sagen: Mit Unrecht? -, erklärt diese Bürger die in scheinbaren Ehren ihren Geschäften nachgingen und nichts zu wissen versuchten, obgleich der Wind ihnen den Stank verbrannten Menschenfleischs von dorther in die Nasen blies, – erklärt sie für mitschuldig an den nun bloßgelegten Greueln, auf die er sie zwingt, ihre Augen zu richten. Mögen sie schauen – ich schaue mit ihnen, ich lasse ich schieben im Geiste von ihren stumpfen oder auch schaudernden Reihen. Der dickwandige Folterkeller, aus dem eine nichtswürdige, von Anbeginn dem Nichts verschworene Herrschaft Deutschland gemacht hat, ist aufgebrochen, und offen liegt unsere Schmach vor den Augen der Welt, der fremden Kommissionen, denen diese unglaubwürdigen Bilder nun allerorts vorgeführt werden und die zu Hause berichten: Dies übertreffe an Scheußlichkeit alles, was menschliche Vorstellungskraft sich ausmalen könne. Ich sage: unsere Schmach. Denn ist es bloße Hypochondrie, sich zu sagen, daß alles Deutschtum, auch der deutsche Geist, der deutsche Gedanke, das deutsche Wort von dieser entehrenden Bloßstellung mitbetroffen und in tiefe Fragwürdigkeit gestürzt worden ist? Ist es krankhafte Zerknirschung, die Frage sich vorzulegen, wie überhaupt noch in Zukunft ‚Deutschland‘ in irgendeiner seiner Erscheinungen es sich soll herausnehmen dürfen, in menschlichen Angelegenheiten den Mund aufzutun?

(…) Wie wird es sein, einem Volk anzugehören, dessen Geschichte dieses gräßliche Mißlingen in sich trug, einem an sich selber irre gewordenen, seelisch abgebrannten Volk (…) ein Volk, das sich nicht sehen lassen kann? (Thomas Mann, Doktor Faustus, das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn erzählt von einem Freunde)

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Kommentare

  • Manfred Peters  On September 1, 2014 at 22:36

    “Wir werden Politik, Wirtschaft und Verteidigungsbereitschaft den neuen Umständen anpassen.”
    Das sagt aktuell nicht die Verteidigungsministerin und auch nicht der kriegswütige Rasmussen, sondern unser Hunnenpastor 2.0.

    • Hagnum  On September 3, 2014 at 09:54

      Flankenschutz von der SPD.Stegner hält Kritik an Gauck für grotesk.

      Dito von der CDU.EU-Brok weiß,daß der Gauck Recht hat.“Leisetreterei (!) sei hier nicht angesagt!“

      Laut BR sei der Brok im übrigen ein europapolitisches Schwergewicht.

  • rainer  On September 1, 2014 at 23:00

    …ist eben ein dreckiger Pfaffe…..

    • Manfred Peters  On September 2, 2014 at 11:57

      @ „… ist eben ein …“
      Das wäre ja noch nicht so schlimm, denn davon gibt es eine Menge, die sonst nur im eigenen kleinen Beritt Schaden anrichten. 😦
      Wenn da nicht seine Sozialisation unter strammen Nazieltern und Verwandten (Nazionkel als Vorbild) wären.
      Offenbar will er noch erleben und aktiv dafür sorgen, dass das Vermächtnis seines Onkels des „alten (Nazi mp)Kämpfers“ und Antikommunisten wahr wird.
      Dass die einschlägigen Medien seine Rede bejubeln war zu erwarten. Wozu brauchen wir überhaupt noch einen Außenminister, eine Verteidigungsministerin geschweige denn eine Kanzlerin?.
      Diese Aufgabe erledigt der Hunnenpastor 2.0 in Personalunion.

      • Hagnum  On September 3, 2014 at 09:58

        Moinsen,

        ich habe ein bisserl angeschaut im TV.Mit energischem Schritt ist der Gauck
        ans Podest gestürmt.Der konnte es gar nicht erwarten, seinen Sermon
        ins Mikro zu blasen.Das auf der Gedenkfeier zum Beginn des Massenmordes.

        Widerlich.

  • wolfgang  On September 2, 2014 at 11:26

    Aber, Euer Präsident. Basta!

    • rainer  On September 2, 2014 at 23:07

      ….neee……ich hab den nicht gewählt….und wozu brauche ich einen Präsidenten…..also…nicht meiner…

  • KL  On September 2, 2014 at 18:01

    „Wie wird es sein, einem Volk anzugehören, dessen Geschichte dieses gräßliche Mißlingen in sich trug, einem an sich selber irre gewordenen, seelisch abgebrannten Volk …“

    Wie einfach es als Gerede erkannt werden kann, daß die Deutschen nun endlich wieder normal seien. Der Satz trifft noch heute ins Herz.

    (Aus demselben Grunde überzeugt mich, wie der – sonst recht gelehrtenhaft-weltfremde – Ernst Cassirer im März 1933 auf die ängstliche Vermutung eines gleichfalls professoralen Freundes, der Spuk werde doch wohl bald vorbei sein, antwortet: das Ganze werde so ungefähr zehn Jahre dauern, aber die Folgen würden 100 bis 120 Jahre wirken. Da er mit der ersten Voraussage so erstaunlich genau getroffen hatte, nehme ich auch die zweite ernst. Dann haben wir noch wenigstens ein Drittel des Weges vor uns. [Die Äußerung berichtet seine Frau in ihren Erinnerungen „Mein Leben mit Ernst Cassirer“]).

  • Linkesinddreck  On Februar 12, 2017 at 10:04

    Ein Bekannter von mir hat den Vorschlag gemacht, alle, die die Abschaffung Deutschlands oder den „Volkstod“ der Deutschen fordern, schon einmal vorausgreifend so zu behandeln, wie wenn ihre Forderungen bereits wahr geworden wären: Das heißt, ihnen werden alle Leistungen entzogen oder verweigert, die auf der Solidarität der Deutschen untereinander als Angehörige eines Volkes beruhen. Also keine Sozialleistungen, kein Kindergeld, kein Arbeitslosengeld II, keine gesetzliche Rente etc.

    Da ein großer Teil der Deutschland-Abschaffungsforderer kein eigenes Arbeitseinkommen erzielt, sondern auf Kosten der staatlichen Gemeinschaft von Sozialleistungen bzw. Hartz4 lebt, werden sie die Auswirkungen schnell zu spüren bekommen.

    Mein Bekannter ist der Ansicht, dass die Forderungen nach der Auflösung Deutschlands schnell verstummen werden, wenn man seinen Vorschlag umsetzt.

    Ich denke, mein Bekannter hat recht.

    • hf99  On März 19, 2017 at 11:05

      D.h. Leute wie Poggenburg, dem ich (er stand kurz vor der Abgabe der Eidesstattlichen) den life-style durchfinanzieren darf?

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