Julikrise – Hamburger Echo vom 1. Juli – erste Analyse

Eine interessante Analyse der SPD-Zeitung „Hamburger Echo“. Man beachte gleich den ersten Absatz, der unverholen (und, wie sich bald zeigen wird, nur zu treffend) vor einer Katastrophe warnt…zugleich aber auch schon damals die deutliche antirussische Tendenz („Kosakenherrschaft“) der SPD. Man denke auch an Bebels berühmtes Wort auf dem Parteitag 1907, gegen Russland würde sogar er noch die Flinte schultern. Diese Sicht auf Russland als Hort von Imperialismus und Reaktion – übrigens eine Sicht, die ja einiges für sich hatte – hatte in der SPD eine lange Tradition, sie geht auf keinen anderen als auf Marx zurück. Hier werden sich SPD und Bürgertum treffen (Thomas Mann an Heinrich Mann, 7. August 1914: „Muß man nicht dankbar sein für vollkommen Unerwartete, so große Dinge erleben zu dürfen? Mein Hauptgefühl ist eine ungeheure Neugier – und, ich gestehe es, die tiefste Sympathie für dieses verhaßte, schicksals- und rätselvolle Deutschland, das, wenn es „Civilisation“ bisher nicht unbedingt für das höchste Gut hielt, sich jedenfalls anschickt, den verworfensten Polizeistaat der Erde zu zerschlagen.“) Bethmann wußte genau, wo er den Hebel bei den Sozialdemokraten anzusetzen hatte…

he1 (3)

Und hier – ebenfalls vom 1. Juli – der Bericht über den Prozess gegen die (Noch)genossin Rosa Luxemburg:
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