Julikrise – Erster Weltkrieg: Jugendkompagnien

Kurz nach Beginn des Weltkriegs (der übrigens recht schnell genau so genannt wurde) Bereits 1911 (!!!) wurde der Jungdeutschlandbund gegründet – 1914 dann deutschlandweit (in damaliger Sprache: reichsweit) auf Veranlassung des kriegs-, des Innen- und des Kultusministeriums sog. „Jugendkompagnien“ für die (männliche) 16-20jährige Jugend aufgestellt. Die Mitgliedschaft war freiwillig, aber erwünscht. Ziel war die vormilitärische Ausbildung. Die Jugendkompagnien von Hamburg, Altona und Wandsbek (beides letzteres damals noch nicht Teil des Hamburger Staatsgebiets) gaben zweiwöchig eine Zeitschrift für ihre Mitglieder heraus (update: nein, es war eine überregionale Ausgabe für alle „Jungmannen“, wie sie genannt wurden; lediglich der Umschlag mit den Anzeigen war lokal). Neben einem natürlich einseitigen aktuellen Lagebericht gab es Berichte über militärische Dinge und Ereignisse allgemeinerer Natur (so funktioniert ein U-Boot oä), Lehrmaterial für paramilitärische Geländespiele (Entfernungsschätzen im Gelände u. dergl.) sowie Durchhalteparolen, daneben scheinbar unverfängliches (unsere Nutzfische, Die Marienburg uäm).

Hier einige Auszüge aus Anfang 1917.

pic_2014-07-21_142807pic_2014-07-21_142826pic_2014-07-21_142842pic_2014-07-21_142851pic_2014-07-21_144025

Post a comment or leave a trackback: Trackback URL.

Kommentare

  • Bersarin  On Juli 21, 2014 at 21:16

    Eine schöne, eine feine Serie. Wenn ich mir was wünschen dürfte, wäre es – natürlich, wenn wir, wie heute, schon bei Thomas Mann sind – die „Betrachtungen eines Unpolitischen“ in Deiner Einschätzung und vielleicht noch in Konfrontation zu seinem Bruder Heinrich. Aber ich weiß selber, daß sich solche Texte nicht aus dem Ärmel zaubern lassen. Und schließlich sind Blogs kein Wunschkonzert.

    • hf99  On Juli 21, 2014 at 21:30

      Die Zeit, die Zeit. Derzeit viel Geldarbeit. Im August werde ich zwei (in Worten: zwei) Tage frei haben. Immerhin habe ich den ollen Trevelyan ausgegraben, dessen englische Standardsicht ich nicht uninteressant finde. Mal sehen, was noch geht.

      Ja, die Betrachtungen. Und die Essays vorab – die cancanierende Gemütlichkeit, mit der man habe Schluß machen müssen (Gedanken im Kriege)…was sich dann im Zauberberg (Der große Stumpfsinn) wiederholt. Seit Jahren will ich zu den Betrachtungen etwas schreiben…der erste Satz steht bereits fest: „Er hat ja Recht, er hat ja Recht…“ – nämlich, indem er das große Versöhnungsfest mit dem Leben (Nietzsche über Dionysos) ausspielt gegen das Pathos seines Bruders, der dann seinerseits natürlich auch Recht behielt („Daß alles gut für mich steht und liegt – nämlich die Welt in Trümmern und 10 Millionen Leichen unter der Erde“) Vielleicht geht es nicht darum, „recht“ zu haben, sondern überhaupt etwas zu sagen, etwas sichtbar zu machen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: