Julikrise II

Meine derzeitige Einschätzung: Bethmann und Wilhelm haben halbwegs ehrlich an eine Lokalisierung gelaubt/darauf gehofft, Österreich allerdings sehr deutlich darin unterstützt, um nicht zu sagen aufgefordert, gegen Serbien in die Vollen zu gehen. Der große Krieg wurde von den beiden riskiert, aber nicht wirklich gewollt. Der Generalstab aber wollte diesen Krieg, den großen, den ganzen, und zwar unbedingt. Insofern kann man sagen: Bei Bethmann und Wilhelm können wir ggfls tatsächlich von einem schiefgegangenen Brinkmanship reden, nicht aber beim Generalstab. Der hat seinen Krieg, ggfls sogar halb und halb hinter dem Rücken der politischen Führung, bekommen. Was Auskünfte erteilen würde über die reale Machtverteilung in einer widersprüchlichen, einerseits sehr modernen, dann wiederum engstirnigen, chauvinistischen und militaristischen Gesellschaft wie der des deutschen Kaiserreichs. Man fragt sich, ob es derzeit in Washington so sehr anders aussieht…

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