3. Juli 1914, Berlin, Wien

Gespräch zwischen Leuckart von Weißdorf (sächsischer Militärbeauftragter) und Georg von Waldersee (Neffe des ehemaligen Feldmarschalls, zuständig für Logistik im Generalstab, am 3. Juli vertrat er Moltke, der auf Kur-Urlaub war): Es könne, so Waldersee, von heute auf morgen zum Krieg kommen, der Kaiser ziere sich noch. Der Generalstab sei (so versteht Leuckart das Gespräch) dafür, eine bessere Gelegenheit käme nicht wieder. Waldersee war Präventivkriegbefürworter und hatte gerade, im Mai 1914, ein Memorandum in diesem Sinne verfasst. Seine Rolle in der Julikrise ist ungeklärt und wird sich wohl auch nicht mehr restlos klären lassen.

In Wien findet das Begräbnis des Erzherzogs und seiner Frau statt.

Der serbisch-österreichische Pressekrieg hält an.

Kommentar: Wer auf einen „guten“ Kriegsanlaß regelrecht wartet, der will einen Krieg, mit allen Konsequenzen…und zwar den großen, den entscheidenden, den gegen Russland und Frankreich. Lokalisierungsintentionen sehen anders aus.

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