Es ist der Comble

Wir sind vollkommen einer Meinung: Eine Lumperei kann auch mit keiner noch so schönen Kunst aufgewogen werden – diese da (Knut Hamsuns, Hamsun hatte öffentlich gegen Ossietzky votiert hf) wenigstens nicht. Er konnte schweigen; niemand hat’s ihm geschafft. Es ist auch sein recht, den Mann (Ossietzky, der für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen war, hf) des Preises nicht für würdig zu halten, er kann statt dessen Mussolini vorschlagen. Aber gegen den zu schreiben, der sich nicht einmal wehren kann -: das ist eine Schweinerei. Ich kann seine Bücher nicht mehr anfassen. Dafür gibt es keine Entschuldigung. (Aus einem Brief an Hedwig Müller, 11.12.1935)

(…)

Ich habe heute Material aus Oslo bekommen und an das dortige Arbeiterblatt geschrieben – hoffentlich lassen sie mich heran. Diesmal kann ich das Maul nicht halten. Es ist der comble (Gipfel, gemeint: Gipfel an Niedertracht, hf). (Aus einem Brief an Hedwig Müller, 17.12.1935)

Tucholsky, Kurt. Briefe aus dem Schweigen, Reinbek, 1977/84, p. 250 und 252

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Kommentare

  • eb  On April 24, 2014 at 21:01

    Der Geschichte mit den „schönen Künsten“, wird sich das der zur veredelten-, aber trotzdem zur Banane verformenden Universum wohl mal speziell annehmen müssen. Schon alleine der Logik wegen.

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