ppp ist Finanzkapitalismus

Der ppp-Schwindel (öffentliche Hand zahlt, die Privaten greifen ab) wurde erst im finanzkapitalistischen Zeitalter post Lambsdorf-Papier inauguriert. Vorher gab es den rheinischen, ehrlichen Kapitalismus, wo der ehrliche Onkel im Blaumann für ehrliche Arbeit ehrliches Geld bekam. Erst danach kamen die Heuschrecken. In den 60er Jahren war alles noch fair; Verträge, die nicht einmal die Parlamentarier zu sehen bekamen, gab es noch nicht. gez. Müller/Berger, nachdenkseiten*.

Siehe zum Beispiel die Starfighter-Beschaffung End 50er/Beginn 60er… äh, upps? Nanu? Was war denn da los? Könnte der Finanzkapitalismus (also die Phase des Kapitalismus, in der die Ware Kapital zur entscheidenden Ware wird) etwa doch eher etwas mit dem Kapitalismus zu tun haben als mit der Finanzwelt? Ich dachte, wir reden über die Elbphilharmonie, aber wir reden über den längst abgeschriebenen und ausgemusterten Starfighter… 50er/60er Jahre. Als der ehrliche Blaumannträger noch gut und ehrlich verdiente, Teil der Gesellschaft war… Nanu? Mögen sich die Keynesianer hierzu vielleicht mal verhalten?

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* okay, das ist jetzt etwas unfair. Ich gehe davon aus, dass Albrecht Müller und Jens Berger über die Skurrilitäten und Absurditäten rund um die Starfighter-Beschaffung informiert sind. Aber gerade dann frage ich mich, warum die Beiden und eben auch viele andere nicht sehen, dass wir über den Kapitalismus als solchen reden…und nicht über Lambsdorf.

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Kommentare

  • Jochen Hoff  On April 22, 2014 at 06:55

    Albrecht Müller und Jens Berger halten den Kapitalismus grundsätzlich für eine gute Sache und meinen sie könnten ihn reformieren. Ich halte den Kapitalismus für den Auswuchs der schlechtesten menschlichen Eigenschaften, wie Gier, Freude an der Unterdrückung und ähnlichem. Aber ich weiß, dass ich ihn nicht ausmerzen kann, weil ich die Menschen nicht ändern kann.

    Gleichfalls weiß ich, dass man schlechte Charaktereigentschaften der Menschen nicht reformieren sondern nur in feste Regeln und Gesetze zwingen kann, die das Ganze in erträglichen Bahnen halten.

    Übrigens ist der Strarfighter auch nur ein Schritt auf dem Weg. Schau doch mal wer die Nazis an die Macht gebracht hat. Das Großkapital. Es hat sogar geglaubt die Nazis führen zu können. Aber am Ende hat es wenigstens gut an den Nazis, den KZs und dem Krieg verdient.

    Wer einen BMW kauft, segnet das heute noch ab.

    • hf99  On April 22, 2014 at 08:51

      Müller und Berger meinen es zweifellos lieb und nett.

      Eine plausible Alternative zum kapitalismus fällt mir derzeit nicht ein. Aber ich bin ja auch nicht der Nabel der Welt.

      • Jochen Hoff  On April 22, 2014 at 09:28

        Ja sind sie und leider zu lieb und zu nett. Sie sind halt Feigenblätter.

      • Herr Karl  On April 22, 2014 at 11:02

        @hf99
        „Eine plausible Alternative zum kapitalismus fällt mir derzeit nicht ein.“
        Ich bin bisher – im „echten“ und im digitalen Leben – noch keinem Menschen begegnet, der mir hätte eine bessere/weniger schlechte Alternative aufzeigen können. Alle theoretischen Entwürfe einer „gerechteren“ Gesellschaft waren bei näherer Betrachtung totalitär…

        @Jochen Hoff
        „Gleichfalls weiß ich, dass man schlechte Charaktereigentschaften der Menschen nicht reformieren sondern nur in feste Regeln und Gesetze zwingen kann, die das Ganze in erträglichen Bahnen halten.“
        Sehe ich auch so! Dies ist meines Erachtens eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen um vernünftige politische Gespräche führen zu können. Andernfalls wird’s schnell esoterisch…

    • Herr Karl  On April 23, 2014 at 09:22

      @Jochen Hoff
      „Albrecht Müller und Jens Berger halten den Kapitalismus grundsätzlich für eine gute Sache und meinen sie könnten ihn reformieren.“

      Die Lage beim Blog „Spiegelfechter“ ist etwas komplizierter geworden. Der von mir sehr geschätzte Jens Berger hat den Kapitalismus bisher tatsächlich für reformierbar gehalten. Seine „Stellschraubenpolitik“ wurde ihm oft von Kommentatoren, die den Kapitalismus „überwinden“ wollen, vorgeworfen. Jens Berger kritisierte ausserdem stets die Wachstums- und Zinskritiker.
      Bei seinem neuen Partner Jörg Wellbrock alias Tom W. Wolf sieht es aber ganz anders aus: Er will den Kapitalismus „überwinden“ und äussert sich wachstumskritisch. Von mir auf diese Diskrepanz angesprochen, meinte Jörg Wellbrock: „Jens Berger ist Jens Berger und Jörg Wellbrock ist Jörg Wellbrock“ (ich zitiere aus dem Gedächtnis).
      Ich bin dann mal auf das neue Buch von Jens Berger gespannt…

      Bei Albrecht Müller blicke ich überhaupt nicht mehr durch: Seine jüngsten Attacken gegen „die gleichgeschalteten Medien“ (ich berichtete am 27. März darüber), deren Parolen „zentral gesteuert“ würden, ähneln immer mehr jenen von Ken Jebsen…

      • Jochen Hoff  On April 23, 2014 at 09:58

        Lach, ich rede seit Jahren von den gleichgeschalteten Medien, oder den Systemmedien. Die leben von der Gunst der Inserenten und die wollen das ihre Interessen vertreten werden. Die öffentlich Unrechten leben vom Wohlwollen der Politiker die Befehlsempfänger des Grokapitals sind. Das ist gleichgeschaltet.

        Aber KenFB ist etwas anderes. Er bekämpft das Weltjudentum, das er in der Fed verorted. Das ist seine rassistisch/antisemitische Ader. Als wenn es einen Unterschied zwischen einem jüdischen Großkapitalisten, einem islamischen Großkapitalisten oder einem christlichen Großkapitalisten gäbe. Sie belügen ihre Götter nur an unterschiedlichen Tagen.

        Jörg Welbrok wird festsellen müssen, dass man den Kapitalismus nicht überwinden kann, weil der Mensch ein kapitalistisches Lebewesen ist, das sich gern dadurch definiert wie viel besser und erfolgreicher es doch als andere gleichartige Lebewesen ist.

        Man kann den Kapitalismus nur durch Gesetze in Ketten liegen um den größten Schaden zu verhindern. Wie bei einem wilden Tier.

        • Herr Karl  On April 23, 2014 at 10:17

          @Jochen Hoff
          „Grosskapital“ ist meines Erachtens ein Kampfbegriff. Zudem haben nicht alle Firmen, die über ein grosses Kapital verfügen, die selben Interessen. Dass viele Medien von Inserenten leben, sehe ich schon auch, aber eben gerade diese Inserenten haben nicht alle die selben Interessen. (Stefan Sasse hat mal einen guten Artikel über dieses Thema gemacht – damals glaubte ich auch noch an eine Gleichschaltung der Medien).
          Die ÖR wie z.B. der Deutschlandfunk berichten manchmal auch sehr kritisch über die Politik der USA oder über Grossfirmen und decken öfters Ungerechtigkeiten und Skandale auf. Zudem stehen den ÖR eine grosse Anzahl von Privaten gegenüber (die wiederum von Inserenten abhängig sind, die nicht alle die selben Ziele verfolgen).
          Ob Medien in einer nichtkapitalistischen Welt noch unabhängiger/weniger abhängig wären?

          „Jörg Welbrok wird festsellen müssen, dass man den Kapitalismus nicht überwinden kann, weil der Mensch ein kapitalistisches Lebewesen ist, das sich gern dadurch definiert wie viel besser und erfolgreicher es doch als andere gleichartige Lebewesen ist.
          Man kann den Kapitalismus nur durch Gesetze in Ketten liegen um den größten Schaden zu verhindern. Wie bei einem wilden Tier.“

          Das sehe ich genau so.

          • Jochen Hoff  On April 23, 2014 at 10:29

            Großkapital ist ein Kampfbegriff. Meinetwegen. Aber Firmen sind kein Großkapital. Egal wie vieviel Geld sie besitzen. Der Metzgermeister um die Ecke und der mittelständische Unternehmer sind auch kein Großkapital.Großkapital ist Frau von Klatten die ihr Geld den KZs der Firma Varta verdankt.

  • chriwi  On April 22, 2014 at 07:12

    PPP gab es wahrscheinlich schon immer. Sie hießen nur anders und die Umfänge fielen nicht auf. Wenn die Wirtschaft brummt die Steuereinnahmen brummen, dann fällt Verschwendung nicht auf.

    • hf99  On April 22, 2014 at 08:48

      Natürlich, darum ging es mir. Its the capitalism, stupid.

  • Troptard  On April 22, 2014 at 16:16

    Teilweise lässt es sich schon an den Kommentaren erkennen: „Eine plausible Alternative zum Kapitalismus fällt mir derzeit nicht ein.“

    Wenn das „plausibel“ Gründe für eine Alternative benannt haben wil, dann fallen mir persönlich nicht wenige dazu ein.

    Aber darum geht es wahrscheinlich noch nicht einmal. Die Mehrheit der Menschen will ihn vermutlich gar nicht loswerden, deshalb braucht man auch nicht unbedingt eine Alternative.

    „Was man hat das kennt man, was man nicht hat, von dem weiss man nicht.“

    Nur Kapitalismus ist nicht die ewige Wiederkehr des immer Gleichen, ein ewiger Kreislauf in dem die Ausgangsbedingungen einfach auf Null gestellt werden und los gehts auf ein Neues.

    Eine Rückkehr zum gemütlichen „Rheinischen Kapitalismus“ ist da doch wohl eher eine ziemlich fade Illusion.

    Und dann fehlt mir noch zu meinem Glück dieses erhabene Bild vom Menschen, um die Notwendigkeit des Kapitalismus in ein festes Fundament zu betonieren:
    „Der Mensch charakterlich verdorben, nur Regeln und Gesetze lassen ihn in erträglichen Bahnen halten.“

    Nun gut! Da erlassen charakterlich nicht einwandfreie Menschen Gesetze und Regeln, um Ihr eigenes Abbild in Zaum zu halten.

    Wer hat noch Angst?

    • hf99  On April 23, 2014 at 09:42

      „Wenn das “plausibel” Gründe für eine Alternative benannt haben wil, dann fallen mir persönlich nicht wenige dazu ein.“

      Mir auch! Aber wie es wirklich weiter gehen soll….das weiß ich nicht.

  • Kaluptikus  On April 22, 2014 at 19:17

    Ja, die guten Zeiten sind vorbei, als Moses noch die Gesetzestafeln direkt von Gott bekam. Was bleibt, ist dann wohl das goldene Kalb…

    • hf99  On April 23, 2014 at 10:00

      Der JUDE ist an allem Schuld, allem Schuld, allem Schuld!

      Wie innerlich verwahrlost muss man für solche Kommentare sein?

      PS: Wenn Sie Ihren Kommentar ironisch meinten, nehme ich meinen ätzenden Spott „mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück“. In diesem Fall haben Sie mich aber auch sehr genau verstanden…

  • wolfdieter  On April 23, 2014 at 23:20

    Rheinischer Kapitalismus, schön und gut. Aber ehrlich? Wo soll das herkommen?

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