Über ad sinistram

Lieber Roberto, von mir kriegste n herrlich-eindeutiges JEIN dazu. Klar. Das Spiel „Spieglein Spieglein an der Wand, wer ist der einzig wahre Linke im deutschen Land? – Aber der X hinter den 7 Bergen mit den 7 marxistisch-leninistisch/maoistisch/trotzkistischen (gewünschtes ankreuzen!) ZWERGEN ist taaaaauuuuuusendmal linker als Du!“ ödet mich an seit eh. Das rrrrevolutionäre Moralrollkommando ist einfach nur widerlich. Kritk an der Totalitarismusthese hin, Kritik an der Totalitarismusthese her – der GuLaG mit seinen grauenhaften Menschenabdeckereien war kein Zufall. Hier lediglich bei Stalin eine bedauerliche kleine Macke zu konstatieren, ist intellektuell einfach zu mager.

Andererseits möchte ich mit Leuten, die von nationalem Sozialismus schwadronieren und über eine Querfrontstrategie faseln, nichts zu schaffen haben. Typen wie Elsässer waren, sind und bleiben mir ein Greuel, und wer über „die Rolle der Juden, äh, des Zionismus“ im globalisierten Kapitalismus nach“denkt“, hat einfach eine Macke, sorry. Da bin ich lieber LiLiSch-Bürger.

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Kommentare

  • altautonomer  On April 13, 2014 at 10:02

    Lapuente nutzt seinen Blog, um wieder einmal seine prinzipiellen Animositäten gegen selbstbewusste, agressive, dominante und linksintellektuelle Frauen auszuleben. Jetzt im Schatten der Diskussion beim Spiegelfechter.

    Vor einigen Wochen ging es um sexistische Niedermache der Pussy Riot.

    Sein durch und durch esoterisch geprägter und allgemein bei Tante Frieda, Oma und Mutti beliebter „Freund“ Constantin Wecker mit dem pseudolinken Blog „Hintere den Schlagzeilen“ wurde dagegen bisher keiner vergleichbaren Kritik unterzogen.

    Ist eigentlich nichts Besonderes, wenn ausgerechnet ein linksliberaler Väteraufbruchanhänger und Maskulist über Frauen herzieht.

    Zur Diskussion: Was die Nazis früher das „internationale Finanzjudentum“ nannten, wird heute als „Raubtierkapitalismus“ von den Montagsdemonstranten bejubelt .

    • W. Buck  On April 13, 2014 at 12:02

      Wecker esoterisch geprägt? Im Moment gibt es gerade eine Artikelreihe auf seinem Blog der sich sehr kritisch mit Esoterik auseinandersetzt. Wecker ist ein Freidenker der auch seine Gefühle nicht leugnet sondern in den politischen Diskurs einbringt. Das finde ich sympathisch ohne gleich jede seiner Positionen zu übernehmen. Auch auf ad-sinistram und dem Spiegelfechter gibt es immer wieder gute Ansatzpunkte.Das Problem mit den „Linken“ ist das Selbe wie mit allen Ideologien (und Religionen). Wer sich nicht 100% auf der vorgegebenen Linie bewegt ist unten durch. Das gesamte Gesellschaftskonzept mit konkurrierenden Ideologien ist nicht zielführend.

    • Dennis82  On April 13, 2014 at 13:02

      Och altauto, du machst es einem schwer, dich in dem Punkt noch ernst zu nehmen. Roberto kritisiert die Aussagen also nur, weil sie von einer Frau kommen…? Wieso ist für dich(!) eigentlich das Geschlecht so immens wichtig…? Schuldkomplexe, dass du als Kerl ja der grds. „schlechtere“ Mensch bist…?

      Zum Thema: Einmal mehr ein leidiges Kapitel in Sachen „Teile und Herrsche“…

      Mit a kann ich nicht, weil der b meint,
      Mit c kann ich nicht, weil der c meint,
      Mit d kann ich nicht, weil der e meint…

      Dass man was bedeutsamere Fragen betrifft eigentlich nahezu völlig gleicher Meinung ist, zumindest eben derzeit ein gemeinsames Ziel verfolgt – interessiert nicht. Pragmatische, zeitweilige Bündnisse eingehen mit Leuten, die nicht genauso Hundertprozentig sind wie man selbst? Macht man nicht. Dabei besteht das ganze Leben aus solchen Kompromissen. Auf der Arbeit, im Verein, Familie oder zu sonstigen gesellschaftlichen Anlässen können wir auch nicht mit jedem; geht uns die Meinungsverschiedenheit, das stellenweise dumme Gesabbel auch gewaltig auf den Geist. Aber man arrangiert sich, irgendwie…

      Nur nicht bei der Überwindung gegenwärtiger Herrschaftsstrukturen. Da erfüllt im Grunde niemand die wesenlichen Kriterien. Da reicht es schon, mit der altbekannten „Antisemitismus“-Keule nur zu winken – und alles zerstreut sich wieder einmal in alle Richtungen… Ohne zu erkennen, dass man dieses Etikett jedem, völlig beliebig anheften kann. Auch die Partei die Linke wird ja ebenfalls regelmäßig als Rechts dargestellt.

      Dann bleibt es halt dabei. Es wird sich nichts tun. Weil grade denen, die ständig Solidarität und Zusammenhalt der Gesellschaft fordern niemand gut genug ist, um an deren Seite zu stehen. Dann kämpft weiter, allein in euren elitären, kleinen Sekten – und jammert darüber, dass sich nix ändert…

  • flatter  On April 13, 2014 at 12:25

    Oh je, ich mache mir Sorgen. Wenn das die Diskussionen sind, die in Blogs geführt werden, mach‘ ich bald ’ne Pommesbude auf.

    • hf99  On April 13, 2014 at 17:46

      Tu das.

      Leider zerfleischt sich die Linke ja nicht erst seit gestern selber. Solche Debatten sind mir schon vor jahrzehnten meterweise vorgesetzt worden.

  • altautonomer  On April 13, 2014 at 19:56

    Dennis82: Lapuente wirft Jutta unter anderem Erziehungsterror vor, schreibt aber danach mit paternalistischer Attitüde folgendes:
    Sei so gut, lösch‘ deinen Facebook-Account und werd‘ wieder philosophisch. „Es fühlte sich viel besser an, als man nur selten was von dir vernahm. Sich rar machen: Das stand dir so ausgesprochen gut. Viele Intellektuelle haben es genau so gemacht. Nur reden, wenn man was gefragt wird, haben sie sich als Motto gegeben. Und auch dann nur knapp antworten. “

    So spricht Pappi mit der kleinen Tochter. Das zeigt einen eklatanten Mangel an Respekt vor einer Frau, der er nicht das Wasser reichen kann. Bei JD dürfte es inzwischen auch so etwas wie ein „Lebenswerk“ geben. Lapuente macht aber genau das, was Du oben mit der Vernachlässigung des gemeinsamen Zieles kritisierst. Er hat eine Schwachstelle entdeckt und streut sofort Salz hinein.

    Da Du die Geschichte der Friedensbewegung der 80er-Jahre nur aus der Literatur kennen dürftest, kannst Du auch nicht wissen, dass ähnliche „Verführer“ heute in Gestalt der von Jutta D. kritisierten Grünen für den heutigen Missbrauch des Begriffs Frieden veantwortlich sind. Früher dachte man bei dem Wort „Frieden“ an Kapitulation, Versailles, Atomwaffenvernichtung oder Jesus, heute fragt man, wer bombardiert wird. Drohnen und Soldaten töten im Auftrag Frieden schaffender, Frieden bringender, erzwingender, erhaltender, sichernder oder Frieden bewahrender Kommandos. Die Umbenennung ist ein Erfolg der Friedensbewegung – vielleicht der einzige. Unter linken Bellizisten ist der Krieg zur Verbreitung der Zivilisation beliebt.

    hf99: Häufig beklagen selbstkritische Blogger, dass immer wieder derselbe Fanbus in der Kommentarspalten hält und das gebundene Klientel ausspuckt. Nun wird beim SF kontrovers mit Argumenten und Quellenangaben diskutiert und schon wieder ist es nicht richtig. Wer hat denn hier die Definitionsmacht, wann es sich um eine „zielführende“ bzw. horizonterweiernde Debatte handelt? Bin verwirrt..

    W. Buck: Hinter den Schlagzeilen kritisiert in einer Textserie von Holdger Platta den Okkultismus, verteidigt aber in einem langen Stream Tage zuvor den Okkultismus der Intellektuellen, genannt Esoterik, von Wecker euphemistisch als „Spritualität“ bezeichnet.

    • hf99  On April 14, 2014 at 00:48

      @altautonmomer: ich kannte die Debatte bis vor kurzem gar nicht (man kann sich nicht um alles „kümmern“ 😉 ich bin ja kein Sozialdemokrat 😉 ). Wo Roberto mE Recht hat, habe ich klargemacht – und das erscheint mir wesentlich. Die INNERlinke Debatte läuft nicht etwa seit Jahrzehnten, sondern ungelogen seit Jahrhunderten ewig gleich ab: Die/der Diskussionsgegner/in ist nicht etwa Genoss/in/e, die/der hie und da ggfls irrt – sie/er ist bööööse! Funktionelle/r Faschist/in. Und da sage ich mir seit letztlich über 25 Jahren: Kinners, für so n Kasperkram ist mir meine Zeit zu schade! Ich möchte jetzt rauschhaft apolitisch Baudelaire/Benn/Früh-Brecht lesen und wünsche dabei – es geht mir dabei vorsätzlich nur um mich, mich, mich, ätsch! – nicht gestört zu werden. Wenn ich vor die Alternative Ästhetizisus versus Links gestellt werde, halte ich es selbstverständlich mit dem (linken!) Dichter Peter Rühmkorf: Erst kommt die Kunst – ergebenster Diener -, und dann die Moral! Soviel Nietzsche („das große Versöhnungsfest mit dem Leben“) muss denn doch mal sein…

      Ein ganz anderer Aspekt sind die Montagsdemos. Da muss man, müssen wir als Linke ansetzen. Geht nicht. Querfront fällt aus wegen iss nich. Nazis, Rassisten, Judenhasser, Frauenhasser, Schwulenhasser und und und …das alles hat auszufallen wegen iss nich. Ist übrigens ein vorzügliches Beispiel dafür, weswegen ich – hier ganz pro Kant/Schiller, sowohl gegen die sog. Postmoderne als auch gegen Hegel und Consorten – für das künstliche Starrhalten von Begriffen plädiere. Schwulen/Juden/Schwarzen/Frauen/Kranken-undsoweiter-Hass ist Menschenhaß, und Menschenhaß fällt aus. Punkt. Period. Diskussionsbereitschaft hierzu: nullkommanullmillimeter, langsam sinkend.

      Anyway: Ich bin ja kein Linker. Ich plädiere nur für, äh, wie schrieb sich das noch?, äh, also für Mä-mä-mä-mä-mänschlichkeit. Und bevor jetzt alle Welt mitleidig kichert, möge sich alle Welt überlegen, was am 1.2.1933 eigentlich passiert wäre, wenn ganz Dtld es an Mä-mä-mä-mä-mänschlichkeit nicht derart hätte fehlen lassen.

  • genova68  On April 14, 2014 at 08:24

    Dieser Lapuente ist nicht nur unangenehm wegen seines peinlichens Ditfurth-Bashings, sondern weil er meinen Kommentar von gestern nicht freigeschaltet hat 🙂 Ein nichtbeleidigender Kommentar, der nur anmerkte, dass die Kameraden dieser neuen „Montagsdemos“ sich begeistert auf sein Ditfurth-Gebashe beziehen und das verlinken. Davon abgesehen: Das lächerliche Nicht-Nennen des Namens, das Schreiben für Eingeweihte und bewusste Ausschließen anderer, hat auch was von Verschwörung. Und das nennt der Typ dann auch noch „Loyalität“.

    Lapuente ist offenbar einer von denen, die schnell in Versuchung kommen: Über die technischen Machtmittel in einem Blog verfügen und dann Kommentare nicht freischalten, weil sie kritisch sind.

    Wecker würde ich auch nicht als esoterisch geprägt bezeichnen.

  • genova68  On April 14, 2014 at 08:35

    Hartmut,
    die Ditfurth ist menschlich sicher schwierig, aber das ist doch hier egal. Das ist eine der wenigen, die Ahnung haben von dem, was sie sagen. Die ist es gewohnt, in Diskussionen eine Minderheitenposition zu vertreten, die wird ständig hart angegangen. Und dann kommt noch so ein Lapuente und haut dümmlich drauf. Da sollte man mit Ditfurth solidarisch sein. Und wenn man sich anguckt, wie Elsässer auf sie draufhaut und unzählige dieser neuen Montagsleute, wird deutlich, dass man jemanden wie Ditfurth dringend braucht.

    Siehst du jetzt Ditfurth als neue Stalinistin?

    Lapuente hat einen dümmlichen Artikel über Ditfurth geschrieben, in dem er sich als Moralapostel aufspielt, ohne zu sagen, was er eigentlich meint. Er kritisiert sie beispielsweise wegen ihrer Haltung zu den neuen Montagsdemos:

    „Zuletzt erzog sie ihre »Freunde« dazu, diese neuen »Montagsdemos« und ihre Macher zu ächten. Esoterisch und neurechts seien sie.“

    Diese Montagsdemos sind eine rechte Angelegenheit. Der Initiator Mährhoz hat eindeutig braune Bezüge, zu Pro Köln, zur NPD, zu den Truthern, zu allen möglichen Verschwörungstheoretikern. Beim Spiegelfechter alles ganz klar belegt. Ditfurth sieht das ganz richtig und begründet das bei facebook. Und dann kommt Lapuente mit seiner dummen, arroganten, paternalistischen Einschätzung und gibt Rechtsradikalen Futter.

    Das beste von Lapuente:

    „Ich bleibe loyal. Nenne deinen Namen nicht. Als Reminiszenz.“

    Der überschätzt sich.

    Also bitte: Diesem Typen nicht mit einem „Jein“ auf den Leim gehen!

    • hf99  On April 14, 2014 at 09:36

      a) Hier werden, wie Du siehst, alle Kommentare freigeschaltet (okay, „Heil Hitler“ vermutlich nicht – wobei: wg dokumentarischem Wert würde ich sogar das freischalten).

      b) Zu meinem „Jein“: Ich habe genügend Erfahrung (Du ja wohl auch) mit linker Dümmlichkeit, dem „linken Dumpfmuff“ (Wagenbach), dem „linken Rohrstock“ (Rühmkorf).

      c) Jutta Ditfurth hat mich auch beeindruckt, weil sie damals, als die Grünen zu dem wurden, zu was die Linkspartei demnächst werden wird, die mögliche Karriere verweigert und „Nein“ gesagt hat.

      d) Über die neuen Montagsdemos und Herrn Elsässer müssen wir nicht reden. Das hatte ich aber doch wohl klar gesagt, oder?

      e) Spiegelfechter und nachdenkseiten frequentiere ich nur noch ab und an. Ich werde zumindest an die NDS indessen immer mit einer gewissen Restsympathie denken.

  • genova68  On April 14, 2014 at 08:36

    Und ein Kommentar von mir, der im System steckengeblieben ist.

  • Herr Karl  On April 14, 2014 at 08:48

    Ganz amüsant ist das aktuelle Gezetere der beiden NachDenkSeiten-Mitarbeiter Jens Berger und Jörg Wellbrock, die auf der einen Seite (bei den NDS) den Hetzer Ken Jebsen fördern und auf der anderen Seite (Blog Spiegelfechter) den Hetzer kritisieren. Das kann man schon nicht mehr als Doppelmoral bezeichnen – das grenzt schon an Schizophrenie!

    • hf99  On April 14, 2014 at 09:44

      Bitte Links angeben, die die Behauptung belegen. Danke!

      • Herr Karl  On April 14, 2014 at 10:21

        Gerne.

        Teil 1: Kritik an Ken Jebsen beim Spiegelfechter:
        Beim (leider von Jörg Wellbrock gelöschten) Artikel „Montags-Demos 2014: Für krude Verschwörungstheoretiker oder echte Durchblicker?“ von Jörg Wellbrock wird Ken Jebsen (zu recht) kritisiert. Der gelöschte Artikel kann auf der Facebook-Seite von Jutta Ditfurth gelesen werden. Sie äusserst sich noch eindeutiger als Jörg Wellbrock zu Ken Jebsen und bezeichnet Äusserung von ihm klar als „antisemitisch“. Das ist auch meine Meinung.

        Teil 2 (Förderung von Ken Jebsen) folgt

      • Herr Karl  On April 14, 2014 at 11:05

        Teil 2: Förderung von Ken Jebsen:

        Jens Berger ist Mitarbeiter bei den NachDenkSeiten, wie auch Jörg Wellbrock (als Sprecher, gem. Wikipedia). Die NachDenkSeiten wiesen wie folgt auf Ken Jebsen-Videos hin (keine vollständige Aufzählung):

        Am 24. März 2014 übernahmen die NDS (Verantwortlich: Wolfgang Lieb) in den „Hinweisen des Tages“ einen Text zum Youtube-Vdeo von KenFM mit dem Titel „KenFM im Gespräch mit: Willy Wimmer“. Zudem wurde auf dieses Video von den NDS verlinkt – kommentarlos.
        Am 31. März 2014 wurde bei den NDS der selbe Text auch unter der Rubrik „Videohinweise“ von Jens Berger aufgeführt. Diesmal mit dem eingebetteten Youtube-Video von Ken Jebsen.

        Am 20. Januar 2014 wird unter der Rubrik „Videohinweise“ (Verantwortlich: Jens Berger) das eingebettete zweiteilige KenFM-Video „6.KenFM im Gespräch mit: Hans-Jürgen Krysmanski“ aufgeführt, samt Text aus dem Youtube-Video.

        In den „Hinweisen des Tages“ vom 26. Juli 2013 übernahmen die NDS (verantwortlich: Jens Berger) einen Artikel aus dem Blog KenFM.de mit dem Titel „8.Im Gespräch mit: Philip Klever“, gefolgt vom Link zum Blog KenFM.de.

        Peter A. Weber ist Autor beim „Kritischen-Netzwerk.de“, in welchem in den letzten Wochen mehrere Artikel Ken Jebsen gewidmet worden sind und direkt auf seine Viedos verlinkt wird. Am 11. März 2014 sagte Ken Jebsen im verlinkten Video (beim Kritischen-Netzwerk.de) mit dem Titel „KenFM über: Konkurrenz ist gut für das GAS-Geschäft“ unter anderen: „Die Nazi-Vernichtungslager wurden von den Zionisten vor der durch Hitlers Taten zu recht geschockten Weltgemeinschaft nur als vielerlei Hebel benutzt, um einen Staat, den man systematisch herbeibombte, vor dieser Gemeinschaft als legitim erscheinen zu lassen. Eine perfide Verwertung der ungeheuren Verbrechen der Nazis – und der Plan ging auf.“ (Min. 5,10)
        Peter A. Weber leitet einen Regionalen NachDenkSeiten-Gesprächskreis. Er ist nicht der einzige Funktionär des „Kritischen-Netzwerk.de“, der einen solchen NDS-Gesprächskreis leitet.

        Die dazugehörenden Links in Teil 3

        • hf99  On April 14, 2014 at 11:13

          Frage: Machen sich die NDS inhaltlich damit handgemein, oder liegen bloß redaktionelle Fehler vor?

          Vor einigen Jahren konnte ich die NDS darauf aufmerksam machen, dass sie versehentlich etwas von dieser Lyndon LaRouche-Bewegung verlinkt hatten. Auch dieses scheinbar-Tucholsky-Gedicht wurde kurzzeitig beworben („Frech verhökern diese Knaben/Dinge, die sie gar nicht haben“ etc).Sie korrigierten jeweils, und gutt iss. Passiert uns allen mal, ist mir auch schon mal passiert. Who cares! Es ist eine der schlimmsten Spindoctoreien, daraus jetzt inhaltliche Kritik abzuleiten.

    • Herr Karl  On April 14, 2014 at 19:40

      Noch eine kleine Ergänzung zu Helmut Schnug (NDS-Gesprächsleiter und Autor beim „Kritischen-Netzwerk.de):

      Helmut Schnugs einleitende Bemerkung zu einem Brief von Einstein (und anderen) lautete:
      „In diesem grundlegenden Brief an die New York Times in 1948 erklärten Einstein und die Unterzeichner sehr eindeutig und aufrichtig, warum der Regierung Israels nicht vertraut werden kann und diese weder Geld noch Unterstützung durch die Amerikaner erhalten dürfe.
      Durch den Brief sollen Amerikaner und die Welt vor den Gefahren gewarnt werden, welche durch die Emergenz von Rassismus, Faschismus, Terrorismus und religiösem Fanatismus besteht, die innerhalb der Regierung des neu gegründeten Staates Israel repräsentiert wird.“

      http://www.scharf-links.de/44.0.html?&tx_ttnews%5BpS%5D=1291158000&tx_ttnews%5BpL%5D=2678399&tx_ttnews%5Barc%5D=1&tx_ttnews%5Bcat%5D=27&tx_ttnews%5Btt_news%5D=27883&tx_ttnews%5BbackPid%5D=89&cHash=f4844e879e

      Da frage ich mich, was dieser NDS-Gesprächleiter an diesen Gesprächskreisabenden wohl so thematisiert…

      • hf99  On April 14, 2014 at 19:50

        Danke für den Hinweis. Der Brief ist abgedruckt in: Arendt, Hannah, Israel, Palästina und der Antisemitismus, Berlin 1991 p. 117 ff. Ich werde gesondert posten.

      • Herr Karl  On April 14, 2014 at 20:12

        Helmut Schnug machte noch folgende einleitende Bemerkungen zum Brief:
        „Auch die aktuelle israelische Regierung führt einen rassistisch-faschistischen Staat, der auf die Palästinenser keine Rücksicht nimmt und durch widerrechtliche Neubesiedlung und Landwegnahme alles daran setzt, daß alle Palästinenser irgendwann verschunden sind und Israel eine Ethnokratie (=Herrenvolk-Demokratie) für Juden bleibt.
        Nachfolgend also ist der vollständige Brief wie er ursprünglich 1948 inhaltlich erschien. Er verdient es, so oft und weit wie möglich im Internet verbreitet zu werden. Der Brief sollte vor allem von Menschen gelesen werden, die noch immer zögern oder sich beharrlich verweigern, die israelische Regierung und ihre Schergen zu kritisieren.“
        (selber Link wie oben)

        Diese Bemerkungen von Helmut Schnug betreffen die aktuelle Politik Israels.
        Es ist die Wortwahl, die mich aufhorchen lässt…

        • hf99  On April 14, 2014 at 20:24

          ich habe schon reagiert, siehe oben mein neues Posting. Bin zusammen gebrochen vor Lachen…“Da auch unfreiwillige Komik erheiternd wirkt, habe ich mich beim Lesen nicht gerade gelangweilt“ (Rühmkorf)

  • garfield  On April 14, 2014 at 19:52

    die Sache mit den Montagsdemos & Mährholz mal außen vor, dazu kann ich mangels Info nicht viel sagen. Darum ging es im ad sinistram-Text aber wohl auch weniger.

    Politik & Religion haben ja schon grundsätzlich viel (ungewollte) Ähnlichkeit, inkl. Missionierung…
    ich hatte immer viel Respekt vor Jutta Ditfurth – auch wenn’s manchmal gut ist jmd zu haben, der den Jüngern den rechten (bzw „linken“) Weg weist & der „reinen Lehre“ so verbunden ist – langsam wird’s MMN etwas zuviel des Guten.

    Würde man bei ihr so „zw. den Zeilen“ lesen, wie es Ditfurth bei andern tut, könnte man aus ihr problemlos ne Anti-Deutsche Verschwörungstheoretikerin (sic!) machen.
    „Wer behauptet, wie das die Neue Rechte tut, es gebe werde links noch rechts, verschleiert nur dass er rechts steht!“
    wem dieses ambivalente 1D-Schema zu primitiv ist, gehört also selbst da rein…
    ungewollt komisch fand ich, als sie auf ihrer FB-Seite den Post dieses Ronny Irgendwer benutzte, um damit Jebsens rechte Tendenzen zu unterstreichen (?)
    Von J. kann man halten was man will – für das was Dritte über ihn schreiben, ist er aber kaum verantwortlich…
    wenn ich mir dann noch Ditfurths eigene Ikonen-artige Verehrung ansehe, bzw wieviele Menschen an ihren Lippen hängen (was sie auch nicht gerade sehr aktiv unterbindet)…
    wenn sie es auch nicht aussprechen würden (bzw. sicher ne andere Wortwahl benutzen) übernimmt sie für ihre Fans im Grunde genau diese Rolle.

    Von mir deshalb kein JEIN, sondern Zustimmung.

    Sich damit zu brüsten, „aus Loyalität“ keine Namen zu nennen, auch „nicht auf Nachfrage“ – ist allerdings auch _extrem_ billige Rhetorik, wenn sowieso jeder weiß wer gemeint ist.

    • hf99  On April 14, 2014 at 20:21

      ich hatte die Debatte nicht mitbekommen und wusste es n i c h t. Jutta Ditfurth ging mir manchmal auch auf die Nerven, etwa beim „Fall Ulrike Meinhof“, deren Ikonisierung ich für falsch halte. (edit: Versteht sich, dass das Verteufeln Meinhofs noch viel falscher ist, obwohl man „falsch“ nicht steigern kann…) Aber ich fand/finde sie letztlich schon klasse, eben wg keine-Karriere. Und natürlich hat sie in diesem fall inhaltlich recht.

      Denn: Von J. kann man nicht halten, was man will, lieber garfield. Das ist, wie bei Elsässer, schon sehr eindeutig. Welcher Teufel solche Querfronttröten reitet, weiß der Geier… Es interessiert mich auch nicht, warum die so sind. Wer seine Kapitalismuskritik an Israel aufhängt, naturalisiert das Nicht- naturalisierbare, ist also Rassist und Antisemit. Müssen wir inzwischen sogar die Selbstverständlichkeiten durchkauen?

      • garfield  On April 14, 2014 at 22:48

        es ging mir hier nicht um die Kritik, sondern die Art.
        Wenn ich Jutta Ditfurth kritisieren will, tue ich daß auch wg dem was sie macht – nicht weil sie die falschen Fans hat, die sie sich noch nicht mal aussucht.
        Und ihre Facebook-Seite ist nun mal voll von Einträgen dieser Art.

        Ich persönlich halte wenig von Facebook & muß zu meiner Schande gestehn, daß ich nicht mal ihre Seite kannte…
        daß sie auf diesem Niveau „argumentiert“ wundert mich deshalb umso mehr, weil ich J.D. wie gesagt eigtl auch geschätzt & ihr eigtl mehr als derart billige Polemik zugetraut habe.

        da ich J.D. nicht für dumm halte, kann ich mir das nur mit Dogmatismus erklären. Wie gesagt, wirkt halt schwer religiös das alles.

      • garfield  On April 14, 2014 at 23:08

        aw im spam-Filter…?

      • garfield  On April 15, 2014 at 01:48

        egal, neuer Anlauf:

        „…halten was man will“ war als Redewendung gemeint (trotzdem sollte sich natürlich jeder sein eigenes Urteil bilden, ohne Denkverbote 😉 )
        mir ging’s nicht um Kritik AN Jebsen, sondern die Art WIE.
        Wenn ich Jutta Ditfurth kritisiere, dann wg dem was sie tut – nicht wg dem was i-ein „Fan“ von ihr sagt (den sie sich nicht mal ausgesucht hat).

        Und die Seite ist a voll von derartigen Beispielen.
        Ich hab mit FB wenig am Hut & muß zu meiner Schande gestehn, daß ich auch ihre Seite dort nicht kannte.
        Da ich eigt auch sehr viel auf Jutta Ditfurth gehalten hab, wundert mich umso mehr, auf welchem Niveau sie da „argumentiert“.
        Da sie MMN auch nicht dumm ist, und noch dazu mit Worten umgehn kann – was soll ich davon halten…? Hauptsache Empören, egal wie…?

        kommt mir alles schon *leicht* missionarisch vor.

        vllt was allgemeines nebenbei:
        ich hab mich eigtl seit je her als ‚links‘ bezeichnet – allerdings war mein Umfeld auch ziemlich unpolitisch (Punks würd ich nicht grad „hoch-politisierte“ Leute nennen…)
        je länger ich Netz-Zugang hab → je mehr „Politiker“ treffe ich → je skeptischer bin ich ggü selbsternannten Politikern aller Richtungen geworden.
        Das Motto „Je größer die Fresse, …“ scheint auf ne besondere Art auch hier zu gelten; und manche sehn vor lauter Politik schon keine Menschen mehr… Daß dabei manchmal sowas rauskommt, wie Leute die groß von Humanismus etc säuseln, um sich dann einen abzulachen weil Schumacher ins Koma fällt – ohne auch nur einen Widerspruch zu merken – sind da nur ein Beispiel.

        Wenn Menschen zu gut miteinander klar kommen – laß sie über Politik diskutieren, fertig. Und die da oben haben gleichzeitig ihre Ruhe.

  • Wolf-Dieter  On April 14, 2014 at 20:01

    Lapuente schreibt einen sehr persönlichen Kommentar über eine politische Person, die er (sehr) persönlich verehrt. Das darf er und das soll er. Seinen Blogbeitrag sehe ich als persönliche Tagebuchseite. Nicht als Politikbeitrag.

    Und generell ist mir beim öffentlichen Diskurs die politische Verortung „links“ scheißegal (sowieso). Sondern die vorgetragenen Argumente sind es, die mich interessieren. Mein Herz schlägt links, aber Kommentare aus der anderen Ecke respektiere ich sehr wohl, wenn die Argumente logisch sind. Mein Respekt äußert sich dann in logischen Antworten.

  • genova68  On April 14, 2014 at 22:06

    „“Wer behauptet, wie das die Neue Rechte tut, es gebe werde links noch rechts, verschleiert nur dass er rechts steht!”“

    Ich habe noch keine Zusammenhang mitbekommen, bei dem dieser Satz nicht gestimmt hätte. Mährholz sagt übrigens genau das. Und zu dem gibt es mittlerweile haufenweise Indizien, da reicht schon sein Facebook-Account. Hintergründe gibt es beim spiegelfechter in der Kommentarsektion zum entsprehchenden Artikel.

    • garfield  On April 14, 2014 at 23:06

      ich wüsste umgekehrt nicht einen einzigen Menschen, den ich eindeutig als links oder rechts bezeichnen würde… (auch wenn manche das gern von sich selbst behaupten).

      wo würdest du z.B. Antideutsche einordnen – rechts oder links? Von Neoliberalen, Marktradikalen, usw usf (die mit Nationalismus ja eher wenig zu tun haben) ganz zu schweigen. Für „echte“ rechte ist die CDU z.B. schon links. So einfach ist das halt nicht

      Das Problem ist, daß man aus dem Satz genauso rauslesen kann:
      wer sich selbst als weder links noch rechts sieht, ist auf jeden Fall rechts – mit andern Worten = es gibt nur schwarz + weiß, fertig.

    • hf99  On April 14, 2014 at 23:43

      Ganz ehrlich: JEIN! Auch hier. Gerade hier. Ich zum Beispiel bin der begründeten Auffassung, dass deutsche (und norwegische, israelische, us-amerikanische, kanadische, französische undsoweiterländische) WaffenhändlerInnen vor Gericht und abgeurteilt gehören. Nicht weil sie deutsch (undsoweiter), sondern weil sie WaffenhändlerInnen sind Tauchen solche gehandelten Waffen zB in Afrika auf, nenne ich das – Eventualvorsatz/wusste oder hätte wissen müssen – schlicht Mord/Mordbeihilfe, denn „niederer Beweggrund“ (aus bloßer Gewinnsucht!) sollte sich leicht nachweisen lassen. (Ich weiß, dass das juristisch noch etwas anders ist…bevor ich von Juristen zugespamt werde…)

      Warum aber bin ich gegen diese schmierigen TäterInnen/TypInnen? Wg Marx-Engelscher Geschichtsdialektik? Bei mir habe sich in dialektischer Auseinandersetzung mit der Realität das rechte Klassenbewusstsein entwickelt? Seife! Wg Morrrall, aus keinem anderen Grund. Wächn dä Äthik! Weil ich, hier ganz Arendt, Kant, Schiller, den Anspruch habe, „ausdrücklich mit mir selber zusammen zu leben“. Und nicht mit einem Mörder/Mordhelfer – der ich wäre, wenn ich schwiege – zusammen leben möchte. Für den rechten Intellektualdumpfmuff a la Jan Fleischhauer (dem man irgend wann einmal erlaubt haben muss, den Lexikonartikel „Dekonstruktion“ zu lesen) bin ich also ein Egoist…

  • genova68  On April 15, 2014 at 00:00

    Garfield, das Ausgangszitat sprach nicht von Eindeutigkeit, sondern davon, dass es rechts und links nicht mehr gibt. Ein ziemlicher Unterschied. Es gibt dieses dreidimensionale Modell mit autoritär und liberal bzw. sozial und einem gegenteiligen Begriff, der mir gerade nicht einfällt. Das taugt so halbwegs. Rechts und links sind immer im Fluss, immer schwammig, und auf die persönliche Ebene reduziert kannst du Anteile von beidem finden, aber das ist doch alles nicht der Punkt. Rechts und links sind grobe Orientierungen, und wenn man die wegkickt, bleibt nichts außer Geseiere: vorn und ähnliches. Da ist keine Politik, kein Maßstab mehr möglich. Die aktuellen Montagsdemos zeigen das. Die behaupten

    Zu deiner Frage: Antideutsche: keine Ahnung, sollen sich andere zu äußern. Bei denen spielen persönliche Komponenten mit rein, Instrumentalisierung von Geschichte, persönliche Aufwertung durch einen besonders radikalen Standtpunkt, Reinwaschung, was weiß ich. Wenn man von einer aufgeklärten Linken reden mag, dann fallen die raus. Neoliberalismus steht natürlich klar auf der rechten Seite, weil bei denen Sozialdarwinismus alles überlagert und der Freiheitsbegriff ein rein aufs Ökonomische bezogener ist. Links hat etwas mit Solidarität zu tun, jenseits von Nation, Hautfarbe, Körper. Daran kann man sich ja grob orientieren.

    Mir ist schleierhaft, wieso man Kategorien komplett aus der Hand geben soll, ohne etwas anderes an der Hand zu haben.

    Aber sicher gibt es immer tausend Schattierungen, und das ohne Wertung. Kann man ja akzeptieren. Stell dir das ganze wie irgendwas Dynamisches vor.

    • garfield  On April 15, 2014 at 04:07

      mir ist schon klar, daß man nicht komplett ohne rechts & links auskommt – aber nicht weil sich dieses rein zufällig entstandene & völlig ambivalente Schema i-wie anbieten würde, sondern aus reiner Gewohnheit.

      Die Neoliberalen kriegst du da z.B. nur durch deinen „Kunstgriff“ mit dem Sozialdarwinismus rein.
      Nur ist die „klassische“ Rechte für einen autoritären Staat, Globalisierung ist denen ein Graus – Neoliberalismus wär nach derselben Logik (bzw je nach Perspektive) also gleichzeitig links.
      Aus Sicht der Anarchokapitalisten wiederum ist unser „links“ vermutlich ultra-rechts – weil die sich aus „links“ die Freiheit nehmen (aus rechts kriegen die nicht soviel wie die brauchen), und soziale Gerechtigkeit setzt Markt-Freiheit nunmal Grenzen.

      Zitat: Wer behauptet, wie das die Neue Rechte tut, es gebe werde links noch rechts, verschleiert nur dass er rechts steht
      … und um um den letzten Teil geht’s mir.

      Zu sagen „es gibt nicht links/rechts“ heißt ja noch lange nicht „alles ist eins“. Dafür muß man auch nichts komplett aus der Hand geben, neben dem von dir genannten 2D-Modell gibt’s noch mehrere, u.A. auch welche in denen links/rechts so gar nicht vorkommt bzw nur schwer zu finden ist, z.B. hier.

      Z.B. „Konservatismus“ (betr. soziale Gerechtigkeit genauso nichtssagend wie „progressiv“) kann u.U. ja auch = sozial sein – wenn man z.B. gg Fracking kämpft; im Grunde ist ja schon konservativ gg die „fortschrittliche/progressive“ Globalisierung zu sein.
      Eine klare links/rechts-Achse find ich da jedenfalls nicht… „unser“ Links wär dort vermutlich horizontal leicht rechts, in der Vertikalen ungefähr mittig.

      Jetzt ist die Frage, wie das Zitat zu lesen ist…
      wörtlich genommen wär jmd, der z.B. dieses Dreieck ohne klares links/rechts bevorzugen würde, danach jedenfalls per se rechts.
      In der Form heißt das dann nix anderes als „wer nicht für uns ist, ist gegen uns“

  • genova68  On April 15, 2014 at 21:59

    Der Sozialdarwinismus bei den Neoliberalen ist kein Kunstgriff, sondern wesentlicher Bestandteil. Die Sache mit dem autoritären Staat würde das 3D-Modell lösen, wie auch deine weiteren Bemerkungen zum Thema. Ich sehe das Problem nicht.

    Das Dreieck ist nicht so doll, da fehlen Variationsmöglichkeiten. Progessiv halte ich auch für einen eher schwammigen Begriff, wenn er nicht auf etwas konkretes bezogen ist.

    Anarchokapitalisten würde ich als ziemlich rechts eintragen, weil da der Freiheitsbegriff genauso pervertiert wird wie der Gleichheitsbegriff. Letzterer wird auf Dauer komplett ausgehebelt, weil Kapitalismus ohne Regeln zu extremer Ungleichheit führt und damit zu Unfreiheit. Das sind doch Spinner, sonst nichts. Vielleicht kann man sich da die ein odere andere Anregung holen, das wars dann aber auch. Individuen schließen sich individuelle zu Gemeinschaften zusammen, das hatten wir vor ein paar tausend Jahren schon einmal. Ich muss nicht alles ernst nehmen.

    Du siehst, mein Modell ist offenbar perfekt.

    Ja, ich meine diese Verschleierung, die aktuellen Montagsdemos sind genau das. Ohne ein Wertesystem geht man denen auf den Leim.

    • genova68  On April 15, 2014 at 22:01

      Schau dir das Kritische Netzwerk an, über das Herr Karl im Nachbarthema gerade referiert. Auszug aus der Selbstbeschreibung:

      „Schubladendenken lehnen wir vehement ab! Wir selbst möchten in keine Schublade von links oder rechts gesteckt werden“

      Und zack arbeiten sie mit Ken Jebsen zusammen. Und reden sie auch noch von „Querdenkern“. Mein Gott, es gibt so viele Trottel im Netz.

      • garfield  On April 16, 2014 at 02:38

        naja, daraus aber den Schluß zu ziehen:
        jeder der Schubladendenken ablehnt und/oder sich nicht als links bezeichnen will, hat rechte Tendenzen, fänd ich schon weit hergeholt…
        nur ist es eben das, was Ditfurths Zitat zw. den Zeilen implementiert; und die abgewandelte Form „wer sagt er ist nicht links, ist rechts“ hab ich auch schon mehr als oft gelesen.

        nach der ganzen Selbstgerechtigkeit, Dogmatismus, und Wider-sprüchlichkeit zw Anspruch und eigenem Verhalten, auf die ich mit der Zeit bei v.A. selbsternannten Linken gestoßen bin –
        inzw bin ich mit der Selbstbezeichnung „links“ auch sehr zurückhaltend geworden (s. auch mein comment oben)…

        btw: jüngster Höhepunkt i.d. Richtung war zu sehn, wieviel eigtl „linke“ Foristen sich bestens mit Militarismus & Imperial-Denken arrangieren können, solang es nur die „Richtigen“ trifft (auch wenn schon vorher abzusehn war, daß am Ende allein die Bev. der Ukraine leiden, die „Richtigen“ dagegen kaum Federn lassen werden…)

        schaut man mal unter die Oberfläche, sind viele „Linke“ rechter als jeder „echte“ Rechtsaußen; und oft gilt: je „linker“ [sie sich darstellen], desto schlimmer (Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel)

        • genova68  On April 16, 2014 at 06:30

          Selbsternannte Linke und ihre Widersprüchlichkeit, Labels zur Selbstentlastung: ja, das ist sicher so. Aber genau das wäre doch ein Grund für die Beibehaltung der Labels: Man kann entlarfen, so wie du das gerade tust. Wir wissen ja von der westdeutschen DKP über die DDR bis Stalin, was sich unter dem Label alles aufreihte.

    • ziggev  On April 15, 2014 at 23:16

      der anarchistische Libertarismus wird mir immer sympathischer : als wir während der Koalitionsverhandlungen keine Regierung hatten, lief doch alles bestens, oder nicht? Einfach alles laufen lassen, wie bisher, verändert hat sich nichts. fand ich ne tolle Sache.

      Erst als wir wieder ne Regierung hatten, gab´s Stress: immer noch nichts machen, diesmal aber in europäischer Nabelschau glauben, alles fiele schon bei merkelschem Auf-Zeit-Spielen Europa – also Merkel – in den Schoß.

      beim Che habe ich vor der Krim-Okkupation bereits gefragt: erinnert sich noch wer an die Ereignisse in Georgien vor ein paar Jahren ? da schien nämlich eine fatale Entwicklung sich abzuzeichnen, wie sie jetzt tatsächlich eingetreten ist. gewundert habe ich mich dann jedenfalls nicht.

      ehrlich kann ich eine gewisse Schadenfreude darüber nicht verhehlen, wie die europäische Blamage in Sachen Ukraine/Krim immer offenkundiger wird. höchst amüsant, wie jetzt „überzeugte“ Europäer (West) so ein großes Bedürfnis danach verspüren, sich mit sich selbst über ihre Haltungen in der Vergangenheit zu verständigen, diese Diskussionen, die vor 5,7,20 Jahren hätten stattfinden müssen, sind nun aber leider vollkommen uninteressant geworden. umso bequemer scheint es zu sein, an der eigenen Nabelschau festzuhalten. moin!

      gar keine Regierung scheint in der Tat das beste zu sein. dann ist jedenfalls ausgeschlossen, dass keiner der solches Gefasel absondernden einer Partei angehört, die einer der Koalitionspartner ist.

      BTW in den 80ern ging ein Witz so: „Alter kommunistischer Witz: Was steht im Jahre 2000 unter ‚Deutschland‘ im Lexikon? – kleines, zerstrittenes Volk am Rande Chinas.“

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