Miley Cyrus

Junge Frauen von heute, IT-Girls der Postmoderne. Was treiben sie? Sie trauern. Und gehen vermutlich ihren eigenen Weg dabei.

Tagelang trauerte Miley Cyrus in Tweets über den Verlust ihres gliebten Hundes „Baby Floyd“. Der weißhaarige Alaskan Klee Kai war gestorben. „Das ist zu viel für mich“, und „ich will schlafen, kann aber nur weinen“, schrieb sie verzweifelt an die Fans. Selbst bei ihren Konzerten in Boston und bei New York war Cyrus zwischenzeitlich dem Zusammenbruch nahe, berichtete der Branchendienst contactmusic.com.

Jetzt hilft dem Teenie-Star ein Neuer über den Tod von Floyd hinweg. Ihre Mutter habe sie mit einem Hund überrascht, twitterte Cyrus in der Nacht zu Samstag. „Meine Mama wusste, dass mein Herz gebrochen ist, und so bin ich heute morgen von Moonies Küssen aufgeweckt worden“.

Ich kann natürlich nicht wissen, was „Prominenz“ aus einem macht. Aber sind die sich inzwischen eigentlich für nichts mehr zu schade? In meiner Jugend, da waren die Promis noch aufrichtig entfremdet. Ihre Verlogenheit hatte Hand und Fuß. Jürgen Klinsmann wollte, wenn ich mich recht erinnere, „das Kind in sich zulassen“, und die Love-Story zwischen Boris Becker und einer Hamburger Germanistikstudentin war eine über Monate hinweg entwickelte Story – inklusive Statement „Hafen bleibt“. Damals, da waren die PR-Berater noch auf Zack. Heute müssens die Hunde richten.

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Kommentare

  • Bersarin  On April 6, 2014 at 11:39

    Tja, alles nachzulesen bei Adorno, insbesondere in der DA im Kapitel zur Kulturindustrie. Nichts Neues unter der Sonne. Wer Pop als Subversion feiert, bekommt das alles integrierende Moment dieses Systems nicht mit. „Mit Danone kriegen wir sie alle …“ Im Grunde bedarf es nicht einmal eines Joghurts, die Residual-Individuen erledigen das meist von ganz alleine, gründlich und gerne.

    Es werden solche Sätze ja immer als die ungeheure Arroganz ausgelegt: Aber gerade in solchem Zusammenhang bewahrheitet sich jener Satz von Adorno: Bei manchem Menschen ist es eine Unverschämtheit, wenn sie ich sagen.

  • Publicviewer  On April 6, 2014 at 13:27

    @² Besarin
    Das trifft es auf den Punkt, nur der Pop war m.E. eigentlich von Anfang an integraler Bestandteil des Systems.

  • hf99  On April 6, 2014 at 23:30

    Bersarin: natürlich (und Du weißt, dass ich das weiß). ich fand dieses beispiel nur so besonders skurril. (dem Zusammenbruch nahe, schrieb der Branchendienst – hahaha, vorzüglich)

    @Publicviewer – fraglich.

    http://uk.phaidon.com/agenda/art/articles/2011/september/13/richard-hamilton-father-of-pop-art-1922-2011/

  • Bersarin  On April 8, 2014 at 19:11

    Ich weiß, daß Du weißt. Und es ist in diesem Sinne auch immer wieder interessant, um solche inszenierte Individualität und personality vorzuführen. Genau an solchen Exzessen der Aufrichtigkeit und der Tränen, zeigt sich, wie aktuell Adornos „DA“ und sein Kulturindustriekapitel immer noch ist. Es ließe sich da ein ganzer Kanon an Beispielen zusammenstellen, die diese Aktualität zeigen. Nur läuft man Gefahr, hinterher kotzen zu müssen. Beste Grüße nach Hamburg. Und voll Scham muß ich immer noch bekennen, daß ich den Ostseeripper immer noch nicht gelesen habe und dabei steht er auf dem Zettel der zu besprechenden Bücher.

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