Edathy – update

„Ich bin nicht pädophil. In der Kunstgeschichte hat der männliche Akt, auch der Kinder- und Jugendakt, eine lange Tradition. Man muss daran keinen Gefallen finden, man darf es aber.“
(…)
„Ich muss und werde mich für mein Privatleben nicht entschuldigen oder rechtfertigen. Niemand, der sich im privaten Bereich rechtskonform verhält, muss das. Der Schutz der Privatsphäre ist elementar für einen Rechtsstaat.“

So ist es. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen.

Die deutsche Bundespost scheint es 1977 anläßlich Runges 200stem Geburtstag noch genau so gesehen zu haben:

800px-DBP_1977_940_Philipp_Otto_Runge_-_Der_Morgen
(Quelle: Wikipedia)
Disclaimer:

Nackerte Kinder auf deutschen Briefmarken! Es ist em!pö!rend! Auch heute noch! Diese Skandalbriefmarke wird bis heute zum Beispiel im Michel-Katalog abgebildet – einem jugendfreien Werk! Runges Bilder selber? Hängen weiter aus, etwa in der Hamburger Kunsthalle, die das auch noch dümmlich rechtfertigt! Und niemand schützt unsere Kinder!

update: ich sehe gerade, dass Kurt Gscheidle, der als Bundespostminister für diese widerwärtige Skandalbriefmarke verantwortlich zeichnete, schon tot ist und nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden kann. Hmmm, müssen wir unsere Forken fürs fröhliche Haberfeldtreiben leider wieder einpacken. Aber einen der Grafiker kriegen wir vielleicht noch?

Post a comment or leave a trackback: Trackback URL.

Kommentare

  • altautonomer  On März 16, 2014 at 11:43

    Hmm! Das Private ist also doch nicht politisch? Als einer von zigmillonen Fleischessern in @de hab ich mit der industriellen Tötung von Tieren nichts zu tun? Und als Konsument und Nachfrager von Bildern mit nackten Kindern bin ich auch kein Teil der Strukturen eines internationalen Systems von sexueller Gewalt an KIndern?

    Der Vergleich mit künstlerischen Werken wie der „amor von caravaggio“, Leda mit dem Schwan, Nabokovs Lolita, Thomas Mann’s „Tod in Venedig“ u7nd den Babybildern von Anne Geddes, die allesamt nicht zum Zwecke der Triebabfuhr alleinstehender Leistungsträger hergestellt wurden, geht in meinen Augen am Problem vorbei.

    Tatsache ist, dass es keine obrigkeitliche Kontrolle des individuellen Privatsphäre gibt und geben wird, die verhinderrt, dass jemand sich aus sexueller Befriedigung von seiner Partnerin die Hoden auf ein Frühstücksbrettchen tackern läßt, genausowenig, dass jemand daheim mit seinem Dobermann kopuliert.

    Im Schutz der Privatsphäre waren z-. B. auch die körperliche „Züchtigung“ der eigenen Kinder und die Vergewaltigung der Ehefrau bis vor nicht allzu langer zeti straffrei.

  • hf99  On März 16, 2014 at 12:05

    @altautonomer: Edathy hat seine persönlichen Vorlieben – die nicht meine sind, aber so what! – im Rahmen bestehender Gesetze ausgelebt und wurde dafür öffentlich geschlachtet – darum geht es. Was die Bezüge privat-politisch betrifft: Da bleibe ich vorerhand sehr bürgerlich, weil mir öffentliche Tribunale missbehagen. Natürlich greifen die Sphären ineinander – so wird ja per sozialer Vererbung zB Selbst- und Weltbeschreibung fortgeschrieben. Etwa, wenn ein 7jähriger Bengel zu Hause hört, wir Deutschen seien so ehrlich und fleissig und würden immer wieder übers Ohr gehauen, von den Juden, äh, den Südländern oder so…Dennoch: Der Schutz der Intimsphäre hat etwas zu tun damit, Menschen vor Übergriffigkeiten zu schützen. Die Bloßstellung, die öffentliche Vorführung von Menschen nenne ich ohne wenn und aber Faschismus.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: