Eigenanteile

Der Diskurs gegen “sexistische” Werbung und der gegen “Gewalt” sind zwei Seiten derselben (protestantischen) Medaille.

Ich kanns nicht besser sagen. Ergänzen muss man noch, dass es eine sehr ungute linke Variante dieser neopietistischen Selbst- und folgerichtig vor allem Fremdzerknirschung gibt, bloß heißt das dann (oder hieß es zumindest vor 20 Jahren) „Eigenanteile selbstkritisch hinterfragen/die rassistischen Eigenanteile bekennen und aufarbeiten“ oder so ähnlich. Wenn Bürgerkinder politisch werden, wird erstmal kräftig am Psychodrom-Rad gedreht… Meist bleibts denn auch dabei. Am Ende kommt dann sowas wie Bündnis 90 raus.

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Kommentare

  • summacumlaudeblog  On März 20, 2014 at 10:46

    „…alles richtig gesehen habend…“ und doch Hartmut: Lass doch! Solange diese Haltungen, die so alt sind wie die antiautoritären Bewegungen selbst, nur in ihren Filterblasen schmurgeln und sich gegenseitig ihre angebliche Vorurteilslosigkeit bestätigen, ist mir die Existenz dieser Jammerkapaunen egal.
    Es ist hier durch mich, dich, genova, ché und bersarin z.B. immer wieder gesagt worden: Gefährlich werden diese im Begriff schon anklagenden Haltungen (Eigenanteil suchen, Deutungsmacht, critical whiteness, Heteronormativität; früher auch Theoriedefizit, latent faschistisch und Charaktermaske genannt) doch erst, wenn mit ihnen reale, politische Handlungen begründet werden. Wenn die Protagonisten dieser Haltungen politische Macht erlangen. Dann werde ich mich auch wieder zu Wort melden. Aber diese Gefahr sehe ich vorerst nicht.
    Somit sind diese Eigenanteil-Einforderer für mich hervorragendes Studienmaterial um zu ermitteln, warum die Aufklärung und in der Folge der Sozialismus gescheitert ist. Denn der stalinistische Schauprozeß war nichts anderes, als das Suchen nach dem „Eigenanteil“, den noch nicht sozialistisch transformierten Strömungen in einem, die ja bekanntlich „objektiv“ dem Klassenfeind dienten. Nur durch ein sozialistisches Schuldbekenntnis ließ sich die gewünschte Transformation katalysieren. So verschwinden „Eigenanteile“…

    Auch das ist hier durch mich und viele andere schon längst gesagt worden: Die Nähe des „Eigenanteil-Denkens“ zum Schauprozeß und dessen Nähe wiederum zur heiligen Inquisition ist evident.

    • hf99  On März 21, 2014 at 01:16

      Das ist ja alles richtig. Dummerweise aber läßt sich die progressive Linke seit Jahrzehnten, Jahrhunderten von solcherart Groß-, wohl eher KLEIN inquisitoren in jeder Hinsicht unter Kuratel stellen und genau das ist das Problem. Ich weiß, das klingt jetzt sehr schillersch, sehr konservativ… Aber man sollte sich in der Tat schon einmal ganz unbefangen mit Schillers Augustenburger Briefen auseinander setzen. Klar, Schiller hat da frühzeitig die Stichworte geliefert, die dem konservativen Bürgertum die eigene Revolutionsfeindlichkeit wohlschmecken ließen. Schiller war da Reaktionär. Ohne „“. Aber hatte er n u r Unrecht? Für mich bleibt Robespierre eine Jahrtausendgestalt, weil in ihm genau dieses Problem kulminiert: Robespierre war während seiner anwaltlichen Tätigkeit in Arras zu Zeiten des ancien regime aus humanitären Gründen Gegner der Todesstrafe… Noch Fragen? Die Linke weigert sich, so meine Beobachtung, hier weiter zu denken. Stalin? Hat bedauerlicherweise n paar anner Marmel gehabt, mehr nich. Und das ist mir gedanklich einfach zu mager, und menschlich, soviel Bürgertum muss sein, infam. Genau deswegen „bin“ ich ja auch – in jedem Sinn von „sein, seiend“ – kein Linker. Obwohl sie politisch natürlich recht haben. Aber ich zitiere alte Tagebücher, die ich demnächst ja sowieso präsentieren werde…

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