Zum Fall Oscar Pistorius

Ist es plausibel, dass jemand, der in einer „gated community“, also einem überwachten Wohnbezirk, wohnt, einer gated community, in der fünf Jahre lang nichts passiert ist, sofort an „Einbrecher“ denkt, wenn er irgend etwas hört, und nicht an das Naheliegende: Dass einfach seine Freundin, die bei ihm schläft, auf Klo geht?

Ist es plausibel, dass jemand, der eidesstattlich versichert, extreme Angst vor Einbrechern gehabt zu haben, dennoch in einer nicht übermäßig heißen, nicht stickigen Sommernacht zwei Fenster sperrangelweit offen stehen läßt – dann aber sofort an etwaige Leitern im Garten denkt, als er Lärm gehört haben will?

Ist es plausibel, dass er, als er vom Balkon wieder herein kommt – sein Blick fällt dabei direkt aufs Bett – nicht bemerkt haben will, dass seine Freundin nicht darin liegt? Und ist es plausibel, dass ihm, als er nach der Waffe unterm Bett fingert, Reeva Steenkamps fehlende Atemgeräusche nicht aufgefallen sind, obwohl er sich, in panischer Angst vor Einbrechern, still verhalten hat? Ist es plausibel, dass er nicht einmal nach seiner Freundin getastet hat, um abzuklären, wo sie ist?

Ist es plausibel – Reeva Steenkamp wurde mit entleerter Blase und wieder hoch gezogenen Hosen gefunden, die Toilette war abgezogen, sie muss also, wenn seine Version stimmt, unmittelbar vorher ihren Toilettengang beendet haben –, dass er die Klospülung nicht gehört hat, obwohl er sich dem Bad doch so vorsichtig näherte, dass er nicht einmal Licht anmachte?

Ist es plausibel, dass er zunächst seine Freundin anruft, dann den imaginierten Einbrecher, und auf die fehlende Antwort seiner Freundin nicht reagiert? Und ist es plausibel, dass Reeva Stenkamp auf dem Klo daraufhin sich zwar einerseits ihm nicht zu erkennen gibt, andererseits aber Lärm macht? Denn entweder sagt sie „ich bins doch bloß, Feinsliebchen“, oder sie glaubt sofort auch an einen Einbrecher und verhält sich mucksmäuschenstill – aber nichts dazwischen…

Ist es plausibel, dass jemand, der sich bedroht, wehrlos und verletzlich fühlt, fast in Panik, sich der Gefahr bis auf etwa einen Meter nähert und dann viermal mit einer großkalibrigen Waffe feuert, anstatt von der Ecke des Bades aus, wo er alles unter Kontrolle hat, selber aber nicht bedroht ist, die Polizei zu rufen – zumal er vorher ja genau dies seiner Freundin aufgetragen haben will?

Ist es plausibel, dass jemand, der nach einem solchen Vorfall von der Security der gated community angerufen wird, ihr „Alles in Ordnung“ sagt?

Ist es plausibel, dass sich diverse Zeugen untereinander absprechen und sagen „Dem Oscar Pistorius, dem semmeln wir jetzt kräftig eine rein: Wir sprechen uns ab, zu behaupten, es habe vorher dort einen veritablen Streit gegeben, und dann seien Schüsse gefallen“?

Das alles finden Sie nicht plausibel?

Ich auch nicht!

Allenfalls möglich wäre eine massive Angststörung mit Tunnelblick o.ä.. Das kann nur eine psychiatrische Untersuchung aufdecken. Geht diese Störung aber so weit, dass man zum Beispiel selbst die Klospülung nicht mehr wahrnimmt? Diverse Zeugen mit Wahrnehmungsstörungen benötigen wir ja außerdem noch…

Ich hänge mich hier aus dem Fenster: ich gehe, Stand jetzt, davon aus, dass hier jemand wieder einmal seine Probleme mit Frauen auf die sehr warme Tour „gelöst“ hat. Und wieviel accidental shootings, in den USA und anderswo, in Wahrheit Ehescheidungen im Schnellverfahren waren, will ich lieber gar nicht wissen…

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