Hegel, Kant, Rousseau – alles verbieten – update

Seit Jahren, eigentlich Jahrzehnten möchte ich das dämliche Politidentitäts-Idiotentum, das ständig Analyse mit Anklageschrift verwechselt, ganz neostalinistisch die Trischta rehabilitieren will, Politsauberkeitserziehung betreibt und sich damit als selbstlegitimierter Sachwalter der reinen Lehre andienen möchte, konsequent aus meinem Leben fernhalten. Denn was haben die mit mir zu tun? Was ich mit ihnen? Und jedesmal ärgere ich mich dann doch aufs Neue über sowas. Das grenzdebile, übrigens völlig undialektische Gelalle dieser Politsekten ist selbstredend im Handumdrehen widerlegt – intellektuell kann einen das nicht wirklich reizen. Aber es ist ja nicht irgendwer, der sich mit solch hanebüchenen Zerknirschungsdiskursen selbst zerlegt. Es ist die Linke. Was für verplemperte Energien. (Edith sagt: Und viel wichtiger: Was für vernichtete Hoffnungen!)

Für die Damen von der Humboldt-Uni: Marx und Engels hat burks Euch bereits steckbrieflich kenntlich gemacht; auch bei David Hume findet sich eine Rechtfertigung von Sklaverei und Kolonialismus. Den dann bitte auch auf die Liste der auszusondernden Literatur! Als wir vor etwa einem Jahr über zensierte Kinderliteratur sprachen, dachte ich noch: Kinners, nehmt mal n Gang raus! „Zensur“, naja – hätte man es denn nicht ne Nummer kleiner? Nee, nee, die meinen das wirklich so. Die wollen zensieren! Die wollen bestimmen.

Was die jetzt lesen werden? Vermutlich Svende Merians ‚Tod des Märchenprinzen‘. Wobei: Ich hab den kürzlich in der Hand gehabt. Für meinen Geschmack hat Merian ihre weißen Täteranteile nicht konsequent genug hinterfragt. Ei ei…

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Kommentare

  • Dirk  On Februar 14, 2014 at 00:16

    http://www.refrat.de/article/8765.html?1392145136

    Genau, das ist der Grund warum ich mich immer darüber geärgert habe, dass die ASten aus Studierendenbeiträgen finanziert wurden.

  • Bersarin  On Februar 14, 2014 at 01:22

    Wenn es nicht so ernst wäre: es ist alles so derart lächerlich. Ich habe heute davon ebenfalls gelesen, wollte darüber schreiben, habe es dann gelassen, weil es Zeitverschwendung ist. Aber gut zeigt sich zumindest daran, wie sehr am Ende doch diese Diskurse von einer bestimmten Klientel dominiert werden. Das ist leider keine Minderheit von zwei Leuten.

    Coole Aktion übrigens,die Polizei zu rufen. Immer mehr habe ich mittlerweile fürt Adorno Verständnis, der das Institut räumen ließ. Zur Rettung bedarf es manchmal des packenden Zugriffs. Noch cooler wäre es, wenn ein paar Studentinnen und Studenten diese Dummlaberhanseln vor die Tür befördert hätten.

    • hf99  On Februar 14, 2014 at 01:53

      „Immer mehr habe ich mittlerweile fürt Adorno Verständnis, der das Institut räumen ließ.“ Dem schließe ich mich im allerherrlichsten Juristendeutsch vollinhaltlich an. Sollte ich jemals in eine solche Lage kommen: 110, peng. Die dürfen gerne auch mal was Vernünftiges tun. Ich bin heute noch wütend über das Pack, welches damals die großartige Feministin Katarina Rutschky zT regelrecht körperlich angegriffen hat. Rutschkys Verbrechen? Diese hochintelligente Frau hatte es gewagt, klarzustellen, dass es im Bereich „sexueller Kindesmißbrauch“ (O-Ton Rutschky: was wäre denn ein sexueller KindesGEbrauch?) selbstverständlich auch Falschbeschuldigungen gäbe. Rutschky, im Gegensatz zu den SchwätzerInnen von Wildwasser und Zartbitter eine Fachfrau, war das immer schon klar. Wildwasser (oder Zartbitter, weiß ich nicht mehr so genau, ist auch egal, die sind austauschbar) war es denn auch, die durch infame Falschbeschuldigungen im Rahmen der sog. Wormser Prozesse diverse Menschenleben zerstört hat. Bei den Wormser Prozessen kann man nur noch das kalte Kotzen kriegen. http://de.wikipedia.org/wiki/Wormser_Prozesse

      PS: Es war Wildwasser.

      • hf99  On Februar 14, 2014 at 01:56

        ergänzend: ich nenne diese Falschbeschuldigungen infam (und nicht nur fahrlässig), weil sie bis (fast) zum Schluß brutal aufrecht erhalten wurden – trotz vielfältiger Hinweise auf deren Haltlosigkeit.

        Ja, ich bin für eine komplette Srtreichung öffentlicher Mittel für solche Gruppen. das ist keine Wissenschaft, das ist Religion. Und gar noch eine dumme. Ratzinger kann ja wenigstens Latein…

        • summacumlaudeblog  On Februar 14, 2014 at 09:26

          DIE Falschbeschuldigung des AT weist auf die anthropologische Konstante des Phänomens hin: Potiphars Frau wollte Joseph verführen und warf ihm wegen des schmerzlich empfangenen Korbes vor, sie vergewaltigt zu haben. Daraufhin das Gefängnis für Joseph, der Mundschenk, der Bäcker, die Träume und die Wendung der Geschichte ins Große…
          …du sollst nicht falsch Zeugnis reden. Ist also alles nicht neu. Die Familiengerichte wissen seit Jahren/Jahrzehnten ein Lied davon zu singen: Von miesen Unterstellungen im Rahmen eines Sorgerechtsstreites. Deswegen auch meine Skepsis im Fall Woody Allen; diese Vorwürfe kamen im Scheidungsprozeß auf, da ist Vorsicht angezeigt.

          Immerhin: Potiphars Frau, Allens Frau, ganz allgemein Sorgerechtszank; da gibt es wenigstens noch einen hohen Streitwert (versagte Liebe bei der Ägypterin, Umgang mit gemeinsamen Kindern, Transformation von Liebe in Hass).

          Aber was treibt eigentlich diese Studenten zu ihren Falschunterstellungen, zu ihrer Rassismusriecherei in alten Texten? Die Phänomene sind ähnlich – das siehst Du ganz richtig – , sind es also auch die Ursachen? Was geht in diesen StudentenInneneninnenen (habe ich eine Silbe vergessen? Auch die Gendertröten des jenseitigen Neutrums wollen schließlich bedacht sein) vor? Was wird in deren Köpfen unterdrückt, dass sie sich so äußern müssen? Ist deren Sorgerechtsstreit die Sorge um den reinen Antirassismus? Heißt so ihr Baby? Ich fürchte, es geht in diese Richtung. Und das würde bedeuten, dass eine ambulante Behandlung nicht mehr ausreicht. Solche ideologisch zuzementierten Köpfe kriegste nich mal im Vorbeigehen freigespült…

          • hf99  On Februar 14, 2014 at 11:29

            Zur Klarstellung: Auf den Begriff „Gendertröten“ halte ich die Copyrights. Soviel Eitelkeit muss sein!

    • neumondschein  On Februar 14, 2014 at 18:37

      Was ist „Gender Studies“? Hat dieses Fach einen Gegenstand, außer soziale, liberale und emanzipative Zusammenhänge und Lehrveranstaltungen zu zerstören? Bringt das Verhalten dieser „Gruppe der Intoleranten“ Credibility und eine bessere Einschätzungen im Studium, vielleicht sogar „credit points“ in der Bologna-Bewertung? Offiziersanwärter müssen ja auch schießen können. Da müssen eben auch „Gender-Studies“-Spezis in der Praxis wirken. Alle akademischen Berufe stützen das System, egal ob es sich dabei um Offiziere, Polizisten, Lehrer, Pfarrer oder Ingenieure handelt. Warum ist das bei „Gender Studies“ anders? Warum fühlen sich ausgerechnet sie sich als „Widerstandskämpfer“, wo sie doch vom Staat für ihr Rowdytum bezahlt werden?

  • summacumlaudeblog  On Februar 14, 2014 at 12:05

    …und ich halte die Copyrights auf den Begriff „synapsen-building“, der das „hirnforschung“sgetriggerte Frühfördern von Kindern beschreibt. Beliebt v.a. in der kulturbeflissenen upper-middle-class. Ersetzt schön den Rohrstock.
    Aber auch das nur so nebenbei…

  • Anonym  On Februar 14, 2014 at 12:46

    Dass die Form der Trischta dem gerade in der Studentenschaft verkörperten traditionell teutschen Wesen in idealer Weise entspricht erklärt die Form der Kritik, jedoch nicht deren materiellen Grund, welchen etwa Susan Buck-Morss in „Hegel und Haiti, für eine neue Universalgeschichte“ dialektisch herausgearbeitet hat, kundig zusammengefasst bei http://raumgegenzement.blogsport.de/2011/07/06/susan-buck-morss-hegel-and-haiti/ – Buck-Morss gelingt nichts weniger, als Marx vom Kopf auf die Füsse zu stellen, aus obiger Rezension:

    “””
    „Die Revolution auf Haiti, die erste erfolgreiche Arbeiterre­volte in der Geschichte der Neuzeit“, prägte und formierte bis heute, was wir überhaupt unter „Klassenkampf“ und „Arbeiterbewegung“ verstehen: „Als die Zahl der Opfer der britischen Feld­züge gegen Haiti in den Jahren 1795/96 immer größer wurde, machten sich Panik und Rassismus in der Gesellschaft breit. Wie wir gesehen haben, war dies genau jene Zeit, in der sich die biologi­sche Kategorie der Rasse herausbildete und in Großbritannien und Amerika verbreitete.
    (…)
    “Nicht Manufaktur oder Verlags­system waren die Vorläufer der Fabrik, wie Marx meinte, sondern die mit dem Glockenschlag ge­takteten Plantagen und teilweise schon mit Dampfmaschinen betriebenen Zuckerrohrmühlen der Karibik.”
    “””

    Der inneruniversitäre Konflikt wie auch der hier in den Kommentaren in offenen Hass kippende Hohn müssen dialektisch begriffen werden als im teutschen Resonanzraum echoisierende Schockwellen dieser epochemachenden und anschliessend erfolgreich aus dem Gedächtnis der westlichen Kultur gelöschten Revolution.

    • hf99  On Februar 14, 2014 at 13:09

      Die Aufstände in Haiti sind mir, man mag es kaum glauben, sehr wohl vertraut. Um die geht es hier aber nicht. Hier geht es um den Zerknirschungsdiskurs, den bildungs- und ökonomisch Privilegierte eröffnen und in dem es um alles mögliche geht, nur nicht um Politik.

  • summacumlaudeblog  On Februar 14, 2014 at 16:43

    Naja, anonym, die beschriebenen Mechanismen der Trischta, also die säkulare, heilige Inquisition müssen wohl als eine der Hauptursachen des Scheiterns des Sozialismus im 20 Jhd. angesehen werden. Mag sein, dass da oben manches höhnisch rüberkommt; aber das Scheitern des Sozialismus sehe ich alles andere als höhnisch (im Gegensatz zu den Konservativen!!!).

    Dieses Scheitern ist wahrscheinlich von manch jüngeren Studenten der im Diskussionsprozeß Beteiligten noch gar nicht so erfasst geschweige denn der Zusammenhang zur Trischta gezogen worden. Dieser Zusammenhang besteht aber – umso schlimmer, dass dieses Denkmuster erneut wieder auftaucht. Allemal finde ich es besser, wenn dann die berechtigte Kritik an diesen (spezifisch linken?) Mechanismen auch von links kommt und nicht von Fleischauer. Grüße.

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