burks Wort zum Montag

Wie meinen? Eine Präsidentschaftskandidatin erlaubt (vade retro, Satanas!) Kommunisten, mit ihr zusammenarbeiten? Wo bleibt der Exorzismus? In Deutschland gehen die “Sozialdemokraten” sogar lieber mit der bürgerlichen Rechten und den Handlangern des Kapitals zusammen als dass sie mit der harmlosen “Linken” koalieren würden, die mit kommunistischer Politik so viel zu tun hat wie Alice Schwarzer mit einem Puff.

Sogar als es zeitweilige rechnerische Mehrheit im Bundestag für einen Mindestlohn von zehn Euro gab, hat die SPD gekniffen – und nur, weil der Vorschlag von der “Linken” kam. Ekelhafte heuchlerische und moralisch verkommene Bande! Lasalle würde euch zum Duell fordern. Ihr seid sogar zu dumm, um euch zu schämen.

Da hab ich mich doch glatt verschluckt.

Wird kommen wie gehabt: rot-rot-grün wird uns als „bewegendes Projekt“ verkauft genau dann, wenn die Linkspartei ihre letzten Reste von Subversisität abgelegt hat. So harmlos die jetzt schon sind…ihr Kotau vor den bestehenden Verhältnissen langt noch nicht ganz. Bitte noch etwas tiefer bücken…ja, nee, doch nicht, aber fast…jetzt aber, noch etwas tiefer…danke! Ihr dürft auch den „Verteidigungs“minister stellen!

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Kommentare

  • bernd_r  On November 18, 2013 at 23:38

    Sozialdemokraten eben. SPD? Wundert Dich das? Das solltest Du doch langsam geschnallt haben, daß die nicht anders können und auch nichts anderes wollen. Widerliches Pack von Heuchlern! Stinkende Pöstchenjäger! Subalterne Kriecher vor dem Kapital! Und das schlimmste ist, deren Fußvolk, d.h. die gemeinen und vielleicht zum größtenTeil sogar ehrlichen Genossen, stehen in Treue zu ihnen. Ich muß da oft an August, die Personifizierung des braven Sozis durch G.Schramm denken. Man studiere die Geschichte von der Billigung der Kriegskredite unter Wilhelm II, Ermordung Liebknechts und Luxemburgs, Bluthund Noske, …, Notstandsgesetze, Radikalenerlaß, Hartz IV etc. pp. …

    Wer hat uns verraten?
    Sozialdemokraten!
    Und wer war dabei?
    Die Grüne Partei!
    Und wer gibt ihnen
    in die Hand die Klinke?
    Wohl bald die Linke!

    Obwohl ich die letzteren bis dato immer noch gewählt habe und das auch weiter tun werde, zumindest solange dort die allgemeine Korruption und der Drang zum Trog noch nicht überhandgenommen haben. Es sind ja immerhin noch etliche gute Leute dabei – ich erinnere in diesem Zusammenhang z.B. an den Aufsatz Manfred Sohns zum „Epochenbruch“.

    Allgemein erscheint es mir aber verfehlt, in das Wesen der „parlamentarischen Demokratie“ irgendeine Hoffnung zu setzen – das ist alles doch nur noch ein Kasperletheater zur Ruhigstellung des Volkes…

    Die LINKE ist übrigens schlicht und ergreifend auch nur eine sozialdemokratische Partei, die den Kapitalismus etwas reparieren oder zumindest erträglicher machen will, in der irrealen Hoffnung, daß die „guten“ Zeiten von ca. 1950-1973 zurückkehren könnten. Daß und warum das nicht möglich ist, haben u.a. Eric Hobsbawm und Robert Kurz überzeugend aufgezeigt.

  • lemmy Caution  On November 23, 2013 at 19:43

    Lateinamerikanische Politik wird hierzulande popkulturell verarbeitet. Da ist diese hübsches Gesicht der jungen Mutter Vallejo, die ich schätze. Und dann darf die KP sogar in eine sehr weite Koalition eingebunden werden. Boar ey, voll der Burner.

    Der Mindestlohn beträgt in Chile – nach überdurchschnittlichen Erhöhungen unter der rechten Regierung – nun großartige 300 Euro. Bei einer Kaufkraft von ca. 1,8, wenn man alles mitrechnet. Unter der ersten Präsidentschaft der jetzigen vermutlichen Wahlsiegerin stieg der Mindestlohn weniger als die Inflation btw.
    Eine Regierung, die es sehr schwer haben wird, irgendwelche Steuer-Zahlungen für Unternehmen überhaupt erst wieder einzuführen. Und vielleicht, vielleicht wird es genug Geld geben, dass die staatliche Krankenversicherung erstmals vielleicht 80% der lebenserhaltenden Medikamente finanziert. Und mit ganz viel Glück kann der Beitrag der Familien für die Ausbildung von 22% des Einkommens auf 15% gesenkt werden. In Deutschland liegt der Beitrag bei ca. 2%.
    Meine Rührup Rente als Freelancer funktioniert nach einem ganz ähnlichen kapitalgedeckten Verfahren wie das chilenische Rentensystem der AFP. Nur dort zweigen sich die 5 Versicherungskonzerne 25% Gebühren von den Beiträgen ab. Bei mir sind das effektiv ca. 2,5%.
    Ganz sicher wird das sehr teure Militär unter Bachelet nicht gestutzt.

    Ich könnte hier endlos weiterschreiben…

    Es wird in der Zweiten Kammer nun 6 Kommunistische Abgeordnete geben. Rechnen wir noch die 2 ex-Studentenführer Gabriel Boric und Giorgio Jackson hinzu, die 2 unterschiedlichen frisch gegründeten Parteien vorstehen. Das macht 8 von 120. In der Nueva Mayoria (eine mehr Mitte als Links-Koalition) + links von ihr sind das 8 von 69 Abgeordnete. In der prestigeträchtigeren Ersten Kammer, dem Senat, kein einziger.

    Es gibt keine Konfrontation von Seiten „der Rechten“. Nachricht der Woche in Chile ist ein Abgeordneter einer der beiden Rechtsparteien, Renovación Nacional, der öffentlich bekanntgegeben hat, dass er eher mit der Nueva Mayoria stimmen wird, da er ihr Wahlprogramm mag. Weitere werden folgen.

    Wäre ich religiös, würde ich den alten Mapuche Göttern mit wenig Hoffnung ein Reh opfern, dass es diesmals mitte-links zur Abwechslung mal keine größeren spektakulären Skandale rund um die Veruntreuung von Geld geben wird. Das hat sie nämlich zwischen 1998 und dem Wahlsieg der Rechten 2009 vom Wahlvolk entfremdet.

    Die Wahlbeteiligung lag bei 56%, mit einer klar positiven Korrelation zwischen soziokultureller Stellung des Viertels und Wahlbeteiligung.

    Wenn Pop, dann bitte zumindest Bilder von Carol Kariola und nicht immer nur Camila Vallejo.

  • genova68  On November 24, 2013 at 10:54

    Ihr erwartet von der Linkspartei zuviel. Die sollen für euch die Drecksarbeit übernehmen, nämlich die Verhältnisse revolutionär ändern. Strengt euch selbst an, ihr Luschis.

    Parteien in Regierungen ändern kapitalistische Verhältnisse nur minimal, das ist doch klar. Wichtig wäre eine wie auch immer geartete Zusammenarbeit mit einer APO, mit gegenseitigem Befruchten, mit Bereitstellen von Geld und Infrastruktur.

    Die Linke hat bei den Wahlen noch 8 Komma Prozent geholt,weil Gysi Populist ist und offenbar alles tut, damit die Bildzeitung ihm gewogen ist. Weite Teile der deutschen Bevölkerung sind regressiv.

    • Manfred Peters  On November 24, 2013 at 23:27

      „… weil Gysi Populist ist und offenbar alles tut, damit die Bildzeitung ihm gewogen ist.“
      Populär oder Populist?
      Woher kommt nur die Antipathie zu Gysi? Was wäre DIE LINKE ohne Gysi?
      Er versucht doch die Zentrifugalkräfte innerhalb der Partei noch zusammenzuhalten. Soll ich die (offiziellen) Strömungen innerhalb DER LINKEN mal verlinken? Die inoffiziellen westlinken Chaotenströmungen gar nicht betrachtet.
      Das mit der Bildzeitung grenzt schon an Bösartigkeit. 😦
      Sonst enthält der Kommentar schon ein paar Wahrheiten.

      • genova68  On November 25, 2013 at 21:26

        Bösartig von mir oder der Bild? Ich beziehe mich auf diesen Arikel (unten)

        http://exportabel.wordpress.com/2013/11/19/uber-den-anerkennenden-blick-nach-unten/

        Der Gysi ist mir an sich sympathisch, aber so eine Aktion geht nicht. Punkt.

        • Manfred Peters  On November 26, 2013 at 23:54

          „mir“ diesmal nicht die BILD!
          Ja so schnell kann man in unsympathische Gesellschaft kommen, wenn man sich bei den Systemmedien die Munition gegen Linke beschafft.
          Die Veranstaltung hat gar nichts mit ranwanzen an irgendwen zu tun, ist einem bestimmten Format („Gregor Gysi trifft Zeitgenossen“) verpflichtet und gibt es schon X-Jahre.
          Nach Deiner Theorie dürfte Gysi in keiner Talkshow auftreten, denn auch dort wird er mit kruden Meinungen und Personen konfrontiert.

          • genova68  On November 27, 2013 at 00:45

            Quatsch. In Talkshows kann Gysi seine Position vertreten. Döpfner ist nicht irgendwer, den Mann kann man nicht einfach nach seiner Biographie fragen und so tun, als sei er ein kleiner Journalist. Du schreibst so überkritisch von „Systemmedien“ und fällst auf das tonangebende herein.

            Ich halte den von dir verlinkten Artikel im ND auch für daneben. Wenn Gysi Döpfner interviewt, dann hat es nicht darum zu gehen, ob er ein liebes Einzelkind war und tolle Opernkritiken schrieb und ein guter Essayist ist, Pflicht zum Ethos blablabla. Döpfer ist einer der mächtigsten Männer im Land und tut alles, damit die Verhältnisse so bleiben wie sie sind. Zudem arbeitet sein Konzern mit miesen Mitteln und macht Menschen fertig und lügt. Das weiß jeder, der es wissen will, seit Wallfraff und seit bildblog. Ein tonangebender Linker kann sich diesem Kontext nicht entziehen.

  • lemmy Caution  On November 25, 2013 at 09:41

    Die Beziehung der Kommunisten zur 2. Bachelet-Regierung ist alles andere als klar. Zur Zeit ziehen sie sich darauf zurück, dass sie „das Wahlprogramm Bachelets verteidigen möchten“. Das ist aber gerade in den Themen Neue Verfassung und Stärkung der Position der Gewerkschaften äusserst schwammig.
    Der KP Parteiführer Teillier sagte nun, dass man sich erst nach der Stichwahl entscheidet, ob man überhaupt in die Regierung eintreten will. Unter dem binominalen Wahlsystem Chiles ist die Beteiligung an einer Wahlkoalition fast die einzige Chance, um überhaupt ins Parlament zu kommen. Von 120 Abgeordneten im Unterhaus gewannen genau 3 Kandidaten ohne direkte Zugehörigkeit zu einer Koalition einen Sitz: Die beiden Studentenführer Giorgio Jackson und Gabriel Boric sowie ein liberaler Kandidat im Großraum Santiago. Im Falle Jackson verzichtete die Nueva Mayoria auf die Aufstellung von Gegenkandidaten in Santiago Centro, damit der auf jeden Fall ins Parlament gelangt.
    Die Kommunisten werden sich aus meiner Sicht in jedem Fall weiter an den Straßenprotesten beteiligen. Dort haben sie neben anderen anarchistischen und den vielschichtigen populistischen Gruppierungen in keinen Fall eine Führungsrolle. Ob sie sich aktiv an der Regierung beteiligen, steht auf einem anderen Blatt.
    Die KP war in den letzten 80 Jahren an 3 Regierungen beteiligt:
    – 1938 unter der links-progressiven Regierung unter Pedro Aguirre Cerda, die großen Einfluss auf die institutionelle Ausgestaltung des Landes bis 1973 hatte. Nach dem Tod Aguirre Cerdas 1941 zerfiel die Linke in Fraktions-Kämpfen. Die Kommunisten spielten dabei übrigens eher eine mässigende, staatstragende Rolle.
    – 1946-52 unterstützten sie den Populisten González Videla, der überdies eher rechte Vorstellungen vertrat. Zum „Dank“ erklärte er die Kommunisten nach ein paar Monaten als illegal. Viele Kommunisten landeten danach in Konzentrationslagern.
    – 1970-73 waren die Kommunisten Bestandteil der Unidad Popular und übernahmen hier in den heftigen Fraktionskämpfen wieder eine mässigende, staatstragende Rolle. Das endete in noch viel schlimmeren Konzentrationslagern als 1947.

    Es wird wie gesagt spannend zu sehen sein, wie sie sich zur Bachelet-Regierung stellen. Mit ihren 6 Abgeordneten im Repräsentantenhaus und 0 im Senat verfügen sie in jedem Fall über eine nur sehr schwache Machtposition. So richtig scheinen sie nicht in die Koalition aus eher liberalen Sozialdemokraten bis Christdemokraten zu passen. Konzentrationslager wird es in der chilenischen Geschichte übrigens nicht mehr geben.

  • El_Mocho  On November 25, 2013 at 10:36

    Ob eine Regierung revolutionärer Sozialisten eine echte Alternative wäre lässt sich angesichts der Erfahrungen in Venezuela allerdings bezweifeln:

    http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/1475171/Venezuela_Kriegsherr-Maduro-besetzt-Elektromaerkte

    • lemmy Caution  On November 26, 2013 at 00:00

      Ganz andere Baustelle.
      In Chile zeigen sich die Schwächen eines neoliberalen Systems wirklich sehr deutlich.
      Wenn ein Land unter einer Regierungszeit von 4 Jahren nach einem 8,7 Erdbeben um über 25% BIP wächst und dann die überwiegend sympathisch herüberkommende Kandidatin dieser Regierung ca. nur 14% der Stimmen der Gesamtwähler erzielt, dann sollte allein damit klar sein, dass das „Modell“ völlig am Ende ist. Dafür gibt es Gründe. Eine gute Zusammenfassung liefert Alberto Mayol „No al lucro“, falls hier jemand Spanisch lesen kann.
      Ich sollte ja nun in den letzten Jahren deutlich gemacht haben, dass ich diese venezolanischen Entwicklungen für das Grauen halte. Nur chilenische Politik geht definitiv auch nicht so weiter. Burk scheint nicht zu verstehen, dass dies ein sehr gemässigtes Wahlergebnis ist. Ich hab meinen chilenischen Freunden gesagt, dass ich an diesem Punkt an ihrer Stelle Roxana Miranda wählen würde. Aus Protest, nicht dass ich sie als Präsidentin sehen will.
      Am bemerkenswerten war eigentlich, dass sich auf der Rechten oft der gemässigtere Kandidat verloren hat und auf Seiten der Nueva Mayoria die Christdemokraten auf der Rechten.

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