Todesstrafe in Indien

Ich bin und bleibe gegen die Todesstrafe, selbst dann, gerade dann, wenn sie „moralisch!“ so legitim scheint. Aus Indien wird uns nunmehr ein Todesurteil zugestellt (es sind vier). Ob Alice Schwarzer zufrieden ist? So, wie sie sich gibt, sollte sie es eigentlich sein… Sie ist ja fürs Kriegführen, somit könnte sie ja auch für Todesstrafe auf Verdacht sein…

Ich bin, ganz ehrlich, ratlos.

Es ist unzweifelhaft richtig, dass den indischen Herren der Schöpfung signalisiert wird: No way! So nicht, Freunde der risikolosen Nacht!

Aber Todesurteil – und allemal, sollte das folgende (aus obigem Link) richtig sein?

Im Gerichtssaal konnten die vier Männer aus armen Verhältnissen dem Prozess über große Strecken gar nicht folgen, weil sie kein Englisch beherrschen und keinen Übersetzer zur Seite gestellt bekamen, was in Indien nicht unüblich ist. Der Antrag der Verteidiger, die mehr als 1000 Seiten lange Anklageschrift in Hindi übertragen zu lassen, war abgewiesen worden. Auch die Familie des Opfers beschwerte sich über das Sprachproblem: „Wir verstehen überhaupt nicht, was vor sich geht.“

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Kommentare

  • hANNES wURST  On September 14, 2013 at 13:12

    Ich finde es auch befremdlich, dass diese Todesurteile – so kam es mir jedenfalls vor – zumindest mit einer gewissen medialen Gelassenheit aufgenommen wurden. Es klang sogar so, als wenn die Journalisten es mit einer gewissen Missbilligung hinnahmen, dass die Vollstreckung letztlich ungewiss ist.

  • Garfield  On September 14, 2013 at 15:57

    die juristisch praktizierte Todesstrafe ist ja allgemein ne besonderes zynische Form der Hinrichtung…
    nicht nur, daß sie ausschließlich bei vollster Gesundheit vollzogen wird & Kranke für den Tag der Vollstreckung erstmal gesund gepflegt werden – v.A. daß die Verurteilten ausdrücklich _kein_ Recht auf Selbstmord haben, und bei Diagnose „Suizidgefahr“ sogar Vollüberwachung & speziellen „Schutz“ genießen…

    hier finde ich aber besonders befremdlich, daß die Verhandlung auf englisch geführt wurde.

    ich bin jetzt kein Indien-Experte – daß Englisch zweite Amtssprache ist, mag angesichts der vielen (wie stark?) unterschiedlichen reg. Sprachen & Schriften ja angebracht sein, manche können vllt gar kein Hindi…

    aber daß eine Gerichtsverhandlung ausgerechnet in Englisch abgehalten wird, wenn der Angeklagte der ersten Amtssprache offensichtlich mächtig ist…?

  • Wolfgang Stauch  On September 14, 2013 at 17:12

    Vergesst aber bei all dem die Erbärmlichkeit der Tat nicht und bedenkt die 1, ? Milliärden Menschen.

  • hANNES wURST  On September 14, 2013 at 18:22

    Ach ja stimmt, über eine Milliarde Menschen, da kommt es auf die vier auch nicht an, Schwamm drüber.

  • genova68  On September 15, 2013 at 10:15

    Krass, der Herr Stauch. Erinnert an die Aussagen aus den Achtzigern, wonach AIDS für Afrika doch ganz ok sei, die hätten eh Überpopulation.

  • Wolfgang Stauch  On September 15, 2013 at 15:54

    Ich meinte das in Richtung Abschreckung

    • Stony  On September 15, 2013 at 18:15

      die einzig funktionierende abschreckung ist (bislang) die atomare.
      todesstrafe ist nichts als rachejustiz, babarische…

    • der Doctor  On September 15, 2013 at 22:41

      „Ich meinte das in Richtung Abschreckung“

      Genau,funktioniert in den USA ja auch sehr gut.Abgesehen davon,das die Todesstrafe nicht mehr in unsere Zeit passt,weil sie grausam und letzendlich staatlich sanktionierter Mord ist ,wird sie auch das Problem sicher nicht lösen,weil dieses in dem Gesellschaftlichen System Indiens liegt,das in dieser Form Vergewaltigung nicht nur duldet,sondern auch noch fördert.

  • Wolfgang Stauch  On September 16, 2013 at 09:00

    „das in dieser Form Vergewaltigung nicht nur duldet, sondern auch noch fördert“ Ja und nun?

    • der Doctor  On September 17, 2013 at 20:17

      Wie ich sagte ein gesellschaftliches Problem,das mit Hinrichtungen nicht zu lösen ist.Meines Erachten sollen sie lebenslang weggesperrt werden,dann büßen sie auch ein Leben lang.aber wenn das Problem der Vergewaltigungen gelöst werden soll, brauchtr es in Indien gesellschaftliche Reformen und die überwindung des Kastensystems ,das Frauen und Mädchen in vielen Teilen indiens zu Menschen zweiter Klasse degradiert.

  • Wolfgang Stauch  On September 18, 2013 at 11:39

    Mit meinem Einwurf wollte ich ja eigentlich nur vor der Akademisierung der Thematik warnen. Da sind wir hier immer fix dabei. Für die Todesstrafe bin auch ich nicht, auch nicht bei 1,? Milliarden Menschen. Bevor deine Vorstellungen von „gesellschaftlichen Revormen und der Überwindung des Kastensysthems“ allerdings wahr werden; wird es noch ??? solcher Art gesellschaftlicher Auswüchse geben. Leider.

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