BND (aber dann?)

Der deutsche Geheimdienst wusste mehr über die Umtriebe der NSA in Deutschland als bisher bekannt. „Die stecken unter einer Decke“, sagt Edward Snowden in einem Interview im SPIEGEL.

Na sowas! Hätten Sie’s gedacht?

Solange sich die Bevölkerung – eben die, der man vor einigen Jahren erfolgreich hat aufschwatzen können, Andrea Ypsilanti sei eine linke Lügenhexe und bedrohe unser Heiligstes, unsere Wahrheitsliebe – einen Dreck um die Ressourcen schert, die hier zur eigenen Überwachung mobilisiert werden, können wir die Debatte ruhen lassen. Wer nicht einmal diese Einschläge gehört hat, dem ist nicht mehr zu helfen. Man liegt wohl nicht falsch, wenn man unsere Zeit mit der des Biedermeier vergleicht. Die Parallelen gehen bis ins Detail (Stichwort: Metternich, Überwachungsstaat). Jede und jeder weiß ja im Grunde: Auf Dauer kann so etwas nicht gut gehen, irgend ein Knall wird kommen müssen. Aber niemand mag oder kann sich diesen Knall vorstellen; zu gut hat man sich im schlechten, falschen Jetzt eingerichtet – und, ganz offen: ich mag mich da gar nicht ganz ausnehmen. Auch ich (mein Rotweinhändler liefert noch!) wüßte derzeit nicht, wie und wo – von punktuellen Aktionen wie etwa Snowdens Whistleblowing abgesehen – hier derzeit anzusetzen wäre. Sand ins Getriebe? Immer feste druff! Demaskieren, entlarven? Auf sie mit Gebrüll! Schallendes Gelächter, wenn miese Typen wie Obama oder Merkel (oder wie sich diese leeren, entmenschten Gesichter schreiben) von Demokratie schwadronieren, während sie den xten Waffendeal abwickeln? Es kann gar nicht laut genug sein…

Aber dann?

PS: Zum – suchen Sie es sich aus – lächerlichen oder mitleiderregenden Gebahren der Herren Trittin und Gabriel hat feynsinn wieder einmal alles erforderliche gesagt. vergl auch burks ceterum censeo.

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Kommentare

  • Der Brüsseler  On Juli 8, 2013 at 11:02

    Typische Salamitaktik: die Wahrheit und wer darüber Bescheid wusste wird nur scheibchenweise ans Licht kommen. Ich persönlich bin nicht über die Enthüllungen überrascht, denn dass die NSA in Europa bzw. Deutschland aktiv ist, ist schon länger bekannt.

    Was mich jedoch stört ist das Theater der Opposition. Gerade die SPD (von ’98 bis 2009 Regierungsmitglied) weiß vermutlich deutlich mehr als Gabriel, Stegner & Co. uns glauben lassen wollen. Deren derzeitige Rhetorik schreit im Grunde danach durch Fakten widerlegt zu werden.

    Es wird sich noch zeigen, was u.a. die Spitzenfunktionäre der SPD (insbesondere Steinmeier als ehemaliger Kanzleramtsminister, sowie die Mitglieder des PKGr) wussten. Bin schon jetzt gespannt, mit welcher haarsträubenden Erklärung die SPD sich dann aus der Affäre ziehen wird.

  • Hagnum  On Juli 15, 2013 at 15:56

    Nett,daß du die XY-Affäre nochmal erwähnst.

    Am 22.09 wählen wir ja auch in Hessen.bin gespannt,wann die Schwarzen wieder den XY-Schläger rausholen und gewaltig draufprügeln.Im Moment schweigen die schwarzen Kameraden noch.

    Derweil buhlt der Bouffier heftig um die Grünen.(bei weitem intelligenter und bürgernäher als SPD (was die Bildungspolitik angeht) O-Ton Bouffier;

    Der Schwarz-Grüner Römer (Frankfurt) hält nun als Brückenkopf her.Seht mal,
    wie dolle Schwarz-Grün funktioniert.

    Mit der schwarzen Spaltaxt an Rot-Grün,und ich bekomme im Herbst das Duo
    Bouffier/Al Wazir.Du bekommst die Schwarzen einfach nicht los.

    Greetings

  • garfield080  On Juli 18, 2013 at 16:27

    gleich kam doch hinterher, daß der BND mit Hilfe der erfassten Daten entführte dt. Touristen befreien konnte.

    na wenn das so is…

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